Verletzlichkeit und Sex

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tintenmalerin » Sonntag 3. Februar 2019, 18:01

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 12:42
Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 06:47
Nicht alle menschen [...] wollen als depersonifiziertes lustobjekt betrachtet werden. (Und ich vermute sogar das es diese grundhaltung ist warum manche MABs so schlecht bei frauen ankommen; weil sie frauen nur als lustobjekt sehen und die frau als person im besten fall nur zweiträngig ist, und im schlimmsten fall völlig egal. [...]
+1

Das ist mir auch schon aufgefallen. Hier im Forum wird in diesen ganze theoretischen Threads meist sehr entmenschlicht geschrieben. Da ist der potentielle (Sex)Partner bloss eine Art Objekt, ein Ziel das man erreichen möchte (und auf der inneren To-Do-Liste abhaken).
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
In nächster Zeit weitgehend abwesend, nur noch sporadisch hier.

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Kief » Sonntag 3. Februar 2019, 18:29

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:01
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
:gruebel:
Das war fuer mich nicht erkennbar, dass DAS fuer Dich das Thema war.

Den Unterschied selbst sehe ich durchaus, und die meiste Zeit finde ich "Objektifizierung" auch unangebracht.
Allerdings kenne ich seltene Situationen, in denen das fuer mich nachvollziehbar wird.
In denen ich auch die Degradierung seitens Frauen nachvollziehbar finde, wenn sie Maenner rein sexuell und sehr eingeschraenkt betrachten.

Entsprechende Rahmenbedingungen sind dann eher etwas fuer "Betreten auf eigene Gefahr", und sollten selbst dort vielleicht nur mit Spoiler versehen sein - aber auch das gibt es.
Und den Beteiligten gefaellt das - ist dann eine komplett andere Sexualitaet als was wir hier mitbekommen.


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das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tintenmalerin » Sonntag 3. Februar 2019, 18:56

Kief hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:29
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:01
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
:gruebel:
Das war fuer mich nicht erkennbar, dass DAS fuer Dich das Thema war.
War dafür auch viel zu unklar, also wenig verwunderlich...
Wenn ich um zu viele Ecken denke, sie aber nicht ausführe, versuche, Reizwörter und -formulierungen zu vermeiden - trotz Provokation... - und zu viel Inhalt in zu wenig Sätzen unterzubringen, kommt halt Murks dabei raus.
Den Unterschied selbst sehe ich durchaus, und die meiste Zeit finde ich "Objektifizierung" auch unangebracht.
Allerdings kenne ich seltene Situationen, in denen das fuer mich nachvollziehbar wird.
In denen ich auch die Degradierung seitens Frauen nachvollziehbar finde, wenn sie Maenner rein sexuell und sehr eingeschraenkt betrachten.

Entsprechende Rahmenbedingungen sind dann eher etwas fuer "Betreten auf eigene Gefahr", und sollten selbst dort vielleicht nur mit Spoiler versehen sein - aber auch das gibt es.
Und den Beteiligten gefaellt das - ist dann eine komplett andere Sexualitaet als was wir hier mitbekommen.
Also, wenn du das meinst, was ich denke, dann ist der Unterschied, dass diese Objektifizierung dann einvernehmlich geschieht.
In nächster Zeit weitgehend abwesend, nur noch sporadisch hier.

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Kief » Sonntag 3. Februar 2019, 19:13

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:56
Kief hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:29
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:01
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
:gruebel:
Das war fuer mich nicht erkennbar, dass DAS fuer Dich das Thema war.
War dafür auch viel zu unklar, also wenig verwunderlich...
Wenn ich um zu viele Ecken denke, sie aber nicht ausführe, versuche, Reizwörter und -formulierungen zu vermeiden - trotz Provokation... - und zu viel Inhalt in zu wenig Sätzen unterzubringen, kommt halt Murks dabei raus.
Gut, wenn dann irgendwann doch noch eine "Uebersetzung" bei raus kommt ... ;-)
[ "Objektifizierung" ]
Entsprechende Rahmenbedingungen sind dann eher etwas fuer "Betreten auf eigene Gefahr", und sollten selbst dort vielleicht nur mit Spoiler versehen sein - aber auch das gibt es.
Und den Beteiligten gefaellt das - ist dann eine komplett andere Sexualitaet als was wir hier mitbekommen.
Also, wenn du das meinst, was ich denke, dann ist der Unterschied, dass diese Objektifizierung dann einvernehmlich geschieht.
In dem Rahmen - klar!
Und das ritualisierte Balz-Geplaenkel in der persoenlichen Kennenlernphase, wenn zwei Menschen einander neu sind, das ist dabei dann das Erfragen, ob man miteinander kompatibel ist.
Schliesslich ist es beim Gespraech im Bus ein bissel frueh nach den bevorzugten Stellungen zu fragen - ich kann den dafuer passenden Rahmen kaum aufbauen im normalen Kennenlernen.

