Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

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David1992
Noch etwas schweigsam

Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #1 » von David1992 »

Hallo Leute!

Ich muss jetzt mal etwas länger ausholen. Meine „Story” begann bereits Anfang des letzten Jahres, als eine Arbeitskollegin, die in der gleichen Abteilung arbeitet wie ich, mir sehr eindeutige Interessenssignale gesendet hatte. Beispielweise hat sie extrem meine Aufmerksamkeit gesucht, mich sehr häufig angesprochen und mir regelmäßig extrem persönliche Fragen gestellt (wie meine Traumfrau aussieht, was ich von Beziehungen halte, welche Charaktereigenschaften ich bei Frauen mag, ob ich später mal Kinder haben will, etc.). Ich bin normalerweise sehr schlecht darin, zu merken, ob eine Frau Interesse an mir hat, aber in diesem Fall war selbst ich mir ziemlich sicher, dass sie mich zu diesem Zeitpunkt gemocht hatte.

Da sie mir sowohl vom Charakter her, als auch optisch sehr gefällt, habe ich mich daraufhin dann relativ schnell in sie verknallt. Allerdings bin ich zunächst sehr passiv geblieben, da ich etwas „Schiss” davor hatte, etwas mit einer Arbeitskollegin anzufangen. Außerdem ist man als AB in solchen Dingen ja leider auch sehr unerfahren und unsicher..

Das Ganze ging dann etwas mehr als zwei Monate lang so, bis ich dann gemerkt hatte, dass sie mir gegenüber zwei Wochen lang plötzlich nicht mehr so „flirty” war, wie das vorher der Fall gewesen ist. Ich habe dann trotzdem den Mut aufgebracht, sie unter vier Augen zu einem Essen eingeladen. Sie meinte daraufhin, dass wir uns gerne treffen könnten - allerdings habe ich gemerkt, dass ihr meine Einladung unangenehm war und sie lediglich aus Höflichkeit nicht abgelehnt hatte. Da ich mir wie gesagt schon sehr sicher war, dass da kurze Zeit vorher noch Interesse vorhanden war, war ich über diesen indirekten Korb erstmal etwas verwundert. Ein paar Tage später hatte ich dann allerdings mitbekommen, dass sie zu diesem Zeitpunkt einen anderen Typen gedatet hatte und sich möglicherweise nicht mit mir treffen wollte, weil ich nur noch die zweite Wahl für sie gewesen war.
Dieser Typ war dann ein paar Wochen später auch schon wieder Geschichte, weil er das Ganze beendet hatte. Es ist mittlerweile übrigens bereits etwas mehr als ein Jahr her, seitdem ich sie zu einem Treffen eingeladen hatte. Zwischenzeitlich hatte ich auch immer mal wieder den Eindruck, dass sie Interesse an mir haben könnte (durch die Art und Weise, wie sie mich angeschaut hat, immer mal wieder sehr persönliche Fragen an mich gestellt hat, etc.) allerdings war das seitdem nie wieder auf dem Niveau, wie das in den eingangs geschilderten zwei Monaten gewesen war.

Stattdessen habe ich mitbekommen, dass sie in diesem Zeitraum auch immer mal wieder andere Typen gedatet hatte. Diese Typen haben die Datingphase dann aber ebenfalls jeweils nach ein paar Wochen wieder beendet. Dazu muss ich sagen, dass ich mehrmals mitbekommen hatte, dass sie nach eigener Aussage auf „Südländer” steht - und die Männer, die sie gedatet hatte, waren allesamt Türken und Albaner. Bitte nicht falsch verstehen: Ich will hier definitiv nicht gegen Ausländer hetzen, aber wenn sie im Büro von diesen Typen erzählt hatte, hatte ich immer den Eindruck, dass die anscheinend nur mit ihr ins Bett wollten. Dazu muss ich sagen, dass sie deutlich jünger ist als ich (ich bin 31 und sie 21) und daher konnte ich mich immer noch ein bisschen damit trösten, dass ich als Deutscher nicht ihr Typ war und sie in dieser Hinsicht extrem naiv war und immer wieder auf die falschen Männer hereingefallen ist.

Nun hat sie allerdings frisch einen neuen Typen kennengelernt (ausnahmsweise ein Deutscher) und hat bei uns im Büro schon mehrmals von ihm geschwärmt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann hatten die beiden am letzten Wochenende ihr erstes Date.

Heute war es dann so, dass ich den Kontakt zu ihr bewusst so gering wie möglich gehalten habe. Bis ich mich mit einer anderen Arbeitskollegin unterhalten habe, woraufhin sie sich dann ebenfalls am Gespräch beteiligt hat. Das ging dann ein paar Minuten so weiter, bis zwei andere Arbeitskolleginnen, mit denen sie gut befreundet ist, an uns vorbeigelaufen sind und eine von beiden sie gefragt hat: „Wie geht es denn dem xxx?”. Daraufhin haben die drei dann ein Gespräch über den Typen gestartet. Mir war das mega unangenehm, allerdings habe ich versucht, mir nichts anmerken zu lassen und bin dann kurze Zeit später wieder auf meinen Arbeitsplatz gegangen. Da das Gespräch über diesen Typen anscheinend recht lange ging, habe ich dann irgendwann Mittagspause gemacht und bin einkaufen gegangen, obwohl ich eigentlich gar nichts brauchte (sondern einfach nur, um diese Unterhaltung nicht mehr mitanhören zu müssen).

Kurz vor ihrem Feierabend haben die drei dann erneut über diesen Typen gesprochen und sie hat erzählt, dass sie sich heute nach der Arbeit mit ihm trifft. Kurze Zeit später hat sie mich gefragt: „Und was machst du heute noch so, David?”. Ich hatte allerdings meine Kopfhörer auf und habe so getan, als hätte ich sie nicht gehört (weil ich einfach keine Lust dazu hatte, mit ihr zu sprechen).

