64. Schreibwettbewerb - "Lernfähig"

Schreibwettbewerbe im Absolute Beginner Treff

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64. Schreibwettbewerb - "Lernfähig"

Beitrag von BartS » Samstag 10. Januar 2015, 11:45

Hallo Schreib- und Lesefans,

das erste Mal darf ich einen Schreibwettbewerb ausrufen. Eine schöne Ehre und Verantwortung. :schwitzen: Kommen wir gleich zum diesmaligen Thema, es lautet: Lernfähig

Eigentlich lernt man im Leben immer dazu. Aber wie lernfähig sind wir wirklich? Oder in welchen Situationen war es gefragt, lernfähig zu sein oder half überraschenderweise gar nix? Ein Sprichwort lautet: "Dumm ist der, der immer dasselbe macht, aber ein anderes Ergebnis erwartet."

Im Schreibwettbewerb ist alles willkommen, was ihr mit dem Wort frei assoziiert. Eure Beiträge sendet bitte per PN an mich (oder wenn ihr wollt, direkt hier). In der PN bitte mit angeben, ob ihr euch nach der Abstimmung als Autor zu erkennen geben möchtet. Ansonsten gelten die üblichen Regeln. Einsendeschluss ist Montag, der 26.1., 21:00 Uhr.

Viel Spaß beim Schreiben
wünscht BartS
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
(Hazel Brugger)

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Re: 64. Schreibwettbewerb - "Lernfähig"

Beitrag von BartS » Freitag 16. Januar 2015, 19:09

Der erste Beitrag und die Erinnerung, dass ihr bis zum 26.Januar was einsenden könnt:
Träumeling

Er war einer dieser Menschen, die in ihren Träumen nichts hören, nichts riechen und nicht sprechen.
Heute hatte er wieder diesen Traum, der ihn in unregelmäßigen Abständen aufsuchte und sich unbewusst in sein Bewusstsein einschlich. Er hatte sich beim Versteckspielen so gut versteckt, so dass ihn niemand finden konnte, auch nicht nach mehreren Stunden, auch nicht nach mehrmaligem lauten und verzweifelten Rufen seines Namens, das er ohnehin nicht hören würde. Doch es amüsierte ihn, diese Versuche aus seinem Versteck heraus zu beobachten und seinen Erfolg zu genießen.
Nun sah er sich selbst wieder durch seinen Traum spazieren, und er fragte sich, ob all die lächelnden und zufriedenen Menschen, die ihm beinahe schwebend begegneten, ebenfalls beim Versteckspielen nicht entdeckt worden waren. Was könnte er daraus lernen? Könnte der Lerneffekt wirklich dazu führen, dass er sich wohler fühlte, wenn er nicht hören könnte, wenn er nicht sprechen müsste? Könnte er auf diesem Weg vermeiden, durch unbewusst ungeschickte Äußerungen Schwächen zu offenbaren, Angriffsflächen zu bieten, die seine Mitmenschen ausnutzten und ihm mit Worten wehtaten? Wie wohl würde ihm diese Ruhe tun? Könnte er lernen, das offenbar Unbewusste in sein erlebtes Bewusstsein zu übertragen?
Er fühlte sich zerstoben im weiten Rund einer Anomalie des Daseins, einem Dickicht, das selbst durch seine Wahrnehmung zu einer undurchdringlichen Ausuferung menschlicher Bedürfnisse verkommen war.

Er erwachte aus seinem Traum, als die maximale Anzahl an Wörtern erreicht war.
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
(Hazel Brugger)

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Re: 64. Schreibwettbewerb - "Lernfähig"

Beitrag von BartS » Mittwoch 21. Januar 2015, 09:38

*schieb*

Damit es nicht in Vergessenheit gerät, vielleicht habt ihr noch weitere Geschichten zum Thema parat.
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Re: 64. Schreibwettbewerb - "Lernfähig"

Beitrag von BartS » Sonntag 25. Januar 2015, 14:29

Ein weiterer Beitrag und nochmal die Erinnerung, dass noch bis Montag abend die Möglichkeit besteht, was einzusenden:
Perfekter Nachmittag

Innenstadt, selbst hier merkt man den Einzug des Frühlings. Am Marktplatz tummeln sich viele Menschen, die Sonne scheint und macht sie beweglicher als an den letzten Tagen. Sandrine sitzt am Straßencafe sichtlich ungeduldig. Ihre langen brünetten Haare werden von einem dunklen Haargummi zusammengehalten, sie spielt am silbernen Armreifen und unterbricht das durch regelmäßiges Ergreifen und wieder Hinlegen ihres Smartphones. Sie kontrolliert mehr oder weniger unauffällig den Sitz ihrer Kleidung. Diesmal hatte sie ihren Mantel nicht verkehrt geknöpft wie beim letzten Mal. Und ja, es sind wirklich zwei gleiche Strümpfe, die sie an hat, das Malheur wird ihr nicht ein zweites Mal passieren.

