Frage an Kenner von Musiktechnik

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schmog
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Samstag 2. Februar 2019, 14:18

Karlsson hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 14:14
Ausnahmen gibt es bestimmt, bin da nicht so der Experte... :gruebel:
Vielleicht z.B. 'Live Killers' (1979) von Queen, die Liveaufnahmen klingen auf der original LP tatsächlich ein bisschen dumpf, während das tosende Publikum auf mich etwas lauter wirkt...
Ich höre im Moment Marillion "Clutching At Straws" auf 4 Boxen. Tönt wie LIVE! :good:
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Samstag 2. Februar 2019, 14:20

Karlsson hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 21:54
Digitally Remastered? WTF!!...
Das Original ist für mich gerade gut genug! Original und handgemacht!... Entweder von CD oder Langspielplatte, Hauptsache original... 8-)
Digtitally Remastered tönt nicht immer unbedingt besser/gut! :shock:
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Karlsson » Samstag 2. Februar 2019, 15:50

schmog hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 14:18
Ich höre im Moment Marillion "Clutching At Straws" auf 4 Boxen. Tönt wie LIVE! :good:
Uih, das glaub ich!... :daumen:
Die hab ich noch irgendwo in meiner LP-Sammlung, auf CD habe ich "Misplaced Childhood" und "Marillion - Live From Loreley" mit dem kompletten Loreley-Konzert 1987, leider ist das ganze Intro "La Gazza Ladra" nicht drauf...
schmog hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 14:20
Digtitally Remastered tönt nicht immer unbedingt besser/gut! :shock:
Das sicher nicht, meist hör ich da keinen Unterschied zum Originalen... :gruebel:
Peace! 🍀

Glück ist nur echt, wenn man es teilt...

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Samstag 2. Februar 2019, 16:16

Karlsson hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 15:50
schmog hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 14:18
Ich höre im Moment Marillion "Clutching At Straws" auf 4 Boxen. Tönt wie LIVE! :good:
Uih, das glaub ich!... :daumen:
Die hab ich noch irgendwo in meiner LP-Sammlung, auf CD habe ich "Misplaced Childhood" und "Marillion - Live From Loreley" mit dem kompletten Loreley-Konzert 1987, leider ist das ganze Intro "La Gazza Ladra" nicht drauf...
schmog hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 14:20
Digtitally Remastered tönt nicht immer unbedingt besser/gut! :shock:
Das sicher nicht, meist hör ich da keinen Unterschied zum Originalen... :gruebel:
8-)

Marillion mit Fish waren Ende der 80er einzigartig! :daumen:

Leider habe ich solche CDs die tönen schlecht. (kaum Bass)
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Dienstag 5. Februar 2019, 13:08

In dem Zusammenhang:

Wer/Wo hat/sind die hochwertigen Original Master Studioaufnahmen der Bands/Musiker?
Bei den entsprechenden Plattenfirmen im Tresor? :gruebel:
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Donnerstag 7. Februar 2019, 13:12

Wer sich selbst produziert, hat zumeist auch die Mehrspur- und Masterbänder in seinem eigenen Studio.

Wer dafür auf die Studiotechnik der Plattenfirma angewiesen ist, von dem liegen sogar die Mehrspurbänder bei der Plattenfirma.
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Captain Unsichtbar » Freitag 8. Februar 2019, 11:23

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 31. Januar 2019, 13:14
Heute wird so gemastert, daß es als MP3 (128 kb/s CBR) über tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder gar die Sprechmuschel eines Smartphone „geil“ klingt.
An der Stelle mal eine Nebenfrage: wo liegt der tatsächliche qualitative Unterschied zwischen MP3 und M4A (zb ALAC)? In letzter Zeit nutze ich vermehrt letzteres Format, wegen der geringeren Dateigrösse.
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Freitag 8. Februar 2019, 11:28

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 13:12
Wer sich selbst produziert, hat zumeist auch die Mehrspur- und Masterbänder in seinem eigenen Studio.

Wer dafür auf die Studiotechnik der Plattenfirma angewiesen ist, von dem liegen sogar die Mehrspurbänder bei der Plattenfirma.
Warum gibt es heute immer mehr neuere, vergriffene CD's? Zu wenig produziert? Zu teure Nachpressungen?

Das ist doch auch nicht im Sinne der Bands wenn ihre CDs nicht mehr erhältlich sind?