Wobei einvernehmlich auch bedeuten kann, dass es weitab der eigentlichen Wuensche ist, und grad mal eine Ersatzhandlung ist.
Wenn ich hingehe, bin ich dort nicht unbedingt restlos gluecklich. Aber es ist angenehmer als weiter allein und ungekuschelt zu sein. Selbst wenn es da absolut nicht zum Kuscheln kommt, so ist es doch Ersatzdroge zum Kuscheln.
So kann ich mir auch vorstellen, dass manche Frauen als Ersatzhandlung manches machen.


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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Captain Unsichtbar » Sonntag 3. Februar 2019, 20:32

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:01
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
Och, ich hab's eigentlich schon von Anfang an verstanden (ich fands deshalb auch etwas merkwürdig, dass dann von der männlichen Forengemeinschaft sofort unisono die Beteuerung kam, sowas würde hier niemand schreiben -- und das obwohl ich mittlerweile ein Buch von solchen Aussagen schreiben könnte...).
Ich wollte ursprünglich auch etwas dazu schreiben, aber das ging dann irgendwie vergessen. :schwitzen:
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Stabil » Sonntag 3. Februar 2019, 22:04

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 18:01
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 12:42
Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 06:47
Nicht alle menschen [...] wollen als depersonifiziertes lustobjekt betrachtet werden. (Und ich vermute sogar das es diese grundhaltung ist warum manche MABs so schlecht bei frauen ankommen; weil sie frauen nur als lustobjekt sehen und die frau als person im besten fall nur zweiträngig ist, und im schlimmsten fall völlig egal. [...]
+1

Das ist mir auch schon aufgefallen. Hier im Forum wird in diesen ganze theoretischen Threads meist sehr entmenschlicht geschrieben. Da ist der potentielle (Sex)Partner bloss eine Art Objekt, ein Ziel das man erreichen möchte (und auf der inneren To-Do-Liste abhaken).
Diese Objektifizierung ist das, worum es mir ursprünglich mit diesem Thread ging...
Jetzt bin ich erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, die das hier im Forum immer mal wieder durchscheinen sieht.
Hallo Tintenmalerin,

mit "immer mal wieder durchscheinen" hast du das schon sehr vorsichtig formuliert. Ich sehe das und noch anderes sehr stark und oft sowohl explizit als auch impliziert im Forum vorkommen. Das Zweite ist die Sicht auf die Frau primär als unpersönliche Lieferantin von etwas: "Ego Boost", soziales Ansehen, "Marktwert", Beziehungsstatus, Aufwertung der Männlichkeit, Belohnung für den braven Charakter, Sex, Kuscheln, und so weiter. Die Frau als vorzeigbare Trophäe, bzw als optische Anregung kommt auch oft vor.

Diesen Sichtweisen scheint gemeinsam zu sein, dass die Frau nicht als Person und Partnerin wahrgenommen wird, mit der man gemeinsam das Leben gestaltet. Dass sich Frauen im Allgemeinen von Männern mit dieser Einstellung wenig angezogen fühlen, ist nachvollziehbar.

Wer will schon Objekt oder Lieferantin von etwas sein?
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tania » Sonntag 3. Februar 2019, 22:47

Stabil hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 22:04
Wer will schon Objekt oder Lieferantin von etwas sein?
... vor allem wenn der "Verbraucher" im Gegenzug nicht ebenfalls liefert ...

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Stabil » Montag 4. Februar 2019, 09:46

Tania hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 22:47
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 22:04
Wer will schon Objekt oder Lieferantin von etwas sein?
... vor allem wenn der "Verbraucher" im Gegenzug nicht ebenfalls liefert ...
Tania, die Ausgewogenheit, die du ansprichst, ist auch ein wichtiges Teilthema. Sie ist ein anderes Teilthema, als das, was ich ansprechen wollte. Aber vielleicht kann ich es mit diesem Bezug besser formulieren, was ich meinte. Danke für die Anmerkung.

Ganz unabhängig von irgendwelchem Tauschhandel, zeigen die Menschen, ob sie sich emotional zu Personen des anderen Geschlechts hin gezogen fühlen oder nict, ob sie sie emotional begehren oder nicht. Und ob sie diese Personen als potentielle Handelspartner oder als potentielle Lebensgestaltungspartner ansehen, mit denen sie sich GEMEINSAM am Leben freuen können.

Sex, den Tintenmalerin angesprochen hat, ist da ein besonders gutes Beispiel für etwas, das sich durch alle Lebensbereiche zieht. Es ist ein riesiger Unterschied, ob einer Sex von einer Frau will, oder ob er mit dieser Frau gemeinsam Sex erleben und sich mit ihr gemeinsam daran erfreuen will. Einmal ist er mit der Frau zusammen, um Sex zu haben, das andere Mal hat er Sex mit ihr, um ihr nahe zu sein. Da taucht als Ziel der Haben- oder der Seinsmodus auf.