Ein junger, größerer Mann nähert sich ihrem Tisch. Mit 3-Tage-Bart und Strähnchen über der Stirn wirkt er mehr wie ein Teilzeit-Fotomodell statt Fertigungsingenieurs bei einem Maschinenbauer. "Lesemaus25?" Sandrine wendet ihren Kopf in die Richtung des Mannes, kann aber wegen der tiefstehenden Sonne eher eine Silhouette anstatt Details erkennen. "Du bist doch Lesemaus25, wir hatten uns um 3 hier verabredet, ich bin Tüftler27, ähm Markus im richtigen Leben." Sandrine spulte nun eine Prozedur ab, die sie vorher hundert Mal im Kopf durchspielte. Sie stand langsam ohne Eile vom Stuhl auf, zweimal einen vollgedeckten Cafetisch zu crashen, das sollte ihr nicht nochmal passieren. Sie streckte langsam aber sicher ihre Hand aus "Ich bin Sandrine, freut mich, dass Du hier bist. Nimm doch Platz, möchtest Du auch hier essen, die haben hier eine tolle Eiskarte."

Fast schon wie ein Profi leitete Sandrine das Gespräch mit Markus. Sie achtete auf gleiche Gesprächsanteile. Wenn er eine Frage stellte, beantwortete sie sie geduldig und stellte selbst eine Frage und schaute dabei stets in seine Richtung. Sie möchte nie wieder hören, dass sie deshalb arrogant auf andere wirke, weil sie beim Reden meist den Blick von ihren Gesprächspartnern wegwandte. Ihr Armreif lag längst außer Reichweite neben dem Kaffeelöffel. So sehr hatte sie sich geschämt, dass sie über drei Ecken vom letzten Date erfuhr, dass ihn das Rumgespiele am Reifen fast verrückt gemacht hat, aber aus Freundlichkeit nichts sagte.

Man lachte viel, fand viele Gemeinsamkeiten. Tüftler27 erwies sich als durchaus belesen. Er fand Gefallen an der Art, wie sie ihre Geschichten in das Gespräch einflochte. Ihr Lächeln fand er entzückend. Sie wirkte noch offener und herzlicher als in den eMails. Obwohl es ein warmer, frühlingshafter Nachmittag war, setzte langsam die Dämmerung ein, die Sonne war schon längst hinter den Fassaden der Altstadt verschwunden, es war Zeit aufzubrechen.

"Also ich fand das ein wirklich tollen Nachmittag mit Dir, hab gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging." und Markus schaute Sandrine dabei freudig an. Sandrines Gesicht erhellte sich nach einer Pause. Es war so, als wenn sie sich innerlich freute, ein wichtiges Tagesziel erreicht zu haben. "Das ging mir ganz genauso, hat mir sehr gefallen." sagte sie fast schon zwei Stufen zu hoch, als wenn ihre Grundnervosität wieder zurückgekehrt ist. Markus winkte nach der Kellnerin und sagte zu Sandrine, "das müssen wir unbedingt wiederholen, wann hättest Du nächste Woche Zeit." "Ähm..." Sandrine wirkte so, als wenn sie heftig aus ihren Gedanken gerissen wurde. "...wieso?" beendete sie diesen unvollständigen Satz. "Wieso diese Woche? Also wenn es da schlecht geht, übernächste Woche wäre auch gut.", "Nein, wieso sollten wir das wiederholen?" Jetzt war es Markus, der völlig desorientiert schien. Hatte er das jetzt richtig gehört. "Naja.....also war doch schön.....und haben uns doch gut verstanden.......wäre doch schade." Er wirkte jetzt alles andere als souverän, ja fast schon flehentlich wie ein Kleinkind, was unbeholfen seiner Mutter einen Wunsch abringen möchte. Sandrine schaute ihn aufmerksam an, eben so wie es auch eine junge Mutter tun würde, wenn es ihr Kind nicht ganz versteht. Sie legte ihre Stirn in Falten "Wir hatten doch gar kein Date. Warum sollten wir das wiederholen?" "Hatten wir nicht......oh". Sandrine schnappte Armreifen und Smartphone und sagte nach einer Pause "Es tut mir leid, wenn Du andere Erwartungen an das Treffen hattest. Es war wirklich schön. Und um ehrlich zu sein, es war das bisher beste Treffen, was ich mit einem Mann hatte. Mir ist nichts schlimmes passiert, ich habe keinen Tisch umgeworfen, habe keine doofen Themen angesprochen, habe alles richtig gemacht, wo ich vorher in hunderte Fettnäpfchen getreten bin. Es war einfach perfekt." Sie verstaute ihre Sachen in ihre Tasche und sagte mit einem Lachen weiter "Es war so ein schöner Nachmittag und Du machst es mit dieser blöden Frage kaputt. Vielleicht solltest Du vorher mit anderen Frauen mal üben und dann nachdenken, was Du jedes Mal falsch gemacht hast." Sie stand auf und ging ohne sich umzudrehen. Markus schaute sich nach einer Weile sich um. Nein, versteckte Kamera war hier nicht. Es war plötzlich kalt auf dem Marktplatz geworden.
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