Pflege von Angehörigen

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Pflege von Angehörigen

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 17:40

Moderation
Auslagerung aus einem Thread im Austausch. Hier soll es um Pflege von Angehörigen gehen
Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:35
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:06

Aber Aussagen wie "ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, mich um meine Eltern zu kümmern" erschüttern mich.
Moment. Ich hatte geschrieben "Ich sehe es nicht als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern." Das ist ein ziemlicher Unterschied zu dem, was Du schreibst.
Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht dich speziell gemeint habe, sehe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Zitaten.
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern. Genauso wie es Aufgabe der Eltern ist, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Jeweils in den Lebensphasen, wo dies erforderlich ist. Heißt: Die Eltern ziehen die Kinder groß, bis sie selbstständig leben können. Im Gegenzug kümmern sich die "Kinder" dann um ihre Eltern, wenn diese aus eigener Kraft nicht mehr alles selber schaffen.

Das ist aus meiner Sicht das Normalste der Welt. Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht. Sterben beispielsweise die Eltern von kleinen Kindern, und es gibt niemanden in der Verwandtschaft, der einspringen kann, dann kommen die Kinder durch staatliche Intervention in ein Heim oder in eine Pfelgefamilie. Umgekehrt kommt ein alter pflegebedürftiger Mensch in ein Heim, wenn es niemanden gibt, der ihn betreuen kann.

Klar gibt es Grenzen, etwa bei völliger Pflegebedürftigkeit. Aber von meinem Grundprinzip weiche ich nicht ab.
Zuletzt geändert von Onkel ABobert am Montag 8. Juli 2019, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
Es grüßt euch

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Tania » Montag 8. Juli 2019, 17:44

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern.
Das erschüttert nun wiederum mich. Dann sind wir halt jetzt beide erschüttert ;)

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 17:47

Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:44
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern.
Das erschüttert nun wiederum mich. Dann sind wir halt jetzt beide erschüttert ;)
Sorry, ich habe meinen von dir zitierten Beitrag noch ergänzt. Vielleicht verstehst du dann meine Ansicht besser.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von knopper » Montag 8. Juli 2019, 17:47

Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:35
Wenn ich 75 bin, ist meine Jüngste 37 und hat vermutlich Kleinkinder im Haus. Und ich erwarte absolut nicht, dass sie dann neben Kindern und Job noch eine alte Frau pflegt und bespaßt.
...ist meiner Meinung nach auch ein wenig zu niedrig angesetzt für Pflegebedürftigkeit, also 75 ... Ich würde noch 5 Jahre drauf packen.
Kann jetzt aber auch nur so ein Wunschdenken meinerseits sein, da meine Eltern davon leider nicht mehr soo weit entfernt sind :(

..ehrlich gesagt hab ich kein Bock dann evt. immer noch AB zu sein und direkt in die elterliche Pflege einzusteigen.... also die Uhr tickt unaufhörlich... :shock:

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 8. Juli 2019, 17:57

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht dich speziell gemeint habe, sehe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Zitaten.
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern. Genauso wie es Aufgabe der Eltern ist, sich um ihre Kinder zu kümmern.

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Klar gibt es Grenzen, etwa bei völliger Pflegebedürftigkeit. Aber von meinem Grundprinzip weiche ich nicht ab.
Ich denke auch so und finde es gerecht. Meine Eltern haben viel Zeit und Nerven für mich aufgewendet, davon was zurückgeben finde ich nur fair.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Polarfuchs » Montag 8. Juli 2019, 18:06

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:35
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:06

Aber Aussagen wie "ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, mich um meine Eltern zu kümmern" erschüttern mich.
Moment. Ich hatte geschrieben "Ich sehe es nicht als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern." Das ist ein ziemlicher Unterschied zu dem, was Du schreibst.
Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht dich speziell gemeint habe, sehe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Zitaten.
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern. Genauso wie es Aufgabe der Eltern ist, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Jeweils in den Lebensphasen, wo dies erforderlich ist. Heißt: Die Eltern ziehen die Kinder groß, bis sie selbstständig leben können. Im Gegenzug kümmern sich die "Kinder" dann um ihre Eltern, wenn diese aus eigener Kraft nicht mehr alles selber schaffen.