Bei manchen hier im Forum scheint der Wunsch nach Kontakt zu einer Frau erst durch etwas motiviert zu werden, was man von ihr bekommen oder vermeintlich bekommen kann. Das kann Sex, Ansehen, Selbstwertschätzung, Selbstbewusstsein, Stolz, Bewunderung, oder was auch immer sein. Das ist eine sehr schwierige Situation. Dadurch wird die Partnersuche zu etwas Unangenehmen, das es zu überwinden gilt und dadurch werden Körbe zu Katastrophen.

Das Schwierige ist die Bedeutung, die Partnersuche für den Betreffenden in diesem Fall bekommt. Wenn er dem, was er von der Frau haben will, nicht näher kommt, dann fällt er in ein Loch. Einfach mit einer Frau zusammen sein, ohne etwas von ihr zu bekommen, ist für ihn soviel wie nichts.

Das beschreibt jetzt nicht nur die Problematik, sondern enthält einen Hinweis darauf, was helfen kann: Eine emotional positive Einstellung zum anderen Geschlecht.
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Captain Unsichtbar » Montag 4. Februar 2019, 10:16

Stabil hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 09:46
Es ist ein riesiger Unterschied, ob einer Sex von einer Frau will, oder ob er mit dieser Frau gemeinsam Sex erleben und sich mit ihr gemeinsam daran erfreuen will. Einmal ist er mit der Frau zusammen, um Sex zu haben, das andere Mal hat er Sex mit ihr, um ihr nahe zu sein. Da taucht als Ziel der Haben- oder der Seinsmodus auf.
Schön gesagt! :daumen:
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von marcus80 » Montag 4. Februar 2019, 13:03

@Stabil: Sehr schön auf den Punkt gebracht :daumen:

Ich hatte mich im Forum registriert, ohne hier vorher mal reingeschaut zu haben. Als ich dann schaute, was für Themen diskutiert werden und welche Meinungen einige hier vertreten, dachte ich, ich sei im Falschen Film :shock:
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sehr viele Personen hier nur von Hass getrieben werden. Selten, dass ich hier mal was positives lese oder mit jemanden einer Meinung bin. Trotz meiner Depression, Angstörung und Jungfrälichkeit, versuche ich positiv zu denken und mir meinen Humor nicht nehmen zu lassen.
Frauen haben mich auch schon verletzt, sicher, aber deswegen bin ich kein Frauenhasser geworden und das ist einer der Punkte, wo ich jedesmal das kotzen kriegen.
Sowas wirft ein schlechtes Bild auf alle mABsen und vergiftet das Diskussionsklima!
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tania » Montag 4. Februar 2019, 15:06

Stabil hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 09:46
Ganz unabhängig von irgendwelchem Tauschhandel, zeigen die Menschen, ob sie sich emotional zu Personen des anderen Geschlechts hin gezogen fühlen oder nicht, ob sie sie emotional begehren oder nicht. Und ob sie diese Personen als potentielle Handelspartner oder als potentielle Lebensgestaltungspartner ansehen, mit denen sie sich GEMEINSAM am Leben freuen können.
Ehrlich gesagt finde ich ersteres ziemlich normal, solange sich der/die Betreffende noch im "Theoriemodus" befindet. Wenn in meiner Umgebung gerade niemand herumflattert, mit dem ich emotional verbunden bin, dann denke ich auch eher darüber nach, WAS ich haben möchte. Sex, Kuscheleinheiten, Aufmerksamkeit, Gesellschaft ... was auch immer. WER das liefert, ist in diesem Stadium tatsächlich egal. Da gucke ich nur: Wer ist bereit und fähig, das von mir Gewünschte zu liefern - und was verlangt er im Gegenzug?

Wenn ich einen Menschen hingegen gut kenne und ihm emotional verbunden bin (wobei diese Verbundenheir auch aus einem längeren Lieferverhältnis erwachsen kann), dann rückt der Aspekt "Gemeinsam" in den Vordergrund

Beispiel: in der erstgenannten Konstellation würde ich eine Einladung ins Kino nur annehmen, wenn der Film mich interessiert. In der zweiten würde ich sogar zu "Bodyguard" mitgehen, wenn es meinem Begleiter wichtig wäre - und meine Freude dann primär aus dem Aspekt "gemeinsames Erlebnis" ziehen.

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Nonkonformist » Montag 4. Februar 2019, 17:23

