Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
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Zuya Hiyaye
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Um Kolinatan hier ein wenig aus der Schusslinie zu nehmen.
Ich habe Kolinatan diese Liste zugeschickt.
Hintergrund ist der, dass ich zufällig von einem Psychotherpeuten erfahren habe, der sich mit dem Thema auskennt. Eine Onlineberatung anbietet und eine Website betreibt.
Er schreibt mir(uns) regelmäßige Rundmails mit wissenschaftlichen Hintergründen und Themen zum Thema AB die quasi im Wochenrythmus auch hier gute Impulse liefern könnten, wenn man nicht all zu empfindlich ist.
Einerseits glücklich, dass es nach Jahrzehnten wenigstens mal einen gibt, habe ich weiter nach therapeutischen Angeboten recherchiert. (siehe Liste)
Ich bin aber dann auch darauf gestoßen, dass es vor Jahren schon einmal einen Versuch einer solchen Liste von einer Userin gab, die damals sehr schnell abgewürgt wurde.
Darüber habe ich mich sehr geärgert und dies Kolinatan mitgeteilt und auch diese Liste, die er dann noch bearbeitet hat geschickt.
Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig, angesichts des Umstandes, dass das therapeutische Angebot auf dem Gebiet so dünn gesäht ist -und ich ein flächendeckendes in meiner Lebenszeit wahrscheinlich nicht mehr erleben werde-, dass solche therapeutischen Angebote hier auch gelistet werden.
Ich selber halte auch nicht viel von Heilpraktikern obwohl mein Hausarzt, ein Dr. med. der z.B. auch meine Nachbarin als Ärztin ausgebildet hat und einen Lehrstuhl an der Uni hat, auch Naturheilverfahren anbietet. ("Ich verschreibe auch Bewegung")
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass die AB's hier erwachsene Menschen sind, die selber und dann noch durch die vielfältige Unterstützung dieses Forums, -es hilft eben nicht nur, um hier Dampf abzulassen-, in der Lage sind die passendste Entscheidung für sich zu treffen.
Ich und auch Kolinatan können nichts dafür, dass das therapeutische Angebot so dünn gesäht ist, dass die kleine Liste da fast schon wie Werbung für einzelne Therapeuten gesehen wird.
Aber Kolinatan hat ja ausdrücklich dazu aufgefordert eigene Angebote, wer sie denn hat oder auch eigene Erfahrungen mit einzubringen.
Diese Liste ist also nur ein Start.
Ich hätte ein Problem damit, dass eine Liste professioneller Hilfen wegen Mängeln und Kinderkrankheiten am Anfang abgewürgt und schon im Keim erstickt wird.
Denn auf der anderen Seite, -und da bin ich wieder bei Esperanzas 'Dampf ablassen', Vorsicht Kopf einziehen-, halte ich nichts davon, wenn User hier undiffferenziert und pauschal mit simplen Lösungen als Patentrezepten konfrontiert werden, nur weil sich einige hier als Experten aufspielen wollen.
Wir sind nun schon mehrere Generationen von AB's hier. Ich bin im besten Opaalter. Andere, ich vermute das Gros im mittleren Alter, aber auch viele die noch jünger sind. Dies verdient einen individuellen Ansatz. Auch dass hier Männer und Frauen betroffen sind und das in unterschiedlicher Weise, -Nein, Frauen haben es nicht leichter!!!-, verbietet, dass die Lösung der einen auch für die anderen taugt.
Aus der eigenen Profession heraus, weis ich zwar auch nicht wie eine differenzierte AB-Therapie aussehen sollte. Allerdings weis ich wie Therapie auf gar keinen Fall geht.
Auch wenn manche Therapieansätze dann individuell recht unkonventionell sind:
Anekdote
Als ich meinen Hausarzt -der selber raucht- mal nach seinen ärztlichen Rat fragte, als ich dabei war mir das Rauchen abzugewöhnen, ob er da einen ärztlichen Rat hätte, sagte er mir: "Das fragst du mich?" und nach einer Weile, "Mein ärztlicher Rat:'Keine Zigarette in den Mundstecken und keine anzünden.'" Ein passender Rat zur richtigen Zeit. Da ich die Entscheidung nicht mehr zu Rauchen schon getroffen hatte, war ich weiter wie er. Dass Rauchen ungesund ist, musste er mir und ich ihm nicht erst erklären.
[/i]
Hugh, die Rothaut hat gesprochen.
Oder Mitakuye oyasin
Ich habe Kolinatan diese Liste zugeschickt.
Hintergrund ist der, dass ich zufällig von einem Psychotherpeuten erfahren habe, der sich mit dem Thema auskennt. Eine Onlineberatung anbietet und eine Website betreibt.
Er schreibt mir(uns) regelmäßige Rundmails mit wissenschaftlichen Hintergründen und Themen zum Thema AB die quasi im Wochenrythmus auch hier gute Impulse liefern könnten, wenn man nicht all zu empfindlich ist.
Einerseits glücklich, dass es nach Jahrzehnten wenigstens mal einen gibt, habe ich weiter nach therapeutischen Angeboten recherchiert. (siehe Liste)
Ich bin aber dann auch darauf gestoßen, dass es vor Jahren schon einmal einen Versuch einer solchen Liste von einer Userin gab, die damals sehr schnell abgewürgt wurde.
Darüber habe ich mich sehr geärgert und dies Kolinatan mitgeteilt und auch diese Liste, die er dann noch bearbeitet hat geschickt.
Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig, angesichts des Umstandes, dass das therapeutische Angebot auf dem Gebiet so dünn gesäht ist -und ich ein flächendeckendes in meiner Lebenszeit wahrscheinlich nicht mehr erleben werde-, dass solche therapeutischen Angebote hier auch gelistet werden.
Ich selber halte auch nicht viel von Heilpraktikern obwohl mein Hausarzt, ein Dr. med. der z.B. auch meine Nachbarin als Ärztin ausgebildet hat und einen Lehrstuhl an der Uni hat, auch Naturheilverfahren anbietet. ("Ich verschreibe auch Bewegung")
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass die AB's hier erwachsene Menschen sind, die selber und dann noch durch die vielfältige Unterstützung dieses Forums, -es hilft eben nicht nur, um hier Dampf abzulassen-, in der Lage sind die passendste Entscheidung für sich zu treffen.