Ich kaufe seit den 70ern Tonträger (70, 80er Platten, 90er CD) das gab es damals nicht!
Zuletzt geändert von schmog am Freitag 8. Februar 2019, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Lazarus Long » Freitag 8. Februar 2019, 11:31

Der CD Absatz sinkt. Wenn nicht genug verkauft wird, dann fliegt es aus dem Sortiment.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Freitag 8. Februar 2019, 11:44

Lazarus Long hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 11:31
Der CD Absatz sinkt. Wenn nicht genug verkauft wird, dann fliegt es aus dem Sortiment.
Typisch heutige schnelllebige Zeit!? :shock: :twisted:

Altmodische HiFi Freaks mit teuren Anlagen haben das nachsehen ...
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von calcetto » Sonntag 10. Februar 2019, 19:07

US-Hitparade: Mit 823 verkauften Alben zur Nummer 1

In den USA ist es vermutlich noch extremer als hier, aber die CD-Verkäufe befinden sich seit Jahren in einem starken Sinkflug. Für dich mag das traurig sein, aber die Rezeptionsgewohnheiten der Massen, und die bestimmen nun mal den großen Markt, haben sich verschoben. Im Wohnzimmer steht bei mir z. B. auch kein dedizierter CD-Player mehr, dafür müsste ich schon die PS4 verwenden. Laptops haben auch immer öfter kein optisches Laufwerk mehr. Der einzige CD-Player in der Wohnung hier, ist eine ca. 10 Jahre alte Kompaktanlage und ich gehöre nicht zu den Leuten, die ein Musikstreamingdienstabo haben.

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Clochard » Sonntag 10. Februar 2019, 19:34

da gabs doch auch mal diesen Skandal um Vanilla Ninja, die der Manager mit künstlichen CD-Käufen in die Charts getrieben hat...

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Milvus » Sonntag 10. Februar 2019, 20:52

Clochard hat geschrieben:
Sonntag 10. Februar 2019, 19:34
da gabs doch auch mal diesen Skandal um Vanilla Ninja, die der Manager mit künstlichen CD-Käufen in die Charts getrieben hat...
Und da gabs auch noch den Skandal um die ähnliche klingende Gruppe Milli Vanilli , die gar nicht selber gesungen haben...
Aber es muß gehen... andere machen es doch auch!

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Clochard » Sonntag 10. Februar 2019, 22:12

Vanilla Ninja klang so wie Ramstein für kleine Mädchen

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Peter » Montag 11. Februar 2019, 12:28

calcetto hat geschrieben:
Sonntag 10. Februar 2019, 19:07
US-Hitparade: Mit 823 verkauften Alben zur Nummer 1

In den USA ist es vermutlich noch extremer als hier, aber die CD-Verkäufe befinden sich seit Jahren in einem starken Sinkflug. Für dich mag das traurig sein, aber die Rezeptionsgewohnheiten der Massen, und die bestimmen nun mal den großen Markt, haben sich verschoben. Im Wohnzimmer steht bei mir z. B. auch kein dedizierter CD-Player mehr, dafür müsste ich schon die PS4 verwenden. Laptops haben auch immer öfter kein optisches Laufwerk mehr. Der einzige CD-Player in der Wohnung hier, ist eine ca. 10 Jahre alte Kompaktanlage und ich gehöre nicht zu den Leuten, die ein Musikstreamingdienstabo haben.
Die Rezeptionsgewohnheiten haben sich mit Sicherheit geändert. Das muss aber kein Problem sein.
Es kommt darauf an, wie viel Wert die Produzenten ihrem eigenen Produkt zukommen lassen. Sicher ist es möglich, zwei Abmischungen herzustellen. Einmal dafür,
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 31. Januar 2019, 13:14
daß es über tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder gar die Sprechmuschel eines Smartphone „geil“ klingt.
und einmal für Musikhörer, die Wert auf gute Abmischungen legen.

Ich höre Musik aus verschiedenen Jahrzehnten. Auch Produktionen, die vor meiner Geburt entstanden sind. Da hört man auf einer hochwertigen Anlage mit dementsprechenden Boxen einen extremen Qualitätsverfall bei den Aufnahmen aus diesem Jahrtausend. Tendenz: Und die Qualität nimmt weiter ab.

Wer Musik auf die „moderne Weise“ hört, dem wird es nicht auffallen und dem wird es nicht stören.
Aber es stirbt im Rock und Pop Bereich schlicht und ergreifend eine lange Zeit vorhandene Qualität aus.
Es ist einfach ein ganz anderes Erlebnis, eine gut abgemischte Produktion auf einer hochwertigen Anlage zu hören. Das kann man nicht beschreiben, das muss man einfach vergleichend hören.