Zunächst mal: Mir ist natürlich bewusst, dass das mit den beiden noch extrem frisch ist. Es könnte sein, dass sie in ein paar Wochen/Monaten in einer Beziehung mit ihm ist - aber theoretisch könnte es ja auch sein, dass sich das in ein paar Wochen auch schon wieder erledigt hat.

Mir geht es bei diesem Thema hier aber ausdrücklich nicht darum, wie das mit dieser Frau möglicherweise doch noch etwas werden könnte. Denn selbst wenn das mit diesem neuen Typen nicht klappen sollte, habe ich die Hoffnung, dass das mit ihr noch etwas werden könnte, wirklich schon komplett aufgegeben.

Mir geht es stattdessen darum, ob ihr Ideen habt, welche Methoden ich anwenden kann, um besser mit der Situation klarzukommen? Wie es ja bereits klar geworden sein sollte, zieht es mich sehr runter, dass sie in unserem Großraumbüro immer so lautstark mit ihren Freundinnen über diesen Typen spricht. Teilweise kann ich diesem Zustand ja wie bereits geschildert entgehen (Pause machen, Musik hören, etc.) allerdings bekomme ich trotzdem noch wesentlich mehr davon mit, als mir lieb ist. Hinzu kommt, dass ich wie bereits angesprochen eigentlich überhaupt nicht mehr viel mit ihr reden will und daher auch keine Gespräche mehr mit ihr initiiere. Allerdings fängt sie nach wie vor immer mal wieder Gespräche mit mir an, in dem sie mir irgendwelche Fragen stellt, woraufhin ich mittlerweile in der Regel dann aber nur noch recht knapp antworte. Allerdings weiß ich nicht, ob das nicht zu unhöflich und abweisend ist, wenn ich das auf die Dauer weiterhin so durchziehen sollte...

Zusätzlich ist mir natürlich auch bewusst, dass es bereits mehr als ein Jahr her ist, dass ich sie damals gefragt habe. Wenn man das bedenkt, hänge ich mit Sicherheit immer noch viel zu sehr an ihr, als es unter normalen Umständen eigentlich der Fall sein dürfte. Das Problem ist wohl, dass ich ansonsten leider nur wenige Frauen kennenlerne - und sie halt logischerweise weiterhin regelmäßig sehen muss, solange sie meine Arbeitskollegin ist.

Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich für diesen Job vor knapp drei Jahren aus meiner Heimatstadt weggezogen bin. Völlig unabhängig von dieser Frau würde ich gerne so schnell wie möglich wieder in meine Heimatstadt ziehen - dass ich sie dann nicht mehr sehen müsste, wäre dabei natürlich ein schöner Nebeneffekt. Allerdings habe ich bereits rund 30 Bewerbungen losgeschickt - hatte bislang aber leider noch keinen Erfolg. Sobald ich sie nicht mehr sehen muss, dürfte es mir mit Sicherheit deutlich leichter fallen, sie loszulassen - wann genau das jedoch sein wird, ist derzeit leider noch nicht abzusehen...

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Kolinatan
Begeisterter Schreiberling

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #2 » von Kolinatan »

David1992 hat geschrieben: 10.06.2024, 20:20 Mir geht es stattdessen darum, ob ihr Ideen habt, welche Methoden ich anwenden kann, um besser mit der Situation klarzukommen?
Lieber David,

Du hast erzählt, wie Du Dich in die aktuelle Situation gebracht hast. Dabei machst Du allerdings widersprüchliche Aussagen. Du sagst zwar, dass Du aufgegeben hättest, dass es mit ihr noch etwas werden könnte und zugleich erklärst Du, dass Du mit der Situation nicht zurecht kommst und nicht in der Lage bist, mir ihr auf normale Weise zu sprechen. Insofern zeigt Dein Verhalten, dass Du Dir selbst etwas vormachst und weiterhin Erwartungen ihr gegenüber hegst. Diese zu verdrängen oder zu leugnen, wird es Dir nicht einfacher machen.

Aus meiner Sicht wäre der erste Schritt, vor Dir selbst einzugestehen, welche Vorstellungen und Gedanken Du wirklich hast. In welche Verliebtheit hast Du Dich hineingesteigert, aufgrund welcher Erlebnisse? Welche Hoffnungen hast Du Dir gemacht und machst sie Dir immer noch? Deine Ausrede, welche Du über Monate verwendet hast, um nichts zu unternehmen, dass sie ohnehin nichts mit einem Deutschen anfangen würde, bricht jetzt gerade zusammen und funktioniert nicht mehr. Du darfst Dir die Unzufriedenheit mit Dir selbst bewusst machen und musst sie nicht an ihr abreagieren, indem Du Dich ihr gegenüber abweisend verhältst. Mach Dir klar wie viele Erwartungen und Gefühle Du auf sie projizierst und lass es los.

Mit welchen Methoden hast Du Erfahrung, um mit Wut und Frustration umzugehen? Bist Du in der Lage Dich aus der Identifikation mit Deinen Gedanken zu lösen? Hast Du Erfahrung mit Meditation oder Kampfsport oder etwas anderem, womit Du Dich auspowern oder zumindest ablenken kannst? Wie gut kannst Du Deine Aufmerksamkeit lenken? Wie oft bist Du mit Deiner Aufmerksamkeit bei ihr? Mach Dir bewusst, dass es nicht die Situation ist, welche Dir zusetzt sondern Deine Bewertung und Deine unerfüllten Wünsche.

Was sind die Gedanken, warum die Situation für Dich so schwierig ist? Ist es z.B.: "Wenn ich etwas getan hätte, dann wäre ich der Typ von dem sie die ganze Zeit schwärmt." oder "Warum hast sie mich nicht erwählt?" oder ...

Was möchtest Du was sich verändern soll und wo bist Du mit der Realität im Konflikt und lehnst sie ab. Was ist Deine Vorstellung, was an der Situation anders sein sollte und warum? Natürlich kannst Du der Situation und dem Kontakt versuchen auszuweichen. Solange Du entscheidest, dass dies für Dich die sinnvollste Option ist, entscheide Dich dafür. Nur tu es aus einem Dafür und nicht, weil Du vor etwas davon läufst. Viel Erfolg.