Ich und auch Kolinatan können nichts dafür, dass das therapeutische Angebot so dünn gesäht ist, dass die kleine Liste da fast schon wie Werbung für einzelne Therapeuten gesehen wird.
Aber Kolinatan hat ja ausdrücklich dazu aufgefordert eigene Angebote, wer sie denn hat oder auch eigene Erfahrungen mit einzubringen.
Diese Liste ist also nur ein Start.
Ich hätte ein Problem damit, dass eine Liste professioneller Hilfen wegen Mängeln und Kinderkrankheiten am Anfang abgewürgt und schon im Keim erstickt wird.
Denn auf der anderen Seite, -und da bin ich wieder bei Esperanzas 'Dampf ablassen', Vorsicht Kopf einziehen-, halte ich nichts davon, wenn User hier undiffferenziert und pauschal mit simplen Lösungen als Patentrezepten konfrontiert werden, nur weil sich einige hier als Experten aufspielen wollen.
Wir sind nun schon mehrere Generationen von AB's hier. Ich bin im besten Opaalter. Andere, ich vermute das Gros im mittleren Alter, aber auch viele die noch jünger sind. Dies verdient einen individuellen Ansatz. Auch dass hier Männer und Frauen betroffen sind und das in unterschiedlicher Weise, -Nein, Frauen haben es nicht leichter!!!-, verbietet, dass die Lösung der einen auch für die anderen taugt.
Aus der eigenen Profession heraus, weis ich zwar auch nicht wie eine differenzierte AB-Therapie aussehen sollte. Allerdings weis ich wie Therapie auf gar keinen Fall geht.
Auch wenn manche Therapieansätze dann individuell recht unkonventionell sind:
Anekdote
Als ich meinen Hausarzt -der selber raucht- mal nach seinen ärztlichen Rat fragte, als ich dabei war mir das Rauchen abzugewöhnen, ob er da einen ärztlichen Rat hätte, sagte er mir: "Das fragst du mich?" und nach einer Weile, "Mein ärztlicher Rat:'Keine Zigarette in den Mundstecken und keine anzünden.'" Ein passender Rat zur richtigen Zeit. Da ich die Entscheidung nicht mehr zu Rauchen schon getroffen hatte, war ich weiter wie er. Dass Rauchen ungesund ist, musste er mir und ich ihm nicht erst erklären.
[/i]
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Kolinatan
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Hat jemand von Euch Erfahrung mit Somatic Experiencing (SE) oder NeuroAffective Relational Model (NARM) gemacht? Mögt Ihr Eure Erfahrung mitteilen? Danke.
Aus meiner Sicht klingt die Herangehensweise an das Thema Trauma interessant. Statt es allein durch kognitive Bearbeitung aufzulösen, wird es auf drei Ebenen (körperlich, geistig, emotional) bearbeitet ohne dass das Trauma durchlebt werden muss. Soweit eine solche Sitzung auch inhaltsfrei stattfinden kann, könnte so die Hemmschwelle gesenkt werden, sich darauf einzulassen, wenn die zu bearbeitenden Themen mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden sind.
Aus meiner Sicht klingt die Herangehensweise an das Thema Trauma interessant. Statt es allein durch kognitive Bearbeitung aufzulösen, wird es auf drei Ebenen (körperlich, geistig, emotional) bearbeitet ohne dass das Trauma durchlebt werden muss. Soweit eine solche Sitzung auch inhaltsfrei stattfinden kann, könnte so die Hemmschwelle gesenkt werden, sich darauf einzulassen, wenn die zu bearbeitenden Themen mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden sind.
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kreisel
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Die Somatic Experience ist mir bekannt, habe es aber noch nicht im Therapierahmen angewendet. Hatte es mir eher zusätzlich zur TherapieKolinatan hat geschrieben: ↑06 Dez 2023 20:09 Hat jemand von Euch Erfahrung mit Somatic Experiencing (SE) oder NeuroAffective Relational Model (NARM) gemacht? Mögt Ihr Eure Erfahrung mitteilen? Danke.
Aus meiner Sicht klingt die Herangehensweise an das Thema Trauma interessant. Statt es allein durch kognitive Bearbeitung aufzulösen, wird es auf drei Ebenen (körperlich, geistig, emotional) bearbeitet ohne dass das Trauma durchlebt werden muss. Soweit eine solche Sitzung auch inhaltsfrei stattfinden kann, könnte so die Hemmschwelle gesenkt werden, sich darauf einzulassen, wenn die zu bearbeitenden Themen mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden sind.
als Buch, CD (von Peter Levine) geholt, um die Methode kennenzulernen und selbst zu erproben.
Grundsätzlich finde ich den Einbezug von Körper, z B den Part der Anspannungen, Empfindungen und der Emotion, die im Körper wahrnehmbar wird, sehr hilfreich. Mir hat das geholfen, mich besser zu verankern, mich sicherer zu fühlen sowohl emotional als auch körperlich, und in der Gegenwart zu sein.
Rein analytische Vorgehen, die nur auf Worte beruhen, fand ich da nicht immer hilfreich, bzw wenn ich da einen Aha Effekt hatte, habe ich versucht, diesen im Nachhinein für mich ganzheitlich zu integrieren und Körper und Emotion mit einzubringen.
Vermeiden sollte man m. E. aber eine eher sinnlose Retraumatisierung, da gibt es für mich eine Unterscheidung zwischen "produktivem Auslösen", was später zu einer Erleichterung führt, und Triggern, die einfach nur in ein tiefes Elend und schweres Gefühl fühlen, und aus dem ich mich dann lange wieder rausarbeiten muss, erholen muss, ohne dass es sich wirklich heilsam anfühlt.
