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Sich für sein Leben schämen
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Re: Sich für sein Leben schämen
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Seb-X
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Re: Sich für sein Leben schämen
Vielleicht wenn meine Großmutter nicht mehr ist.
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Egil
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Re: Sich für sein Leben schämen
Überleg mal: Für deine Eltern war es offensichtlich okay, mit deiner Oma in einem Haus zu wohnen. Für dich und deinen Freund nicht? Warum? Was ist heute anders als früher? Warum ist das Konzept, das für deine Eltern gut genug war, für euch nicht gut genug?Undomiel hat geschrieben: ↑09.10.2022, 11:17 Ist bei mir genauso. Meine Eltern leben seit dem Tod meiner Oma auch zu zweit in einem großen Zweifamilienhaus mit einer freien Wohnung.
Wir haben uns jetzt aber auch dazu entschlossen, uns erstmal eine gemeinsame Mietwohnung zu suchen. Unsere Eltern sollen sich auch zunächst mal selber klar werden, was sie in den nächsten Jahren mit den Häusern vorhaben.
Für mich ist dieses zwanghafte Ausziehen ein Ausdruck der Dekadenz dieser Gesellschaft *(und gleichzeitig wird beklagt, dass die Menschen im Alter vereinsamen!). Na, vielleicht hat sich das bald von alleine erledigt, und die jungen Menschen sind froh, wenn sie eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer bei den Eltern haben können.
* Nicht gegen dich gemeint. Ich beklage nur allgemein den Zustand der Gesellschaft. Ihr tut nur, was ihr als "normal" wahrnehmt - bzw. deine Therapeutin, die ihrerseits natürlich genauso von ihrem Umfeld beeinflusst ist, dir als "normal" suggeriert.
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Undomiel
Re: Sich für sein Leben schämen
Meine Oma hat aber auch erst die letzten vier Jahre bei meinen Eltern gelebt, vorher hatte sie eine eigene Wohnung woanders. Und das war dem Unstand geschuldet, dass sie zunehmend pflegebedürftig wurde und nichg mehr alleine hätte leben können. Die Alternative wäre ein Heim gewesen. Das ist nochmal eine ganz andere Situation als für ein junges Paar, das gewisse Freiräume möchte, zumindest erst einmal. Und auch jobmäßig ein eigenes Leben hat, dass sich nicht zwingend in der Nähe des Elternhauses abspielt. Für mich wären es zum Beispiel von dort anderthalb Stunden einfache Strecke ins Büro.Egil hat geschrieben: ↑09.10.2022, 19:05Überleg mal: Für deine Eltern war es offensichtlich okay, mit deiner Oma in einem Haus zu wohnen. Für dich und deinen Freund nicht? Warum? Was ist heute anders als früher? Warum ist das Konzept, das für deine Eltern gut genug war, für euch nicht gut genug?Undomiel hat geschrieben: ↑09.10.2022, 11:17 Ist bei mir genauso. Meine Eltern leben seit dem Tod meiner Oma auch zu zweit in einem großen Zweifamilienhaus mit einer freien Wohnung.
Wir haben uns jetzt aber auch dazu entschlossen, uns erstmal eine gemeinsame Mietwohnung zu suchen. Unsere Eltern sollen sich auch zunächst mal selber klar werden, was sie in den nächsten Jahren mit den Häusern vorhaben.
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Tania
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Re: Sich für sein Leben schämen
Sorry, Egil, aber das finde ich etwas weltfremd. Ungefähr die Hälfte der jungen Menschen hat kaum eine Wahl als auszuziehen - einfach weil es in der Nähe des Elternhauses keine Jobs oder Studienplätze gibt, für die sie sich begeistern können. Okay, man kann es natürlich als Dekadenz bezeichnen, wenn jemand mehr möchte als mit seinem Einser-Abi als Erntehelfer beim Bauern nebenan zu arbeiten, oder wenn er sagt "Okay, wenn ich in meiner Heimatstadt nicht Lehrerin studieren kann, erst 400km weit weg gibt es ne Uni, wo der NC nicht so hoch ist - also bleib ich im Kinderzimmer und bewerb mich als Altenpflegerin".
Es ist bedauerlich, dass man sich heute so oft zwischen Familiennähe und Jobchancen entscheiden muss. Aber Dekadenz würde ich das nicht nennen ....
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Menelaos
Re: Sich für sein Leben schämen
War es denn für unsere Eltern "Gut genug", oder war es einfach nur eine ökonomische Unvermeidbarkeit für ärmere Familien, gerade (aber nicht nur) auf dem Land?Egil hat geschrieben: ↑09.10.2022, 19:05Überleg mal: Für deine Eltern war es offensichtlich okay, mit deiner Oma in einem Haus zu wohnen. Für dich und deinen Freund nicht? Warum? Was ist heute anders als früher? Warum ist das Konzept, das für deine Eltern gut genug war, für euch nicht gut genug?Undomiel hat geschrieben: ↑09.10.2022, 11:17 Ist bei mir genauso. Meine Eltern leben seit dem Tod meiner Oma auch zu zweit in einem großen Zweifamilienhaus mit einer freien Wohnung.
Wir haben uns jetzt aber auch dazu entschlossen, uns erstmal eine gemeinsame Mietwohnung zu suchen. Unsere Eltern sollen sich auch zunächst mal selber klar werden, was sie in den nächsten Jahren mit den Häusern vorhaben.
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Re: Sich für sein Leben schämen
Das ist was anderes. Pendeln ist furchtbar anstrengend und auch nicht Umwelt freundlich.