Das ist aus meiner Sicht das Normalste der Welt. Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht. Sterben beispielsweise die Eltern von kleinen Kindern, und es gibt niemanden in der Verwandtschaft, der einspringen kann, dann kommen die Kinder durch staatliche Intervention in ein Heim oder in eine Pfelgefamilie. Umgekehrt kommt ein alter pflegebedürftiger Mensch in ein Heim, wenn es niemanden gibt, der ihn betreuen kann.

Klar gibt es Grenzen, etwa bei völliger Pflegebedürftigkeit. Aber von meinem Grundprinzip weiche ich nicht ab.
Da ist doch auch nicht ganz richtig. Früher haben die Menschen auch viel früher geheiratet und Kinder bekommen. Und wenn man z.B. 3-4 kleine Kinder im Haus hat, hat man sehr viel zu tun. Da ist für die eigenen Eltern keine Zeit. Die Familie lebt ihr eigenes Leben.
Das ist das, was ich dir die ganze Zeit mitteilen wollte.Du hast es verpasst mit 25-30 Jahren eine Frau zu finden und zu heiraten. Wenn du in dem Alter kleine Kinder gehabt hättest, hättest du du keinen Gedanken mehr an deine Eltern gehabt.
Du hast es versäumt, ein eigenständiges Leben ohne deine Eltern zu leben. Das ist schon traurig.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 8. Juli 2019, 18:11

Polarfuchs hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 18:06
Da ist doch auch nicht ganz richtig. Früher haben die Menschen auch viel früher geheiratet und Kinder bekommen. Und wenn man z.B. 3-4 kleine Kinder im Haus hat, hat man sehr viel zu tun. Da ist für die eigenen Eltern keine Zeit. Die Familie lebt ihr eigenes Leben.
Das ist das, was ich dir die ganze Zeit mitteilen wollte.Du hast es verpasst mit 25-30 Jahren eine Frau zu finden und zu heiraten. Wenn du in dem Alter kleine Kinder gehabt hättest, hättest du du keinen Gedanken mehr an deine Eltern gehabt.
Du hast es versäumt, ein eigenständiges Leben ohne deine Eltern zu leben. Das ist schon traurig.
Meine Eltern hatte ihre Eltern gepflegt. Aber wie sie Pflegefälle wurden, da war ich schon 16 Jahre alt.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Tania » Montag 8. Juli 2019, 18:30

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:47
Sorry, ich habe meinen von dir zitierten Beitrag noch ergänzt. Vielleicht verstehst du dann meine Ansicht besser.
Ich verstehe Deine Aussage durchaus. Du siehst das Ganze aus Sicht des (erwachsenen) Kindes. Offensichtlich siehst Du es als Deine Aufgabe an, Dich bei Bedarf um Deine Eltern zu kümmern. Diese Einstellung teile ich sogar - nur wäre meine Motivation nicht Pflichtgefühl, sondern einfach mein eigener Wunsch, für meine Eltern da zu sein. Liebe eben.

Wo wir auseinander gehen, ist die Verallgemeinerung. Du siehst es allgemein als Aufgabe der Kinder - ich nicht. Aber da denke ich als Mutter minderjähriger Kinder. Kinder, die ich wollte und für die ich bewusst und freiwillig die Verantwortung übernommen habe. Umgekehrt haben sie aber nicht darum gebeten, auf die Welt zu kommen. Und deshalb fände ich es unfair, ihnen eine solche Verantwortung aufzudrücken. Sie dürfen sie später, wenn sie wollen, gern übernehmen. Aber es sollte ihre bewusste Entscheidung sein.