Tania hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 15:06
Stabil hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 09:46
Ganz unabhängig von irgendwelchem Tauschhandel, zeigen die Menschen, ob sie sich emotional zu Personen des anderen Geschlechts hin gezogen fühlen oder nicht, ob sie sie emotional begehren oder nicht. Und ob sie diese Personen als potentielle Handelspartner oder als potentielle Lebensgestaltungspartner ansehen, mit denen sie sich GEMEINSAM am Leben freuen können.
Ehrlich gesagt finde ich ersteres ziemlich normal, solange sich der/die Betreffende noch im "Theoriemodus" befindet. Wenn in meiner Umgebung gerade niemand herumflattert, mit dem ich emotional verbunden bin, dann denke ich auch eher darüber nach, WAS ich haben möchte. Sex, Kuscheleinheiten, Aufmerksamkeit, Gesellschaft ... was auch immer. WER das liefert, ist in diesem Stadium tatsächlich egal. Da gucke ich nur: Wer ist bereit und fähig, das von mir Gewünschte zu liefern - und was verlangt er im Gegenzug?
Ist das dir manchmal egal wer der leiferant ist?
Ich war mein ganzes leben noch nie so bedürftig das es mir egal war woher die kuscheleinheiten kommen.
Da geht es bei mir immer nur um der person.
Fehlt eine richtige, den ich wirklich über alles mag, dann kann ich auch auf den kuscheleien verzichten....
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tania » Montag 4. Februar 2019, 21:01

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 17:23
Ist das dir manchmal egal wer der leiferant ist?
Ich war mein ganzes leben noch nie so bedürftig das es mir egal war woher die kuscheleinheiten kommen.
Nein, nicht völlig egal. Allerdings bemerke ich durchaus, dass meine Schmerzgrenze vom Grad der Bedürftigkeit abhängt. Keine Ahnung, was ich tun würde, wenn ich mal echt verzweifelt sein sollte.
Da geht es bei mir immer nur um der person.
Fehlt eine richtige, den ich wirklich über alles mag, dann kann ich auch auf den kuscheleien verzichten....
Dass wir da unterschiedlich ticken, wissen wir ja. Ich hab zwar auch lieber Kuscheln+Verliebtheit, kann aber auch Kuscheln+Sympathie durchaus etwas abgewinnen. Und manche Leute brauchen nicht einmal Sympathie, denen reicht das Fehlen von Ekel. Und manche können mit einem gewissen Pegelstand sogar "lieber widerlich als wieder nicht" spielen.

Die Bandbreite ist da ziemlich groß...

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Ferienhaus » Dienstag 5. Februar 2019, 00:10

Stabil hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 22:04
Hallo Tintenmalerin,

mit "immer mal wieder durchscheinen" hast du das schon sehr vorsichtig formuliert. Ich sehe das und noch anderes sehr stark und oft sowohl explizit als auch impliziert im Forum vorkommen. Das Zweite ist die Sicht auf die Frau primär als unpersönliche Lieferantin von etwas: "Ego Boost", soziales Ansehen, "Marktwert", Beziehungsstatus, Aufwertung der Männlichkeit, Belohnung für den braven Charakter, Sex, Kuscheln, und so weiter. Die Frau als vorzeigbare Trophäe, bzw als optische Anregung kommt auch oft vor.

Diesen Sichtweisen scheint gemeinsam zu sein, dass die Frau nicht als Person und Partnerin wahrgenommen wird, mit der man gemeinsam das Leben gestaltet. Dass sich Frauen im Allgemeinen von Männern mit dieser Einstellung wenig angezogen fühlen, ist nachvollziehbar.

Wer will schon Objekt oder Lieferantin von etwas sein?
marcus80 hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 13:03
@Stabil: Sehr schön auf den Punkt gebracht :daumen:

Ich hatte mich im Forum registriert, ohne hier vorher mal reingeschaut zu haben. Als ich dann schaute, was für Themen diskutiert werden und welche Meinungen einige hier vertreten, dachte ich, ich sei im Falschen Film :shock:


Lustig. Vielleicht mal eine andere Position bezüglich Frust, Verzweiflung und bestimmten Mustern im Forum.

Weil du (Stabil) das Wort "Marktwert" erwähnst... Geht es da wirklich den MAB's bei diesen Diskussionen immer um die Tatsache, dass man eine Frau mit "hohem Marktwert" als persönliche Trophäe will? Oder doch eher um die Bewertung des "eigenen Marktwertes" - eben gerade weil man auch selbst etwas geben will, aber merkt, dass man selbst kaum etwas geben kann (muss gar nicht Sex sein) und der eigene Wert auf dem Partnermarkt sehr niedrig ist und deswegen verzweifelt?

Bei mir trifft (meistens) Zweiteres zu. Was meine ich damit?

Nun, bei mir waren es gerade nicht die "Frustis"/"Erfolglosen", deren Beiträge mich heruntergezogen haben. Sondern gerade die sehr erfolgreichen User (besonders einer!), dessen Ausführungen über die "Gesetze des Partnermarktes" sehr gut argumentiert sind und man dem wenig entgegensetzen kann. Daraus zog ich folgende Schlüsse:

- Es existiert ein "Partnermarkt", eben nicht nur für ONS sondern gerade auch für ernsthafte Liebesbeziehungen, welcher nach bestimmten unabänderlichen Gesetzen funktioniert, ob man nun will oder nicht.
- Mein persönlicher Wert dort ist derzeit nahe Null und aufgrund bestimmter unabänderlicher Tatsachen werde ich auch selbst unter optimalen Bedingungen kaum in der Lage sein, meinen Wert zu steigern.

