Unsichtbar sein...

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

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Gatem
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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Gatem » Donnerstag 27. Februar 2020, 15:25

Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:53
Blickst du denn anderen Menschen ins Gesicht oder nimmst du es lediglich "peripher" wahr?
Sowas kann man doch nicht peripher wahrnehmen… nein, ich mache im Grunde nichts anderes, als alles und jeden, den ich so sehe "abzuchecken"; anders könnte mir das ja gar nicht auffallen.
Personen, die ich attraktiv finde, beobachte ich dabei automatisch deutlich länger.

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Captain Unsichtbar
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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Captain Unsichtbar » Donnerstag 27. Februar 2020, 16:01

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 02:10
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 23:34
Meine Unsichtbarkeit bezieht sich eigentlich nur auf die romantisch-sexuelle Ebene. Das Neutrum eben. Mit Frauen zu sprechen ist ja ganz normal, alltäglich eben. Das hat bei mir nichts damit zu tun.
Das trifft bei mir auch zu. Ich werde nicht als Frau wahrgenommen.
Ich kann mich wunderbar mit Anderen unterhalten, komme, glaube ich, meistens recht gut an. Ich stehe nicht irgendwo am Rand (zu Schulzeiten war das oft anders). Die Kontakte bleiben auf dieser Ebene. Es gibt keine Annäherungsversuche (außer von viel Älteren oder älter Aussehenden, aber die kann ich an einer Hand abzählen) oder ich merke es einfach nicht.
Ist das bei dir dann auch so, dass du als Person gut ankommst, gut integriert bist etc. aber halt eben nur als Person wahrgenommen wirst und nicht als Frau (oder eben als Mann in meinem Fall)?
Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:53
Ist das wirklich so, dass du da automatisch und kommentarlos übergangen wirst oder ist das vielleicht eher so, dass die anderen sich so in Rage reden oder etwas beitragen können, weil sie diese Erfahrung selbst gemacht haben?
Nein Kommunikationsprobleme habe ich keine. Und ja das ist so. Aber ich glaube du hast da gerade grundsätzlich ganz andere Vorstellungen im Kopf wenn du von "in Rage reden" sprichst. Kann es sein dass du dich etwas sehr auf Menschen fokussierst, die sich in grossen Menschenmengen nicht zu sprechen trauen? Das ist natürlich auch eine Art von Unsichtbarkeit, hat aber mit meiner wenig zu tun. Zumal ich noch gar nie in so einer Situation war. Ich spreche ja nicht von irgendwelchen Menschen, sondern von Unterhaltungen im persönlichen Rahmen.
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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von klecks » Donnerstag 27. Februar 2020, 16:35

Ich glaube, das ist ein bisschen ein Teufelskreis.

Dass, was andere nicht so recht wahrnehmen, ist ja wirklich oft das, dessen man sich selbst nicht sicher ist. Man wünscht, dass es gesehen wird und hat gleichzeitig Angst davor.

Meinem Partner wie mir geht es so: Seit wird zusammen sind, wird uns beiden - getrennt - klar, wie oft wir auch als sexuelle Wesen wahrgenommen werden (bzw. mir war tatsächlich nicht so ganz klar, wie stark mein "allgemein menschliches Interesse" von einem sexuellen Unterbau getragen wird).

Als (glücklich) Vergebener ist man da in einer komfortablen Lage: Niemand kann einen ja bei dem (sonst oft schambesetzten) Gefühl erwischen, auf der Suche zu sein, "bedürftig" zu sein ... Weil: Man ist es nicht ...!

Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum Vergebene offenbar oft so anziehend wirken.

In meiner AB-Zeit ging es mir sehr so, wie Himbeere es geschildert hat. :sadwoman:

Und noch einen Zwiespalt habe ich in Erinnerung: In meiner sozialen Schicht bzw. in meinem Ausgangsmilieu habe ich mich so gut wie nie als attraktiv empfunden werdende Frau wahrgenommmen. Allerdings beruhte das auch irgendwie auf Gegenseitigkeit: Es gab kaum einen Mann, der mich wirklich interessiert hat. :sadwoman:

WENN ich als sexuell attraktives Wesen gespiegelt wurde, dann von Männern, die von meiner Lebenswelt so weit entfernt waren, dass mir klar war, dass wir kaum eine Partnerschaft hätten führen können. Sie waren dafür nicht so verklemmt ... und benannten durchaus schon mal recht deftig Körperteile an mir, die sie besonders sexy fanden ... :holy:

