22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

In diesem Bereich besteht die Möglichkeit an Schreibwettbewerben teilzunehmen. Probier es gerne einmal aus.
ERSTER BEITRAG DES THEMAS
cereja

22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Das Thema des 22. Schreibwettbewerbes heißt

Nackt.



Mir egal, was euch dazu einfällt, ob nackt unter Wölfen, bek-nackt, nackt unter ABs - es ist ein allumfassendes Thema, das viele befriedigen sollte, sogar im bekleideten Zustand.

Die Stilrichtungen und Wortanzahl sind egal.

Schickt die Beiträge bitte per PN bis Mitternacht in der Nacht vom 27.03.-28.03. an mich und erwähnt, ob nach Ende der Abstimmung eure Forennamen zum Beitrag veröffentlicht werden sollen. Für die Abstimmung erfolgt die Veröffentlichung natürlich erst mal anonym.

Danke für eure Aufmerksamkeit und viel Spaß.

ERSTER BEITRAG DES THEMAS
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Hi ihr Verbalexhibitionisten,

lasst das Thema nicht so nackt im Raum stehen, sondern zieht ihm eure Gefühle an.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 1

Nackt – Ich will nicht, dass Du mich nackt siehst!
Nackt – Ich will nicht, dass Du mich so wahrnimmst!
Nackt – Ich möchte nicht nackt sein!
Nackt – Nackte Gefühle?
Nackt – Nackte Gedanken?
Nackt – Mich so sehen wie ich wirklich bin? Nackt?
Nackt – Meine nackte Seele?
Nackt – Es packt mich die nackte Angst!
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 2
Sein Anzug berührte sacht ihre nackte Schulter. Sie blickte zu ihm herauf und fing langsam an die Knöpfe aufzumachen. Konzentriert ging sie dieser Aufgabe nach, als gäbe es in diesem Moment nicht wichtigeres auf der Welt als den Mann vor ihr zu entkleiden. Seine obsidianfarbigen Augen starrten sie an, seine Gedanken waren wie immer hinter seinem undurchdringlichen Minenspiel verborgen. Als auch der letzte Knopf befreit war legte sie ihm sanft ihre Hände auf die Schultern und ließ den Sakko auf den Boden fallen. Er hatte das Gefühl die Zeit würde still stehen, oder sich wenigstens ganz zäh vorwärts bewegen. Er bemerkte kaum wie ihre Berührungen stoppten, als wäre sie unsicher was sie nun tun sollte. Er wollte nicht sprechen, wollte diese wunderbare Atmosphäre, die nur von dem leisen Geräusch des Kamins und ihrer beiden Atemzüge erfüllt war, nicht zerstören. Er küsste sie sanft. Ihre weichen Lippen füllten sich wie der reinste Himmel an. Der Geruch ihrer Haut vernebelte seine Sinne. Sie beide vertieften den Kuss. Es gab keine stummen Fragen, Bitten oder zweifelnden Worte. Es gab nur sie. Hier, in dieser Nacht. Seine Hände tasteten sich langsam voran. Zärtlich strich er über ihre Hüften, ihren Bauch. Er wusste, dass er immer wieder über schwarze Muster fuhr, wollte den Unterschied zwischen schwarzer Tinte und porzellanweißer, fast bläulicher Haut entdecken. Doch da war nichts, keine Unebenheiten – nichts was auf das Kunstwerk hindeutete, welches ihren für ihn so wunderschönen Körper verunstaltete. Auch seine Haut war beschmutzt, doch sein Kunstwerk brandmarkte ihn. Aber all das, war in diesem Moment unwichtig. Es gab nur diese Frau, die wahrscheinlich zu jung für ihn war und vielleicht auch zu schön. Aber sie war hier. Und in Wahrheit war sein Verstand vollkommen leer. Flüchtige Gedanken würden sich erst später in seinen Kopf stehlen. Wenn sie beide auf dem großen, alten, harten Bett lagen. Nackt. Die Hitze ihrer Körper würde sich langsam verflüchtigen und er würde eine warme Decke über ihrer beiden Körper legen. Sie würde ihn anlächeln und sich dann wieder dem Anstarren der Decke zuwenden. Wie er auch. Sie redeten nicht viel. Das war aber auch nicht wichtig. Nicht wenn sie zusammen waren.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Wichtig!