Vielleicht kann ich es an einem anderen Beispiel erklären.
Wer heute Mitte zwanzig ist, hat eventuell noch nie ein wirklich gutes Roggenbrötchen gegessen. Wer in zehn Jahren erst geboren wird, wird vermutlich keine Chance mehr haben, ein wirklich gutes Roggenbrötchen zu essen. Weil das Konsumverhalten sich verändert hat und es die typischen Bäckereien, die noch selbst ihren Teig nach alter Tradition herstellen, einfach aussterben.
Wer den Geschmack nicht kennt, wird ihn nicht vermissen. Wahrscheinlich würde ein „echtes Roggenbrötchen“ auch gar nicht mehr schmecken, weil die Geschmackssinne darauf nicht mehr vorbereitet sind.

Ist also nicht schlimm. Was man nicht kennt, vermisst man nicht... und doch ist etwas verloren gegangen. Der eine vermisst es, der andere nicht.

Wenn man von David Bowie eine CD mit dem 1973 entstandenen Album „Aladdin Sane“ hört, die die analoge Aufnahme, analoge Abmischung und das digitale Mastering enthält und das mit dem 2013 entstandenen Album „The Next Day“ vergleicht, ist der Qualitätsunterschied schon bitter.
Ich nehme bewusst diese beiden Alben als Beispiel, da sie beide gute Songs enthalten. Aber zwischen der Qualität der Abmischungen liegen Welten.
Und „The Next Day“ ist noch gold gegenüber anderen neueren Produktionen. Es ist einfach schade, was da gerade in der Musik verloren geht.
Statistik ist eine Religion, der ich nicht angehöre.

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von schmog » Montag 11. Februar 2019, 12:56

Seit den 80, 90er verändert sich vieles zum Negativen! :shock: :twisted:
Selbst das Klima ... es geht nur noch ABwärts ...

Oder wenn ich an die 70er Jahre HiFi Geräte denke und das mit dem heutigen Billigschrott vergleiche?
Dazu schliessen in gösseren Städten überall CD Läden. Alles nur wegen dem Sch **** Internet !! :evil:
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Clochard » Montag 11. Februar 2019, 21:30

Durch das Internet habe ich erst die Musik kennengelernt, die ich heute liebe. Wäre ohne das Internet nie darauf gestoßen. Die Qualitätseinbußen nehme ich in Kauf. Gerade wenn man vor allem DJ-Sets hört, die irgendeiner zuhause am PC zusammengekloppt hat, sind die sogar noch extremer als das worüber ihr so stöhnt. Aber es geht nicht um die Qualität des Sounds... sondern die der Musik.

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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Mittwoch 13. Februar 2019, 11:46

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 11:23
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 31. Januar 2019, 13:14
Heute wird so gemastert, daß es als MP3 (128 kb/s CBR) über tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder gar die Sprechmuschel eines Smartphone „geil“ klingt.
An der Stelle mal eine Nebenfrage: wo liegt der tatsächliche qualitative Unterschied zwischen MP3 und M4A (zb ALAC)? In letzter Zeit nutze ich vermehrt letzteres Format, wegen der geringeren Dateigrösse.
Moment. ALAC = Apple Lossless = verlustfrei = müßte eigentlich größer sein als jede Variante von MP3.

Was den Qualitätsunterschied zwischen verlustbehaftet (MP3, AAC, Ogg/Vorbis etc.) und verlustfrei (FLAC, Apple Lossless etc.) bzw. unkomprimiert (WAV, AIFF etc.) betrifft, da scheiden sich die Geister. Die einen sagen, man hört absolut keinen Unterschied (was natürlich zum einen von der Kompressionsrate und zum anderen von der Abhörsituation abhängt). Die anderen hören deutlich einen Unterschied. Die ersteren behaupten dann meistens, die letzteren bilden es sich ein, haben einen Hörfehler, sind geistig nicht auf der Höhe oder lügen schlicht und ergreifend, um ihr „ach so tolles“ FLAC gegenüber dem „Standart“ MP3 besser dastehen (und alle MP3-Nutzer wie Idioten aussehen) zu lassen.
schmog hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 11:28
Warum gibt es heute immer mehr neuere, vergriffene CD's? Zu wenig produziert? Zu teure Nachpressungen?