Und mein persönlicher Wunsch ist gar kein heißer ONS (Frau als "Trophäe", wie Stabil sagt), sondern ganz klar eine Liebesbeziehung. Aber wie gesagt: Die Gesetze des Partnermarktes gelten auch hier. Gnadenlos. Anziehung lässt sich nicht verhandeln. ;)
marcus80 hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 13:03
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sehr viele Personen hier nur von Hass getrieben werden. Selten, dass ich hier mal was positives lese oder mit jemanden einer Meinung bin. Trotz meiner Depression, Angstörung und Jungfrälichkeit, versuche ich positiv zu denken und mir meinen Humor nicht nehmen zu lassen.
Ich wünsche dir alles Gute, als ein depressiver Leidensgenosse. Bei mir ist es aber wie gerade erläutert umgekehrt: Es waren gerade die Beiträge der Erfolgreichen und Nicht-Frustrierten, welche mir persönlich Optimismus und positives Denken zerstört haben. (Weil mir mein Schlamassel so viel, viel bewusster wurde). Die "Frustis" hatten daran vergleichsweise eher wenig Anteil. :roll:


Vielleicht ist meine Perspektive auf das Ganze auch eher einzigartig, aber ich wollte es doch mal, weil es hier gerade passend erschien, loswerden. :?

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tania » Dienstag 5. Februar 2019, 07:46

Ferienhaus hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 00:10
Geht es da wirklich den MAB's bei diesen Diskussionen immer um die Tatsache, dass man eine Frau mit "hohem Marktwert" als persönliche Trophäe will? Oder doch eher um die Bewertung des "eigenen Marktwertes" - eben gerade weil man auch selbst etwas geben will, aber merkt, dass man selbst kaum etwas geben kann (muss gar nicht Sex sein) und der eigene Wert auf dem Partnermarkt sehr niedrig ist und deswegen verzweifelt?
Meiner Beobachtung nach geht es um die unglückliche Kombination aus dem (gefühlt oder tatsächlich) niedrigen eigenen Marktwert und der Verachtung von Frauen bzw. Männern mit einem ähnlich niedrigen Marktwert.

Ich denke da jetzt nicht speziell an Dich, Ferienhaus - aber das Phänomen "Ich selbst bin zwar nicht sonderlich attraktiv, aber was soll ich machen, ich stehe nun mal ausschließlich auf Frauen, die höchstens 26, schlank, hübsch, kinderlos, mit einem guten Job und einer stabilen Psyche gesegnet sind" ist relativ häufig. Klar, viele bemerken dann, dass sie in die Kategorie "Anspruchs-AB" rutschen und lassen sich dann auch mal in die Niederungen des Partnermarktes hinab - nicht ohne die dann eventuell gefundene Dame spüren zu lassen, dass man für sie ja die eigenen Ansprüche ziemlich gesenkt hätte, eigentlich gern etwas Anderes hätte und wahrscheinlich wechseln würde, wenn etwas Besseres des Weges käme. Kurz, man schafft es nicht, der Dame zu vermitteln, dass man sie, genau so wie sie ist, voll und ganz akzeptiert und liebt. Was auch ziemlich schwer ist, wenn man es nicht tut, sondern sie nur notgedrungen genommen hat.

Und das Ganze gilt natürlich umgekehrt auch für Frauen....

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Gatem » Dienstag 5. Februar 2019, 08:11

Tania hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 07:46
Ich denke da jetzt nicht speziell an Dich, Ferienhaus - aber das Phänomen "Ich selbst bin zwar nicht sonderlich attraktiv, aber was soll ich machen, ich stehe nun mal ausschließlich auf Frauen, die höchstens 26, schlank, hübsch, kinderlos, mit einem guten Job und einer stabilen Psyche gesegnet sind" ist relativ häufig.
Aber kann man den Leuten da einen Vorwurf machen? Der persönliche Geschmack ist nunmal keine bewusste Willensentscheidung und wenn jemand sich von einem bestimmten Menschen (oder bestimmten Typ Mensch) nicht angezogen fühlt, dann ist das eben so.
Sich dann bewusst dazu entscheiden eine Beziehung mit jemandem anzustreben, der eigentlich gar nicht passt, ist m.E. ein grober Fehler, der zwangsläufig zu Problemen führen muss.

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 5. Februar 2019, 08:17

Tania hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 07:46
Meiner Beobachtung nach geht es um die unglückliche Kombination aus dem (gefühlt oder tatsächlich) niedrigen eigenen Marktwert und der Verachtung von Frauen bzw. Männern mit einem ähnlich niedrigen Marktwert.