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Re: Sich für sein Leben schämen
Wenn ich mir manche (Schwieger-)Eltern - (Schwieger-)Kind - Beziehung so ansehe, bin ich froh, dass es heute nicht mehr so oft notwendig ist, bei den Eltern wohnen zu bleiben. Diese "Machtkämpfe" auf dem Hof sind für beide Seiten belastend. Ob das nun die Mutter ist, die der (Schwieger-)Tochter "gute Ratschläge" bezüglich der Bügelwäsche gibt, oder der Vater, der nicht so glücklich mit der Idee des (Schwieger- ) Sohnes ist, wie die Einfahrt zu pflastern ist, oder der Egil, der bei seinen Plänen für die Optimierung des Hofes ständig vom Onkel ausgebremst wird ....
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Re: Sich für sein Leben schämen
Tania hat geschrieben: ↑09.10.2022, 19:36Sorry, Egil, aber das finde ich etwas weltfremd. Ungefähr die Hälfte der jungen Menschen hat kaum eine Wahl als auszuziehen - einfach weil es in der Nähe des Elternhauses keine Jobs oder Studienplätze gibt, für die sie sich begeistern können. Okay, man kann es natürlich als Dekadenz bezeichnen, wenn jemand mehr möchte als mit seinem Einser-Abi als Erntehelfer beim Bauern nebenan zu arbeiten, oder wenn er sagt "Okay, wenn ich in meiner Heimatstadt nicht Lehrerin studieren kann, erst 400km weit weg gibt es ne Uni, wo der NC nicht so hoch ist - also bleib ich im Kinderzimmer und bewerb mich als Altenpflegerin".
Es ist bedauerlich, dass man sich heute so oft zwischen Familiennähe und Jobchancen entscheiden muss. Aber Dekadenz würde ich das nicht nennen ....
Diejenigen, die aus beruflichen oder räumlichen Gründen sowieso ausziehen müssen, eignen sich nicht zur Bewertung, ob es einen gesellschaftlich-ideologischen Druck darauf gibt, auf jeden Fall auszuziehen ...
Wenn es umgekehrt ein Ideal oder Gewohnheit gäbe, dass man zuhause wohnen bleibt, dann würden sich ähnlich wenig die eignen, die den Familienbetrieb übernehmen oder sowas. Vorhandensein eines solchen Drucks würde sich eher daran ablesen lassen, dass es Leerstände gibt, wo die Leute weniger Nachwuchs haben (weil: kommt wenig nach und will keiner hin), anstatt dort, wo viel vom Nachwuchs wegzieht.
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Re: Sich für sein Leben schämen
Ich hab nur die erste Seite des Threads durchgelesen, also kann sein, dass ich wiederhole, was andere bereits geschrieben haben. Wenn du selbst darunter leidest, würde ich auf jeden Fall versuchen eine eigene Wohnung zu finden. Die Frage ist natürlich auch, lebst du in deinem alten Kinderzimmer oder hast du in deinem Elternhaus zwei eigene Zimmer, eine Anlegerwohnung oder eine Etage für dich allein? Letzteres wäre bei der Partnersuche sicher nicht so hinderlich wie ersteres.Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑31.07.2022, 11:10 [...] Die Kolleginnen wissen auch, dass ich mit 36 noch bei meinen Eltern wohne. Wenn dieses Thema aufkommt, dann ist mir das schon peinlich. Man fängt halt schon irgendwie an sich für sein Leben zu schämen. [...] Aber mir ist halt mal wieder bewusst geworden, dass es schon irgendwie peinlich ist, mit 36 noch bei den Eltern zu wohnen. Auch wenn es unter anderem finanzielle Gründe hat.![]()
Je größer die Stadt ist, in der du lebst, desto teurer ist natürlich die Miete und umso größer auch die finanziellen Einschränkungen. Zum Beispiel bei Hobbys, Kleidung, Elektrokram etc. Wer alleine wohnt muss ganz klar sparsamer leben als jemand der noch zu Hause wohnt.
Vielleicht findest du ja eine Wohnung in der Nähe deiner Eltern? Zumindest in der selben Stadt sollte ja möglich sein und dann kannst du deine Eltern auch weiterhin unterstützen, dafür musst du ja nicht im selben Haus wohnen.
Selbstständiger und unabhängier macht dich ein Auszug auf jeden Fall, daher solltest du es auch als Chance sehen. Und spätestens wenn deine Eltern sterben, musst du lernen alleine zu wohnen und je älter du dann bist, um so schwieriger wirds...
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Re: Sich für sein Leben schämen
Das ist genau einer der Punkte, die mich zurück halten, eine Wohnung zu suchen. Ich könnte mir finanziell eine kleine Wohnung erlauben. Aber dann müsste ich mein Hobby stark einschränken. Finanziell gesehen profitieren beide Seite von der aktuellen Wohnsituation. Meine Eltern haben auch nicht so viel Geld, so dass wir uns die Miete teilen.Videl hat geschrieben: ↑18.10.2022, 20:15 Je größer die Stadt ist, in der du lebst, desto teurer ist natürlich die Miete und umso größer auch die finanziellen Einschränkungen. Zum Beispiel bei Hobbys, Kleidung, Elektrokram etc. Wer alleine wohnt muss ganz klar sparsamer leben als jemand der noch zu Hause wohnt.
Amor gib mir den verdammten Pfeil, ich mach' den Scheiß jetzt selber!