Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Gatem
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Gatem » Donnerstag 9. August 2018, 17:45

Stabil hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 09:54
Montecristo hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 21:39
Unter "Unterordnung" verstehe ich, dass einer sagt, wo es langgeht und der andere salutiert und zustimmt.
Der Bewertung, dass das kein gutes Beziehungsmodell ist, ist natürlich zu zu stimmen. Das ist - wenn du so willst - ebenfalls trivial.
Hier würde ich widersprechen. Menschen sind sehr unterschiedlich.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch Personen gibt, die es begrüßen, wenn Sie jemanden haben, der Ihnen „sagt wo es langgeht“, die selbst einfach keine Entscheidungen treffen wollen…
So jemand braucht dann natürlich auch einen passenden Gegenpart.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 9. August 2018, 17:46

Endura hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 16:58
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 14:58
"Unterordnung" bedeutet für mich allgemein, etwas sein/tun/haben zu müssen, was ich nicht will oder etwas nicht sein/tun/haben müssen, was ich will. Z.B. eine Person will Sendung Y im TV sehen, die andere Person Sendung Z zur gleichen Zeit und es gibt nur ein TV-Gerät.
Mein Gott, wer sich nicht mal über das Fernsehprogramm einig wird, kauft am besten schnell ein zweites Gerät.
Nein, dann wird sich die Frage des Zusammenziehens gar nicht erst stellen.

Wieder einmal zeigt sich das LC eigentlich nur eine lockere Bettgeschichte sucht. Da brauche ich auch nicht zu diskutieren. Da hat dann jeder einfach seine Meinung.
Zuletzt geändert von Montecristo am Donnerstag 9. August 2018, 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 9. August 2018, 17:50

Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 17:45
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch Personen gibt, die es begrüßen, wenn Sie jemanden haben, der Ihnen „sagt wo es langgeht“, die selbst einfach keine Entscheidungen treffen wollen…
So jemand braucht dann natürlich auch einen passenden Gegenpart.
Genau, jemand muss ja ansagen, wann das Bier vorm Fernseher serviert werden soll. :mrgreen:
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Stabil » Donnerstag 9. August 2018, 18:28

Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 17:45
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch Personen gibt, die es begrüßen, wenn Sie jemanden haben, der Ihnen „sagt wo es langgeht“, die selbst einfach keine Entscheidungen treffen wollen…
Interessante Vermutung. Und diejenigen sind dann auch so rundum glücklich und zufrieden?

Vielleicht ist mein Bekanntenkreis wirklich einseitig ausgewählt.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Stabil » Donnerstag 9. August 2018, 18:57

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 14:58
Auf sowas habe ich keine Lust, hatte ich zur Genüge als Kind. Daheim will ich mein Herr sein.
Das klingt schon sehr kompromisslos und konsequent. Vielleicht ist es auch einfach stressig, sich über die Dinge auseinandersetzen zu müssen?

So wie du das beschreibst, könnten ähnliche Konflikte sogar alleine lebend auf treten.
Ich will noch lesen aber am nächsten Morgen will ich auch ausgeschlafen sein.
Unglücklicherweise interessieren mich zwei Sendungen, die zur gleichen Zeit übertragen werden, und ich habe keine Aufzeichnungsmöglichkeit.
Am Morgen habe ich gebadet und am Abend will ich nochmals, aber der Warmwasservorrat ist erschöpft.
Ich habe viele Interessensgebiete, aber bei allen kann ich mich auch nicht umfassend informieren und in die Tiefe gehen.
Jeden Euro kann ich nur ein Mal ausgeben.
Die Fähigkeit zu Multitasking ist bei anspruchsvollen Tätigkeiten auch begrenzt.

Das ist jetzt schon ernst gemeint. Sind bei dir die Konflikte mit dir selbst grundsätzlich anders, oder sind sie vom Grundsätzlichen her ähnlich?
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 9. August 2018, 19:34

Da ich nur sehr wenig Zeit habe, stellt sich das Problem schon... bräuchte viel mehr Zeit zur Selbstverwirklichung.