Entsprechend hab ich sie übrigens auch nicht taufen lassen. Und wenn sie mal ein Date haben, werde ich ihnen erklären, dass ein "so, ich hab jetzt mit Dir geschlafen, also ist es jetzt Deine Pflicht mich zu heiraten" nicht unbedingt üblich ist. Man kann anderen Menschen eben nicht einfach Aufgaben zuweisen.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von AviferAureus » Montag 8. Juli 2019, 18:44

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:57
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht dich speziell gemeint habe, sehe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Zitaten.
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern. Genauso wie es Aufgabe der Eltern ist, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Jeweils in den Lebensphasen, wo dies erforderlich ist. Heißt: Die Eltern ziehen die Kinder groß, bis sie selbstständig leben können. Im Gegenzug kümmern sich die "Kinder" dann um ihre Eltern, wenn diese aus eigener Kraft nicht mehr alles selber schaffen.

Das ist aus meiner Sicht das Normalste der Welt. Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht. Sterben beispielsweise die Eltern von kleinen Kindern, und es gibt niemanden in der Verwandtschaft, der einspringen kann, dann kommen die Kinder durch staatliche Intervention in ein Heim oder in eine Pfelgefamilie. Umgekehrt kommt ein alter pflegebedürftiger Mensch in ein Heim, wenn es niemanden gibt, der ihn betreuen kann.

Klar gibt es Grenzen, etwa bei völliger Pflegebedürftigkeit. Aber von meinem Grundprinzip weiche ich nicht ab.
Ich denke auch so und finde es gerecht. Meine Eltern haben viel Zeit und Nerven für mich aufgewendet, davon was zurückgeben finde ich nur fair.
Das sehe ich auch so.
Die eigenen Pflichten (Arbeit etc.) gehen natürlich vor, und die Frage des Wohnorts etc. bestimmen, etwa wenn eine Wohnung oder Unterbringung bei oder nahe den Kindern sinnvoll erscheint, natürlich die Kinder (was meistens auf den Umzug der Eltern hinauslaufen wird). Mit einer Hilfe Dritter hätte ich keinerlei Probleme.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Tania » Montag 8. Juli 2019, 20:10

AviferAureus hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 18:44
Die eigenen Pflichten (Arbeit etc.) gehen natürlich vor, und die Frage des Wohnorts etc. bestimmen, etwa wenn eine Wohnung oder Unterbringung bei oder nahe den Kindern sinnvoll erscheint, natürlich die Kinder (was meistens auf den Umzug der Eltern hinauslaufen wird).
Das wird in der Regel darauf hinauslaufen, dass die Kinder einen Pflegedienst am Wohnort der Eltern beauftragen. Einen alten Baum verpflanzen ist schwer - und oft der Gesundheit der Älteren auch nicht zuträglich.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von AviferAureus » Montag 8. Juli 2019, 21:40

Von Grundsatz bin ich der Auffassung, dass mit der Verantwortung der Kinder auch eine (die Erfüllung der Verantwortung erst ermöglichende) Mitsprache der Kinder über die Wohnsituation der Eltern einhergeht.
Soweit ich das als kleines Kind mitbekam, hatten die Altbäuerinnen auf den Höfen auch nicht mehr viel zu melden. Sie waren geliebt und geachtet, aber als Kind hatte ich oft den Eindruck, dass sie auf dem Hof nur eine Art teilweise schon leicht gebrechliche Haushaltshilfe waren und diese Aufgabe freilich auch gerne wahrnahmen.

In der Praxis läuft es aber oft darauf hinaus:
Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 20:10
Das wird in der Regel darauf hinauslaufen, dass die Kinder einen Pflegedienst am Wohnort der Eltern beauftragen. Einen alten Baum verpflanzen ist schwer - und oft der Gesundheit der Älteren auch nicht zuträglich.
Unter anderem deswegen:
AviferAureus hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 18:44
... Mit einer Hilfe Dritter hätte ich keinerlei Probleme.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Ringelnatz » Montag 8. Juli 2019, 21:51

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Jeweils in den Lebensphasen, wo dies erforderlich ist. Heißt: Die Eltern ziehen die Kinder groß, bis sie selbstständig leben können. Im Gegenzug kümmern sich die "Kinder" dann um ihre Eltern, wenn diese aus eigener Kraft nicht mehr alles selber schaffen.