Liebe Grüße
Kolinatan
Waldgeist
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #3 » von Waldgeist »

Hallo David,

ich denke mal, was du brauchst, ist eine Alternative zu Ihr. Hierein solltest du deine Energie stecken, dann endet vielleicht auch dein AB-Dasein. Wenn du wegziehst, dann wird es sich vermutlich auch nur begrenzt verändern. Ohne Alternative wirst du vermutlich weiterhin an Sie denken.

Ich war jetzt auch 1 Jahr in eine Frau verliebt. Im Januar habe ich dann den Schlussstrich gezogen, aber erst im Mai bin ich meine Liebesgefühle für sie losgeworden, als ich eine andere Frau kennengelernt habe, welche mich sehr interessiert hat. Die Gefühle waren dann sehr schnell weg.

Ich empfehle dir die Flucht nach Vorne d.h. gehe intensiv auf Partnersuche.

Viele Grüße
Waldgeist
David1992
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #4 » von David1992 »

Hi Kolinatan,

danke für deine Antwort.

Ich will erst nochmal auf die Sache mit dem Männergeschmack eingehen: Obwohl ich als Deutscher nicht ihr Typ bin, bin ich mir wie bereits angesprochen sehr sicher, dass sie zumindest in diesen zwei Monaten Interesse an mir hatte.

Bei dem Thema „Widersprüchlichkeiten” muss ich dir leider zu 100 Prozent zustimmen. Ich habe zunächst nichts unternommen, weil ich „Schiss” davor hatte, etwas mit einer Arbeitskollegin anzufangen. Hier habe ich aber wohl direkt am Anfang schon einen sehr großen Fehler gemacht, denn wenn man es richtig anstellt, gibt es bei so einer Situation wohl nur zwei Möglichkeiten. Entweder fängt man bewusst nichts mit einer Arbeitskollegin an - dann sollte man es aber konsequent durchziehen und seine Emotionen im Griff haben, damit man sich dann gar nicht erst in die andere Person verknallt. Oder, man geht das Risiko bewusst ein und wird direkt aktiv, sobald man solche Interessenssignale erhält.

Ich habe dann aber wohl die schlechteste Option gewählt, in dem ich quasi erstmal zwei Monate „rumgeeiert” habe, bis ich sie dann schließlich doch gefragt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war es dann aber anscheinend bereits zu spät, da sie dann ja zwischenzeitlich diesen einen Typen kennen gelernt hatte, wo ihr Interesse an mir dann anscheinend abgenommen hatte.

Dann nochmal zum Thema „Hoffnung aufgeben”: Ich muss gestehen, dass ich die Hoffnung hatte, dass es mit ihr doch noch etwas werden könnte, nachdem dieser Typ das Ganze beendet hatte. Allerdings habe ich von ihr seitdem zwar immer mal wieder gewisse Signale erhalten, die aber nie wieder so deutlich waren, wie das in diesen zwei Monaten der Fall gewesen war. Möglicherweise bin ich durch meine anfängliche Passivität irgendwann auch einfach bei ihr in die Friendzone gerutscht.
Jedenfalls muss ich gestehen, dass ein Teil von mir sich bis vor kurzem immer noch Hoffnung gemacht hatte, dass ihr Interesse irgendwann doch noch einmal so richtig aufleben könnte. Spätestens jetzt habe ich aber eingesehen, dass das mit uns beiden in diesem Leben wohl nichts mehr werden wird (unabhängig davon, wie sich das jetzt mit diesem neuen Typen entwickelt).

Im Nachhinein wäre es halt auch besser gewesen, wenn ich die Frau bereits vor einem Jahr komplett abgehakt hätte, denn dann hätte ich sie mittlerweile garantiert schon wesentlich besser losgelassen. Dass ich den Kontakt zu ihr nun so deutlich reduzieren will, liegt daran, dass ich denke, dass ich so leichter von ihr wegkomme. Übrigens: Nachdem ich gestern teilweise abweisend zu ihr war, war sie heute auch deutlich zurückhaltender zu mir. Während sie mich ansonsten mehrmals pro Tag anspricht und Gespräche initiiert, haben wir beide heute fast überhaupt nicht miteinander gesprochen. Daher dürfte sie also bemerkt haben, dass ich aktuell nicht so sonderlich viel Kontakt zu ihr haben will. Einerseits finde ich es zwar auch schade, weil ich mich immer gerne mit ihr unterhalten habe, aber so fällt es mir, denke ich, einfach leichter, da jetzt erstmal einen harten Cut zu ziehen.

Dann zum Thema „Wut und Frustration”: Ich gehe zwei bis dreimal in der Woche ins Fitnessstudio. Das ist daher natürlich eine gute Gelegenheit, um sich ein bisschen auszupowern. Mit Meditation habe ich noch keine nennenswerten Erfahrungen gesammelt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich in den letzten beiden Tagen jeweils um 4 Uhr, bzw. 5 Uhr aufgewacht bin. Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass ich wegen dieser Situation im Moment sehr gestresst bin und eigentlich noch zusätzliche Entspannungsmethoden bräuchte, um besser damit klar zu kommen.


Was sind die Gedanken, warum die Situation für Dich so schwierig ist? Ist es z.B.: "Wenn ich etwas getan hätte, dann wäre ich der Typ von dem sie die ganze Zeit schwärmt." oder "Warum hast sie mich nicht erwählt?" oder ...

Ja, es ist tatsächlich so, dass ich bis heute noch damit hadere, dass ich damals zunächst so passiv geblieben bin. Und mich gelegentlich frage, ob sich dann zwischen uns beiden möglicherweise etwas entwickelt hätte.