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von NBUC » Donnerstag 27. Februar 2020, 16:44

Das mit dem "unsichtbar" beschreibt glaube ich verschiedene Zustände:

1) man hat einfach keinen näheren Kontakt zu Partnerkandidaten
2) man wird ausgegrenzt/ignoriert z.B. nach dem Beispiel, wenn durch entsprechende Positionierung und Gesprächsführung du plötzlich außerhalb des Kreis stehst oder mit jedem wird Augenkontakt aufgenommen außer mit dir.
3) Gespräche in der Gruppe haben die Tendenmz sich von dir weg zu verlagern - oft halt auch, weil du nichts als für die anderen interessant empfundenes beizutragen hast.
4) du bekommst keinen Augenkontakt, wenn du ihn suchst.
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wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Melli » Donnerstag 27. Februar 2020, 17:38

mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 11:25
Fragt euch mal wie eure Eltern waren, was sie erlebt haben. Vielleicht auch welche Schockerlebnisse sie hatten.
Da gibt es tatsächlich eine Bandbreite von Traditionen bis zu einzelnen Erlebnissen. Dazu meine eigenen Schocks.
mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 11:25
All solche Einflüsse werden in irgend einer Form weiter gereicht.
Ja, kann in verschiedener Form passieren.
mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 11:25
Ihr habt recht mit eurem ersten Gedanken den ihr jetzt vielleicht habt: Es löst nicht das Problem.
So zweckgebunden würde ich ohnehin nicht denken. Eher finde ich das interessant. Was freilich nicht gerade die Einstellung ist, die Therapeuten gerne sähen*.


-----
*Ganz witzig fand ich sogar eine Szene, wo mich mein Analytiker frug, was ich glaube, warum er mich in Analyse genommen hätte. Meine Antwort: "Keine Ahnung. Vielleicht weil ich ein interessanter Fall bin?" :specht:
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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Milkman » Donnerstag 27. Februar 2020, 17:44

Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:53
Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 10:22
Dann gibt es immer noch die große Wahrscheinlichkeit, dass die Frau, wenn sie die Wahl hat zwischen Kontakt mit mir und weiterem Alleinebleiben, sich für letzteres entscheidet. Da bleibe ich lieber unsichtbar, werde allenfalls desinteressiert-neutral wahrgenommen und störe die bestehende Weltordnung nicht.
Doch immer wieder ein wenig paradox, dass man gerne etwas haben möchte, aber sich die beste Mühe dafür gibt es nicht zu erreichen.
Hmmmm. Meine Entscheidung in dem Fall beruht ja auf Erfahrungswerten und wird nicht aus einem masochistischen Impuls heraus getroffen. Oder wie siehst du das?
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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von mak1 » Donnerstag 27. Februar 2020, 17:45

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:38
...
*Ganz witzig fand ich sogar eine Szene, wo mich mein Analytiker frug, was ich glaube, warum er mich in Analyse genommen hätte. Meine Antwort: "Keine Ahnung. Vielleicht weil ich ein interessanter Fall bin?" :specht:
Und hat er dann noch sein Lächeln behalten? ;)
Ich kann mir vorstellen, dass die Sitzung etwas kurz war.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Melli » Donnerstag 27. Februar 2020, 17:51

mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:45
Melli hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:38
*Ganz witzig fand ich sogar eine Szene, wo mich mein Analytiker frug, was ich glaube, warum er mich in Analyse genommen hätte. Meine Antwort: "Keine Ahnung. Vielleicht weil ich ein interessanter Fall bin?" :specht:
Und hat er dann noch sein Lächeln behalten? ;)
Nein.
mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:45
Ich kann mir vorstellen, dass die Sitzung etwas kurz war.
Das auch nicht. Er mußte nur etwas um Fassung ringen :mrgreen:
»So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.« (Jürgen Habermas)

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von selina » Donnerstag 27. Februar 2020, 17:58

Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 10:22
Himbeere hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 00:27
Oh je, es sind unendlich viele Situationen gewesen in denen ich mir unsichtbar vorkam. (...)
Oh Mann. Bei deinem Posting musste ich doch kurz schlucken.
Ich ebenso. :? :sadwoman:
Auch weil mir so viele Situationen schrecklich bekannt sind.