Wenn ihr mir eine PN schickt, achtet bitte auf euren Postausgang!! Erscheint dort diese PN nicht, kommt sie nicht bei mir an. Und das wär schade um eventuelle Beiträge.


Danke für die Aufmerksamkeit :)
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 3
Der (ziemlich) lange Text ist nur ein Ausschnitt aus einem größeren Werk

Zur Vorgeschichte nur soviel : Eine wunderschöne, aber darauf auch etwas eingebildete Elfe wurde von einem fürchterlich bösen und hässlichen Drachen entführt und gefangengehalten. Sie muss für ihn seinen riesigen Goldschatz auf Hochglanz polieren.


Eine nackte Elfe und ein äußerst unmoralisches Angebot


Und wieder einmal saß unsere Elfe in ihrer jetzt schon so vertrauten Schatzhöhle und polierte eine wunderschöne, mit funkelnden Diamanten besetzte Krone. Nach dem Vorfall mit dem Spiegel hatte sie zunächst gehofft, der Drache würde einsehen, dass er mit seinem Leben auf einem ganz falschen Weg war, und dann auch ihr Schicksal mildern, oder sie vielleicht sogar freilassen. Aber inzwischen waren schon wieder einige Wochen vergangen, und der Drache zeigt wieder ganz sein früheres Verhalten. Er behandelte sie grob und höhnisch wie immer, und reden tat er sogar noch weniger mit ihr als vor der Sache mit dem Spiegel. Fast schien es ihr, als habe der Drache Angst, von ihr an seine eigenen Worte erinnert zu werden, und sich damit vor ihr eine Blöße zu geben. Aber was halfen ihr alle diese Gedanken, jeden schönen Tag vom frühen Morgen bis in den späten Abend saß sie in ihrer dunklen und kalten Höhle und polierte und polierte. Und so manches Mal, wenn sie an die warme Sonne dachte, die draußen schien, an den Tanz ihrer Elfenschwestern, an den Glanz eines Sternenhimmels, oder gar an die schönen Augen eines Menschenprinzen, den sie einst in einer solchen prachtvollen Sternennacht geliebt hatte, liefen ihr Tränen der Trauer und der Sehnsucht über die Wangen.

Beim Polieren der Krone nun hörte sie, dass der Drache Besuch von zwei anderen Drachen bekommen hatte und sich mit diesen unterhielt. Früher hatte sie sich aus Neugier manchmal zum Eingang der Höhle geschlichen und die Drachen belauscht, wenn einmal Besuch da war (und das war sehr selten der Fall, denn Drachen haben für alles, was keine Schätze einbringt, furchtbar wenig Zeit). Aber die Gespräche der Drachen waren so unsagbar langweilig, dass sie dann sogar noch lieber ihr Gold polierte. Für Drachen gab es nämlich nur ein Gesprächsthema: Ihre Schätze, die sie sich zusammengesucht hatten. Sie beredeten, welcher Drache die größten Schätze habe, welches die kostbarsten Stücke in einem Schatz waren, wie man seine Schätze am besten vor Dieben schützte, und so weiter und so weiter.

Doch dieses Mal war alles ganz anders als üblich. Plötzlich erschien nämlich der Drache und rief nach ihr: "Heh, Elfe komm doch mal her. Es sind zwei Vertreter vom Drachenrat da, und die möchten dich auch einmal sehn." Die Elfe wunderte sich sehr, dass Drachen sich einmal für etwas anderes als ihre Schätze interessierten, und so folgte sie ohne Angst dem Ruf, ohne etwas von dem zu ahnen, was nun auf sie zukommen würde.