Das ist doch auch nicht im Sinne der Bands wenn ihre CDs nicht mehr erhältlich sind?
Weil die Entscheidungsträger der Plattenfirmen sagen, das Produzieren dieser Tonträger lohnt sich nur, solange die Alben Riesenhits sind, und an Backkatalogen verdient die Plattenfirma nicht genug. Gewinnmaximierung ist das Stichwort. Ein Reprint rentiert sich einfach zu langsam – zumindest im Vergleich zu Superhypes wie Adeles 25, das innerhalb von ein paar Wochen alle Verkaufsrekorde gebrochen hätte, gäbe es nicht ewige Bestseller wie Greatest Hits ’71–75 (Eagles), die ihre Verkaufszahlen über Jahrzehnte aufgebaut haben.

So sieht dann die zeitliche Abfolge wie folgt aus:
  • Ein Album, das als Hit auserkoren wird, wird palettenweise in den großen Elektronikfachmarktketten angeliefert.
  • Ein paar Wochen wird es dann vollpreisig verkauft.
  • Nach spätestens zwei Monaten liegt es für sieben bis zehn Euro in riesigen Mengen in den Grabbelfächern.
  • Wenn es ausverkauft ist, ist es endgültig ausverkauft. Dann bekommt man es höchstens noch im Second-Hand-Plattenladen, auf Flohmärkten oder auf eBay.
schmog hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 11:44
Altmodische HiFi Freaks mit teuren Anlagen haben das nachsehen ...
Die sind einfach keine Zielgruppe mehr. Statt CDs auf einer HiFi-Anlage hat man seine Musik heutzutage per Spotify über ein Smartphone zu hören, das zu Hause mit einem Bluetooth-Aktivlautsprecher gepairt wird. (Auch deshalb, weil damit die Gewinnspanne für die Rechteinhaber der Musik steigt. Daß der Künstler das Nachsehen hat, interessiert die Plattenbosse kein bißchen.)
Peter hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 12:28
Sicher ist es möglich, zwei Abmischungen herzustellen. Einmal dafür,
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 31. Januar 2019, 13:14
daß es über tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder gar die Sprechmuschel eines Smartphone „geil“ klingt.
und einmal für Musikhörer, die Wert auf gute Abmischungen legen.
Wie ich schon schrieb: In den 80ern wurde ähnlich verfahren. Jedes Album wurde zweimal gemastert, einmal mit einem für CD angepaßten, geringeren Dynamikumfang, einmal mit mehr Dynamik für Schallplatte. Das war auch die Grundlage dafür, daß schon seinerzeit entgegen dem allgegenwärtigen „Das rumpelt und rauscht ja gar nicht mehr“*-Digitalhype viele sagten, die Schallplatte klingt immer noch besser.

*Wohlgemerkt, ein einigermaßen wertiger Plattenspieler, dessen Tonarm auch vernünftig eingestellt ist, rumpelt nicht, und ein vernünftiger Phono-Preamp rauscht auch praktisch nicht.

Der Anfang vom Ende kam, als Musik von vornherein – nicht selten gleich digital – nur noch für CD aufgenommen und gemischt wurde. Aus Kostengründen verzichtete man letztlich auch auf das separate Vinyl-Mastering, denn ebenfalls aus Kostengründen wollte man die Produktion von Schallplatten einstellen.
Peter hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 12:28
Ich höre Musik aus verschiedenen Jahrzehnten. Auch Produktionen, die vor meiner Geburt entstanden sind.
Ich auch, aber das sollte bekannt sein.
Peter hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 12:28
Da hört man auf einer hochwertigen Anlage mit dementsprechenden Boxen einen extremen Qualitätsverfall bei den Aufnahmen aus diesem Jahrtausend. Tendenz: Und die Qualität nimmt weiter ab.
Wie gesagt, irgendwann wurde das Mastern für Schallplatten eingestellt, weil es sich laut Plattenfirmen nicht mehr lohnte. Inzwischen wird auch nicht mehr für CD gemastert, sondern nur noch für Smartphones und Bluetooth-Lautsprecher, und zwar aus demselben Grund. Es soll sogar Acts geben, gerade EDM-Projekte, wo die Musik aus der DAW von vornherein als MP3 exportiert wird, also noch nicht einmal jemals verlustfrei verfügbar sein wird.