Ich denke da jetzt nicht speziell an Dich, Ferienhaus - aber das Phänomen "Ich selbst bin zwar nicht sonderlich attraktiv, aber was soll ich machen, ich stehe nun mal ausschließlich auf Frauen, die höchstens 26, schlank, hübsch, kinderlos, mit einem guten Job und einer stabilen Psyche gesegnet sind" ist relativ häufig. Klar, viele bemerken dann, dass sie in die Kategorie "Anspruchs-AB" rutschen und lassen sich dann auch mal in die Niederungen des Partnermarktes hinab - nicht ohne die dann eventuell gefundene Dame spüren zu lassen, dass man für sie ja die eigenen Ansprüche ziemlich gesenkt hätte, eigentlich gern etwas Anderes hätte und wahrscheinlich wechseln würde, wenn etwas Besseres des Weges käme. Kurz, man schafft es nicht, der Dame zu vermitteln, dass man sie, genau so wie sie ist, voll und ganz akzeptiert und liebt. Was auch ziemlich schwer ist, wenn man es nicht tut, sondern sie nur notgedrungen genommen hat.

Und das Ganze gilt natürlich umgekehrt auch für Frauen....
Na ja, für mich gibt ees da nur zwei denkbaren alternativen.

1) Man findet jemanden der man richtig will, und wann diese gegenseitige interesse hat entsteht etwas schönes. (Was nicht zwangshaft bedeutet das sie eine 26-jährige blondine etc sein müß, aber sie soll für dich attraktiv und sympatisch und auch weiter passend sein).- Und keiner müß sich für keinem groß verbiegen.

oder

2) Man findet diese person nicht und bleibt alleine. (Und wer unbedingt sex braucht sucht sich ab und zu ein ONS)

Ich bin da kein großer fan von zuneigung vortauschen oder/und in kognitiver dissonanz leben.
Ohne respekt und zumindestens ein basis an ehrlichkeit geht meiner meinung nach gar nichts, und weil ich nichts besseres kriegen konnte ist für mich kein basis für einen beziehung.

Nur soll man bei 2) dazu stehen und nicht irgendwelche feministische verschwörungen dafür zuständig machen das man keinem findet. Wann die frauen deiner geschmack dich nicht wollen, dann ist das halt so. Pech gehabt. Jeder hat das recht anderen ab zu lehnen. Ich habe ja auch frauen gekorbt, warum sollen die nicht das gleiche machen dürfen..?

Wer anspruchs-AB ist und deswegen single bleibt ist selber schuld. Und das sage ich als anspruchs-AB.
Nur gibt es für mich keinen anderen weg.
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marcus80
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von marcus80 » Dienstag 5. Februar 2019, 09:10

Ferienhaus hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 00:10
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 3. Februar 2019, 22:04
Hallo Tintenmalerin,

mit "immer mal wieder durchscheinen" hast du das schon sehr vorsichtig formuliert. Ich sehe das und noch anderes sehr stark und oft sowohl explizit als auch impliziert im Forum vorkommen. Das Zweite ist die Sicht auf die Frau primär als unpersönliche Lieferantin von etwas: "Ego Boost", soziales Ansehen, "Marktwert", Beziehungsstatus, Aufwertung der Männlichkeit, Belohnung für den braven Charakter, Sex, Kuscheln, und so weiter. Die Frau als vorzeigbare Trophäe, bzw als optische Anregung kommt auch oft vor.

Diesen Sichtweisen scheint gemeinsam zu sein, dass die Frau nicht als Person und Partnerin wahrgenommen wird, mit der man gemeinsam das Leben gestaltet. Dass sich Frauen im Allgemeinen von Männern mit dieser Einstellung wenig angezogen fühlen, ist nachvollziehbar.

Wer will schon Objekt oder Lieferantin von etwas sein?
marcus80 hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 13:03
@Stabil: Sehr schön auf den Punkt gebracht :daumen:

Ich hatte mich im Forum registriert, ohne hier vorher mal reingeschaut zu haben. Als ich dann schaute, was für Themen diskutiert werden und welche Meinungen einige hier vertreten, dachte ich, ich sei im Falschen Film :shock:


Lustig. Vielleicht mal eine andere Position bezüglich Frust, Verzweiflung und bestimmten Mustern im Forum.

Weil du (Stabil) das Wort "Marktwert" erwähnst... Geht es da wirklich den MAB's bei diesen Diskussionen immer um die Tatsache, dass man eine Frau mit "hohem Marktwert" als persönliche Trophäe will? Oder doch eher um die Bewertung des "eigenen Marktwertes" - eben gerade weil man auch selbst etwas geben will, aber merkt, dass man selbst kaum etwas geben kann (muss gar nicht Sex sein) und der eigene Wert auf dem Partnermarkt sehr niedrig ist und deswegen verzweifelt?

Bei mir trifft (meistens) Zweiteres zu. Was meine ich damit?