Das ist aus meiner Sicht das Normalste der Welt. Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht.
Ich bin soooo froh, dass meine Eltern mir das nicht aufbürden. Ich fände es nicht schön, sie (körperlich) pflegen zu müssen. Zum Glück sehen meine Eltern das ähnlich. Ich würde hingegen einiges dafür bezahlen, dass meine Eltern gut gepflegt werden, Zuspruch erhalten (würde natürlich auch selbst besuchen, so weit es geht) und alles so läuft, wie sie es möchten.
Noch weniger würde ich meine Schwiegereltern pflegen wollen... Ich bin auch generell überzeugt, dass die Qualität der von mir erbrachten Pflege nowhere near einer professionellen Pflegekraft läge... ich habe gar nicht genug körperliche Kraft für gewisse Dinge.

Einkäufe erledigen etc. kann ich mir natürlich besser vorstellen - aber dann müssten Eltern/Schwiegereltern in der Nähe leben. Ich würde auch für eine Putzkraft bezahlen, falls sie mit dem Haushalt nicht mehr selbst zurechtkommen. Und emotionale Nähe geben, einfach da sein, sprechen... gemeinsam Weihnachten feiern... all das.
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Hathor » Montag 8. Juli 2019, 22:56

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht.
Falsch. Es ist nicht abzusehen, wann der Zeitpunkt kommen wird, an dem es "nicht anders geht". Vielleicht kommt es nie dazu. Vielleicht geht es aber auch schneller, als man denkt. Angehörige, die es auf sich nehmen, gebrechliche und/oder kranke alte Leute zu betreuen, sollten deshalb sofort damit beginnen, sich ein Netz aus soviel professioneller Hilfe wie eben aktuell nötig aufzubauen, z. B. in Form eines Pflegedienstes, einer im Haus wohnenden Pflegekraft oder auch erstmal nur einer Haushaltshilfe, die einen wenigstens von der normalen Hausarbeit entlastet. Können darüberhinaus noch weitere Angehörige zur Betreuung herangezogen werden (was aber selten der Fall ist; meistens bleibt der Löwenanteil der Arbeit und der Verantwortung an einer Person alleine hängen), umso besser.

Ich arbeite ehrenamtlich auf einer Palliativstation; wir haben nicht selten Patienten, deren pflegende Angehörige - Kinder, Eltern, Ehepartner, Geschwister - sich aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein und/oder weil sich niemand sonst aus der Familie angesprochen gefühlt hat, im wesentlichen alleine um ihren immer hinfälliger werdenden Angehörigen gekümmert haben, bis sie selbst am Rande des Zusammenbruchs waren. Oder sogar darüber hinaus. Es erstmal soweit kommen zu lassen, hilft absolut niemandem. Unterschätze nicht, wie emotional und vor allem auch körperlich herausfordernd eine solche Aufgabe ist. Und je belasteter und erschöpfter der pflegende Angehörige selbst ist, umso weniger Kraft bringt er auf, sich auch noch mit bürokratischem Gedöns wie Pflegestufen, der Verhandlung mit Krankenkassen, der Auswahl eines Pflegedienstes etc. auseinandersetzen zu müssen.
Ich bin jetzt genau im richtigen Alter! :flirten:
Ich muss nur noch 'rauskriegen, für was ...

Nur weil sich etwas nicht bewegt, heißt es nicht, dass es tot ist.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von peter456 » Dienstag 9. Juli 2019, 01:44

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:06
[...]
Aber Aussagen wie "ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, mich um meine Eltern zu kümmern" erschüttern mich.
Ja wessen Aufgabe soll es denn sonst sein? Der "Gesellschaft", was immer dieser abstrakte Begriff darstellen soll? Heißt, Pflegeheim bzw. Pflegedienst anheuern und "der Staat", sprich wie alle mit unseren Steuergeldern bezahlen das? Und ein jährlicher Besuch zu Weihnachten ist dann das äußerste, was noch drin ist?
[...]
So einfach gehts dann wieder nicht. Das Einkommen der Kinder wird durchaus vom Staat herangezogen. Je nachdem wieviel die Kinder verdienen.