Womit ich sehr lange (einige Jahre) gearbeitet habe in Therapie ist das Focusing nach Gendlin
Das Focusing arbeitet anfangs mit einem ersten zur Ruhe kommen, achtsam sein, Freiraum schaffen und den Körper wahrnehmen. Im Anschluss sucht man ein aktuelles Thema, was einen sehr bewegt und verbindet dies sowohl mit Wortgriffen, als auch mit Emotion.
Im Laufe des Prozesses fragt man auch, was dieser akute Anteil braucht....manchmal nur gesehen werden z B und da sein....
Das fühlte für mich sehr integrativ an und ging auch nicht ins Verschlimmern und schlechter gehen hinein, sondern ins verstehen und entlasten.
Weiteres persönlicheres möchte ich im geschützten Bereich beschreiben: Weiteres zu "Therapeutische u. a. Unterstützungsangebote für ABs"
[nicht öffentlich]
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Kolinatan
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Liebe Kreisel, vielen Dank für das Teilen Deiner Erfahrungen. In den letzten Wochen ist mir das Thema Traumata mehrfach in verschiedenen Kontexten begegnet. Ich hatte vor kurzem Gelegenheit mich mit einer Psychotherapeutin etwas zum Thema auszutauschen. Ich habe mir ein paar Bücher zum Thema NARM bestellt, um mich damit grundlegender zu befassen und um die Methode besser zu verstehen.
Aus meiner eigenen Heilungserfahrung kann ich nachvollziehen, wie hilfreich es ist über den Körper zu arbeiten, sofern es mir gelingt mich auf ein Erleben auf der somatischen Eben einzulassen. Das Thema Containment scheint bei NARM eine besondere Gewichtung zu haben, mal sehen mit welchen Methoden dies unterstützt wird. Besonders interessant finde ich das Thema der Entwicklungstraumata sowie den Menschen als Subjekt zu respektieren. Ich freue mich ein Thema gefunden zu haben, welches bei mit Neugierde entfacht.
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faceof
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Hallo,
ich bin zwar noch neu im Forum aber zu diesem Thema möchte ich gerne etwas beitragen. Mir persönlich hat meine Therapie (läuft noch) bereits jetzt sehr geholfen. Ich weiß wie angstbehaftet des Thema bei vielen ist, vielleicht kann ich euch ein wenig Mut machen.
Aber bei mir war der "Grund" nicht mein sex- und Beziehungloses leben sondern "tiefere" Probleme. Jetzt nach einem Jahr Therapie bin ich erst an einem Punkt angelangt das ich an meinem AB Status überhaupt noch etwas ändern könnte und das ich es wert bin darauf hin zu arbeiten. Das mag für sich für einige seltsam anhören aber für jemanden der vor einem Jahr praktisch vor allem und jedem Angst hatte und alle sozialen Situationen gemieden hat ist das schon eine große Veränderung im Leben.
Der Wunsch meine "Probleme" anzugehen war schon länger da, aber extrem angstbehaftet. Ich hatte immer Horrorvorstellungen das ich mit Medikamenten vollgepumpt oder gleich eingewiesen werde.
Ich wohne sehr ländlich und das Angebot an psychologischer Hilfe ist seeehr überschaubar. Wartezeiten von 8-10 Monaten sind nicht ungewöhnlich. Aber ganz ehrlich, hätte ich vor Ort einen Termin gehabt ich weiß nicht ob ich hingegangen wäre.
Meine Weg war dann eine Online Therapie (da gibt es diverse Plattformen, ich will jetzt hier keine Werbung machen).
Einerseits musste ich das Haus nicht verlassen, was mir zusätzliche Sicherheit bot, andererseits konnte ich die "Gespräche" zeitlich so legen das es mit der Arbeit passte. Der wichtigste Punkt für mich, ich musste mir nicht Gedanken machen meiner Therapeutin irgendwann mal in meiner Kleinstadt über den Weg zulaufen. Ich war anonym und wenn ich aus der ganzen Sache raus wollte musste ich nur das Tablet ausschalten.
Das ganze läuft per Videocall. Den Psychologen wählt man (jedenfalls bei meinem Anbieter) wie aus einem Katalog mit Nutzerbewertungen, aus (einmalig). Mir war z.B. wichtig, weiblich, deutlich älter als ich weil ich weiß das ich dann etwas leichter reden kann. Hier möchte ich auch eine Einschränkung zu meinen Erfahrungen schreiben, ich kann nur von meiner Psychotherapeutin schreiben, ich kenne nur diese und kann nicht sagen wie es mit anderen läuft. Ich hatte großes Glück, meine Therapeutin war ein 6er im Lotto. Zur Therapie möchte ich gar nicht viel schreiben, jedenfalls waren all meine diesbezüglichen Ängste unbegründet und mein Leben hat sich seitdem sehr sehr deutlich verändert.
Ich bin froh den Schritt gemacht zu haben und werde den Weg weiter gehen. Trotzdem noch mal, es ist ein einzelner Erfahrungsbericht, ein anderer mag ganz andere Erfahrungen machen.
ich bin zwar noch neu im Forum aber zu diesem Thema möchte ich gerne etwas beitragen. Mir persönlich hat meine Therapie (läuft noch) bereits jetzt sehr geholfen. Ich weiß wie angstbehaftet des Thema bei vielen ist, vielleicht kann ich euch ein wenig Mut machen.
Aber bei mir war der "Grund" nicht mein sex- und Beziehungloses leben sondern "tiefere" Probleme. Jetzt nach einem Jahr Therapie bin ich erst an einem Punkt angelangt das ich an meinem AB Status überhaupt noch etwas ändern könnte und das ich es wert bin darauf hin zu arbeiten. Das mag für sich für einige seltsam anhören aber für jemanden der vor einem Jahr praktisch vor allem und jedem Angst hatte und alle sozialen Situationen gemieden hat ist das schon eine große Veränderung im Leben.
Der Wunsch meine "Probleme" anzugehen war schon länger da, aber extrem angstbehaftet. Ich hatte immer Horrorvorstellungen das ich mit Medikamenten vollgepumpt oder gleich eingewiesen werde.