In der Eingangshöhle saßen zwei Drachen, offensichtlich vornehmer Art, etwas kleiner von Gestalt als ihr Drache, der eine recht jung, der andere schon ziemlich alt. Beide aber schauten böse und hinterhältig, wie Drachen nun eben einmal schauen. Der Ältere starrte die Elfe, die wegen der Kälte in der Höhle in eine ganze Reihe von Lumpen gewickelt war, die der Drache auf den Abfallhaufen der Menschen gefunden hatte, verächtlich an und befahl herrisch: "So kann man ja gar nichts erkennen: Zieh doch mal diese Lumpen aus, damit wir dich betrachten können." Jetzt erschrak die Elfe aber doch sehr: Was hatten die beiden nur vor? Warum sollte sie sich völlig nackt vor ihnen aufstellen? Hilfesuchend schaute sie zu ihrem Drachen herüber, doch selbst dieser schien etwas verwirrt und beunruhigt zu sein, aber auch er zuckte nur unsicher mit den Achseln.

Für einen kurzen Moment stand die Elfe nun unschlüssig da, und in ihr tobte ein heftiger Kampf. Schließlich aber siegte ihr Elfenstolz und ihre Elfenkraft über alle Angst, und selbstbewusst begann sie, einen Lumpen nach dem anderen auszuziehen. Sie wusste ja, wie schön ihr Körper war, und sie würde diesen Drachen jetzt etwas zeigen, was schöner und kostbarer war als alle ihre dummen und leblosen Schätze, um die diese so viel Aufhebens machten. Und als sie alle Lumpen abgelegt hatte, stand sie aufrecht vor den Drachen und senkte nicht etwa schamhaft den Kopf, sondern schaute ihnen stolz und herausfordernd in die Augen.

Tatsächlich schien sie zunächst die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Lange Zeit sagte keiner der Drachen ein Wort. Erst nach einiger Zeit begann der jüngere der Besucher: "Man erzahlt ja vieles über diese faulen Elfen, aber dass diese so wunderschön sind, das hätte ich niemals gedacht. Vielleicht sollten wir ja doch nicht ...............? " Fragend schaute er dabei den älteren Drachen an. Doch dieser schüttelte nur abwehrend den Kopf und antwortete: "Aber, mein junger Freund, du wirst dich doch nicht wie die Menschen von dem Anblick eines bisschen nackten Fleisches um deinen klaren Verstand bringen lassen. Natürlich bleiben wir bei dem, was wir im Rat besprochen haben. Allerdings finde ich, an dieser Elfe ist nicht viel dran, das wird kaum für uns alle reichen. Aber sei`s drum, besser als gar nichts ist es. Und ich werde mir natürlich ein schönes Stück reservieren, vielleicht diesen Oberschenkel da, der sieht ja nicht übel aus." Nun war der Jüngere sichtlich verlegen wegen seiner momentanen Schwachheit, und fügte deshalb schnell hinzu: "Recht hast du, wir Drachen lassen uns doch nicht von sowas beeindrucken; ich lasse mir ein Stück zarte Elfenlende reservieren. Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich daran denke."

So stolz die Elfe noch eben gewesen war, um so schlimmer war die Wirkung dieser Worte. Schlagartig wurde ihr klar, welches Schicksal ihr drohte, und sofort war wieder diese unsagbare Angst in ihr. Ihre Hoffnungen, die sie trotz allem immer gehegt hatte, verflogen in einem Moment, und vor ihr tat sich ein riesiges schwarzes Loch auf. So wurde ihr schwarz vor Augen, sie schwankte hin und her und wäre böse hingefallen, wenn nicht ihr Drache sie aufgefangen und auf ein paar Decken gelegt hätte. Vorsichtig deckte er sie mit den Lumpen zu, die sie getragen hatte.

Dann wandte er sich den beiden Besuchern zu. "Was habe ich da gehört? Was habt ihr mit meiner Elfe vor?" Der jüngere antwortete: "Ach, ich glaube, das haben wir dir ja noch gar nicht gesagt. Stell dir vor, wir werden dir eine ganz besondere Ehre erweisen. Du weißt doch, in der nächsten Woche ist die jährliche Drachenversammlung. Und wir vom Rat haben lange überlegt, was wir zu diesem Anlass Besonderes bieten sollten. Da hörten wir von deinem so glücklichen Fang, und so kamen wir auf die Idee, dass die Elfe doch ein vorzügliches und besonders kostbares Dessert zu unserem großen Drachenmahl sein könnte. Du weißt, wie lange es her ist, dass wir das letzte Mal so eine zarten Bissen präsentieren konnten. Ich selber war damals ja noch gar nicht in der Versammlung, aber ich habe schon so manchen älteren Drachen davon schwärmen hören. Und als Spender dieser Köstlichkeit wirst natürlich du den Ehrenplatz beim Mahle erhalten."