@ Gucki: ich hätte aber nichts dagegen, im Bett schon mal der Sklave zu sein :D
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Endura » Donnerstag 9. August 2018, 19:42

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 19:34
Da ich nur sehr wenig Zeit habe, stellt sich das Problem schon... bräuchte viel mehr Zeit zur Selbstverwirklichung.
Und worin besteht deine Selbstverwirklichung? Bisher hast du als Beispiele nur Fernsehen, Pornos schauen und Playstation gebracht.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Schneeleopard » Donnerstag 9. August 2018, 20:19

Stabil hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 18:28
Vielleicht ist mein Bekanntenkreis wirklich einseitig ausgewählt.
Oder du fällst auf deren schöne Fassade rein ;-)
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben"
Alexander von Humboldt

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Stabil » Donnerstag 9. August 2018, 20:38

Schneeleopard hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 20:19
Stabil hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 18:28
Vielleicht ist mein Bekanntenkreis wirklich einseitig ausgewählt.
Oder du fällst auf deren schöne Fassade rein ;-)
Ist ja lieb, dass du dir Sorgen um mich machst .... :umarmung2: :umarmung2: :umarmung2:
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Schneeleopard » Samstag 11. August 2018, 23:42

Esperanza hat geschrieben:
Samstag 4. August 2018, 12:10
In diesen Momenten frage ich mich schon, ob ich in der Lage bin mich überhaupt umzustellen, mehr
Ordnung in mein Leben zu bringen und ob ich die Unordnung eines anderen Menschen würde ertragen
können.
Ist es euch schwer gefallen euch umzustellen? Sei es in der Wohnung oder in eurer Tagesroutine?
Ich habe jetzt nicht die Diskussion weiter gelesen sondern will mal direkt auf das UP antworten:

Die selbe Frage habe ich mir als AB auch oft gestellt und die Antwort habe ich erst gefunden, als
ich das erste mal mit einer Frau eine Beziehung hatte und wir praktisch zusammen lebten und ich
ca 5 Nächte die Woche bei ihr war.
Der Schlüssel sind die Hormone, die in unserem Gehirn beim leidenschaftlichem und befriedigendem
Sex ausgeschüttet werden. Sie lösen quasi ein 'Teilreset' unserer Gewohnheiten aus und sorgen
dafür, dass dieser 'Fremde' bei allen Revierinstinkten wie ein Teil von einem selbst wirkt.
Es ist eben kein fremder zweiter Teller der da rumsteht, sondern man fühlt es als zwei Eigene und
wenn man darüber redet ob und wie, wann und wer die Teller wegräumt sind beide sehr lieb und
sehr verhandlungsbereit.
Genau deshalb klappen Beziehungsversuche nicht, wenn man den richtigen Zeitpunkt (wann immer
der ist!) für den Sex verpasst und ebensowenig, wenn man die zwei bis vier Monate des Verliebtseins
nicht zum intensiven Kennenlernen und sich neu organisieren nutzt.

Bei mir hat das immer überraschend gut geklappt mich umzustellen - auch noch mit 50 ;-)
Und die Umstellung ging sehr weit bis zu anderen Essgewohnheiten und anderen sexuellen
Vorlieben und einem Umzug über 400 km mit allen Folgen.

Und klar ... das alles ist meine Meinung ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit :holy:
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 13. August 2018, 19:24

Endura hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 19:42
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 19:34
Da ich nur sehr wenig Zeit habe, stellt sich das Problem schon... bräuchte viel mehr Zeit zur Selbstverwirklichung.
Und worin besteht deine Selbstverwirklichung? Bisher hast du als Beispiele nur Fernsehen, Pornos schauen und Playstation gebracht.
Das waren Beispiele anderer Männer. Ich habe keine Playstation (PC Masterrace!) und Pornos habe ich nur mal als Teeny aus Neugier geschaut. Ich lese gerne Nachrichtenmagazine und wissenschaftliche Artikel, schaue Dokus, treffe mich mit Freunden, gehe ins Kino, ... Wenn ich mehr Zeit (und Geld) hätte, würde ich gerne nochmal studieren (aber im geisteswissenschaftlichen Bereich), Studien- und Wellnessreisen machen, selbst Artikel schreiben, usw.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Onkel ABobert » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:28

Puh.
Auch ohne die spezielle AB-Problematik wäre ein Zusammenziehen mit all den daraus resultierenden Kompromissen für mich extrem schwierig, ich denke sogar, inzwischen nach 27 Jahren, in denen ich eine 3-Zimmer-Wohnung mit 80qm für mich allein hatte, ziemlich unmöglich.

Wenn man seine Eigenheiten und Schrulligkeiten jahrzehntelang pflegt, kommen für Außenstehende schwierig zu akzeptierende Sachen raus. Das geht mit der Wohnungseinrichtung los, meine Küche ist aus den 70ern (inkl. aller Geräte), mein Wohnzimmer aus den 80ern (von den Eltern übernommen), mein Schlafzimmer geht noch, habe ich 1992 neu gekauft. Im 3. Zimmer habe ich 7 Meter Regale bis zur Decke, die komplett mit Büchern, DVDs, CDs, Dias, Comics, Leitz-Ordnern usw. gefüllt sind, dazu ein Schreibtisch mit Computer und ein Gästebett. Im Wohnzimmer ist mein ganzer Stolz eine Hifi-Anlage aus den späten 80ern, die ich niemals hergeben würde, in meiner Eichenschrankwand stehen Modellautos und ich könnte jetzt noch ewig weitererzählen. Als ich vor ein paar Jahren mal wegen Erneuerung der Fußböden alles einpacken mußte, habe ich ca. 50 Umzugskartons gebraucht.