Ansonsten bin ich voll deiner Meinung.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Lilia » Dienstag 9. Juli 2019, 07:27

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:40
Tania hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:35
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:06

Aber Aussagen wie "ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, mich um meine Eltern zu kümmern" erschüttern mich.
Moment. Ich hatte geschrieben "Ich sehe es nicht als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern." Das ist ein ziemlicher Unterschied zu dem, was Du schreibst.
Mal abgesehen davon, dass ich gar nicht dich speziell gemeint habe, sehe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Zitaten.
Anders gesagt: Ja, ich sehe es als Aufgabe der Kinder an, sich um ihre Eltern zu kümmern. Genauso wie es Aufgabe der Eltern ist, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Jeweils in den Lebensphasen, wo dies erforderlich ist. Heißt: Die Eltern ziehen die Kinder groß, bis sie selbstständig leben können. Im Gegenzug kümmern sich die "Kinder" dann um ihre Eltern, wenn diese aus eigener Kraft nicht mehr alles selber schaffen.

Das ist aus meiner Sicht das Normalste der Welt. Nach der Hilfe von "Dritten" zu rufen, halte ich in beiden Fällen erst dann für legitim, wenn es nicht anders geht. Sterben beispielsweise die Eltern von kleinen Kindern, und es gibt niemanden in der Verwandtschaft, der einspringen kann, dann kommen die Kinder durch staatliche Intervention in ein Heim oder in eine Pfelgefamilie. Umgekehrt kommt ein alter pflegebedürftiger Mensch in ein Heim, wenn es niemanden gibt, der ihn betreuen kann.

Klar gibt es Grenzen, etwa bei völliger Pflegebedürftigkeit. Aber von meinem Grundprinzip weiche ich nicht ab.
Weißt Das Problem ist nur, dass Pflege auch Isolation bedeutet, selbst in der eigenen Familie. Denn es gibt immer Leute, die sich damit nicht beschäftigen und "nicht stören" wollen. Die vielleicht auch froh sind, sich ungestört der Karriere, den Hobbys, den Freunden widmen zu können. Das eigene Sozialleben leidet bei Pflegenden und vielleicht gibt es ja noch andere Personen (z.B. Kinder), um die man sich kümmern muss. Nicht jeder kann alles oder bleibt auch objektiv in der Pflege. Ich habe es schon erlebt, dass die Nachbarin es nicht wahrhaben wollte, dass ihr Mann im Sterben lag. Ich war es dann, die den Arzt gerufen hat und der Arzt bat mich darum, der Familie Bescheid zu geben, dass es Zeit war, sich zu verabschieden. Letztendlich war ich es dann auch, der die Nachtwache und ihm die Hände hielt, als er seinen letzten Atemzug machte, ihm die Augen schloss und irgendwann auch das Pflegebett abbaute. Die drei Kinder - alle älter als ich - waren dazu nicht in der Lage. Ich kann sie nicht verurteilen.
Ich hab selbst ja auch schon Angehörige gepflegt. In manchen Situationen wäre ich sehr dankbar um Unterstützung gewesen, gerne auch von Profis. Irgendwann war ich so erschöpft, dass ich meiner eigenen Einschätzung, was notwendig ist, nicht mehr traute. Ich hab dann immer wieder bei der Hausärztin nachfragen können. Sie war echt ein Glücksfall. Was aber, wenn ich wirklich mal einen gravierenden Fehler gemacht hätte?

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von fidelchen » Dienstag 9. Juli 2019, 08:33

Schön gesagt Lilia, finde diese moralische Perse-Verurteilung von solchen Menschen auch falsch, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht kümmern wollen/können. Das muss man im individuellen Fall betrachten.

Es ist eigentlich auch praktisch unmöglich zu sagen wie man selbst reagiert, wenn man noch nie in dieser Situation war. Worte sind das eine, und bekanntlich reden viele viel, wenn der Tag lang ist.
AWG = Alles wird gut :-)

Nach ganz strenger Definition bin ich ein "Normalo"
Nach geschwächter Definition bin ich ein "SC-AB"
Und fühlen tu ich mich wie ein "XX-AB"
Was bin ich nun?

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von klecks » Dienstag 9. Juli 2019, 09:40

Kann nur alles unterstreichen, was in den vorherigen Threads geschrieben wurde, wie häusliche Pflege von Nahem aussieht ...