Die Elfe hatte auf ihrem Lager diese Worte natürlich mitbekommen, und ihre schlimmsten Befürchtungen hatten sich so bestätigt. Sie traute sich nicht mehr, ihre Augen zu öffnen, sondern machte sich einfach so klein wie möglich und versteckte sich tief in ihren Lumpen, wohl wissend, dass dieses ihr natürlich auch nicht helfen könne. Aber die Angst in ihr war viel zu groß, als dass sie die Drachen, die ihr dieses fürchterliche Schicksal bescheren wollten, auch nur anschauen konnte.

"Euer Angebot ehrt mich sehr, meine Freunde", hörte sie dann die Stimme ihres Drachens, "und ihr könnt euch denken, dass ich schon lange davon geträumt habe, in der Drachenversammlung den Ehrenplatz einzunehmen, der ja nur den angesehensten, reichsten und fleißigsten Drachen angeboten wird. Aber .............".

Die Elfe sah plötzlich erstaunt auf. Dieses "aber", gefolgt von einer langen Pause, klang so anders als alles, was sie bisher von dem Drachen gehört hatte. Seine Stimme hat sich vollständig verändert, alle Bosheit war plötzlich aus ihr verschwunden, und allein der Klang dieses einen Wortes fachte einen - wenn auch sehr kleinen - Funken der Hoffnung in ihrem Elfenherz an. Sie schaute in das Gesicht des Drachens, und auch dort war die übliche Bosheit verschwunden, ja, mit einem Male schien er ihr gar nicht mehr so hässlich zu sein.

Erst nach einer längeren Pause hub er wieder zu sprechen an: "......aber, der Preis, den ich dafür zu zahlen hätte, scheint mir sehr hoch, ja ehrlich gesagt, viel zu hoch. Die Elfe habe ich gefangen, sie gehört mir allein, und ich denke gar nicht daran, sie für euer Drachenmahl herzugeben. Und wer sollte mir dann meinen Schatz zu Ende polieren? Nein, meine Freunde, ich muss euch bitten, euch eine andere Überraschung für die Versammlung auszudenken. Die Elfe ist hier, und hier wird sie auch bleiben."

Der klitzekleine Funke im Herzen der Elfe loderte mit diesen Worten auf und wurde zu einem kleinen Licht, das dem dunklen Loch, das vorher das Schicksal der Elfe gewesen war, ein wenig von seinem Schrecken nahm. Doch sie wusste genau, dass die Gefahr noch lange nicht vorüber war. So leicht würden sich die beiden Besucher nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen, soviel hatte sie in deren gierigen Gesichtern schon gelesen. Und tatsächlich schien vor allem der ältere Drachen von diesen Worten nur wenig beeindruckt zu sein. Ohne viel zu überlegen, antwortete er: "Mein Freund, es ist nicht so, dass wir dich nicht verstehen würden. Auch wir haben ja eben gesehen, welchen Anblick diese Elfe zu geben vermag. Und wir Drachen sind ja schließlich auch Männer, und da kann ich durchaus verstehen, dass es einem schwer fällt, sich von so einem Wesen zu trennen. Ich glaube, mein junger Kollege hier kann das bestätigen." Und er schaute dabei mit einem spöttischen Blick zu dem anderen Drachen, der daraufhin erschreckt seinen Blick senkte. Wenn Drachen erröten könnten, wäre dieser jetzt sicherlich feuerrot angelaufen..

"Wir im Drachenrat haben deshalb damit gerechnet, dass du die Elfe nicht so einfach herausgeben würdest." Und nun senkte er plötzlich verschwörerisch seine Stimme und fügte leise hinzu: "Und ganz im Vertrauen gesagt, auch ich würde einen so kostbaren Fang ganz bestimmt nicht wegen des Ehrenplatzes beim Drachenmahl abgeben". Mit seiner normalen Stimme sprach er dann weiter: "Deshalb haben wir uns entschlossen, dir ein Angebot zu machen, das du einfach nicht ablehnen kannst."