Aber bitte jetzt nicht denken, ich würde in einer unordentlichen Messie-Wohnung leben. Ich bin überaus ordentlich, die Fernbedienung liegt am exakt definierten Platz auf dem Couchtisch. Kürzlich war mal meine Mutter tagsüber kurz in meiner Wohnung, ich habe das abends sofort bemerkt, weil die Küchentür in einem anderen Winkel war, als gewohnt. Ich bin da relativ extrem.

Ich müßte ja im Falle eines Zusammenziehens so ziemlich alles ändern, von den Möbeln angefangen, über Platzbedarf für Bücher und DVDs, genauso müßte ich evtl. meine Hobbies einschränken (z. B. Oldtimerfahren, von meinem Hund würde ich mich dagegen niemals trennen) - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß ich dazu in der Lage wäre. In der einzigen Kurzbeziehung, die ich vor ca. 10 Jahren mal geführt hatte, war das auch ein großes Problem für mich. Nicht, wenn ich bei der Partnerin war. Aber wenn sie bei mir war. Wenn sie gekocht hat und die Unordnung in der Küche nicht sofort beseitigt hat, mußte ich mich schon wahnsinnig zusammenreißen.

Es geht ja schon beim Fernsehen los. Ich bin da ziemlich eingefahren, schaue über Jahre die gleichen Serien und Sendeplätze an, es würde mich alleine schon wahnsinnig nerven, wenn ich z. B. am Montagabend zwischen 22 Uhr und 0:30 nicht meine Lieblingsserie anschauen könnte.

Nein, in diesem Leben wird das bei mir nichts mehr, da bin ich mir sicher.
Es grüßt euch

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Polarfuchs » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:51

Onkel ABobert hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 17:28
Puh.
Auch ohne die spezielle AB-Problematik wäre ein Zusammenziehen mit all den daraus resultierenden Kompromissen für mich extrem schwierig, ich denke sogar, inzwischen nach 27 Jahren, in denen ich eine 3-Zimmer-Wohnung mit 80qm für mich allein hatte, ziemlich unmöglich.

Wenn man seine Eigenheiten und Schrulligkeiten jahrzehntelang pflegt, kommen für Außenstehende schwierig zu akzeptierende Sachen raus. Das geht mit der Wohnungseinrichtung los, meine Küche ist aus den 70ern (inkl. aller Geräte), mein Wohnzimmer aus den 80ern (von den Eltern übernommen), mein Schlafzimmer geht noch, habe ich 1992 neu gekauft. Im 3. Zimmer habe ich 7 Meter Regale bis zur Decke, die komplett mit Büchern, DVDs, CDs, Dias, Comics, Leitz-Ordnern usw. gefüllt sind, dazu ein Schreibtisch mit Computer und ein Gästebett. Im Wohnzimmer ist mein ganzer Stolz eine Hifi-Anlage aus den späten 80ern, die ich niemals hergeben würde, in meiner Eichenschrankwand stehen Modellautos und ich könnte jetzt noch ewig weitererzählen. Als ich vor ein paar Jahren mal wegen Erneuerung der Fußböden alles einpacken mußte, habe ich ca. 50 Umzugskartons gebraucht.

Aber bitte jetzt nicht denken, ich würde in einer unordentlichen Messie-Wohnung leben. Ich bin überaus ordentlich, die Fernbedienung liegt am exakt definierten Platz auf dem Couchtisch. Kürzlich war mal meine Mutter tagsüber kurz in meiner Wohnung, ich habe das abends sofort bemerkt, weil die Küchentür in einem anderen Winkel war, als gewohnt. Ich bin da relativ extrem.

Ich müßte ja im Falle eines Zusammenziehens so ziemlich alles ändern, von den Möbeln angefangen, über Platzbedarf für Bücher und DVDs, genauso müßte ich evtl. meine Hobbies einschränken (z. B. Oldtimerfahren, von meinem Hund würde ich mich dagegen niemals trennen) - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß ich dazu in der Lage wäre. In der einzigen Kurzbeziehung, die ich vor ca. 10 Jahren mal geführt hatte, war das auch ein großes Problem für mich. Nicht, wenn ich bei der Partnerin war. Aber wenn sie bei mir war. Wenn sie gekocht hat und die Unordnung in der Küche nicht sofort beseitigt hat, mußte ich mich schon wahnsinnig zusammenreißen.

