Männer heitraten anders

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ERSTER BEITRAG DES THEMAS
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Kolinatan
Begeisterter Schreiberling

Männer heitraten anders

Beitrag #1 » von Kolinatan »

Eigentlich geht es im Artikel um die Vermögensverteilung und wie die Ungleichheit in Deutschland weiter zunimmt. Interessant finde ich einige Aspekt im Beitrag: veränderte Partnerwahl von Männern, Umgang mit Vermögen bei Verheirateten, Glücksfolgen einer Trennung. Ein Auszug aus dem Interview:
Grabka: Früher hat auch mal ein Arzt eine Krankenschwester geheiratet. Heute heiratet der Arzt eine Ärztin. Die Schichten bleiben stärker unter sich als früher.
SZ: Die Krankenschwester heiratet einen Altenpfleger ...
Grabka: ... und so leben gutverdienende Ärzte zusammen und wenig verdienende Pfleger. Die Gesellschaft spaltet sich auch beim Heiraten.
[...]
SZ: Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Grabka: Männer haben ein größeres Vermögen. Überraschend ist, dass vor allem verheiratete Männer deutlich mehr Vermögen haben als verheiratete Frauen.
SZ: Man denkt, die legen ihr Geld zusammen, wenn sie heiraten.
Grabka: Ist aber nicht so. Zwar sagen vier von fünf Paaren, dass sie ihr Einkommen gemeinsam verwalten. Beim Vermögen machen sie aber Unterschiede. So kommen Männer im Schnitt auf 110.000 Euro, Frauen nur auf knapp 70.000.
[...]
Grabka: Es gibt zwei zentrale Lebensereignisse, die sich sehr nachteilig auf das Glück auswirken: Arbeitslosigkeit und Scheidung beziehungsweise der Tod eines Ehepartners.
SZ: Sicher weiß man also nur, was unglücklich macht?
Grabka: Ja. Man erkennt klar, dass die Lebenszufriedenheit in beiden Fällen massiv abnimmt. Das Interessante ist, dass die Betroffenen selbst nach Jahren, wenn sie einen neuen Job oder Partner finden, nicht mehr unbedingt genauso zufrieden werden wie vorher. Das ist ein wirklich lang anhaltender Effekt.
SZ: Gibt es keine Dinge, die einen sicher glücklich machen? Kinder etwa?
Grabka: Kinder eher nicht. Der positive Effekt ist sehr kurzfristig, weil schlicht und einfach die Belastung so groß ist, die mit einem Neugeborenen verbunden ist. Das ist ein anderes Leben, aber es macht die Menschen nicht messbar zufriedener.
SZ: Na, dann wundern wir uns nicht, wenn die Deutschen Singles bleiben.
Grabka: Ich wundere mich auch nicht.
Quelle: Süddeutsche Zeitung

ERSTER BEITRAG DES THEMAS
halbkaputt
Begeisterter Schreiberling

Re: Männer heitraten anders

Beitrag #2 » von halbkaputt »

erstmal Danke für das teilen des Artikels Kolinatan ich hab den jetzt schon an befreundete Pärchen/Menschen weitergeleitet, möchte hier aber noch ein weiteres Zitat hinzufügen, weil das auch schon Thema im Forum war und vermutlich auch die größte Nähe zur AB-Problematik hat:
Markus Grabka im SZ Interview hat geschrieben:Das hat verschiedene Ursachen. Denken wir etwa an die schrumpfende Zahl von Familien. Eine Familie kann zum Beispiel fixe Kosten teilen. So benötigt man in einer Wohnung nur eine Küche und ein Bad. Singles dagegen geben pro Kopf mehr für Miete aus als eine Familie. Der Trend zu Einpersonenhaushalten lässt das Land ungleicher werden.
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Finnlandfreundin
Keiner schreibt schneller

Re: Männer heitraten anders

Beitrag #3 » von Finnlandfreundin »