Er machte eine Pause, um seine Worte richtig wirken zu lassen. "Wir bieten dir hiermit offiziell folgendes an: Bis zum Drachenfest kannst du die Elfe noch behalten und mit ihr machen, was immer du willst (und bei diesen Worten blickte er die Elfe an und grinste anzüglich). Dann bringst du sie zum Versammlungsort, und bevor wir sie unserem Küchenmeister übergeben - er ist übrigens einer der wenigen, die es noch verstehen, einen Elfenbraten richtig zuzubereiten - wird sie gewogen. Und das Gewicht der Elfe werden wir dir dann ..................................................in reinstem Gold bezahlen. Und dann ....." "In reinstem Gold? Das ganze Gewicht der Elfe?", fiel ihm da ganz aufgeregt der andere Drache ins Wort, und in seinen Augen war ein verräterisches Glänzen zu sehen. "Ihr wisst, die Elfe sieht zwar klein und zierlich aus, aber sie bringt doch mehr Gewicht auf die Waage, als man denkt. Und ihr wollt sie mir tatsächlich in Gold aufwiegen?"

"Wenn wir das so versprechen, werden wir das auch halten" fuhr der ältere Drachen unbeirrt fort, "und auch wir wissen, wieviel eine Elfe so etwa wiegt. Aber das ist es uns wert, um den Drachen bei dieser Versammlung etwas ganz Besonderes bieten zu können. Du weißt, wie sehr uns das Wohlergehen aller Drachen am Herzen liegt.(dem Drachen der Elfe fiel bei diesen Worten ein, dass die Neuwahlen zum Drachenrat unmittelbar bevorstanden). Und dein Problem mit deinem Schatz kannst du so auf einfache Weise auch lösen. Die weißt ja, wenn du den Menschen ein kleines Stück Gold vor die Nase hälst, dann tun sie alles, was du von ihnen verlangst. Nimm also einen kleinen Bruchteil deiner Bezahlung und gehe damit zu den Menschen. Ich garantiere dir, du wirst davon zehn Menschen mieten können, die dir deinen Schatz in kürzester Zeit und natürlich noch viel schöner polieren werden als diese faule Elfe da."

Die Elfe wusste: Das war das Ende. Kein Drache auf der Welt (und wahrscheinlich auch nur wenige Menschen) könnte einem solch großzügigen Angebot widerstehen. Alle Hoffnung, die in ihr aufgeflammt war, erlosch wieder. Verzweifelt wühlte sie sich tief in den Lumpenberg, um möglichst ganz darin zu verschwinden, und sie musste erneut die Augen schließen, weil sie den Anblick der gierigen Drachen mit ihren spitzen Zähnen nicht mehr ertragen konnte. Aber das war ein schwerer Fehler: Denn nun tauchte vor ihrem Auge ein noch viel schrecklicheres Bild auf: Sie sah sich selber vollkommen nackt und an Händen und Füßen gefesselt auf einer Holzbank liegen, umgeben von einer ganzen Horde ekliger Drachen, denen bei ihrem Anblick schon der Speichel aus dem Mund tropfte. Neben ihr stand auf einem riesigen rotglühenden Feuer ein großer Kessel mit einer heißen und fettigen Brühe, von der sie genau wusste, was gleich darin schwimmen würde. Und über sich sah sie einen fetten, besonders brutal aussehenden Drachen, der eine völlig blutverschmierte Schürze trug. Das allerschlimmste aber war das lange, spitze und überaus scharfe Messer, das dieser Drache in seiner Hand hielt. Ganz deutlich sah sie, wie sich dieses Messer immer mehr ihrer Kehle näherte .