Wenn ich alt bin, werde ich nur noch nörgeln. Das wird ein Spaß. :oma:

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Guhhran » Donnerstag 27. Februar 2020, 19:44

Ja...Luft zu sein...kein schönes Gefühl. Wobei es mich nur dann stört wenn ich es nicht selbst so wollte was durchaus oft vorkommt.
Auf Schülerpartys zu denen ich mitgeschleppt wurde und zwar ab und zu von Leute angesprochen wurde, aber meist aus verwunderung warum ich überhaupt da bin. Die meiste Zeit saß ich alleine rum und hatte niemanden zum Reden, gemeinsamen Trinken ect.
Dann noch wenn man mit Freunden zu 5. im Auto random in der Gegend umher fährt aus Langeweile und dann realisiert dass die anderen 4 ja eigentlich 2 Pärchen sind die sich Unterhalten und man selbst garnicht wahrgenommen wird. Dann als Ich, mein OdB und mein ehemals bester Freund auf dem Geburtstag des OdB's waren. Nur noch zu 3. und sie sich aussließlich beim anderem fürs erscheinen und das tolle Geschenk bedankt welches ich alleine Organisiert habe was nicht gerade wenig Aufwand war, einhergehend mit den Bedankungen gingen auch Umarmungen und das suchen nach Nähe an den anderen was ich mir aus nächster Nähe mit ansehen musste. Mein ehemals bester Freund wusste wie schlimm das für mich ist und hat mich nachträglich mit den Worten abgespeist: ''Man hat die angesehen dass dich das Beschäftigt, sry aber die letzte halbe Stunde die wir da waren wollte ich mal nicht so sein''...
Generell Feiern und in Gruppen größer als 6 Mann meide ich weil ich da Unsichtbar werde :/
Ein warmer Schimmer, ein heller Schein, dringt sanft aus jedem Fenster.
Nur ich steh' noch immer draußen allein' und mich jagen die Gespenster.


Ich bin der beste darin Ich zu sein, denn es gibt nur einen!

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von TheHoff » Donnerstag 27. Februar 2020, 21:11

Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 10:22

Man (=ich)lässt es bleiben. Wieso? Weil unter den anderen Anwesenden in aller Regel etliche Kerle sind, die einen in Sachen Selbstbewusstsein, Ausstrahlung oder einfach nur Attraktivität locker in die Tasche stecken - mit denen um die Aufmerksamkeit der Frau zu konkurrieren ist aussichtslos.
Lass das doch die Frau entscheiden und geh auch nicht gleich von einem Balzwettkampf aus.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Vidar » Donnerstag 27. Februar 2020, 21:16

... wenn andere Kerle in der Gruppe dabei sind, werde ich im Gespräch üblicherweise übergangen bzw. ist der Fokus der weiblichen Aufmerksamkeit direkt auf dem/den Anderen. Ich weiß, dass ich auf dem ersten Blick nicht als attraktiver Mann wahrgenommen werde und hege diesbezüglich keinen Groll, es ist nur schade und manchmal kräftezehrend.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von TheHoff » Donnerstag 27. Februar 2020, 21:18

Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:44

Hmmmm. Meine Entscheidung in dem Fall beruht ja auf Erfahrungswerten und wird nicht aus einem masochistischen Impuls heraus getroffen. Oder wie siehst du das?
Auf Erfahrungswerten mit einer Person, die du gerade zum ersten Mal siehst?

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von badblueboy » Donnerstag 27. Februar 2020, 22:02

Ich war schon immer Luft für die Frauen.
Aber eine Situation hat mich schon hart mitgenommen.
Ich war mal mit einen Kumpel in München unterwegs.Wir sprachen auf einer mischung aus Englisch und Deutsch (er ist Pole,Ich Kroate).Ein paar Mädels waren hinter uns und haben sich nichts ahnend, auf Kroatisch (meine Mutersprache) über meinen Freund unterhalten.Sie haben ihn komplimente gemacht,über mich fiel kein Wort.
Es war zwar nur typisches Frauengelaber ,aber es trifft einen schon.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Finnlandfreundin » Donnerstag 27. Februar 2020, 22:54

Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:53
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 02:10
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 23:34
Meine Unsichtbarkeit bezieht sich eigentlich nur auf die romantisch-sexuelle Ebene. Das Neutrum eben. Mit Frauen zu sprechen ist ja ganz normal, alltäglich eben. Das hat bei mir nichts damit zu tun.
Das trifft bei mir auch zu. Ich werde nicht als Frau wahrgenommen.
Ich kann mich wunderbar mit Anderen unterhalten, komme, glaube ich, meistens recht gut an. Ich stehe nicht irgendwo am Rand (zu Schulzeiten war das oft anders). Die Kontakte bleiben auf dieser Ebene. Es gibt keine Annäherungsversuche (außer von viel Älteren oder älter Aussehenden, aber die kann ich an einer Hand abzählen) oder ich merke es einfach nicht.
Vielleicht merkst du es wirklich nicht oder andere Menschen sind zu schüchtern?
In der Uni hatte ich beim Gruppensport mal ein Mädel dabei gehabt, die wirklich sehr attraktiv war, aber jeder Mann hat sich die beste Mühe gegeben sie zu ignorieren, um nicht "needy" rüberzukommen. Ich war einer der Männer, die sie sehr attraktiv fanden, aber sich nicht getraut haben mit ihr zu sprechen. Ab und zu haben einige mal Smalltalk mit ihr gehalten, aber sie haben zu sehr versucht zu spielen, dass sie ihnen egal ist. Das konnte man ihnen anmerken und wenn sie mal nicht da war wurde darüber getuschelt warum sie nicht da ist. Also ganz verrückt.
Daran, dass ich zu attraktiv bin, liegt es definitiv nicht. Aber ignoriert werde ich dennoch häufig.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Finnlandfreundin » Donnerstag 27. Februar 2020, 23:10

Obelix hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 12:22
mak1 hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 11:25
Darf ich mal ein Stichwort in die Runde werfen: Epigenetik
Fragt euch mal wie eure Eltern waren, was sie erlebt haben. Vielleicht auch welche Schockerlebnisse sie hatten.
All solche Einflüsse werden in irgend einer Form weiter gereicht.
Ich geb euch jetzt keine Links aus dem Netz. Sucht selbst, es ist ein Augenöffner.
Ihr habt recht mit eurem ersten Gedanken den ihr jetzt vielleicht habt: Es löst nicht das Problem.
Vielleicht hilft es aber auf den Weg.
Mein Vater war nie um ein Gespräch verlegen. Meine Mutter ist da ein wenig ruhiger, aber auch immer gut integriert. Ich wüsste jetzt nicht, was da von ihnen negativ auf mich abgefärbt haben sollte.
Bei mir die gleiche Konstellation. Mein Vater hatte sich immer schnell mit jedem gut verstanden und fand immer Themen, soll auch in seiner Kindheit so gewesen sein. Meine Mutter ist etwas ruhiger und verschlossener, sie sucht auch heute nicht so Kontakt zu anderen Menschen. Meine Oma war wie mein Vater, mein Opa und die andere Oma viel ruhiger, ihren Mann habe ich nicht wirklich kennengelernt, aber er wird auch als ruhig beschrieben. Mein Bruder kommt nach meinem Vater, meine Schwester ist ganz ruhig. Das Gemeinsame von allen, außer mir, sie sind bzw waren vergeben und stellen bzw stellten sich nicht so an wie ich.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Dresdener » Freitag 28. Februar 2020, 02:03

Ich bin für bindungsfähige Frauen unsichtbar bzw. werde unbewusst aus dem Beuteschema rausgefiltert durch meine Ausstrahlung. Da ich selber unter Bindungsängsten leide, ziehe ich eben jene Frauen mit ähnlich gelagerten Problemen an. Da gibt es ganz interessante Literatur zu dem Thema bspw. von Stefanie Stahl (das ist eine Psychologin). Von daher kann da auch nichts bei zustande kommen. Da ich weiß: "Hey, wenn sich eine Frau für mich interessiert, stimmt was nicht". Deshalb lasse ich auch von Frauen die Finger die Interesse an mir zeigen. Da bin ich schon zu oft derbe auf die Fresse gefallen.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Emily_Sturm » Freitag 28. Februar 2020, 09:33

Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:44
Hanuta hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:53
Milkman hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 10:22
Dann gibt es immer noch die große Wahrscheinlichkeit, dass die Frau, wenn sie die Wahl hat zwischen Kontakt mit mir und weiterem Alleinebleiben, sich für letzteres entscheidet. Da bleibe ich lieber unsichtbar, werde allenfalls desinteressiert-neutral wahrgenommen und störe die bestehende Weltordnung nicht.
Doch immer wieder ein wenig paradox, dass man gerne etwas haben möchte, aber sich die beste Mühe dafür gibt es nicht zu erreichen.
Hmmmm. Meine Entscheidung in dem Fall beruht ja auf Erfahrungswerten und wird nicht aus einem masochistischen Impuls heraus getroffen. Oder wie siehst du das?
Hab bisher noch nicht so viel von dir gelesen, deswegen muss ich nochmal kurz nachhaken. Deine Entscheidung beruht auf Erfahrungswerten. Das heißt du weißt ganz genau, dass eine Frau sich immer für das Alleinbleiben entscheidet, anstatt mit dir eine Beziehung einzugehen? Das heißt du hast diverse Frauen kennengelernt, wo du in der Beziehungsanbahnung gewesen bist, wo sie dann explizit die Wahl hatte auf eine Beziehung mit dir oder dem Allein sein und sie hat sich für letzteres entschieden? Das würde ich jetzt als Erfahrungswerte bezeichnen. Nicht aber, dass du dich in eine Vorstellung hinein träumst, denkst du wärst es nicht wert und das dann als Realität annimmst. Ich kann leider auch deinen AB-Status nicht sehen, aber wie kommst du an diese Erfahrungswerte, wenn ich annehme, dass du AB bist? Wenn es anders ist, dann hab ich nix gesagt. Ich glaube nur, dass ABs an sich sehr sehr schnell einfach eine Realität annehmen, die das Selbstbewusstsein liebend gern komplett zerstört und dann in ein Loch fallen á la "Mich will ja eh niemand haben, also warum noch Mühe geben..."
Dresdener hat geschrieben:
Freitag 28. Februar 2020, 02:03
Ich bin für bindungsfähige Frauen unsichtbar bzw. werde unbewusst aus dem Beuteschema rausgefiltert durch meine Ausstrahlung. Da ich selber unter Bindungsängsten leide, ziehe ich eben jene Frauen mit ähnlich gelagerten Problemen an. Da gibt es ganz interessante Literatur zu dem Thema bspw. von Stefanie Stahl (das ist eine Psychologin). Von daher kann da auch nichts bei zustande kommen. Da ich weiß: "Hey, wenn sich eine Frau für mich interessiert, stimmt was nicht". Deshalb lasse ich auch von Frauen die Finger die Interesse an mir zeigen. Da bin ich schon zu oft derbe auf die Fresse gefallen.
hierzu noch etwas von mir. Ich kenne das Buch / die Bücher von Stefanie Stahl auch und ja sie sind sehr gut geschrieben. Das Problem an der SAche ist... ich hab das durchgearbeitet und für mich viele Dinge aufgeschrieben. Ich war dem Buch nach dann hochgradig bindungsgestört und habe das irgendwann auch geglaubt, weil es war alles schlüssig. Das Einzige, was ich jetzt behaupten kann, was ich von solchen Büchern gut mitnehmen konnte, war dass ich selbstreflektiert über meine Vergangenheit nachgedacht und Notizen dazu aufgeschrieben habe. Ich hab nämlich viele der Übungen mitgemacht. Ich habe mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, dass ich zu dem Zeitpunkt den Verdacht hatte Bindungsgestört zu sein und eine Bindungsangst zu haben, die ich laut dem Buch ganz klar hatte. Sie hat mir dann ziemlich schnell gesagt, dass das eben ganz und gar nicht der Fall ist. Mit Hilfe des Buches habe ich mir also eingeredet, dass all meine Probleme darauf beruhen, dass ich bindungsgestört sei. Bin ich aber absolut gar nicht! Es ist wichtig solche Bücher und Internetbeiträge mit Vorsicht zu genießen und nicht in Selbsttherapie eine eigene Diagnose festzulegen.
Und ich habe im Vorfeld immer ab spätestens dem 2. Date abgebrochen, weil ich Angst hatte, dass ich das eh nicht kann, ich hab angst gehabt wieder enttäuscht zu werden, Angst dass man mich auslacht, habe mich auf mein Mobbing und narzistischen mentalen Missbrauch den ich erfahren habe durch eine Freundin. Ich hab die Beziehung zu meinen Eltern durchleuchtet und hab völlig außer Acht gelassen, dass ich Freunde habe, viele Freunde, dass ich eine tolle Beziehung zu meinen Eltern habe und dass ich mit anderen Menschen eigentlich kein Problem habe obwohl ich das geglaubt habe. Sie haben mich sogar immer sehr gemocht von Anfang an und ich hab immer gedacht, die Leute mögen mich eh nicht sofort, weil ich so ruhig bin. So und all das hat in dem Buch seinen Platz gefunden und schwupps war ich Bindungsgestört und hatte noch mehr Angst vor Beziehungen.... ich bin jetzt in einer Beziehung, noch nicht ganz ein halbes Jahr und ich freue mich auf jeden weiteren Schritt. Eine Beziehung zu führen ist alles aber nicht das, was mir zuvor Angst gemacht hat. Es engt mich nichts ein, es ist gar nicht so schwer und bisher konnte jede Meinungsverschiedenheit leicht ausgebügelt werden. Ich gehe vollkommen in dieser Beziehung auf und wie meine Therapeutin sagte ist hier von einer Bindungsphobie absolut keine Spur zu sehen.
Deswegen: Bitte, bitte leg dir nicht selbst Steine in den Weg, indem du eine Diagnose annimmst, die ein Buch dir vermittelt hat, Bücher und auch Internetbeiträge werden so geschrieben, dass möglichst ein breites Spektrum an Menschen angesprochen wird und viele Leute den Text lesen oder das Buch kaufen. Das heißt nicht, dass es Falsch ist, was drin steht. Aber es trifft eben auch nur auf einen kleinen Teil seiner Leser zu, genauso wie jemand mit Halsschmerzen nicht gleich Speiseröhrenkrebs hat, aber auf einen kleinen Teil kann es dennoch zutreffen. Wenn du dich wirklich dafür interessierst und dem auf den Grund gehen willst und du arbeitest ja scheinbar auch an dir selbst, sonst hättest du das Buch nicht geholt, um dem auf den Grund zu gehen, dann mach eine Therapie bei einem Psychotherapeuten. Aber verlass dich nicht zu sehr aufs Buch.