Kolinatan hat geschrieben: 07.02.2024, 00:32 Eigentlich geht es im Artikel um die Vermögensverteilung und wie die Ungleichheit in Deutschland weiter zunimmt. Interessant finde ich einige Aspekt im Beitrag: veränderte Partnerwahl von Männern, Umgang mit Vermögen bei Verheirateten, Glücksfolgen einer Trennung. Ein Auszug aus dem Interview:
Grabka: Früher hat auch mal ein Arzt eine Krankenschwester geheiratet. Heute heiratet der Arzt eine Ärztin. Die Schichten bleiben stärker unter sich als früher.
SZ: Die Krankenschwester heiratet einen Altenpfleger ...
Grabka: ... und so leben gutverdienende Ärzte zusammen und wenig verdienende Pfleger. Die Gesellschaft spaltet sich auch beim Heiraten.
[...]
SZ: Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Grabka: Männer haben ein größeres Vermögen. Überraschend ist, dass vor allem verheiratete Männer deutlich mehr Vermögen haben als verheiratete Frauen.
SZ: Man denkt, die legen ihr Geld zusammen, wenn sie heiraten.
Grabka: Ist aber nicht so. Zwar sagen vier von fünf Paaren, dass sie ihr Einkommen gemeinsam verwalten. Beim Vermögen machen sie aber Unterschiede. So kommen Männer im Schnitt auf 110.000 Euro, Frauen nur auf knapp 70.000.
[...]
Grabka: Es gibt zwei zentrale Lebensereignisse, die sich sehr nachteilig auf das Glück auswirken: Arbeitslosigkeit und Scheidung beziehungsweise der Tod eines Ehepartners.
SZ: Sicher weiß man also nur, was unglücklich macht?
Grabka: Ja. Man erkennt klar, dass die Lebenszufriedenheit in beiden Fällen massiv abnimmt. Das Interessante ist, dass die Betroffenen selbst nach Jahren, wenn sie einen neuen Job oder Partner finden, nicht mehr unbedingt genauso zufrieden werden wie vorher. Das ist ein wirklich lang anhaltender Effekt.
SZ: Gibt es keine Dinge, die einen sicher glücklich machen? Kinder etwa?
Grabka: Kinder eher nicht. Der positive Effekt ist sehr kurzfristig, weil schlicht und einfach die Belastung so groß ist, die mit einem Neugeborenen verbunden ist. Das ist ein anderes Leben, aber es macht die Menschen nicht messbar zufriedener.
SZ: Na, dann wundern wir uns nicht, wenn die Deutschen Singles bleiben.
Grabka: Ich wundere mich auch nicht.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Ich vermute eher, dass es heute liberaler ist und weniger darauf geachtet wird, unter sich zu heiraten. Die Frage ist natürlich, was mit früher gemeint ist. Von Erzählungen meiner Großmutter kenne ich nämlich, dass ihr Vater sehr hinterher war, dass sie aus ähnlichem Hause heiratet. Bei meinen Eltern spielte das keine Rolle, auch wenn beide auch Akademiker sind. Mir und meinen Geschwistern wurde von Seiten unserer Eltern nie Vorgaben gemacht, meine Oma äußerte sich immer ähnlich wie ihr Vater.

Meine Eltern hatten sich über den Beruf kennengelernt, da waren die meisten studiert. Hat also eher etwas damit zu tun, wem man über den Weg läuft. Die Eltern einer Freundin sind Arzt und Krankenschwester. Aber auch sie sind sich auf der Arbeit über den Weg gelaufen. Onlinedating gab es noch nicht.

Lernt man heutzutage jemanden im Beruf kennen, wird sich ein ähnliches Bild zeigen. Lernt man jemanden im Freizeitbereich kennen, ist die Frage nach dem Beruf oder ob studiert oder nicht, nicht das erste, was gefragt wird und ich finde auch, irrelevant. Online ist mir aufgefallen, dass es wiederum eine große Rolle bei der Mehrheit spielt. Ich kann ja nur von meiner Seite ausgehen. Den meisten Männern war es wichtig, dass Frau keinen höheren Bildungsabschluss hat.

Als mein Bruder seine Freundin kennenlernte, war sie arbeitslos. Hat ihn nicht davon abgehalten, sie kennen und lieben zu lernen. Mittlerweile sind 10 Jahre vergangen und die Hochzeit steht an.

Es kommt heutzutage vielmehr auf den Einzelnen an, ob ihm das wichtig ist oder nicht.