Und jetzt war dieses furchtbare, scharfe, im Schein des Feuers aufblitzende Messer nur noch wenige Millimeter von ihrem Hals entfernt..... da riss die Elfe ihre Augen auf, um diesem schrecklichen Bild zu entkommen. Nun sah sie zu ihrer Überraschung direkt in die Augen des Drachens, der sie suchend und fragend anblickte. Und wieder kam - gegen jede Wahrscheinlichkeit - eine wilde, verwegene Hoffnung in ihr auf, ihr Elfengeist erwachte wieder, nein, sie wollte so nicht sterben, die Szene, die gerade vor ihren Augen abgelaufen war, durfte einfach niemals Wirklichkeit werden. Ihr einziges Mittel, das noch abzuwenden, waren ihre Augen, deren Macht schon so viele Männer verfallen waren, und diese Macht gedachte sie jetzt einzusetzen. Sie erwiderte den Blick des Drachens und legte in diesen Antwortblick alle Kraft, alle Lebensfreude, allen Willen zum Überleben und alle Liebe, die in ihr waren. In ihre dunklen Augen war ein einziges "Lass mich nicht allein, lass mich nicht so sterben!" eingebrannt, und sie hoffte, der Drache würde es in ihnen lesen können und vielleicht sogar danach handeln.

Der Drache wurde von der Tiefe und Wildheit dieses Blickes völlig überrascht, und er konnte ihm nur kurz standhalten. Er senkte seine Augen, drehte sich um und schaute nun in die Richtung seiner Schatzhöhle, aus der das Glitzern einiger Stücke, die die Elfe gerade zum Polieren bereitgelegt hatte, zu erkennen war. Aber auch hier verweilte sein Blick nur einige Sekunden, dann schaute er wieder zur Elfe, die ihn wieder, und vielleicht sogar mit noch mehr Kraft als vorher, mit ihren Augen anflehte, woraufhin er wieder zu seinem Schatz schaute. Das ganze wiederholte sich einige Male, doch die innere Kraft der Elfe erlahmte dabei nicht.


Der jüngere Drachen schaute diesem Hin und Her mit immer größerer Ungeduld zu, und schließlich rief er einfach: "Wir verstehen, dass du über unser großzügiges Angebot so erstaunt bist, dass es dir die Sprache verschlägt. Aber jetzt müssen wir die Sache zu ihrem Ende bringen, wir haben schließlich noch mehr zu tun. Also, die Versammlung beginnt am Mittwoch um fünf Uhr, dann kommst du so gegen zwei Uhr mit der Elfe zum Küchenmeister, bei dem die große Waage steht. Wer werden dann ......" Da fiel ihm der Drache ins Wort: "Gar nichts werdet ihr, ich habe doch schon gesagt, die Elfe bleibt hier bei mir, und dabei bleibt es auch, egal, was immer ihr mir auch für sie anbietet. Ich weiß selber nicht warum, aber ich weiß, sie ist mir kostbarer als alle Schätze, die ihr mir anbieten könntet. Ich will eure Zeit auch gar nicht länger in Anspruch nehmen, geht jetzt und überlegt euch eine andere Überraschung für die Versammlung. Auf Wiedersehen!"

Der ältere Drache lächelte gequält: "Einen schlechten Scherz machst du dir mit uns. Wir wissen, dass das nicht dein Ernst sein kann, dass dir dieses dreckige Elfchen da, die da so blöde ihre Kuhaugen aufreißt, mehr wert sein soll als ein großer Sack voll Gold! Du bist dich schließlich ein Drache wie wir auch und weißt, was im Leben zählt! Also, wir sehen uns am Mittwoch um zwei beim Küchenmeister, du weißt ja wo."

Der Drache erhob sich, deutete auf den Ausgang, und seine Stimme klang sehr verärgert: "Seid ihr taub oder was? Und Scherze mache ich über so etwas bestimmt nicht! Ich muss euch bitten, meine Höhle sofort zu verlassen, auch ich habe schließlich noch anderes zu tun. Und ob ich am Mittwoch überhaupt zur Versammlung komme, muss ich mir noch sehr überlegen. Aber auf jeden Fall weiß ich, was es dort nicht zum Dessert geben wird. Also auf Wiedersehen, meine Herren und gute Heimreise!"