Ich wohne sehr ländlich und das Angebot an psychologischer Hilfe ist seeehr überschaubar. Wartezeiten von 8-10 Monaten sind nicht ungewöhnlich. Aber ganz ehrlich, hätte ich vor Ort einen Termin gehabt ich weiß nicht ob ich hingegangen wäre.
Meine Weg war dann eine Online Therapie (da gibt es diverse Plattformen, ich will jetzt hier keine Werbung machen).
Einerseits musste ich das Haus nicht verlassen, was mir zusätzliche Sicherheit bot, andererseits konnte ich die "Gespräche" zeitlich so legen das es mit der Arbeit passte. Der wichtigste Punkt für mich, ich musste mir nicht Gedanken machen meiner Therapeutin irgendwann mal in meiner Kleinstadt über den Weg zulaufen. Ich war anonym und wenn ich aus der ganzen Sache raus wollte musste ich nur das Tablet ausschalten.
Das ganze läuft per Videocall. Den Psychologen wählt man (jedenfalls bei meinem Anbieter) wie aus einem Katalog mit Nutzerbewertungen, aus (einmalig). Mir war z.B. wichtig, weiblich, deutlich älter als ich weil ich weiß das ich dann etwas leichter reden kann. Hier möchte ich auch eine Einschränkung zu meinen Erfahrungen schreiben, ich kann nur von meiner Psychotherapeutin schreiben, ich kenne nur diese und kann nicht sagen wie es mit anderen läuft. Ich hatte großes Glück, meine Therapeutin war ein 6er im Lotto. Zur Therapie möchte ich gar nicht viel schreiben, jedenfalls waren all meine diesbezüglichen Ängste unbegründet und mein Leben hat sich seitdem sehr sehr deutlich verändert.
Ich bin froh den Schritt gemacht zu haben und werde den Weg weiter gehen. Trotzdem noch mal, es ist ein einzelner Erfahrungsbericht, ein anderer mag ganz andere Erfahrungen machen.
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Kolinatan
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Nachdem ich mich inzwischen etwas eingelesen habe, möchte ich ein paar Info zum Neuroaffektiven Beziehungsmodell (kurz NARM) ergänzen. Bei diesem Modell wird von fünf grundlegenden Kernbedürfnissen (Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie, Liebe/Sexualität) ausgegangen. Werden diese Kernbedürfnisse in den ersten Lebensjahren nicht ausreichend erfüllt, können die damit verbundenen Fähigkeiten ggf. nicht ausgebildet werden und es kommt stattdessen zur Ausbildung von adaptiven Überlebensstrukturen.
Bei NARM wird viel Wert darauf gelegt, dass ressourcenorientiert und achtsam in der Gegenwart mit den vorhandenen Ressourcen gearbeitet wird, um eine Retraumatisierung durch einen Fokus auf die Mangelerfahrung der Vergangenheit zu vermeiden. Im Folgenden einige ausgewählte Informationen zu den einzelnen Kernbedürfnissen und die damit verbunden adaptiven Überlebensstrukturen.
Die folgenden Angaben stammen aus den drei Tabellen (0.1 - Kernbedürfnisse auf S. 12, 0.2 - Adaptive Überlebensstrategien auf S. 14, 0.5 - Auf Scham/Stolz basierenden Identifizierungen aus S. 28) aus der Einführung, welche auch in den Leseprobe des Buches "Entwicklungstrauma heilen" von Laurence Heller und Aline LaPierre nachgelesen werden können.
Die Informationen sind so zu verstehen, dass die unzureichende Erfüllung eines Kernbedürfnisses dazu führt, dass die Kernfähigkeiten nicht oder unvollständig ausgebildet werden und stattdessen eine adaptive Überlebensstruktur geschaffen wird. Diese Überlebensstruktur ist wichtig, um mit dem Mangel des unerfüllten Bedürfnisses umzugehen und überleben zu können. Die Identifikation mit der ausgebildeten Überlebensstruktur kann auf Scham oder als Gegenidentifikation auf Stolz basieren. Der damals erlebte Mangel und die darauf aufbauende Strategie damit umzugehen, wird zum Ideal oder zur Tugend erklärt. Durch die Kopplung der eigenen Identität mit dieser Strategien wird diese verfestigt. Zugleich wird jede Veränderung von Verhaltensweisen als bedrohlich empfunden, weil sie die eigene Identität zu gefährden scheint. Entsprechend ist es wichtig langsam vorzugehen und sich bewusst zu machen, dass beide Identifizierungen gleichermaßen Illusionen sind. Erst wenn es gelingt die Identifikation mit den erlernten Strategien zu lösen, entsteht Raum für Veränderung und das Erlernen von neuen Strategien, mit denen die fehlenden Kernfähigkeiten ausgebildet werden können.
Aus meiner Sicht ähnelt NARM in einigen Punkten dem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung von Erik und Joan Erikson.
Bei NARM wird viel Wert darauf gelegt, dass ressourcenorientiert und achtsam in der Gegenwart mit den vorhandenen Ressourcen gearbeitet wird, um eine Retraumatisierung durch einen Fokus auf die Mangelerfahrung der Vergangenheit zu vermeiden. Im Folgenden einige ausgewählte Informationen zu den einzelnen Kernbedürfnissen und die damit verbunden adaptiven Überlebensstrukturen.
Die folgenden Angaben stammen aus den drei Tabellen (0.1 - Kernbedürfnisse auf S. 12, 0.2 - Adaptive Überlebensstrategien auf S. 14, 0.5 - Auf Scham/Stolz basierenden Identifizierungen aus S. 28) aus der Einführung, welche auch in den Leseprobe des Buches "Entwicklungstrauma heilen" von Laurence Heller und Aline LaPierre nachgelesen werden können.