Nun, bei mir waren es gerade nicht die "Frustis"/"Erfolglosen", deren Beiträge mich heruntergezogen haben. Sondern gerade die sehr erfolgreichen User (besonders einer!), dessen Ausführungen über die "Gesetze des Partnermarktes" sehr gut argumentiert sind und man dem wenig entgegensetzen kann. Daraus zog ich folgende Schlüsse:

- Es existiert ein "Partnermarkt", eben nicht nur für ONS sondern gerade auch für ernsthafte Liebesbeziehungen, welcher nach bestimmten unabänderlichen Gesetzen funktioniert, ob man nun will oder nicht.
- Mein persönlicher Wert dort ist derzeit nahe Null und aufgrund bestimmter unabänderlicher Tatsachen werde ich auch selbst unter optimalen Bedingungen kaum in der Lage sein, meinen Wert zu steigern.

Und mein persönlicher Wunsch ist gar kein heißer ONS (Frau als "Trophäe", wie Stabil sagt), sondern ganz klar eine Liebesbeziehung. Aber wie gesagt: Die Gesetze des Partnermarktes gelten auch hier. Gnadenlos. Anziehung lässt sich nicht verhandeln. ;)
marcus80 hat geschrieben:
Montag 4. Februar 2019, 13:03
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sehr viele Personen hier nur von Hass getrieben werden. Selten, dass ich hier mal was positives lese oder mit jemanden einer Meinung bin. Trotz meiner Depression, Angstörung und Jungfrälichkeit, versuche ich positiv zu denken und mir meinen Humor nicht nehmen zu lassen.
Ich wünsche dir alles Gute, als ein depressiver Leidensgenosse. Bei mir ist es aber wie gerade erläutert umgekehrt: Es waren gerade die Beiträge der Erfolgreichen und Nicht-Frustrierten, welche mir persönlich Optimismus und positives Denken zerstört haben. (Weil mir mein Schlamassel so viel, viel bewusster wurde). Die "Frustis" hatten daran vergleichsweise eher wenig Anteil. :roll:


Vielleicht ist meine Perspektive auf das Ganze auch eher einzigartig, aber ich wollte es doch mal, weil es hier gerade passend erschien, loswerden. :?
Hey@Ferienhaus, ich lese hier viele Lebensgeschichten, die meiner eigenen sehr ähnlich sind. Das sind aber nicht die Erfolgsgeschichten sondern eher die von, wie Du sie nennst, Frustis.
Mir gehts auch nicht besonders gut, muss jede menge Medis nehmen, habe Schlafprobleme, gehe wegen der Angststörung eher selten aus dem Haus und habe auch nicht mehr besonders viele Freunde. Seid dem Tod meiner Mutter fiel der Rest der Familie immer mehr auseinander, bis ich vor über einem Jahr den Kontakt zu meinem Bruder und meinem Vater komplett abgebrochen habe und nun nicht weiß, ob sich das jäh wieder einrenkt. Und ich habe auch eine Menge Wut im Bauch, aber die richtet sich halt gegen einzelne Personen, und nicht pauschal gegen das andere Geschlecht. Das ist es, was mich hier oft so stört. Nicht der Frusti, der sich mal was von der Seele reden will.

Ich habe schon mitbekommen, dass die Depression bei dir gerade sehr stark ist und kenne das selbst sehr gut, wenn alles Grau in Grau ist und nichts auch nur ansatzweise möglich erscheint. Hast Du mal über einen Klinikaufenthalt nachgedacht? Das hat mir sehr geholfen damals.
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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Stabil » Dienstag 5. Februar 2019, 11:49

Gatem hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 08:11
Tania hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 07:46
Ich denke da jetzt nicht speziell an Dich, Ferienhaus - aber das Phänomen "Ich selbst bin zwar nicht sonderlich attraktiv, aber was soll ich machen, ich stehe nun mal ausschließlich auf Frauen, die höchstens 26, schlank, hübsch, kinderlos, mit einem guten Job und einer stabilen Psyche gesegnet sind" ist relativ häufig.
Aber kann man den Leuten da einen Vorwurf machen? Der persönliche Geschmack ist nunmal keine bewusste Willensentscheidung und wenn jemand sich von einem bestimmten Menschen (oder bestimmten Typ Mensch) nicht angezogen fühlt, dann ist das eben so.
Einen Vorwurf hat Tania auch nicht erhoben.

Das beschriebene Vehalten ist nur nicht wirklich zielführend wenn man "an Frauen interessiert" ist.

Der persönliche Geschmack ist nicht unmittelbar eine bewusste Willensentscheidung. Aber in zweierlei Hinsicht wird er davon geprägt und ist dem damit dem bewussten Handeln zugänglich.

Das Eine ist die Offenheit, für die man sich durchaus bewusst entscheiden kann und die es ermöglicht so zu sagen 'auf den Geschmack zu kommen'.