Mir persönlich, ist es egal, welchen Schulabschluss jemand hat, solange er einen hat. Für mich ist Arbeitslosigkeit auch kein Ausschlusskriterium, aber nur soweit ersichtlich ist, dass man auch wieder in Arbeit kommen möchte.
Hätte ich die Wahl zwischen jemandem, der bspw einen Hauptschulabschluss hat und als Reinigungskraft arbeitet und einem Akademiker, der lieber arbeitslos ist, anstatt als Reinigungskraft zu arbeiten, fiele die Wahl auf ersteren (vorausgesetzt in allen anderen Punkten sind sie gleich).


Das Vermögen ist einerseits deshalb unterschiedlich, da Männer in vielen Berufen auch heute noch besser bezahlt werden als Frauen und andererseits vorrangig die Frauen beruflich kürzer treten, wenn Kinder da sind.


Der Gedanke an ein Kind ist bei mir noch nicht ganz weg, wenn auch mittlerweile sehr unwahrscheinlich, aber ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Und wenn meine beste Freundin mit ihrer kleinen Tochter zu Besuch kommt oder ich zu ihr fahre, blühe ich mit der Kleinen auf.
Habe aber auch schon Reportagen gesehen, wo sich Frauen geäußert haben, dass sie es bereuen, Kinder bekommen zu haben. Klar hängt viel Arbeit daran, aber ein Kind gibt einem auch viel zurück, finde ich.

... paar meiner Gedanken zu dem Thread :-)
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Obelix
Moderator

Re: Männer heitraten anders

Beitrag #4 » von Obelix »

Finnlandfreundin hat geschrieben: 07.02.2024, 19:40 Es kommt heutzutage vielmehr auf den Einzelnen an, ob ihm das wichtig ist oder nicht.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es statistisch gesehen einen Trend gibt wie im Artikel beschrieben. Gleichzeitig ist aber auch die Streuung sehr groß geworden, weil es immer weniger üblich geworden ist dass Eltern Vorgaben machen, von welchem "Stand" der Lebenspartner des eigenen Kindes sein soll. Insofern überrascht es nicht, dass jeder Fälle kennt, die nicht in das von Artikel gezeichnete Bild passen.
time4change
Liebt es sich mitzuteilen

Re: Männer heitraten anders

Beitrag #5 » von time4change »

Finnlandfreundin hat geschrieben: 07.02.2024, 19:40 Das Vermögen ist einerseits deshalb unterschiedlich, da Männer in vielen Berufen auch heute noch besser bezahlt werden als Frauen und andererseits vorrangig die Frauen beruflich kürzer treten, wenn Kinder da sind.
Zweiter Punkt: ja

Erster Punkt: eher nicht...
Ist nicht der relevantere Aspekt, daß viele schlecht bezahlten Berufe überwiegend von Frauen ausgeübt werden, während oftmals typische "Männerberufe" mit besserer Bezahlung verbunden sind?
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Finnlandfreundin
Keiner schreibt schneller

Re: Männer heitraten anders

Beitrag #6 » von Finnlandfreundin »

time4change hat geschrieben: 07.02.2024, 23:09
Finnlandfreundin hat geschrieben: 07.02.2024, 19:40 Das Vermögen ist einerseits deshalb unterschiedlich, da Männer in vielen Berufen auch heute noch besser bezahlt werden als Frauen und andererseits vorrangig die Frauen beruflich kürzer treten, wenn Kinder da sind.
Zweiter Punkt: ja

Erster Punkt: eher nicht...
Ist nicht der relevantere Aspekt, daß viele schlecht bezahlten Berufe überwiegend von Frauen ausgeübt werden, während oftmals typische "Männerberufe" mit besserer Bezahlung verbunden sind?
Ich meinte innerhalb eines Berufes auf dem freien Arbeitsmarkt. Ich weiß nicht, woran das liegt ... Nimmt man an, dass Frau mehr ausfällt? Wenn Kinder da sind, mit Sicherheit. Spricht man einem Mann mehr Kompetenz zu? Es ist auch zu beobachten, dass die Chefpositionen oft durch Männer besetzt sind.

... Als meine Schwester ein neues Auto suchte und sich mit ihrem Freund beim Autohaus war, sprach der Verkäufer mit ihm, nicht mit ihr. Dies änderte sich erst, als ihre Freund ihm sagte, dass nicht er ein Auto sucht, sondern sie ... gleiches Schema, wenn auch andere Thematik. Bei Bezahlung nach Tarif passiert sowas nicht.

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