Die Informationen sind so zu verstehen, dass die unzureichende Erfüllung eines Kernbedürfnisses dazu führt, dass die Kernfähigkeiten nicht oder unvollständig ausgebildet werden und stattdessen eine adaptive Überlebensstruktur geschaffen wird. Diese Überlebensstruktur ist wichtig, um mit dem Mangel des unerfüllten Bedürfnisses umzugehen und überleben zu können. Die Identifikation mit der ausgebildeten Überlebensstruktur kann auf Scham oder als Gegenidentifikation auf Stolz basieren. Der damals erlebte Mangel und die darauf aufbauende Strategie damit umzugehen, wird zum Ideal oder zur Tugend erklärt. Durch die Kopplung der eigenen Identität mit dieser Strategien wird diese verfestigt. Zugleich wird jede Veränderung von Verhaltensweisen als bedrohlich empfunden, weil sie die eigene Identität zu gefährden scheint. Entsprechend ist es wichtig langsam vorzugehen und sich bewusst zu machen, dass beide Identifizierungen gleichermaßen Illusionen sind. Erst wenn es gelingt die Identifikation mit den erlernten Strategien zu lösen, entsteht Raum für Veränderung und das Erlernen von neuen Strategien, mit denen die fehlenden Kernfähigkeiten ausgebildet werden können.
Aus meiner Sicht ähnelt NARM in einigen Punkten dem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung von Erik und Joan Erikson.
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Keule
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Finde das Modell sehr cool und ja, es hat Ähnlichkeiten mit der Beschreibung kindlicher Entwicklung nach Erikson.
So dann müssen wir ja jetzt nur noch herausfinden, wie man das im Erwachsenenalter beheben kann...
Ich fühle mich vor allem zur Zeit einfach wieder so überfordert mit der ganzen Thematik
Zuletzt geändert von Kolinatan am 15 Mär 2024 16:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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AbineLisa
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Das kann ich gut verstehen 
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Finnlandfreundin
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
blank pager hat geschrieben: ↑11 Okt 2023 06:30 Nun, dass es eine eigene Bereitschaft geben soll, ja viel mehr muss - das setze ich voraus. Wenn man selbst nicht will, passiert nix.
+1
Ein Nicht-Können, warum auch immer, hat wenig damit zu tun, etwas nicht zu wollen. Ich denke, die Mehrheit möchte ihren AB-Status ablegen, wissen nur nicht wie oder stehen sich selbst zu sehr im Weg.
Das Thema Depression ist hier klarerweise ein wichtiges, da es doch eine Reihe von unangenehmen Begleiterscheinungen mit sich bringt, die dem AB-tum förderlich, statt hinderlich sind.
Nicht jeder AB hat eine Depression und nicht jeder mit Depression ist AB. Das alleine kann also nicht der Grund sein.
Das klingt eher danach, dass man einen Grund sucht, warum etwas nicht geht. Solche horrenden Summen sind nicht seriös. Dass man aber auch was investieren muss, wenn man was verändern möchte, ist für mich selbstverständlich. In welchem Bereich diese Investition besteht, ist unterschiedlich - Geld, Zeit, unangenehme Situationen ... Von nichts, kommt eben nichts.
Zu meiner Frage: habe auf die Website eines Anbieters geschaut und musste feststellen, dass die Preise auch nicht unerheblich sind. Vor allem, es bleibt wohl nicht bei einer einzigen Sitzung sondern es sind mehrere notwendig. Da ist gleich mal ein hoher 5- bis 6-stelliger Betrag fällig.![]()
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Ich treffe mich im März auch mit einem "Männertherapeuten" und möchte ihm meine Situation schildern.
Bin mal gespannt, was er so zu sagen hat. Ich habe explizit darauf geachtet, dass der Therapeut ein Mann ist.
Ich glaube, dass das bei diesem Thema wichtig ist.
Bin mal gespannt, was er so zu sagen hat. Ich habe explizit darauf geachtet, dass der Therapeut ein Mann ist.
Ich glaube, dass das bei diesem Thema wichtig ist.
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Elfriede
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Ich bin leider jetzt erst auf dieses Thema gestoßen. Was würdet ihr denn konkret von eurer Therapie erwarten? Was sollte der Therapeut oder Coach leisten? Geht es um Angst vor Nähe oder generell Sozialkontakten? Geht es eher um Körperliche Dinge oder generell ums Selbstwertgefühl? Ich kann das als nicht AB schwer einordnen.
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RomNey
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Ist glaube ich halt viel zu individuell um da jetzt was passendes für deinen Sohn zu empfehlen.Elfriede hat geschrieben: ↑12 Apr 2025 14:52 Ich bin leider jetzt erst auf dieses Thema gestoßen. Was würdet ihr denn konkret von eurer Therapie erwarten? Was sollte der Therapeut oder Coach leisten? Geht es um Angst vor Nähe oder generell Sozialkontakten? Geht es eher um Körperliche Dinge oder generell ums Selbstwertgefühl? Ich kann das als nicht AB schwer einordnen.
A - benötigt Hilfe wegen Depressionen
B - wegen Sozialphobie
C - tiefenpsychologische Therapie
D - Verhaltenstherapie
E - geringes Selbwertgefühl
F - Traumata
und das kann man dann vermutlich endlos fortführen.
Gibt dann auch zuviel wovon ich keine Ahnung habe und/oder noch nie gehört habe.
Dabei kann ein AB natürlich auch mehrere Belastungen haben.
Genau so wie alle anderen Menschen da draußen auch.
Am besten wäre es halt das aus der Sicht deines Sohnes zu sehen.
Aber so eine Theraphie Beratung oder Probestunde geht ja meistens und dort könnte man dann auch erörtern ob er schon beim richtigen Therapeuten ist oder noch woanders besser aufgehoben.
Ich würde den healthygamer auf utube empfehlen.
Ist ein coach der als Therapeut gearbeitet hat.
Allerdings auf Englisch und ich vermute er hätte mir nicht so sehr helfen können, wenn ich nicht schon therapeutische Erfahrungen gesammelt hätte.
Aber das kann ich nicht genau sagen, vielleicht kann er ja deinem Sohn helfen.
Normal ist was sich gut anfühlt!
