60. Schreibwettbewerb - Herbst

Schreibwettbewerbe im Absolute Beginner Treff

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60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Dienstag 2. September 2014, 15:58

Ich will mal gar keine lange Pause aufkommen lassen und leite direkt den nächsten, inzwischen 60. Schreibwettbewerb ein. Das Thema lautet: HERBST
Da das Wetter in den nächsten Tagen ja nochmal eher sommerlich werden soll (nicht, dass das jemandem die nötige Inspiration nimmt), gebe ich Bedenk- und Schreibzeit bis zum 12.09., 20.00 Uhr. (Bis dahin ist es ja vielleicht wieder herbstlich...) Abgabe bitte bis spätestens dann bei mir.


Es gelten die gleichen Bedingungen wie in der letzten Runde:

* Die eingereichten Texte sollen einen erkennbaren Bezug zum Thema aufweisen.
* Texte bitte in deutscher oder englischer Sprache.
* Textlänge: max. 824 Wörter (bei entsprechend langen Texten bitte unbedingt auf optische Lesbarkeit achten, sprich: Absätze!)
* Pro Autor/in sind bis zu drei Beiträge möglich.
* Wer auch nach der Abstimmung anonym bleiben möchte, teile dies bitte mit.
* Der/die Gewinner/in darf das Thema des nächsten Schreibwettbewerbs ausrufen.

Wünsche gute Inspiration!
An die Federn, fertig, los!
Der späte Wurm überlebt den Vogel

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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Dienstag 2. September 2014, 17:13

Und schon ist Beitrag Nr. 1 eingetroffen:

Herbst

Es ist Herbst.
Ich bin angekommen im Herbst.

Mein Frühling – überdimensional lang.
Mehr als drei Jahrzehnte dauerte es, bis
der Same in der Erde aufquoll,
der Keim wuchs
und sich das erste Grün
durch die Oberfläche
des dunklen Erdreichs schob.
Bis das kleine Pflänzlein wuchs.

Mein Sommer – er begann
als zu erkennen war,
welch‘ Pflänzlein ich war:
Eine Frau!
Erst jetzt begann ich,
mich weiblich zu fühlen
Und wurde von anderen
als Frau erkannt -
auch im biblischen Sinne.

Doch nun scheint der Herbst gekommen.
Meine Blätter verwelken
und ich harre des Winters.
„Der goldene Herbst!“,
protestiert es in meinem Hinterkopf.
„Jetzt erstrahlst du in tollen Farben!“
„Ein Augenschmaus!“
„Du kannst die Früchte deines Lebens ernten!“
Welche Früchte?
Ist es nicht eher so, dass ich
mich darauf vorbereiten sollte,
meine Blätter zu verlieren,
nackt da zu stehen
und im Winter den
Schneemassen trotzen werden muss,
die mich unter sich zu begraben drohen?

Eben war noch Frühling.
Eben war noch Sommer.

Tra-ri-tra-ra – der Herbst ist da.


Der späte Wurm überlebt den Vogel

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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Donnerstag 4. September 2014, 20:26

Beitrag Nr. 2:
Loblied auf die Birne

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
ein Birnbaum in seinem Garten stand.
Wie weise doch diese Entscheidung war,
dort Birnen zu pflanzen und nicht etwa
Ziergehölze wie anderswo,
denn die machen schwerlich die Kinder froh.
Ohne die Birne, so glaubt es mir,
klänge Fontane vielleicht so wie hier:
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
ein Ahorn in seinem Garten stand
und kam die goldene Herbsteszeit,
interessierte das niemanden weit und breit.
Und deshalb bis heute im ganzen Land
sind weder das Kaff noch der Mann bekannt.
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Sonntag 7. September 2014, 22:47

Beitrag Nr. 3:
Verwandlung

Auf Wunsch des Autors gelöscht
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Sonntag 7. September 2014, 23:04

Jetzt fluppt's! ;)

Beitrag Nr. 4:
Bayerischer Kalender

Es ist ja gemeinhin anerkannt,
die Uhren geh’n anders im Bayernland.
Und mit den 12 Monden, darüber hinaus,
kennt sich da unten wohl auch niemand aus.
September steht auf dem Kalenderblatt,
doch findet bei denen ’s Oktoberfest statt.
Das wäre so eben ja noch zu verschmerzen,
doch brauen sie just zu der Zeit auch noch Märzen.

Zum Glück wurd‘ bei Pisa nie abgefragt,
wie man die Monate richtig aufsagt.
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Sonntag 7. September 2014, 23:05

Und Beitrag Nr. 5:
Im Wald
Auf Wunsch des Autors gelöscht
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Donnerstag 11. September 2014, 20:34

So, die letzten 24 Stunden der Abgabefrist sind angebrochen. Kommt da noch was? 24 Stunden, für einen Vierzeiler bedeutet das z.B. sechs Stunden Zeit pro Zeile... ;) Da geht noch was, oder? :yes:
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Freitag 12. September 2014, 16:21

Na also, es geht doch. Kein Vierzeiler, aber

Beitrag Nr. 6:
Herbst

Der Herbstanfang ist zugleich das Ende des Sommers und findet jedes Jahr an einem besonderen Tag statt, und zwar am Tag der herbstlichen Tag-und-Nachtgleiche! Mit ihm einher nehmen die zahlreichen Blätter der Laubbäume ihre Herbstfärbung an, meist rot, gelb und braun.