Nun wurde die Stimme des älteren Drachens wieder freundlicher, doch die Elfe hörte am Klang der Stimme, dass dieser sich nur verstellte: "Nun gut, wenn du es wirklich so willst, können wir es wohl nicht ändern. Jeder ist seine Glückes Schmied. Aber wenn du es dir anderes überlegst, kannst du dich jederzeit noch bei uns melden." Und nun wandte er sich dem jüngeren Drachen zu: "Du hast ja gehört, was er gesagt hat. Geh ruhig schon mal zum Ausgang, wir folgen dir." Der jüngere tat, wie ihm geheißen, doch die Elfe hörte, wie ihm der ältere ein ganz leises "Plan C" zuflüsterte, als er an ihm vorbeiging (Elfen haben nämlich ein viel besseres Gehör als Drachen). Langsam lief dann auch der ältere Drachen zum Ausgang der Höhle, neben sich den Höhlenbesitzer, der seine Gäste, wie es sich sogar für Drachen gehört, die ja nicht gerade für ihr gutes Benehmen bekannt sind, zum Ausgang geleitete.

Da rannte die Elfe schnell zum Drachen und flüsterte ihm ins Ohr: "Pass auf, die beiden haben irgendetwas vor!" Doch der Drache reagierte zunächst nicht, sondern lief weiter ruhig zum Ausgang und trat, einen Schritt hinter dem älteren Drachen, durch das Tor.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 4
Ich kenne sie seit einem viertel Jahr.
Die Umstände sorgten dafür, dass wir Kontakt bekamen.
Die Sympathie ließ uns die Verbindung halten.
Gefühle intensivierten unsere Bekanntschaft.
Verliebtheit erzeugt den Wunsch zur Berührung.
Für mehr bedarf es der Wahrheit.
Jetzt wird sich zeigen ob ich sie wirklich kenne.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 5

Nackte Last

Nackt sitzt du da
Tränen fluten
Deine Küche.
Ich fühle Verantwortung.

Nackt steht dir
Angst ins Gesicht
Geschrieben vorm Tod,
Der nach dir greift.

Nackt stehst du vorm
Spiegel. Die große Schere
In Händen, schneidest
Im Wahn drauflos.

Nackt stehst du am
Offenen Fenster. Wirfst
In deiner Wut einen
Krug hinab.

Nackt verlässt du schreiend
Mein Zimmer im Zorn.
Der Abstand tut mir
Unendlich gut.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 6

Tag & Nackt

Dein nackter Arm
Umarmt mich.
Weiche zarte Haut.
Wärme,
Geborgenheit.
Du schützt mich.

Mit dieser Vorstellung komme ich gut in die Nacht.


Sonnenstrahlen kitzeln uns wach.
Wir lächeln.
Wärme,
Geborgenheit
Schützt uns.

Mit dieser Erinnerung komme ich gut durch den Tag.

cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Hi ihr Nackedeis,

ich verlängere den Wettbewerb um

*Trommelwirbel*

ZWEI TAGE.

Einsendeschluss ist also diese Woche Mittwoch.

Schreibt weiter fleißig! :)
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schwarzkaeppchen
Begeisterter Schreiberling
Beiträge: 2017
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AB-Status: AB Vergangenheit

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von schwarzkaeppchen »

Du meinst sicher Donnerstag?
"Bewahre deine Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber nicht weiter leben." - Mark Twain

vs

"Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." - Hans Christian Andersen
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

schwarzkaeppchen hat geschrieben:Du meinst sicher Donnerstag?
Ups. Ja.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 7
Dieses Kleid steht mir nicht!
Denk' ich, fluche-und schwärme trotzdem,
denn auf den ersten Blick war es:
zum Sterben, unendlich besser als einfach nur chic

Langeweile steht mir nicht!
Raus in die Nacht, erwartungsvoll
Ich zieh's halt an, versuche es, trotzig
und will tanzen, aber nein-noch nicht

Denn Nüchternheit steht mir jetzt nicht!
Zwar kein stock hinten, wo denkt ihr hin?
Nur ist mir, als sagt jeder Blick, wie mies ich doch bin
...und wo denk' ich eigentlich nur hin?

Einsamkeit steht mir schon gar nicht!
das Angebot ist gar nicht schlecht, nur verdächtig billig
Ich zeige, was ich habe und das erlaubt mir schon die Wahl-
Jetzt ist die Frage doch recht schwer: Wen will ich?

