Ich muss gestehen, dass ich schon ein bestimmtes Bild im Kopf habe, wenn ich "Russlanddeutscher" höre (wobei, wenn ich ehrlich bin, schmeiße ich da wohl Russen und Russlanddeutsche im Kopf einfach zusammen). Aber wenn ich einen Mann kennenlerne, den total sympathisch finde und dann irgendwann erfahre, dass er Russlanddeutscher ist, von mir aus auch "richtiger" Russe - dann habe ich doch längst festgestellt, ob er diesem Bild entspricht. Ich wüsste nicht, warum ich mich dann noch an seiner Herkunft stören sollte.
Genauso geht es mir mit Informatikern: wenn ich den Begriff höre, sehe ich schon erstmal den typischen "Nerd" vor mir, der mich jetzt wahrscheinlich nicht so vom Hocker reißen würde. Wenn ich aber einen Mann kennenlerne, der offensichtlich diesem Bild nicht entspricht - warum sollte ich ihn dann noch wegen seines Berufes ablehnen?! Was soll falsch daran sein, sich mit IT auszukennen? Ich finde das sogar absolut bewunderswert! Und die Verdienstaussichten sind doch auch nicht schlecht
Nerven würde es mich allerdings, wenn ein Mann dann ständig nur über IPs und Server und Festplatten reden würde.
Vor vier Jahren war ich heftigst in einen Informatik-Studenten verknallt. Der war vielleicht nicht der klassische Schönling, hatte aber ein absolut hinreißendes Lächeln und genau die Art von etwas frechem Humor, die mich total schwach macht

Und er war Kurde...dass er einen Migrationshintergrund hat, sah man ihm natürlich an. Das hat mich in keinster Weise abgeschreckt, da er auf mich sehr locker und gut integriert wirkte. Hätte ich allerdings damals schon gewusst, welcher Art von Religionsgemeinschaft er angehört, hätte ich vielleicht doch Abstand davon genommen, ihn um ein Date zu bitten. Aber wie auch immer, er war eh schon verheiratet, wie ich leider feststellen musste