Es geht ja schon beim Fernsehen los. Ich bin da ziemlich eingefahren, schaue über Jahre die gleichen Serien und Sendeplätze an, es würde mich alleine schon wahnsinnig nerven, wenn ich z. B. am Montagabend zwischen 22 Uhr und 0:30 nicht meine Lieblingsserie anschauen könnte.

Nein, in diesem Leben wird das bei mir nichts mehr, da bin ich mir sicher.
Deine Wohnung ist doch schön gross und geräumig. Es gibt Menschen, die bewohnen solche grossen Wohnungen mindestens zu zweit. Und erst im Alltag merkt man, was einem wichtig ist und an welchen Situationen man kompromissbereit ist. Das findet man ja erst in der Kennenlernphase heraus.
Die Frau vor 10 Jahren hat eben einfach noch nicht zu dir gepasst. Das passiert anderen Paaren auch. Dann trennt man sich halt wieder. Das ist doch kein Beinbruch.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Ringelnatz » Mittwoch 10. Juli 2019, 19:42

Mir fällt zum Thema Unterordnen / Kompromisse finden ein:

Bei uns ist es so, dass ich der Träumer bin und er der Macher. Ich träume also 1000 Möglichkeiten vor mich hin und er wägt dann ab, was realistisch ist, ob er das auch will und setzt die ausgewählten Dinge dann um :D Das funktioniert für uns beide im Großen und Ganzen ganz gut.
Onkel ABobert hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 17:28
Wenn man seine Eigenheiten und Schrulligkeiten jahrzehntelang pflegt, kommen für Außenstehende schwierig zu akzeptierende Sachen raus.
Kann ich nachvollziehen. Deshalb muss eine gewisse Verliebtheit einen erstmal die Andersartigkeit ertragen lassen und darf erst abflauen, wenn man sich aneinander gewöhnt hat :lol: Übrigens entwickelst du als Paar auch (mehr oder weniger schrullige) Rituale, wie z.B. eine Serie, die immer zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeinsam geschaut wird...
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Krausig » Mittwoch 10. Juli 2019, 20:11

Onkel ABobert hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 17:28
Nein, in diesem Leben wird das bei mir nichts mehr, da bin ich mir sicher.
Ganz sicher, wenn du so bleibst wie du bist ;)

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Melli » Mittwoch 10. Juli 2019, 22:06

Unterordnung und Kompromiß sind für uns Fremdwörter :hammer:

Und die Kaffeetassen werden irgendwohin gestellt, wo sie auf den Abwasch warten können. Wo ist das Problem? :oops:

Unterschiedliche Schlafbedürfnisse sind auch keine Sache, man kann sich im einen Zimmer ins Bett oder im anderen auf die Couch legen, man kann auch in der Küche Cola trinken und anschließend die Nacht am Rechner durchmachen Bild Wahrscheinlich stört mich aber ohnehin nichts von alledem so besonders :oops:

Wenn irgendwelche Gerätschaften oder Bücher herumliegen, ist das auch nicht weiter schlimm, solange nur insgesamt Platz genug zur Verfügung steht.

Allerdings bin ich für mich selbst schon dahinter her, daß mein Arbeitsplatz und der Handapparat in Ordnung sind, und in der Küche räume ich auch öfters mal auf. Das mache ich aber schon seit Urzeiten.

Ich finde man kann auch gut sich in denselben Gemächern aufhalten ohne sich gegenseitig zu stören. Irgendetwas fragen oder auf irgendetwas aufmerksam machen geht selbstredend immer. Das setzt aber eine gewisse Vertrautheit voraus. Andernfalls würde mich alleine die Anwesenheit einer fremden Person als solcher stören.
Löcher in de Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Lavender » Donnerstag 11. Juli 2019, 16:18