Dieser Mann steht mir nicht!
Er sieht nur mega aus, wie... Rrrr
doch mir scheint, drunter fehlt die ehrliche Haut
Aach, was soll's? wirkt stark, ich nehm' ihn mit nach Haus

Weil: Ungestillte Lust steht mir nicht!
Und eben gerade nicht allein, ich will schon wen fühlen,
Trotz des Wissens: Wiedersehen will ich den nicht-
Anderes jetzt gerne, und er erst, wie lesbar ist doch Gesicht

Argh! Nichtmal Nacktheit steht mir - die sowieso nicht!
Mein Bauch, mein Hintern... Aus das Licht!!
was ich jetzt noch dagegen tun kann?
Ok-zur Kopfberuhigung: ich lass' einfach im Bett die Socken an

Was mir gut steht? Das wird's sicher auch noch geben
Was mir am besten steht? Bis dahin einfach trotzdem leben
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 8
Nackt ich auf mein Läppi stiere,
wenn ich mir mein Rohr poliere.
Diesem Umstand werd' gerecht:
Wi-chsen geht mit Kleidung schlecht.

Drum wenn du dich am Abend pflegst
und zart die Hände an dich legst,
der kluge Mann dann nie vergisst,
dass er beim Wi-chsen nackig ist.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 9
nackte die keine abiene ist
schön und schlank
hartes holz
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 10
N ur
A lte
C hamäleons
K aufen
T -Shirts
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 11

Vorbemerkungen: Hier werden explizit User angesprochen, in dem Falle ich. Ich veröffentliche den Beitrag, da ich diesmal den Schreibwettbewerb organisiere und damit klarkomme, in dem Gedicht genannt zu werden. Damit soll aber hier nicht der Eindruck entstehen, dass dieser Schreibwettbewerb als Mittel angesehen werden darf, künftig User direkt schlecht zu machen, ohne dafür verwarnt zu werden.
Es saß das Fräulein Holly
Nackt auf einer Scholli
Die war aus Eis
Sie dachte „So ein Scheiß
Hier ist es ziemlich kalt
Hoffentlich kommt bald
Mal einer hier vorbei
Es friert mir schon der Steiß.“
Da plötzlich gegen drei
Näherte sich ein Schiff
Am Steuer Käpt’n Cliff
Barnes
Minusgrade warn’s
Cliff dachte „Ziemlich kalt
Die Alte wird nicht alt
Bei diesen Temperaturen
Ist sie schnell erfruren
Ich würde sie ja retten
Wär sie nicht von der fetten
Sorte sondern von der schlanken
Dann könnt sie sich bedanken
Auf sexuelle Weise
Doch leider sieht sie scheise
Aus und hat, so will mir scheinen
Haare an den Beinen.“
Er drehte ab gen Süden
Wo nackte Fraun am Strande liegen
Und ließ die garstige scheiß Olle
Zurück auf ihrer Eisscholle.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 12
freilos

blätterhüllen,
splitterfaser:

ausgeblößt
und
entzogen

alles ohne
nackt.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 13
Nackt
Ich sehne mich nach einer Melodie,
nach Abendrot und Meer und Klippen
nach der Wärme deiner nackten Knie
An den kühlen Wellen meiner Lippen.
cereja

Re: 22. Schreibwettbewerb: "Nackt."

Beitrag von cereja »

Beitrag 14
Da saß Peter nun in dem Zimmer auf dem Stuhl an der Rückseite eines großen Tisches. Ihm gegenüber saß die Sachbearbeiterin und schaute ihn an. Er zögerte einen Moment und reichte ihr dann seine Unterlagen über den Tisch, auf dem schon viele andere Unterlagen lagen. So schnell ist er in diese Situation gekommen, Sozialhilfe beantragen zu müssen, daß es ihm immer noch unwirklich vorkommt. Seine Kontoauszüge, Verträge über Spareinlagen, eine Aufstellung von Wertgegenständen in seiner kleinen 1-Zimmer-Wohnung, die er vermutlich bald lossein würde. All diese Unterlagen, die Einblick in sein Leben geben. Er kam sich ausgeliefert dieser Behörde und nackt vor.

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