Die Kinder gehen in ihre Herbstferien, die Herbstzeitlosen blühen und das typische Herbstwetter zeigt sich in all seinen Variationen. Die teils noch kräftige Herbstsonne vertreibt im Altweibersommer den morgendlichen Herbstnebel und muss sich dabei jedoch immer öfter dem Herbstregen und Herbststürmen geschlagen geben. Kinder lassen mit Hilfe des Herbstwindes Drachen in die Lüfte steigen und in den Bekleidungsgeschäften wird die alljährliche Herbstkollektion angeboten.

Im Herbst werden auch die Früchte der zum Teil harten landwirtschaftlichen Arbeit geerntet. An vielen Herbsttagen werden auf der ganzen Welt Ernte-Dank-Feste und andere traditionelle und rituelle Herbstfeste gefeiert. In Hotels und anderen Urlaubsstätten ist Herbstsaison, also Nebensaison, was im Allgemeinen zu günstigeren Preisen und Angeboten führt.

Alles in allem ist der Herbst eine der schönsten Jahreszeiten, nicht zuletzt durch die Herbstfarben, dem Herbstmond, den Herbstblumen und dem Herbsthimmel, der sowohl tagsüber als auch nachts seine Wandelbarkeit zeigt.
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Freitag 12. September 2014, 18:37

Auf besonderen Wunsch verlängere ich die Abgabefrist bis 22.00 Uhr. Das bedeutet für alle ganze zwei Stunden mehr Zeit um in die Tasten zu hauen!
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Re: 60. Schreibwettbewerb - Herbst

Beitrag von Kostas Klopsis » Freitag 12. September 2014, 22:20

Einen haben wir noch:

Beitrag Nr. 7:
Der Tod der Staubmäuse

Drinnen
Ein Flüstern. Ein Wispern.
Lauter geworden. In den letzten Tagen. Wochen. Monaten.
Und doch unhörbar.
Größer geworden.
Und doch unsichtbar.
Sich einer Tatsache bewusst geworden: Der Käfig wuchs nicht mit.
Es musste einen Ausweg geben.
Durch die kleinen quadratischen Löcher sah man hinaus.
Nie sah etwas hinein.
Drinnen war es finster.
Das war gut. Oder?
Jenseits des Gitters war es manchmal hell. Manchmal dunkel.
Manchmal laut. Manchmal still.
Manchmal bebte der Boden. Manchmal nicht.
Was war das für eine Welt da draußen?
All die Töne. Gerüche. Hell-dunkel-Wechsel. Farben.
Als wäre da draußen noch eine Welt. Die ganz anders war als hier drin.
Hier drin verhieß: Sicherheit.
Aber wusste man denn, was draußen war?
Vielleicht war es gut. Vielleicht auch nicht.
Es war noch nie einer hinausgegangen.
War das jetzt gut, dass die Wände näherkamen?
Es gab rege Diskussion darüber.

Draußen
Landschaften flogen vorbei. Mal schnell, mal langsam.
Manchmal blieben sie stehen.
Das Laub fing schon an, sich bunt zu färben.
Knallrote Früchte leuchteten aus den Büschen.
Menschen zeigten wieder weniger Haut. Erste Schals kamen zum Einsatz.
Und hier und da waren sogar schon Winterstiefel zu sehen.
Die Menschen ringsum husteten und niesten.
Der Sommer ging dem Ende zu.
Schräg gegenüber hing ein Penner in den Sitzen.
Stieß mit dem Kopf gegen die Scheibe. Er schien es nicht zu merken.
Die Öffnung seiner Bierflasche neigte sich nach unten.
Schwapp. Die goldene Flüssigkeit ergoss sich über den Boden.
Einige Fahrgäste rückten genervt ihre Füße beiseite.

Drinnen
Es wird hell. Draußen hat sich etwas bewegt.
Und dieser Geruch. Durchdringend. Benebelnd.
Es drang unter der Wand herein. Suchte sich seinen Weg. Nirgendwohin.
Der Zug fuhr eine Kurve. Die Flüssigkeit auch. Nun klebte alles zusammen.
War das gut? War das schlecht? War das ein Zeichen?

Draußen
Wehmut über den zu Ende gehenden Sommer. Vorfreude auf das, was käme.
Letzte warme Sonnenstrahlen, die funkelnd mit dem bunten Herbstlaub spielen.
Erdige Gerüche. Leckereien, die die Natur auftischt.
Den Blick fröstelnd nach außen gerichtet.
Plötzlich ein Knattern.
Und der unverkennbare Geruch von etwas, was vor sich hin kokelt.
Für eine Gedankenlänge: Irritation und Beunruhigung.
Dann den Blick wieder zum Fenster hinaus gerichtet.
Langsam wird es wohlig warm an den frierenden Füßen.
Der staubverbrannte Geruch verliert sich durch jeden Halt.
Türen öffnen. Menschen strömen.
Hinaus. Hinein. Ein jeder in seiner Gedankenwelt.

Drinnen
Die Katastrophe. Ein kurzes Aufglimmen.
Und dann: ein dünner, kaum sichtbarer Rauchfaden.
Der sich seinen Weg durch die quadratischen Löcher in den Fahrgastraum sucht.
Und zum Fenster hinaus entschwindet.
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