Esperanza hat geschrieben:
Samstag 4. August 2018, 12:10
Diese Frage beschäftigt mich schon lange. Ich wohne seit Ewigkeiten alleine und bin es gewohnt Herr über mein Chaos zu sein. Machen zu können was ich will. Manchmal bleibe ich am Wochenende bis 10 Uhr morgens lesend im Bett und manchmal hängt meine Jacke noch 2 Wochen über der Stuhllehne, oder der benutzte Teller steht noch Stunden später auf dem Tisch. Oder die Spülmaschine wird erst zwei Tage später ausgeräumt.
In diesen Momenten frage ich mich schon, ob ich in der Lage bin mich überhaupt umzustellen, mehr Ordnung in mein Leben zu bringen und ob ich die Unordnung eines anderen Menschen würde ertragen können. Klar kann man auch getrennt leben, aber primär hätte ich schon die Absicht zusammenzuziehen. Wie war das bei euch?
Man muss sich ja auch den Tagesrhythmus miteinander abstimmen. Musss sich abstimmen wann man etwas macht. Das man nicht nach der Arbeit seinen Hobbies frönt, während der andere zu Hause sitzt und wartet.
Ist es euch schwer gefallen euch umzustellen? Sei es in der Wohnung oder in eurer Tagesroutine?
Naja, es ist schon eine Umstellung mit jemanden zusammen zu ziehen und ich habe es mir unheimlich schwierig vorgestellt aber irgendwie hat es sich von ganz allein eingespielt. Vom Wohnstil und vom Ordnungsempfinden hätten A und ich wohl nicht unterschiedlicher sein können. Irgendwie witzig, da ich ja erst wenige Monate zuvor umgezogen bin und in dem Zug alles neu eingerichtet hatte. Nun haben wir einen Mix aus meinen neuen Möbeln, weiß im dänischen 50er-Jahre-look (schlicht, hochbeinig, geradlinig, eher leicht) und einem berliner Altbau mit schweren dunklen und massiven Möbeln, dazu eine riesige Bibliothek, die das halbe Wohnzimmer in Beschlag nimmt. Ich muss sagen, ich fühl mich richtig wohl in unserer Wohnung, denn sie ist dadurch sehr individuell und zeigt genau wie wir sind.
Was das Ordnungsempfinden anbelangt, ist A eher chaotisch unterwegs, weiß aber wo alles liegt und ich derjenige, der Ordnung mag, wo alles seinen Platz hat usw.. Mittlerweile ist es so, dass A etwas ordentlicher geworden ist und ich nicht mehr penibel alles hinterherräume... wenn es mir zu chaotisch ist, räum ich auf. Wenn ich etwas nicht finde frag ich.
Was auch eine Umstellung war, ich bin eher so die Nachteule und schlafe eigentlich lange und A ist eher der Morgenmensch, der früh ins Bett geht/abends eher platt ist. Nun ist es so, dass A früher aufsteht und schon das Frühstück/Kaffee macht, mich schlafen lässt und mich weckt wenn alles fertig ist und ich dafür das Abendessen mache, damit sie sich auf der Couch ausruhen kann. Irgendwann schläft sie in meinen Armen ein und wenn ich müde werde, gehen wir zusammen ins Bett. So hat es sich bei uns eingespielt, nach und nach.
Ein bisschen Schiss hatte ich auch vor unserem ersten gemeinsamen Urlaub aber die 2 Wochen Schottland gingen rum wie nichts. Obwohl wir den ganzen Tag aufeinander gehockt hatten, gab es kaum Schwierigkeiten, eher im Gegenteil, wir haben uns super ergänzt.
Bei uns ist A diejenige mit den Ideen/Träumen/Wünschen und ich eher der Realist, der dann sagt, so und so können wir es machen. Insgesamt war es halt ein schleichender Prozess und nichts hat sich von heute auf morgen schlagartig geändert.

Die Tagesroutine gibt ja in der Woche das Arbeitsleben vor. Wenn sie nun z.B. am Sonntag zum Pen and Paper geht, dann gehe ich raus zum Fotografieren, kümmer mich um meine Vermietung, mach noch ne Buchführung für Freunde oder zocke ne Runde. Wenn A mit der Playstation beschäftigt ist, leg ich meinen Kopf auf ihren Schoß und schlaf ne Runde. Wenn ich nach der Arbeit noch was mit/für Freunde mache, liest sie ihre Romane. Wenn ich mich draußen um die Pflanzen kümmere, macht sie Bspw. die Wäsche. Wenn ich die Wäsche mache, kümmert sie sich um die Vögel. usw. usw. Ist ja nicht so, dass man deswegen jede Minute alles miteinander macht. Wichtig ist nur, dass man jedem etwas Freiraum zur individuellen Entfaltung lässt und nicht einer allein auf dem Haushalt sitzen bleibt.
Ich mach' die Augen zu, du und ich
Tausend Farben, die wir malen kaltes Grau wird buntes Licht
Alles gut weil wir jetzt da sind


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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von klecks » Donnerstag 11. Juli 2019, 18:35

@Lavender - das klingt alles richtig klasse ... - wie ein altes Ehepaar. :mrgreen: :good:

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