Und dann noch zu deinen weiteren Fragen: So, weit ich das selber einschätze, ist diese Frau aber gar nicht mal das eigentliche Problem an meiner Unzufriedenheit. Wie gesagt: Ich mag sie von ihrem Charakter und finde sie sehr hübsch. Aber wenn da zwischen uns beiden tatsächlich mal ein Treffen stattgefunden und ich sie näher kennengelernt hätte, hätte es ja theoretisch auch sein können, dass ich sogar von meiner Seite aus irgendwie festgestellt hätte, dass das zwischen uns beiden irgendwie doch nicht so wirklich passt. Ich denke, dass mein Dasein als AB hier eine sehr große Rolle spielt und ich sie daher vermutlich sehr stark idealisiere, da ich halt gerne eine Freundin hätte. Außerdem ist es ja auch so, dass es mit Sicherheit noch genügend andere Männer auf diesem Planeten gibt, die sich auch schon mal in eine Arbeitskollegin verknallt haben, und wo die Geschichte dann ebenfalls nicht gut ausgegangen ist. Der Knackpunkt bei meiner Situation ist daher meiner Einschätzung nach, dass ich eben generell sehr wenige Frauen kennenlerne. Denn wenn ich in ein paar Wochen eine neue Frau kennenlernen würde, die mir gefällt und wo das Interesse gegenseitig ist, würde ich meine Arbeitskollegin vermutlich auch sehr schnell wieder vergessen.

Und um ehrlich zu sehen, habe ich in meinem Leben noch weitere Baustellen. Wie ich das ja schon mal geschildert habe, bin ich vor knapp drei Jahren für diesen Job in eine andere Stadt gezogen. Hier habe ich aber leider nur relativ wenige soziale Kontakte. Parallel dazu sind aber auch einige meiner sozialen Kontakte, die ich in meiner Heimatstadt hatte, seit meinem Umzug eingeschlafen. Daher habe ich, unabhängig von dieser Frau, aktuell eine Phase in meinem Leben, mit der ich sehr unzufrieden bin.

Meiner Einschätzung nach wäre es ein sehr wichtiger Schritt für mich, wenn ich einen Job in meiner Branche finden und in ein paar Monaten wieder in meine Heimatstadt ziehen könnte. Wie bereits angesprochen, war meine Jobsuche bislang noch nicht von Erfolg gekrönt. Jedoch muss ich gestehen, dass ich mich in letzter Zeit auch kaum noch beworben habe, weil mir dazu schlicht die Motivation gefehlt hatte. Vielleicht ist diese Situation mit meiner Arbeitskollegin jetzt aber auch der entscheidende „Arschtritt”, den ich brauche, um mich wieder regelmäßiger zu bewerben, um bald auch wieder generell deutlich in meinem Leben voranzukommen.
Außenseiter
Ist kein Frischling mehr

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #5 » von Außenseiter »

Ah, hier ist Teil 2 :D

Also ich würde dir gern einige Sachen aus eigener Erfahrung raten. Zuerst mal, David, sie ist 21. Kann ja sein, dass sie eher erwachsen wirkt und ihr euch gut versteht, aber sie ist 21!... und abgesehen von ihrem Männergeschmack, der sich vermutlich auch noch ändern wird, will sich diese Kollegin ausprobieren. Ich will jetzt nicht aufgrund von Klischees urteilen, es gibt Ausnahmen, aber diese Flirterei ist von ihrer Seite aus vielleicht genau so eine austauschbare Strategie, wie sie auf dich als Unikum Eindruck gemacht hat. Dass du dich für sie interessierst heißt für sie in erster Linie, ihre Masche funktioniert und das hat sie an einem offenbar für sie netten Kollegen gut ausprobiert. Du findest sie hübsch? Dann kannst du dir gewiss sein, sie findet sich auch hübsch. Ein Mädchen das ich geliebt habe, als ich 21 war (habe an anderer Stelle von ihr geschrieben), hat mir mal gesagt, sie wüsste genau, welchen Eindruck sie auf Männer macht und um ehrlich zu sein, hatte sie ihren Männermagnetismus ausgesprochen gut im Griff. Die hatte nur keinen Freund, wenn sie wollte, dass sie keinen Freund hat. Alles andere war für sie optional. - Nur mit mir hat sie damals nicht gerechnet.- Von der Erfahrung mit dieser Frau her kann ich dir eine Sache raten: entscheide dich, ob du deine Arbeitskollegin "nur" idealisierst, weil du eine Freundin willst oder ob du sie wirklich so gut findest, dass du nicht anders kannst, als es ihr früher oder später zu sagen. Ob sie alles ist, was du dir von einer Frau versprichst. Im ersteren Fall und so schwer es fällt, vergiss sie. Im letzteren Fall, sprich mit ihr über deine Gefühle, am besten vorgestern. Im besten Falle kannst du dann mit ihr befreundet sein.

Zum zweiten: mache deine Beziehung zu dieser Kollegin nicht zur Basis deiner beruflichen Entscheidungen! Bitte mach das nicht! Wenn du irgendwas gutes findest, wo du meinst, damit könntest du glücklich sein (vielleicht auch mal Teilzeit in Erwägung ziehen, um einfach mehr freie Zeit zu haben oder langsam ins Berufleben zu kommen), dann mach das! Wenn sie nicht die eine ist, spielt diese Kollegin dabei keine Rolle.

Zum dritten: ich kann 1:1 unterschreiben, was Waldgeist da geschrieben hat. Du brauchst Ablenkung von ihr. Wenn sie nicht "die eine" ist, vergisst du sie nur durch Interaktion mit anderen Menschen und ja, leider auch durch Interaktion mit anderen Frauen. Wenn du den Fehler unter Absatz 2 begehst, und wegziehst ohne dass du das Problem mit irgendeiner anderen stabilen sozialen Beziehung gelöst hast, verschlimmerst du es. Du wirst dann noch mehr an sie denken, du wirst sie erst recht idealisieren, weil sie nicht mehr da ist (du abstrahierst eure Beziehung), du wirst dir ständig ausmalen, was hätte sein können, es gibt niemanden mehr, der dir das Gegenteil beweisen kann und das kann dich mental und persönlich zerstören. Es tut mir leid, das jetzt so zu hören, aber ich kann dir wirklich nur raten, schließe irgendwie mit dieser Kollegin ab, bevor du deinen Job verlässt. Ich würde in deiner Situation vermutlich irgendwas dummes tun, wie das Gespräch mit ihr suchen und mir davon eine Lösung erwarten, aber auf irgendeine andere, kluge Art und Weise geht es sicher auch.