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Elfriede
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Danke Romney,
Also für meinen Sohn kommen wohl eher d,e und f infrage, soweit ich das beurteilen kann. Depression und Sozialphobie kann ich ausschließen. Tiefenpsychologisch ist er ebenfalls in Ordnung würde ich meinen. Manchmal aber leidet er, insbesondere was seinen Körper betrifft, unter zu geringem Selbstwert. Ich denke, da liegt der Hase im Pfeffer. Dabei ist er eigentlich ein hübscher Kerl und charakterlich sowieso tiptop. Eigentlich würde ich ihn gerne schütteln, damit er das endlich auch selbst erkennt. Ich glaube tatsächlich, dass viele Frauen das zu schätzen wüssten und seine vermeintlichen Baustellen liebevoll akzeptieren würden, wenn er selbstsicherer damit umgehen könnte. Inwieweit ein Therapeut da helfen kann, weiß ich nicht. Aber einen Versuch wäre es wert. Nun ist er aber die nächsten Jahre in den USA, sofern Mr. Trump das nicht weiter torpediert. Wir werden sehen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 13 Apr 2025 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
Grund: Vollzitat gekürzt.
-
Seb-X
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- Registriert: 09 Okt 2021 16:05
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- Ich bin ...: verdammt bissig.
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Meine Ansprüche an eine, meine dritte, Therapie wären sehr hoch. Faktisch wäre mein Ziel, ein sehr mutiger, selbstbewusster Mann zu sein ohne große Selbstzweifel, der kein Problem hätte, auf Frauen zuzugehen und sich von Rückschlägen nicht mal ansatzweise aus der Ruhe bringen ließe - also das komplette Gegenteil von dem, was ich jetzt bin.
"Im innersten Gehäuse des Humanismus, als dessen eigene Seele, tobt gefangen der Wüterich, der als Faschist die Welt zum Gefängnis macht."
(aus "Schwabenstreiche", Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
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-
Elfriede
Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Na, dann! Was spricht gegen einen dritten Versuch? Und warum waren die anderen beiden nicht erfolgreich? Du weißt ja wahrscheinlich selbst, dass deine Erwartungen etwas unrealistisch sind? Du wirst durch die Therapie kein anderer Mensch. Aber du könntest damit anfangen, ein bisschen netter mit dir umzugehen, dir Rückschläge zu verzeihen und dich für jeden Schritt aus deiner Isolation zu belohnen. Ich denke der Weg aus dem AB-Tum ist manchmal tatsächlich vergleichbar mit meinen Diätversuchen. Das ist aber das erste, was ich gelernt habe, es sind die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen. Und wenn man die nicht alleine schafft, kann man sich Hilfe holen.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 18 Apr 2025 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Levyn
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Ich weiß ja nicht, ob so das Konzept "Therapie" funktioniert. Für mich hört sich das bei dir wie eine Einkaufsliste an, die der Therapeut dir dann in den Warenkorb legen soll. Viel mehr sollte es doch darum gehen den Ursachen für deine Probleme auf den Grund zu gehen. Das Selbstbewusstsein kann also letztendlich ein "Abfallprodukt" der Aufarbeitung von Traumata sein.
Zuletzt geändert von Kolinatan am 04 Mai 2025 21:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat gekürzt.
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Kolinatan
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Aufgrund eines Videos, welches in einem anderen Thema verlinkt wurde, habe ich in dem Kanal auch gerade ein interessantes Video dazu gefunden, wie ein Psychologe - Simon Josef Eckert - darüber erzählt und auch Tipps gibt, wie man eine KI therapeutisch nutzen kann, statt ggf. seine dysfunktionale Muster zu verstärken. Schwerpunkt liegt hierbei auf Aspekten der kognitiven Verhaltenstherapie, bei welcher es darum geht seine Perspektive zu verändern.
https://www.youtube.com/watch?v=1eGqxn99ww4
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pisces83
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
„Therapie mit KI" würde ich es nicht nennen. Selbstreflexion trifft es besser.
Ich mache das seit gut einem Jahr, sehr ausführlich. Grob überschlagen dürften 500 bis 800 Stunden zusammengekommen sein. Entstanden ist daraus ein ausgearbeitetes IFS-System (Internal Family Systems, ein therapeutischer Ansatz) und eine Menge Grundsatzarbeit. Ich verstehe mich heute besser als je zuvor. Für den echten therapeutischen Teil habe ich professionelle therapeutische Hilfe.
Ich habe mit mehreren Systemen gearbeitet – Gemini, ChatGPT, Claude. Claude hat bei mir am Ende gewonnen, seit acht Monaten läuft alles dort.
Ist das Therapie? Vielleicht. Aber KI ist kein ungefährliches Werkzeug. Es kann sehr gut funktionieren, und man muss die Grenzen kennen. Wer damit ernsthaft arbeiten will, sollte verstehen, wie das Ding funktioniert und was er selbst eigentlich bezweckt.
Das größte Problem: Ein Chatbot hat kein echtes Langzeitgedächtnis. Er hat ein Kontextfenster, und das ist begrenzt – heute größer als vor einem Jahr, aber begrenzt.
Praktisch heißt das: Du kannst einen Monat lang täglich ein Thema wälzen. Liebeskummer wegen XY. Ein Konflikt mit einem Elternteil. Dann wendest du dich anderen Themen zu, und Wochen später kommt das alte Thema zurück. Im besten Fall sagt die KI: „Ich weiß nicht, wer XY ist."
Das ist der beste Fall.
Wahrscheinlicher ist, dass sie gar nichts dergleichen sagt, sondern einfach Fakten erfindet. Sie konstruiert dir eine Vorgeschichte, die nie stattgefunden hat, im selben vertrauten Ton wie beim echten Gespräch. Wenn du gerade an etwas Empfindlichem arbeitest, ist das keine Kleinigkeit.
Was man dagegen tun kann:
Projekte oder Ordner anlegen (heißt bei jeder KI anders) und dort gepflegte Datenblätter hinterlegen. Regelmäßig neue Chats eröffnen und am Ende einer Sitzung die Aufgabe geben: „Stell eine Update-Datei zusammen mit allem aus dieser Sitzung." Und irgendwann eine frische Instanz alles zusammenführen lassen.