Es gab ja die Super Audio CD. Und heute noch gibt es Onlinedienste, wo man Musik als hochauflösende FLACs erwerben kann (jenseits von 16 Bit/44,1 kHz, also mindestens 24 Bit/96 kHz). Das ist aber entweder Klassik oder Jazz oder spätestens aus den 80ern. Die meisten moderneren Produktionen haben gar kein Rohmaterial, das man so hochauflösend abbilden könnte. Selbst wenn heute Musik in 32 Bit Floating Point/384 kHz produziert und gemischt wird, kommt am Ende ein Stereomaster mit 16 Bit/44,1 kHz raus.

Noch trauriger ist „Remastering“: Man nehme Musik aus den 70er oder 80er Jahren und mastere sie neu – und zwar nach dem jeweils gerade geltenden Geschmack. Eine Zeitlang hieß das „Badewanne“ (mehr Höhen, mehr wummernde Bässe), dann kam dazu, daß man einstmals wunderbar dynamische Aufnahmen mittels Brickwall-Limiter auf höchstens noch 3 dB Dynamikumfang gedrückt hat, damit die Musik „lauter“ wirkt. Das passierte nur dann nicht, wenn der Künstler/die Band das Remastering selbst angestoßen und penibel überwacht hat. Wenn die Plattenfirma einfach mit dem Backkatalog wieder ein bißchen Geld machen wollte (also ohne neue Musik zu produzieren) und der Künstler/die Band davon womöglich gar nichts wußte, war es um so schlimmer. (Was Paul McCartney mit Teilen des Backkatalogs der Beatles hat machen lassen, ist eine andere Geschichte.)

Aber heutzutage kräht ja auch fast kein Hahn mehr nach Klangqualität. Früher gab es in der HiFi-Szene einen nachgerade religiösen Eifer. Man wollte einfach eine rundum möglichst gut klingende Anlage. Die einen stellten sie sich aus Komponenten eines Herstellers zusammen, entweder weil sie glaubten, die sind optimal aufeinander abgestimmt, oder im Sinne eines einheitlichen Aussehens oder aus Markenfetischismus heraus, z. B. weil unbedingt überall „Pioneer“ oder „Kenwood“ auf den Geräten stehen mußte. Die anderen nahmen Komponenten von den Herstellern, die die jeweiligen Komponenten gut bauen konnten, und wählten auch Hersteller, von denen viele noch nie etwas gehört hatten. Plattenspieler von Dual oder Thorens, Verstärker von NAD (als Receiver aufkamen, faßte man die trotzdem mit der Kneifzange nicht an), Einzelkassettendeck von Nakamichi und so weiter.

Den HiFi-Sektor gibt es inzwischen fast gar nicht mehr. Es gibt noch High End, und das hält sich gut. Darunter kommt aber eine ganze Weile fast gar nichts. Dann kommen Kompaktanlagen, die zumeist mit HiFi nichts mehr zu tun haben, und Bluetooth-Lautsprecher (je nachdem, ob man vor 1995 geboren ist oder nicht). Generell scheinen es besonders die ab 1980 Geborenen zu sein, für die „Klangqualität“ in erster Linie ein möglichst lauter, fetter, wummernder Baß ist plus vielleicht noch übertrieben zischelnde Höhen.

Die waren es besonders, die Mitte der 90er Jahre auf den MP3-Hype aufsprangen. Während die alternde HiFi-Fraktion debattierte, ob DVD-Audio (theoretisch bis 24 Bit/192 kHz, bis 5.1) oder SACD (1-Bit DSD/2822,4 kHz, bis 5.1) die Zukunft gehören soll, besorgten sich jüngere Semester ihre Musik kostenlos als MP3s im noch jungen World Wide Web (Stichwort Napster). Viele davon hatten nur 64, vielleicht gar nur 32 kb/s, einige waren wohl auch auf Mono heruntergemischt, aber dafür gingen sie schnell herunterzuladen (analoge Wählverbindung mit maximal 0,055 Mb/s Downstream und Zeittarif, keine Flatrate – ein Download von 1 MB dauerte eine Minute und kostete entsprechend) und nahmen auf den damals noch wesentlich kleineren Festplatten weniger Platz ein, ganz zu schweige von den bald erschienenen ersten tragbaren MP3-Playern auf Flash-Basis. Weil diese Geräte noch heutzutage unvorstellbar winzige Speicher hatten, wurden mit (nicht immer legaler) Verfügbarkeit des Fraunhofer-Encoders für jedermann auch CDs mit 64 kb/s und weniger gerippt oder gar MP3s in höherer Qualität auf eine niedrige recodiert, damit die Dateien kleiner wurden. Die grausige Klangqualität schien niemanden zu stören, wenn man dafür mehr MP3s auf der Festplatte lagern und auf dem MP3-Stick mitnehmen konnte – bei „kostenloser“ Musik doppelt nicht.
schmog hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 12:56
Dazu schliessen in gösseren Städten überall CD Läden.
CDs bekommt man heutzutage fast nur noch in den großen Elektronikfachmarkt-Ketten. Karstadt hat sich erst von Unterhaltungselektronik getrennt (heute gibt’s höchstens noch elektrische Haushaltskleingeräte) und dann von seinen gar nicht so kleinen CD-Abteilungen. Die jenseits von geniale Kette World Of Music (WOM) ist gänzlich verschwunden, genau wie kleine, aber gut sortierte Fachgeschäfte wie Brinkmann in Hamburg oder Warter in Lübeck, die keinen großen Ketten angehörten (wobei auch Schaulandt gut war). In wirklich großen Städten mit entsprechend großer Indie-Musikszene gibt es vielleicht noch kleine Indie-Platten-/CD-Läden, wo man die (teilweise nur ortsansässige) Musik bekommt, die Saturn und Media Markt nicht zu verkaufen gedenken. Leider braucht es auch eine gewisse Mindest-Stadtgröße für Second-Hand-Läden.