Viertens, wie hier schon geschrieben: Vielleicht hast du eine Chance bei ihr ja wirklich vermasselt und das ist ärgerlich, kann ich zu 100% nachvollziehen. Aber dass sie mit dir geflirtet hat zeigt, dass du definitiv ne Chance bei anderen, vermutlich jüngeren, vermutlich hübscheren Frauen hast. Mir würde das ein krasses Selbstvertrauen geben, wenn ich sowas merken würde. Ich kann dir an dem Punkt nicht raten, was du damit anfangen sollst, denn ich weiß es als AB de facto nicht, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es dir möglich sein kann, auch von dir aus mal irgendwo einen Vorstoß zu wagen. Was ist denn z.B mit dem Fitnessstudio, vielleicht da schon mal irgendwas erspäht, was zur Ablenkung führen könnte?
David1992
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #6 » von David1992 »

Waldgeist hat geschrieben: 11.06.2024, 18:22
Außenseiter hat geschrieben: 12.06.2024, 00:28
Vielen Dank für eure Antworten.

Erstmal zu ihrem Aussehen: Ja, also sie bekommt mit Sicherheit oft genug gesagt, dass sie hübsch ist. Hinzu kommt, dass ich immer mal wieder mitbekommen habe, dass sie erzählt hat, dass sie von Männern angesprochen worden ist. Dementsprechend wird sie auch selber „wissen”, dass sie gut aussieht.

Zu ihrem Alter: Es ist natürlich in der Tat so, dass man mit Anfang 20 teilweise noch etwas unreif ist. Mal ein Beispiel: Während der Zeit, in der ich mir sehr sicher war, dass sie noch etwas von mir wollte, habe mich mitbekommen, dass sie zu zwei befreundeten Arbeitskolleginnen mal gesagt hat, dass sie gerne einen Freund hätte, der „richtig nett” ist. Im Laufe des letzten Jahres hat sie dann aber wie gesagt mehrere Typen gedatet, bei denen ich anhand ihrer Erzählungen wie gesagt sehr eindeutig den Eindruck hatte, dass die nicht an ihrem Charakter interessiert waren, sondern einfach nur mit ihr ins Bett wollten. Wenn eine Frau mal auf so einen Typen reinfällt, kann man das vielleicht noch einigermaßen nachvollziehen. Aber da das mehrmals passiert ist, hatte ich den Eindruck, dass sie in der Hinsicht noch sehr unreif gewesen ist und zu wenig Wert auf den Charakter, und stattdessen zu viel Wert auf das Aussehen gelegt hat.

Diese Unreife kann halt auch eine Erklärung dafür sein, dass es über ein Jahr, nachdem sie mir einen indirekten Korb gegeben hat, wie gesagt immer mal wieder Phasen gab, in denen ich den Eindruck hatte, dass sie möglicherweise doch (wieder) romantisches Interesse an mir zu haben schien. Darüber, was genau das jetzt gewesen ist, kann ich wohl nur spekulieren. Vielleicht wusste sie selber nicht, was sie eigentlich will. Vielleicht hatte sie Bedenken, etwas mit mir anzufangen, weil ich ihr Arbeitskollege bin. Oder vielleicht hat sie mir diese Signale auch nur gesendet, um von mir „Bestätigung” zu erhalten. Wie gesagt: Ich weiß es nicht und werde es wohl auch nie erfahren, was genau das jetzt eigentlich gewesen ist.

„Ob sie alles ist, was du dir von einer Frau versprichst” . Dann nochmal hier zu: Also, wie bereits beschrieben, mag ich sie nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern ich mag auch ihren Charakter. Aktuell ist die Situation zwischen uns beiden natürlich etwas schwierig, weil ich den Kontakt zu ihr wie gesagt reduzieren will. Ansonsten habe ich mich aber gerne mit ihr unterhalten und aus meiner Sicht waren wir beide charakterlich schon auf einer „Wellenlänge”. Beispielsweise lacht sie immer viel über meine Witze und hat auch immer regelmäßig meine Standardsprüche auf der Arbeit von mir „geklaut”.

Dass mit dem anderen Typen ist wie gesagt noch extrem frisch. Vielleicht ist sie in ein paar Wochen oder Monaten mit ihm zusammen, vielleicht ist der Typ in ein paar Wochen auch schon wieder Geschichte. Allerdings: Selbst, wenn sich das mit diesem Typen wieder erledigt haben sollte, habe ich mittlerweile starke Zweifel daran, ob es so sinnvoller wäre, noch etwas mit ihr anzufangen. Ich weiß halt wie gesagt nicht, ob sie immer noch romantisches Interesse an mir hat, da es zwar wie gesagt immer mal wieder phasenweise gewisse Interessenssignale gab, diese jetzt aber halt auch nicht mega eindeutig waren. Und selbst, wenn ich jetzt doch eindeutig wüsste, dass ich sie „haben könnte”, wüsste ich ja wie gesagt, dass sie mehrere andere Typen gedatet hat, mit denen es nicht geklappt hat. Selbstverständlich wäre es mir wesentlich lieber, wenn ich eine Frau kennenlernen würde, bei der ich dann auch die erste Wahl gewesen bin.
Da das mit ihr bereits so kompliziert angefangen hat, ohne dass ich die Frau überhaupt mal gedatet habe, habe ich bei der ganzen Geschichte halt auch kein sonderlich gutes Bauchgefühl mehr und daher wäre es wohl auch nicht mehr sinnvoll, etwas mit ihr anzufangen.