Was mir in diesem Zusammenhang wichtig ist: Meiner Meinung nach sind Kinder Personen, die die Eltern in die Welt bringen, bis zur Selbständigkeit erziehen und prägen und dann als Erwachsene weiter in die Welt ziehen lassen. Meine Kinder sind nicht mein Spielzeug, auch nicht die Verlängerung meiner eigenen Person. Es sind selbständige Wesen (darf ich da als Mutter auch kurz mal mit einem Zwinkern seufzen :lol: ). Es ist die Aufgabe der Eltern, ein von ihren Kindern unabhängiges eigenes Leben zu führen, sich einen eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Unabhängig von den Kinder lebensfähig zu sein, auch sein zu wollen.

Wie das konkrete Zusammenleben organisiert ist, wenn die Kinder erwachsen sind, ist eine andere Sache. Das geht auch auf einem gemeinsamen Hof, in einem Mehrgenerationenhaus o.ä. Aber nicht jeder wird in so eine Situation hineingeboren oder wählt sie später.

Ich würde mir von meinen Kindern wünschen, dass sie auf uns Eltern als alte Menschen ein Auge haben, merken, wenn wir nicht mehr allein klar kommen (das Problem an manchem Altern ist ja, dass man selbst nicht mehr so gut einschätzen kann, was man kann, was nicht ...) - und dann mit uns gemeinsam Lösungen finden, dass es uns allen miteinander gut geht.

@Ringelnatz: Du gehst davon aus, dass - wie offenbar in deinem Falle - genügend Geld zur Verfügung stehen wird, um sich die Dienstleistung Dritter einkaufen zu können. Das ist in vielen Fällen schlicht nicht da, dieses Geld. Das beobachte ich vielfach um mich herum. Ich beobachte auch vielfach völlige Überforderung, so eine Pflegesituation zu managen, sich passende Hilfe zu suchen, die Hilfsangebote zu kennen.

Als meine Eltern starben, wohnte ich viele Hunderte Kilometer von ihnen entfernt. Und ich war eingebunden und sehr jung. Für die Pflege musste ich nicht herangezogen werden, weil es noch gesunde Partner*innen gab. Aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, einige Tage jeweils an ihrem Sterbebett zu sitzen (ähm - dafür auch einfach mir im Job den "Urlaub" zu nehmen - ich war dann einfach mal weg :mrgreen: ) .

Was ich mir wünschen würde: Dass in der Gesellschaft wieder mehr Raum dafür geschaffen wird, dass nahe Beziehungen wesentlich sind, der Umgang mit Gefühlen der Trauer und des tiefen Fühlens in existenziellen Situation zwingend zum Menschsein dazu gehört. Dass man in wirtschaftlichen Zusammenhängen darauf auch vorbereitet ist. In manchen Firmen ist das erstaunlich gut im Bewusstsein, in manchen überhaupt nicht.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Lazarus Long » Dienstag 9. Juli 2019, 11:03

Lilia hat geschrieben:
Dienstag 9. Juli 2019, 07:27
Was aber, wenn ich wirklich mal einen gravierenden Fehler gemacht hätte?
Dann hättest du eben einen Fehler gemacht.


Ich stelle mir diese Frage allerdings gelegentlich auch auch. Wenn ich mich zu intensiv damit beschäftigen würde, dann würde ich allerdings handlungsunfähig.

Meine Mutter ist dement. Ich würde es als leicht, vielleich mittelschwer bewerten.
Sie ist nur noch eingeschrenkt mobil. Ihr Blutdruck ist praktisch nicht mehr in vernünftige Regionen zu drücken.

Etwa seit Anfang des Jahrtausends (da wurde mein Vater zum Pflegefall, er ist vor über 14 Jahren verstorben) erledige ich die schwereren Einkäufe.
Um Bank, Versicherung etc kümmere ich mich seit mehr als 10 Jahren.