Selbst in größeren Kreisstädten ist es inzwischen so weit, daß man in der Innenstadt keine CDs mehr kaufen kann, sofern es nicht einen Bücherladen oder einen Drogeriemarkt (Müller, Rossmann) gibt, der zumindest eine kleinere Auswahl hat. Wenn man Pech hat, gibt es sie nur noch im Elektronikfachmarkt am Ortsrand im Gewerbegebiet „auf der grünen Wiese“, das immer noch vom ÖPNV miserabel bis gar nicht angeschlossen und von der eigenen Verkehrsinfrastruktur nur auf Autofahrer ausgelegt ist (z. B. fehlen da gern Bürgersteige gänzlich, so daß der Media Markt selbst von einer vorhandenen Bushaltestelle aus nur unter Schwierigkeiten zu erreichen ist).
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Captain Unsichtbar » Mittwoch 13. Februar 2019, 12:46

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Mittwoch 13. Februar 2019, 11:46
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 11:23
An der Stelle mal eine Nebenfrage: wo liegt der tatsächliche qualitative Unterschied zwischen MP3 und M4A (zb ALAC)? In letzter Zeit nutze ich vermehrt letzteres Format, wegen der geringeren Dateigrösse.
Moment. ALAC = Apple Lossless = verlustfrei = müßte eigentlich größer sein als jede Variante von MP3.

Was den Qualitätsunterschied zwischen verlustbehaftet (MP3, AAC, Ogg/Vorbis etc.) und verlustfrei (FLAC, Apple Lossless etc.) bzw. unkomprimiert (WAV, AIFF etc.) betrifft, da scheiden sich die Geister. Die einen sagen, man hört absolut keinen Unterschied (was natürlich zum einen von der Kompressionsrate und zum anderen von der Abhörsituation abhängt). Die anderen hören deutlich einen Unterschied. Die ersteren behaupten dann meistens, die letzteren bilden es sich ein, haben einen Hörfehler, sind geistig nicht auf der Höhe oder lügen schlicht und ergreifend, um ihr „ach so tolles“ FLAC gegenüber dem „Standart“ MP3 besser dastehen (und alle MP3-Nutzer wie Idioten aussehen) zu lassen.
Hmm… muss ich noch mal genauer untersuchen. In der Tat sind sie nämlich kleiner. Allerdings habe ich noch nicht überall überprüft, ob mir statt einer vermeintlichen ALAC-Datei, ein AAC-Format im Container untergeschoben wurde. Mir ist unter Windows leider keine direkte Möglichkeit bekannt um im File Explorer den Audio-Codec angezeigt zu bekommen.
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Le Chiffre Zéro
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Re: Frage an Kenner von Musiktechnik

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Mittwoch 13. Februar 2019, 13:46

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Mittwoch 13. Februar 2019, 12:46
Mir ist unter Windows leider keine direkte Möglichkeit bekannt um im File Explorer den Audio-Codec angezeigt zu bekommen.
foobar2000 müßte das können. Aber dafür müßte man sich einlassen auf ein Monster von Anwendung, das in seiner Handhabung ziemlich komplex sein kann und obendrein optisch ein Überbleibsel aus der 16-Bit-Ära zu sein scheint.
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
Bisherige Signatur ersetzt, weil die sowieso kaum jemand liest.

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