Dann zu meiner [Jobsuche und Wohnsituation[/b]: Ich verstehe das Argument, dass ich die Situation mit ihr erst abschließen sollte, bevor ich wegziehe. Allerdings bin ich (unabhängig von dieser Frau) sehr unzufrieden in meinem aktuellen Wohnort. Ich habe mir selber auch bereits mehrmals die Frage gestellt: „Wie würde meine Situation jetzt aussehen, wenn sie nicht meine Arbeitskollegin wäre und ich sie niemals kennengelernt hätte?”. Die Antwort ist, dass ich dann zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem an meinem aktuellen Wohnort unzufrieden wäre, da ich hier noch weitere „Baustellen” habe. Daher will ich ich nicht nur wegen ihr wieder in meine Heimatstadt zurückziehen.

Und dann abschließend nochmal zu den Themen „andere Frauen” und „Aussehen”: Ich denke, dass es auf jeden Fall ein guter Ansatz ist, wenn ich versuche, stolz darauf zu sein, dass sie offensichtlich an mir interessiert gewesen. Dazu muss ich sagen: Ich bin mit Sicherheit kein männliches Model, dem die Frauen massenweise hinterherlaufen. Wenn ich meine Körpergröße (ich bin 1,73 m) allerdings mal ausklammere, bin ich unter dem Strich relativ zufrieden mit meinem Aussehen. In meiner Schulzeit und Unizeit gab es auch immer mal wieder Frauen, die anscheinend Interesse an mir hatten - und diese Frauen waren optisch tatsächlich auch auf einer ähnlichen Stufe wie meine Arbeitskollegin. Da hat sich dann aber nichts entwickelt, weil ich in den meisten Fällen nie großartig etwas unternommen habe. Ich denke daher, dass mein Aussehen nicht mein Problem ist, sondern viel eher mein mangelndes Selbstvertrauen.

Selbstverständlich bin ich gerne offen dafür, neue Frauen kennenzulernen und sobald es mit einer passenden Frau gut läuft, würde ich meine Arbeitskollegin mit Sicherheit sehr schnell vergessen. Da mangelt es bei mir aber leider an dem „Plan”, wie mir das gelingen soll.

So, jetzt muss ich mich erstmal fix für die Arbeit fertig machen. :D
Zuletzt geändert von Kolinatan am 13.06.2024, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
Außenseiter
Ist kein Frischling mehr

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #7 » von Außenseiter »

David1992 hat geschrieben: 13.06.2024, 07:55 „Ob sie alles ist, was du dir von einer Frau versprichst” . Dann nochmal hier zu: Also, wie bereits beschrieben, mag ich sie nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern ich mag auch ihren Charakter. Aktuell ist die Situation zwischen uns beiden natürlich etwas schwierig, weil ich den Kontakt zu ihr wie gesagt reduzieren will. Ansonsten habe ich mich aber gerne mit ihr unterhalten und aus meiner Sicht waren wir beide charakterlich schon auf einer „Wellenlänge”. Beispielsweise lacht sie immer viel über meine Witze und hat auch immer regelmäßig meine Standardsprüche auf der Arbeit von mir „geklaut”.
In dem Punkt unterscheiden wir uns dann vielleicht doch. Es gibt nochmal eine deutliche Stufe über "sich gerne unterhalten" und "auf einer Wellenlänge" sein. Wenn du eine Frau triffst, die das hat, dann weißt du, was ich meine. Wenn sie das ist, dann tu was nötig ist, damit sie bei dir bleibt.

Für mich klingt es eher nach wie vor so, dass du in gewisser Form schon stolz auf dich bist, dass sie Interesse an dir hat und dass das auch nicht das erste Mal ist und dass du eigentlich nur Tipps brauchst, wie du das Ganze "auf das nächste Level" hebst, egal mit welcher Frau dieser Art. Denn Fakt ist, Tipps von anderen sind immer sehr allgemein gehalten (man selbst sein, einladen, blabla...) und bringen dich in deiner Situation nicht weiter. Außerdem vergleichst du dich permanent mit diesen anderen Typen, die sie hatte. Das ist sehr menschlich und nachvollziehbar, solltest du aber vielleicht auch nicht machen. Für dich nämlich festzustellen, dass das scheinbar Idioten sind, die sie nur ausnutzen, bringt dich nicht weiter, außer du willst das gleiche probieren. Du wirst ihr mit dieser Erkenntnis sicher nicht "die Augen öffnen". Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber wenn du mal alles auf eine Karte setzen willst dann frag sie doch einfach: "du suchst doch einen netten Typen für ne Beziehung,... was ist mit mir?" Dann hörst du vielleicht endlich von ihr selbst, was Phase ist.

Dass mit dem Wegzug und der Wohnsituation ist klar. Bei mir waren auch immer mehrere Gründe im Spiel, wenn ich irgendeine fürchterliche Wohnsituation aufgegeben habe. Spielt aber keine Rolle dafür, dass dich die Angelegenheit mit deiner Kollegin früher oder später verfolgen wird, wenn du das nicht zuerst regelst...und erfahrungsgemäß brauchst du auch dann noch einige Zeit mehr, um über sie hinwegzukommen.
David1992
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #8 » von David1992 »

Hallo Leute.

Ich will dann nochmal ein kurzes Update geben: Sie hat heute im Büro erzählt, dass sie und der andere Tag nächste Woche für einen Tag gemeinsam in ein anderes Land fliegen. Wenn man bedenkt, dass die beiden letztes Wochenende erst ihr erstes Date hatten, geht das wohl schon ziemlich fix.

Aber gut, was soll´s. Ich stelle mich mental schon mal darauf ein, dass sie gegebenenfalls sehr zeitnah vergeben sein könnte. Da das zwischen mir und ihr wohl so oder so gelaufen ist, ist das dann halt so.

Außenseiter hat geschrieben: 13.06.2024, 13:07
Wie gesagt: Ich habe sie vom Charakter her schon sehr gemocht. Wenn ich jetzt eine Liste erstellen würde mit Eigenschaften, die mir bei Frauen wichtig sind, würde sie davon schon recht viele erfüllen. Allerdings ist es halt auch ein wichtiger Punkt, dass ich die Frau nie gedatet habe und sie daher nur von der Arbeit kenne. Ob das mit uns beiden gepasst hätte, hätte ich wohl erst dann richtig einschätzen können, wenn ich sie auch gedatet hätte.