Bis vor einem dreiviertel Jahr hat sie noch selbst gekocht und ist einmal die Woche mit zum Einkaufen gekommen. Bis dahin habe ich auch noch meine Wohnung in Hannover genutzt. Jetzt nutze ich nur noch die obere Etage in meinem Elternhaus. An Wochentagen bringe ich sie morgens zur Tagespflege.
Ich kümmere mich insbesondere darum, daß sie genug trinkt. Am Wochenende kümmere ich mich um das Essen, um Haus und Garten. Zum Putzen kommt eine Verwandte. Sie unterstützt mich auch bei der Gartenarbeit.
Die Körperpflege schafft meine Mutter zum Glück weitestgehend alleine.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm von Humboldt
Deutscher Staatsmann und Mitbegründer der Humboldt-Universität zu Berlin
1767 - 1835

knopper
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von knopper » Dienstag 9. Juli 2019, 11:10

klecks hat geschrieben:
Dienstag 9. Juli 2019, 09:40
Was mir in diesem Zusammenhang wichtig ist: Meiner Meinung nach sind Kinder Personen, die die Eltern in die Welt bringen, bis zur Selbständigkeit erziehen und prägen und dann als Erwachsene weiter in die Welt ziehen lassen. Meine Kinder sind nicht mein Spielzeug, auch nicht die Verlängerung meiner eigenen Person. Es sind selbständige Wesen (darf ich da als Mutter auch kurz mal mit einem Zwinkern seufzen :lol: ). Es ist die Aufgabe der Eltern, ein von ihren Kindern unabhängiges eigenes Leben zu führen, sich einen eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Unabhängig von den Kinder lebensfähig zu sein, auch sein zu wollen.
ja... das ist prinzipiell richtig, aber dennoch interessiert es mich ja als Elternteil immer noch was mein Kind macht, dass es nicht auf irgendwelche Irrwege gerät oder so, das es ihm gut geht usw...
Wie gesagt ich finde es eher befremdlich, wenn sich jemand da vollkommen abkapselt nach dem Motto "das waren mal meine Eltern, tschüss!"... jetzt übertrieben gesagt. So als wär es bald ein Abschied für immer oder so.

Für mich gab es da halt nie einen richtigen Übergang zum vollständigen Erwachsensein. Hab halt länger noch zuhause gewohnt und bin dann irgendwann ausgezogen ja... aber wie gesagt im Verhältnis zu meinen Eltern hat das absolut nix verändert.

Mir würde nicht im Traum einfallen Ihnen jetzt zu sagen "ihr habt mich lange genug gehabt, ich setze mich erstmals ab und melde mich nicht mehr"...das würde mir tief in der Seele weh tun und sich komplett falsch anfühlen... und bei meinen Eltern sicherlich genauso.
Das kann ich nicht!

Aber, das ist halt von Situation zu Situation verschieden, kann auch diejenigen verstehen die diesen Schritt machen, da halt das Verhältnis nie so prickelnd war.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von klecks » Dienstag 9. Juli 2019, 11:22

@knopper: Selbständigkeit und Interesse aneinander und Liebe füreinander schließen sich doch keineswegs aus!

Klar, ich werde mich IMMER für meine Kinder interessieren, mich freuen, wenn sie mich ein wenig an ihrem Leben Anteil nehmen lassen. Und sich auch dafür interessieren, was mich so umtreibt, wie es mir geht. Aber meine Kinder werden hoffentlich ihre eigenen Wege gehen, ihren eigenen Geschmack entwickeln, ihr Potential entfalten im Beruf ..., auf IHRE Art etc.

Ich lebe MEIN Leben, nicht das eines anderen Menschen, auch nicht das eines meiner Kinder. ICH würde nicht wollen, dass eines meiner Kinder noch zu lange in unserem Haushalt lebt - ok, dafür wäre auch unsere aktuelle Wohnsituation nicht passend genug.

Erwachsen sein bedeutet für mich auch, seine eigene Entwicklung, Entscheidungen zuerst mit dem Partner zu besprechen, nicht mit den Eltern. Obwohl man sich natürlich Rat bei den Eltern holen kann, weil sie einfach mehr Lebenserfahrung haben. Aber ich würde meine Kinder nicht in die Richtung beraten wollen, wie es für MICH am günstigsten ist ...

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