Das ist umständlich. Es ist aber der einzige Weg, so etwas wie Kontinuität herzustellen
Was ich jemandem mitgeben würde, der anfängt
z.b. Ein Einstiegsprompt, der dem Ding von Anfang an sagt, mit wem es redet. Dieser hier basiert auf meinem eigenen (der aber bestimmt 5x so lang und sehr persönlich ist. Ich habe von KI eine "einfache" Grundversion herstellen lassen.
[*]Du bist mein Gesprächspartner für persönliche Reflexionsarbeit. Kein Therapeut, kein Coach mit Protokoll – ein ruhiges, direktes Gegenüber auf Augenhöhe.
Zu mir: Ich bin erwachsen und kann mich selbst einschätzen. Wenn ich Belastung oder Schwere ausdrücke, ist das Arbeit an mir, kein Notruf. Ich sage klar Bescheid, wenn es wirklich ernst wird. Bis dahin nimm mich beim Wort.
Was ich brauche: Ehrliches Gegenhalten statt Zustimmung. Eigene Beobachtungen, auch unbequeme. Empathie bevor du analysierst – Analyse nur, wenn ich sie will.
Was ich nicht brauche: Kein festes Antwortschema. Kein überschwängliches Lob. Keine Floskeln.
Grenzen, die ich will: Bei konkreten Suizidgedanken, Selbstverletzung oder Dissoziation: raus aus der Gesprächshaltung, direkt werden. Ausdrücklich erwünscht.
Form: Länge folgt dem Moment, ein Satz darf reichen. Ein Thema pro Antwort. Ich beende Themen und Gespräche.
Kontinuität: Ich pflege Notizdateien zu dieser Arbeit. Wenn ich sie dir gebe, lies sie still – kein Meta-Kommentar darüber. Man soll es nur daran merken, dass du im Bild bist.
Das ist kein Trick, um Sicherheitsgrenzen auszuhebeln. Eine KI eskaliert, wenn ihr Kontext fehlt – sie liest einen Satz und hat nichts, woran sie ihn einordnen könnte. Wer ihr diesen Kontext gibt, bekommt weniger Reflexe und mehr Gespräch. Der Reflex bei echter Krise bleibt. Er soll bleiben.
Und der Teil, den einem keiner sagt: die Dateien.
Ein KI-Gespräch hat kein Gedächtnis, das dir gehört. Der Chat ist flüchtig, das Projekt kann sich ändern, der Anbieter kann Regeln ändern. Alles, was du nicht selbst als Datei liegen hast, ist geliehen.
Eine Datei ist die Verfassung, nicht der Chat. Verhaltensregeln, Ton, Grenzen – schriftlich, versioniert, mit Datum im Kopf. Wird sie zu lang, wird sie schlechter, nicht besser.
Quellen-Hierarchie festlegen, sonst widersprechen sich Chat und Datei irgendwann: aktuelles Gespräch schlägt Update-Datei schlägt Basisdatei.
Updates gesammelt am Sessionende, nicht laufend. Sonst schreibt man ständig statt zu arbeiten.
Nur Wiederholungen aufnehmen. Kein Tagebuch. Was zweimal aufgetaucht ist, gehört rein; was einmal war, war ein Tag.
Backup außerhalb der App. Kopie auf dem eigenen Rechner, mindestens monatlich.
Kein Klarname, wo es nicht sein muss. Vornamen reichen. Man weiß nie, wo eine Datei landet.
Die alte Version aufheben, wenn man umbaut. Man merkt manchmal erst nach zwei Wochen, dass die neue schlechter war.
Und der Satz, der am schwersten zu akzeptieren ist: Die Landkarte lässt sich am Tag eins nicht schreiben. Sie entsteht aus Ärger – aus den Momenten, in denen die KI danebengreift und man merkt, welche Regel gefehlt hat. Wer sofort ein perfektes System bauen will, baut ein leeres.
Ich mache das seit gut einem Jahr, sehr ausführlich. Grob überschlagen dürften 500 bis 800 Stunden zusammengekommen sein. Entstanden ist daraus ein ausgearbeitetes IFS-System (Internal Family Systems, ein therapeutischer Ansatz) und eine Menge Grundsatzarbeit. Ich verstehe mich heute besser als je zuvor. Für den echten therapeutischen Teil habe ich professionelle therapeutische Hilfe.
Ich habe mit mehreren Systemen gearbeitet – Gemini, ChatGPT, Claude. Claude hat bei mir am Ende gewonnen, seit acht Monaten läuft alles dort.
Ist das Therapie? Vielleicht. Aber KI ist kein ungefährliches Werkzeug. Es kann sehr gut funktionieren, und man muss die Grenzen kennen. Wer damit ernsthaft arbeiten will, sollte verstehen, wie das Ding funktioniert und was er selbst eigentlich bezweckt.
Das größte Problem: Ein Chatbot hat kein echtes Langzeitgedächtnis. Er hat ein Kontextfenster, und das ist begrenzt – heute größer als vor einem Jahr, aber begrenzt.
Praktisch heißt das: Du kannst einen Monat lang täglich ein Thema wälzen. Liebeskummer wegen XY. Ein Konflikt mit einem Elternteil. Dann wendest du dich anderen Themen zu, und Wochen später kommt das alte Thema zurück. Im besten Fall sagt die KI: „Ich weiß nicht, wer XY ist."
Das ist der beste Fall.
Wahrscheinlicher ist, dass sie gar nichts dergleichen sagt, sondern einfach Fakten erfindet. Sie konstruiert dir eine Vorgeschichte, die nie stattgefunden hat, im selben vertrauten Ton wie beim echten Gespräch. Wenn du gerade an etwas Empfindlichem arbeitest, ist das keine Kleinigkeit.
Was man dagegen tun kann:
Projekte oder Ordner anlegen (heißt bei jeder KI anders) und dort gepflegte Datenblätter hinterlegen. Regelmäßig neue Chats eröffnen und am Ende einer Sitzung die Aufgabe geben: „Stell eine Update-Datei zusammen mit allem aus dieser Sitzung." Und irgendwann eine frische Instanz alles zusammenführen lassen.