Zu den Vergleichen mit den anderen Typen: Ja, das ist schon ein guter Punkt. Ehrlich gesagt hat es mich schon ein bisschen „getröstet”, dass die anderen Typen es anscheinend alle nicht ernst mit ihr gemeint haben. Denn so konnte ich mir halt immer denken, dass sie halt selber schuld ist, wenn sie wiederholt auf solche Typen reinfällt. Und ich musste mir halt auch nicht so wirklich viele Gedanken darüber machen, ob sie bald vergeben sein könnte, weil halt recht absehbar war, dass diese Typen nicht an einer Beziehung mit ihr interessiert gewesen sind.

Bei diesem neuen Typen ist die Situation jetzt halt anders. Eine Arbeitskollegin hatte zum Beispiel vor ein paar Tagen gemeint, dass sie nun endlich jemanden habe, der sie wertschätzt. Ich habe mir daraufhin dann auch erstmal direkt gedacht, dass das bei mir ja auch der Fall gewesen wäre...
Aber gut, es macht jetzt wahrscheinlich auch echt keinen Sinn mehr, sich da noch länger Gedanken drüber zu machen.

Dein Vorschlag, quasi alles auf eine Karte zu setzen, kann ich nachvollziehen. Wenn ich das bereits vor längerer Zeit gemacht hätte, hätte ich ja im schlimmsten Fall einen harten Korb kassiert, hätte die Frau dann aber zumindest endgültig abhaken können.

Nun ist die Nummer für mich aber auch endgültig gelaufen. Denn selbst, wenn das mit dem anderen Typen doch nichts werden sollte, sagt mir mein Verstand, dass es absolut keinen Sinn mehr machen würde, etwas mit ihr anzufangen.

Hier nochmal die Hauptgründe:

1. Zehn Jahre Altersunterschied sind schon relativ groß.
2. Wie ich jetzt aktuell wieder feststelle, erzählt sie ihren Freundinnen auf der Arbeit ja wirklich alles extrem detailliert über den anderen Typen. Wenn ich sie mal gedatet hätte, hätte sie den beiden wahrscheinlich auch extrem vieles über mich erzählt - was ich dann logischerweise nicht so ganz geil gefunden hätte.
3. Unabhängig von ihr will ich wie gesagt wieder zurück in meine Heimatstadt ziehen. Wenn das mit uns beiden etwas geworden wäre, wäre das dann früher oder später auf eine Fernbeziehung hinausgelaufen.
4. Wie bereits angesprochen, hat sie ja auf jeden Fall mehrere Typen gedatet, wodurch ich dann logischerweise nicht die erste Wahl bei ihr gewesen wäre. Wenn das mit uns beiden doch etwas geworden wäre, hätte ich wohl immer daran denken müssen, dass sie nur mit mehr zusammen ist, weil es mit mehreren anderen Typen nicht funktioniert hat, was natürlich auch nicht so berauschend gewesen wäre.


Wenn das mit dem Altersunterschied jetzt zum Beispiel das einzige Hindernis gewesen wäre, hätte ich darüber vielleicht noch hinwegsehen können. Aber es ist halt auch die Summe dieser ganzen Dinge, weswegen mein Verstand mir sagt, dass ich von dieser Frau besser die Finger lassen sollte. Ich kann diese Gefühle natürlich nicht von heute auf morgen abstellen, aber vielleicht sieht die Situation ja zeitnah wieder besser aus...

Jedenfalls wäre es mir halt am liebsten, wenn ich eine neue Frau kennenlernen würde, bei der ich dann ganz unbeschwert ohne diesen ganzen Ballast bei null anfangen könnte.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 14.06.2024, 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #9 » von Kolinatan »

David1992 hat geschrieben: 14.06.2024, 16:24 Wie bereits angesprochen, hat sie ja auf jeden Fall mehrere Typen gedatet, wodurch ich dann logischerweise nicht die erste Wahl bei ihr gewesen wäre. Wenn das mit uns beiden doch etwas geworden wäre, hätte ich wohl immer daran denken müssen, dass sie nur mit mehr zusammen ist, weil es mit mehreren anderen Typen nicht funktioniert hat, was natürlich auch nicht so berauschend gewesen wäre.
Ich kann nachvollziehen, dass Du aktuell alle möglichen Rationalisierungen verwendest, um Dich aus der gefühlsmäßigen Verstrickung mit ihr lösen zu wollen. Diesen Glaubenssatz, denn Du hier verwendest, klingt für mich allerdings gefährlich, solltest Du an dieser Vorstellung festhalten. Zum Teil kann ich Deine Überlegung nachvollziehen, weil ich während meiner Zeit als AB mir auch gelegentlich vorgestellt habe, wie es wäre meine Sexualität, ähnlich wie im Film "Die blaue Lagune", gemeinsam mit einer unerfahrenen Partnerin zu erkunden.

Warum halte ich Deine Vorstellung für gefährlich? Es ist unwahrscheinlich, dass Du eine Frau kennen lernen wirst, welche noch nie einen anderen Mann für eine Beziehung in Betracht gezogen hat. In Deiner Logik wirst Du nie "erste Wahl" sein. Für eine Beziehung ist es aus meiner Sicht sinnvoller davon auszugehen, dass es nicht wichtig ist, ob ich als erstes gewählt wurde, sondern ob sich die andere Person am Ende für mich entschieden hat, egal wie viele andere Partner es vor mir gab. Mir reicht es für eine Beziehung, dass die andere Person jetzt mit mir zusammen sein möchte und ich mit ihr. Welchen Sinn sollte es machen, dass ich mir die Möglichkeit deshalb verbaue, weil sie mich nicht früher kennen gelernt hat und damit gar keine Gelegenheit hatte zu wissen, wie toll ihr Leben mit mir gewesen wäre?