Und das Andere ist die bewusste Lebensgestaltung, die sehr weit reichende Konsequenzen hat. Ein ähnliches Thema hatten wir (unter anderem) gerade in dem anderen Thread. Wenn einer die ganze Woche lang alle erotischen und sexuellen Gedanken verdrängt, vermeidet, offen Frauen zu begegnen, dann wird er so verschlossen, dass erst dann Frauen als solche wahrnimmt, wenn sie einem bestimmten optischen Schema entsprechen. Nur mehr bestimmte optische Eindrücke können die konsequent aufgebaute Barriere durchbrechen. Begleiterscheinung ist die besprochene Erschütterung, die dabei erlebt wird und ein teils schmerzhaftes Gefühl des ausgeliefert Seins. Das wird hier von manchen hier dann als schicksalshaft vorgegeben beklagt, ist aber das Ergebnis der persönlichen Selbstprogrammierung. Und DIE kann man sehr wohl bewusst und willentlich umstellen - wenn man will. Man kann es auch unterlassen - wenn man eher das bevorzugt. Auch hier geht es um so etwas wie Offenheit, aber eher im Sinne einer offeneren Lebensgestaltung.
Gatem hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 08:11
Sich dann bewusst dazu entscheiden eine Beziehung mit jemandem anzustreben, der eigentlich gar nicht passt, ist m.E. ein grober Fehler, der zwangsläufig zu Problemen führen muss.
Hier beschreibst du die Illusion einer Scheinalternative: Entweder dem eng begrenzten Geschmack folgen, oder unpassende Partner wählen. Sobald man sich für Offenheit entscheidet und auch für eine offene Lebensgestaltung, dann verschwindet sie.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Verletzlichkeit und Sex

Beitrag von Tania » Dienstag 5. Februar 2019, 13:59

Gatem hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 08:11
Tania hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 07:46
Ich denke da jetzt nicht speziell an Dich, Ferienhaus - aber das Phänomen "Ich selbst bin zwar nicht sonderlich attraktiv, aber was soll ich machen, ich stehe nun mal ausschließlich auf Frauen, die höchstens 26, schlank, hübsch, kinderlos, mit einem guten Job und einer stabilen Psyche gesegnet sind" ist relativ häufig.
Aber kann man den Leuten da einen Vorwurf machen?
Es ist kein Vorwurf. Anlass meines Posts war Ferienhaus' Aussage, dass er zu unattraktiv sei, um eine Freundin zu finden. Aber das ist halt nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Sache mit den eigenen Ansprüchen.

Plakativ gesagt: sehr viele unattraktive Menschen führen sehr glückliche Beziehungen. Aber kaum einer davon ist mit Gisele Bündchen zusammen.
Der persönliche Geschmack ist nunmal keine bewusste Willensentscheidung und wenn jemand sich von einem bestimmten Menschen (oder bestimmten Typ Mensch) nicht angezogen fühlt, dann ist das eben so.
Diese Aussage macht es einem zwar ziemlich leicht ("ich brauche mich gar nicht bemühen, mein Geschmack ist eben so, da kannste nix machen") , ist in der Praxis aber nicht haltbar. Denn der "persönliche Geschmack" ist nur zum Teil angeboren, zu einem anderen Teil aber durch Erfahrung geprägt. Und welche Erfahrungen man macht, lässt sich sehr wohl durch den eigenen Willen beeinflussen.

Ich mochte z.B. als Teenager keine Zwiebeln. Wenn ich sie auf dem Teller gesehen habe, bin ich vom Tisch weg gegangen. Wenn ich versehentlich etwas mit Zwiebeln gegessen habe, hab ich gekotzt. Das ging jahrelang so .. bis ich mal auf dem Geburtstag einer Freundin Fleischbällchen gegessen habe, die echt gut geschmeckt haben. Ich hab mir das Rezept geben lassen ... und festgestellt: ups, ich mag ja doch Zwiebeln. Der Ekel davor war reine Kopfsache.

Gut - wenn man jetzt auf schlanke Blonde steht, ist es unwahrscheinlich, dass man auf der Geburtstagsfeier versehentlich ne üppige Brünette vernascht ;) Aber manchmal reicht es auch aus, offen zu sein und nicht direkt abzublocken, wenn mal jemand von außerhalb des Beuteschemas Interesse zeigt. Manchmal kommt man ja beim Probieren auf den Geschmack.

Konkretes Beispiel: einer meiner Bekannten war bis zu seinem 32. Lebensjahr AB. Im Laufe unserer Bekanntschaft hat er recht oft bedauert, dass ich so gar nicht sein Typ bin. Ältere Frauen gehen ja gar nicht, und dann noch mit Brille, da würde er ja denken, er knutschte mit seiner Tante. Total schade, weil ich ansonsten echt nett sei ... Tja, eines Tages hat ihn eine nette Nachbarin dann mal in den Swingerclub mitgenommen, wo er von einer bebrillten Ü40-Dame beglückt wurde. Seitdem hat er keinerlei Probleme mehr mit älteren Brillenträgerinnen ...

Ich empfehle jetzt nicht, dass man sich gezielt um Menschen bemühen sollte, die dem aktuellen Geschmack völlig widersprechen. Aber wenn man bei passender Gelegenheit einfach mal den Verstand in die Karibik schickt (oder wie das hier mal so schön ausgedrückt wurde) und sich einfach darauf konzentriert, wie sich die Situation anfühlt, könnte das überraschende Resultate liefern.

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