Ich muss das unbedingt immer wieder erwähnen, weil es mir, hätte ich nur das Buch gehabt aber keine Therapie, meine Zukunft vermutlich verhagelt hätte, weil ich das alles wunderbar auf mich beziehen konnte und in dieses Bild überhaupt gar nicht passte.
"Jede Handlung ist ein Votum für die Person, zu der du wirst." - James Clear

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Dresdener » Freitag 28. Februar 2020, 13:50

Meine Therapeutin bestätigt aber diese These. Ich habe zudem eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung bei dem Probleme in dieser Richtung eines der Hauptsymptome sind.

Und zudem habe ich ja meist den passiven Part und ziehe daher den aktiven fliehenden Part an. Das ist mir schon recht häufig passiert.
Ich sage mir auch das ich keine Angst davor habe eingeengt zu werden und gehe Versuche ein um dann doch wieder ohne Vorwarnung verlassen zu werden.

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Re: Unsichtbar sein...

Beitrag von Sususus » Freitag 28. Februar 2020, 15:44

Emily_Sturm hat geschrieben:
Freitag 28. Februar 2020, 09:33
Es ist wichtig solche Bücher und Internetbeiträge mit Vorsicht zu genießen und nicht in Selbsttherapie eine eigene Diagnose festzulegen.
Würdest du deiner Erfahrung nach allgemein sagen, dass "Selbstanalyse" zu einem "falschen Ergebnis" führen kann bzw. dass man einen unbeteiligten Dritten braucht, der da nochmal draufschaut? Ich bin nämlich gerade auch viel mit meiner Biografie beschäftigt, und versuche, Dinge nachzuvollziehen, aber man hat bei sich ja immer einen blinden Fleck und vielleicht war doch alles ganz anders.
Nach ein paar Metern fand ich in einer Apotheke einen Geldautomaten, doch ich gab die falsche Geheimzahl ein. [...] Ich war nicht besonders besorgt, meine Karte war ja nicht beschädigt, sondern eher traurig: Ich hatte einfach meine Geheimzahl vergessen. (Teju Cole: Open City)

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