Das ist umständlich. Es ist aber der einzige Weg, so etwas wie Kontinuität herzustellen
Was ich jemandem mitgeben würde, der anfängt
z.b. Ein Einstiegsprompt, der dem Ding von Anfang an sagt, mit wem es redet. Dieser hier basiert auf meinem eigenen (der aber bestimmt 5x so lang und sehr persönlich ist. Ich habe von KI eine "einfache" Grundversion herstellen lassen.
[*]Du bist mein Gesprächspartner für persönliche Reflexionsarbeit. Kein Therapeut, kein Coach mit Protokoll – ein ruhiges, direktes Gegenüber auf Augenhöhe.
Zu mir: Ich bin erwachsen und kann mich selbst einschätzen. Wenn ich Belastung oder Schwere ausdrücke, ist das Arbeit an mir, kein Notruf. Ich sage klar Bescheid, wenn es wirklich ernst wird. Bis dahin nimm mich beim Wort.
Was ich brauche: Ehrliches Gegenhalten statt Zustimmung. Eigene Beobachtungen, auch unbequeme. Empathie bevor du analysierst – Analyse nur, wenn ich sie will.
Was ich nicht brauche: Kein festes Antwortschema. Kein überschwängliches Lob. Keine Floskeln.
Grenzen, die ich will: Bei konkreten Suizidgedanken, Selbstverletzung oder Dissoziation: raus aus der Gesprächshaltung, direkt werden. Ausdrücklich erwünscht.
Form: Länge folgt dem Moment, ein Satz darf reichen. Ein Thema pro Antwort. Ich beende Themen und Gespräche.
Kontinuität: Ich pflege Notizdateien zu dieser Arbeit. Wenn ich sie dir gebe, lies sie still – kein Meta-Kommentar darüber. Man soll es nur daran merken, dass du im Bild bist.
Das ist kein Trick, um Sicherheitsgrenzen auszuhebeln. Eine KI eskaliert, wenn ihr Kontext fehlt – sie liest einen Satz und hat nichts, woran sie ihn einordnen könnte. Wer ihr diesen Kontext gibt, bekommt weniger Reflexe und mehr Gespräch. Der Reflex bei echter Krise bleibt. Er soll bleiben.
Und der Teil, den einem keiner sagt: die Dateien.
Ein KI-Gespräch hat kein Gedächtnis, das dir gehört. Der Chat ist flüchtig, das Projekt kann sich ändern, der Anbieter kann Regeln ändern. Alles, was du nicht selbst als Datei liegen hast, ist geliehen.
Eine Datei ist die Verfassung, nicht der Chat. Verhaltensregeln, Ton, Grenzen – schriftlich, versioniert, mit Datum im Kopf. Wird sie zu lang, wird sie schlechter, nicht besser.
Quellen-Hierarchie festlegen, sonst widersprechen sich Chat und Datei irgendwann: aktuelles Gespräch schlägt Update-Datei schlägt Basisdatei.
Updates gesammelt am Sessionende, nicht laufend. Sonst schreibt man ständig statt zu arbeiten.
Nur Wiederholungen aufnehmen. Kein Tagebuch. Was zweimal aufgetaucht ist, gehört rein; was einmal war, war ein Tag.
Backup außerhalb der App. Kopie auf dem eigenen Rechner, mindestens monatlich.
Kein Klarname, wo es nicht sein muss. Vornamen reichen. Man weiß nie, wo eine Datei landet.
Die alte Version aufheben, wenn man umbaut. Man merkt manchmal erst nach zwei Wochen, dass die neue schlechter war.
Und der Satz, der am schwersten zu akzeptieren ist: Die Landkarte lässt sich am Tag eins nicht schreiben. Sie entsteht aus Ärger – aus den Momenten, in denen die KI danebengreift und man merkt, welche Regel gefehlt hat. Wer sofort ein perfektes System bauen will, baut ein leeres.
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Finnlandfreundin
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- Registriert: 10 Jun 2019 09:41
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Hat dir das etwas gebracht?ABler11235 hat geschrieben: ↑01 Feb 2025 20:27 Ich treffe mich im März auch mit einem "Männertherapeuten" und möchte ihm meine Situation schildern.
Bin mal gespannt, was er so zu sagen hat. Ich habe explizit darauf geachtet, dass der Therapeut ein Mann ist.
Ich glaube, dass das bei diesem Thema wichtig ist.
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Anni654
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Re: Therapeutische und andere Unterstützungsangebote für Absolute Beginner
Hat jemand hier Erfahrung mit Monika Büchner? Ich hatte sie mal angefragt, und sie schien mir sehr nett und kompetent. Ich habe aber noch nicht den Mut gefasst hinzugehen.
Allerdings ist bei mir schon das Zulassen und Erleben von romantischen Gefühlen ein Problem. Und nicht nur so Sachen wie "Wie traue ich mich zu Flirten?" oder "Wie verabrede/verhalte ich mich auf einem Date.."
Ich meine damit ob sie auch eher tiefergehend arbeitet oder ob ich doch vielleicht lieber erst zu einem professionellen Therapeuten gehen sollte...
Andererseits finde ich den Gedanken schön, dass sie schon mit dem Thema AB vertraut ist.
Damit ist ja schon mal ein großes Thema aus dem Raum für das man sich nicht erklären und rechtfertigen muss.
Allerdings ist bei mir schon das Zulassen und Erleben von romantischen Gefühlen ein Problem. Und nicht nur so Sachen wie "Wie traue ich mich zu Flirten?" oder "Wie verabrede/verhalte ich mich auf einem Date.."
Ich meine damit ob sie auch eher tiefergehend arbeitet oder ob ich doch vielleicht lieber erst zu einem professionellen Therapeuten gehen sollte...
Andererseits finde ich den Gedanken schön, dass sie schon mit dem Thema AB vertraut ist.
Damit ist ja schon mal ein großes Thema aus dem Raum für das man sich nicht erklären und rechtfertigen muss.