Ich wünsche Dir viel Erfolg Dich von Deinen Gefühle für sie zu lösen. Vermeide dabei nur Glaubenssätze zu erschaffen, welche Dich in Deinen zukünftigen Möglichkeiten beschränken.
David1992
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #10 » von David1992 »

Kolinatan hat geschrieben: 14.06.2024, 17:11
Vielen Dank!

Ich kann deine Ansicht definitiv nachvollziehen und liege da grundsätzlich auch nicht so weit von dir entfernt. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mir eine Frau wünschen, die noch nicht ganz so viele Männer in ihrem Leben hatte. Wenn man dann in dieser Hinsicht allerdings zu wählerisch ist, schränkt man sich selber ja quasi extrem ein. Wie du schon angedeutet hast: Wenn ich jetzt in nächster Zeit eine Frau neu kennenlernen sollte, die schon ein paar Männer in ihrem Leben gehabt hat, wäre ich bei ihr ja in dem Sinne nicht die zweite, drei oder vierte Wahl, weil die Frau ja vorher überhaupt nicht gewusst hat, dass es mich überhaupt gibt.

Jetzt im Fall meiner Arbeitskollegin wäre das aus meiner Sicht aber etwas anderes, da sie ja nach diesen besagten zwei Monaten, in denen ich mir noch ziemlich sicher war, dass das Interesse gegenseitig ist, mehrere andere Typen gedatet hatte. Es gab ja diesen einen Typen, den sie gedatet hatte, als ich sie nach einem Treffen gefragt hatte - und der dann wahrscheinlich auch der Grund für ihren indirekten Korb war (da von ihr zwei Wochen nach meiner Einladung wirklich noch sehr eindeutige Interessenssignale kamen). Dieser Typ ist jetzt mittlerweile auch schon wieder seit über einem Jahr Geschichte und in dieser Zeit hat sie mehrere andere Männer gedatet, anstatt mir nochmal eindeutige Signale zu senden. Das ist jetzt quasi das, was mich an dieser Frau stört.

Gewisse kurze Phasen, in denen sie mir wieder vermehrt Signale gegeben hat, hat es seit einem Jahr immer wieder mal gegeben. Allerdings war sie dann jeweils kurze Zeit später auch wieder deutlich zurückhaltender zu mir. Ich bin vor ein paar Tagen auf den Begriff „Ködern und warten” gestoßen - und das könnte exakt das sein, was sie da bei mir durchgezogen hat. Kurz als Erklärung: Bei ködern und warten läuft es so ab, dass eine Person einer anderen Person zunächst Zuwendung schenkt und Interesse zeigt - und sich dann anschließend wieder zurückzieht und weniger Interesse zeigt. Genau dieses Spielchen meine ich bei ihr mehrmals erlebt zu haben.

Eine Möglichkeit wäre halt, dass ihr Interesse an mir irgendwann nicht mehr groß genug war, um sich sicher zu sein, dass sie etwas mit mir anfangen will. Zwischendurch hat sie mir aber anscheinend immer mal wieder „ein paar Brocken” hingeworfen, damit mein Interesse an ihr bestehen bleibt. Also möglicherweise um mich quasi „warm zu halten”, für den Fall, dass sie irgendwann doch noch etwas mit mir anfangen will.

Das muss jetzt natürlich nicht zwanghaft so gewesen sein, erscheint mir aber als sehr plausibel, wenn ich über ihr widersprüchliches Verhalten mir gegenüber nachdenke.

Der entscheidende Punkt ist jetzt aber, dass ich mich wie gesagt wohl einfach darauf fokussieren sollte, neue Frauen kennenzulernen und generell an mir zu arbeiten. Diese ganze Geschichte mit meiner Arbeitskollegin versuche ich jetzt einfach als Lerneffekt mitzunehmen, damit ich mich dann bei der nächsten Frau, die ich kennenlerne, einfach cleverer und mutiger anstelle.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 15.06.2024, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
Waldgeist
Noch etwas schweigsam

Re: Unglücklich in eine Arbeitskollegin verknallt...

Beitrag #11 » von Waldgeist »

Ich war jetzt eine Woche auf Dienstreise und konnte nicht schreiben,
was aber sehr gut ist. Hierdurch konnte ich es mir als Ganzes durchlesen.

Dein Problem ist sehr einfach zu erkennen und du hast es ja auch schon erkannt,
aber noch nicht begriffen und umgesetzt.

Dein Problem "rumeiern"!

Du zögerst alles hinaus und wirst entweder nie oder zu spät aktiv.
In der Fachsprache auch "Prokrastination" genannt.

Anstatt jetzt einen ellenlangen Text zu schreiben (Kein Vorwurf!),
sprich Sie jetzt Bitte an und klär mit ihr, wie Sie zu dir aktuell steht
und in der Vergangenheit gestanden hat.
Du brauchst diese Klarheit!


Außenseiter hat dir schon am Mittwoch dazu geraten mit Ihr sofort zu sprechen
und jetzt ist es Samstag und du hast es immernoch nicht getan.
Du zögerst dieses Gespräch jetzt seit über einem Jahr hinaus.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ein solches Gespräch viel Mut verlangt
und man viel Angst sowie emotionalen Stress aushalten muss.
Du darfst gerne zugeben, dass du große Angst vor dem Gespräch hast
und sehr stark verunsichert bist, wie das Gespräch verläuft.

Vielleicht wendet Sie sich ja von dem neuen Typen ab und
dir zu :kuss: . Ich schätze mal, dass dann dein Kartenhaus aus
zweiter, dritter, vierter Wahl zusammenbricht :mrgreen: .

Auch in einer zukünftigen Beziehung wirst du um solche direkten Gespräche
bei verschiedenen Themen nicht herumkommen. Sprichwort weiblicher Orgasmus ;).

Deshalb ist dieses Gespräch so unglaublich wichtig. Es bringt dir nicht nur Erleichterung,
sondern hilft dir auch dich persönlich weiterzuentwickeln.

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