50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Schreibwettbewerbe im Absolute Beginner Treff

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50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Montag 25. November 2013, 22:34

Zum kleinen Jubiläum des Schreibwettbewerbs dachte ich mir, wir könnten uns vielleicht mal mit der eher visuellen Gruppe zusammentun und ein gemeinsames Thema wählen. Ich habe mich mit miles_away zwar nicht abgestimmt, hoffe aber es geht in Ordnung, wenn wir uns da jetzt mal einfach mit dran hängen. :mrgreen:

Das Timing ist auch ganz schön: nächstes WE gibt es die hoffentlich zahlreichen Fotos zu sehen, was ja vielleicht den einen oder anderen noch zum literarischen Schaffen beflügelt.

Das neue Thema lautet also hüben wie drüben:

Blätter

Wie immer könnt ihr mir die Texte per PN schicken, und ich stelle sie hier dann anonym ein. Wer nach Ablauf nicht als Autor genannt werden möchte, schreibe das bitte ausdrücklich dazu. Da es für eine Kurzgeschichte schon mal knapp werden kann, erweitere ich den Rahmen auf maximal 800 Wörter, aber natürlich muss es nicht unbedingt so ein Roman werden. Schön wäre es, wenn euer Werk einen Titel hätte. (hatte ich bei meiner eigenen Geschichte letztesmal selber vergessen) ;) Falls sich euer Text auf eins der Fotos bezieht oder ihr es irgendwie damit in Verbindung bringt, schreibt den Link ruhig mit dazu oder baut ihn mit ein. Pro Teilnehmer sind auch diesmal wieder nur 2 Beiträge erlaubt.

Einsendeschluss ist Montag, der 09. Dezember um 16:00 Uhr.

So, und nun: entblättert eure Körp... äh, Kreativität, und lasst euren Gedanken zu Frühlings- und Herbst- (oder Axt- und Säge-?) blättern freien Lauf, auf das kein Blatt leer bleibe! :D

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Montag 2. Dezember 2013, 22:57

Erstens: Drüben Blätter schauen.
Zweitens: In die Tasten hauen!

:mrgreen:

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Donnerstag 5. Dezember 2013, 19:28

Noch ist kein einziger Beitrag eingetrudelt...

...aber am Wochenende gehts hier rund, ok? :shy:

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Freitag 6. Dezember 2013, 20:52

Hurra, da ist auch schon der erste Beitrag. Und auch gleich mit Bildbezug - vielen Dank!
Gutes Blatt?

Jemand hat einmal gesagt: „Das Leben ist wie eine Partie Poker. Am Anfang werden jedem seine Karten ausgeteilt und egal wie gut oder schlecht das Blatt auch ist, man muss mit dem Blatt bis zum Ende spielen.“

Ist es denn wirklich so?

Nun ja, jeder Mensch wird als erstes durch sein Erbgut geprägt. Genetisch bedingte Defekte können auftreten, wie erhöhtes Krebsrisiko, Herz- und Kreislauferkrankungen, Behinderungen, Stoffwechselprobleme, Trisomien, Aufmerksamkeitsstörungen, etc. Das Erbgut prägt auch das spätere Aussehen und Attraktivität. Aber auch die Erziehung, die Bildung, das unmittelbare Umfeld und die Gesellschaft in der der Mensch lebt prägen ihn - besonders seinen Charakter, die Persönlichkeit und sein Verhalten. All dies sind die Karten, die wir im Leben erhalten und mit denen wir unser Leben führen müssen.

Aber ist unser Leben deshalb wie ein Pokerspiel?

Für manche Menschen schon. Mal eine Partie Poker spielen macht Spaß, es ist aber auch ein relativ egoistisches Spiel, denn es geht ja hauptsächlich darum mit einem guten Blatt und einem hohen Einsatz viel Geld in seine eigenen Taschen zu füllen. Nun ja, es ist halt ein Spiel und Ziel ist es nun mal die Gegner zu besiegen und zu gewinnen. Es gibt Menschen, die ihr Leben nach diesem Muster führen und ohne Rücksicht auf Verluste, auf Leben, auf Liebe, auf Vertrauen, etc. durchs Leben gehen. Menschen dieser Art gibt es leider auch mehr, als man auf den ersten Moment denkt.

Doch kann man deshalb das Leben mit einem Pokerspiel vergleichen?

Das Leben ist viel zu komplex, als dass man es mit einem Spiel vergleichen kann, aber wenn man es schon mit einem Kartenspiel vergleichen möchte, dann gibt es doch sicherlich Spiele, die besser passen würden. Menschen sind nun mal gesellige Tiere, die ungern ein einsames Leben führen. Wenn wir geboren werden, sind wir auf die Fürsorge unserer Eltern angewiesen. Wenn wir heran wachsen suchen wir uns Freunde und später eine(n) Partner(in) um mit ihm oder ihr zusammen zu leben, Kinder zu bekommen und sie groß zu ziehen. Oder wir haben als AB zu mindestens den Wunsch danach unser Leben so zu führen.

Also welches Spiel kann besser mit dem Leben verglichen werden?

Wie wäre es denn mal mit einer Partie Doppelkopf. Das besondere bei diesem schon relativ alten Spiel ist, das man im Normalfall immer mit einem Partner zusammen spielt. Das hat den Vorteil, dass man eine Partie auch mit einem schlechten Blatt gewinnen kann, sofern der Partner ein gutes Blatt hat. Jeder Mensch hat seine Stärken und seine Schwächen. Allein durchs Leben zu gehen ist zwar möglich, aber mit ein(-er/en) Partner(in), der/ die diese Schwächen durch eigene Stärken ausgleicht und umgekehrt, ist es doch um einiges leichter und auch angenehmer.

Doch ist das Leben nun mit Doppelkopf zu vergleichen?

Nein! Kein Kartenspiel kann die Komplexität des Lebens erfassen und widerspiegeln. Nehmen wir nur mal die Gruppe der Absolute Beginner als Beispiel, dann wird eines klar. Beim Doppelkopf ist es einfach seinen Partner zu finden, auch wenn es manchmal etwas dauert. Im Leben ist dies ungleich schwerer, egal ob man ein gutes oder ein schlechtes Blatt auf der Hand hat.

kräuterfrau

Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von kräuterfrau » Freitag 6. Dezember 2013, 21:40

Hallo NeC, ich würde so gerne. Auf meiner Muttersprache war das Schreiben ein Ventil, aber auf Deutsch traue ich micht nicht. Noch nicht. Ich lerne noch ein paar Jahre.

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Samstag 7. Dezember 2013, 01:44

Na sowas, nochmal spät ins Forum geschaut, und da wartet auch schon der zweite Beitrag auf uns:
Herbst-Melancholie

Schon seit ein paar Tagen ließ es sich nicht mehr leugnen: Der Sommer verabschiedete sich... morgens und abends wurde es nun erheblich kühler und die Blätter an den Bäumen schimmerten schon in verschiedenen Farben. Überall lagen auf dem Boden tote Blätter herum.
Wenn sich der Sommer seinem Ende zuneigte und sich der Herbst ankündigte, fühlte ich mich immer, als würde nun eine schwere Last auf meine Schultern gelegt. Es roch überall nach Tod und Verwesung. Die leichten unbeschwerten Sommertage waren nun endgültig vorbei. Und mit der Unbeschwertheit des Sommers gingen auch meine Illusionen und Hoffnungen dahin, doch noch jemals einen Partner fürs Leben zu finden. Es war einfach zu schwierig. Da war es schon leichter, 6 Richtige im Lotto zu haben oder wenigstens mal eine Reise zu gewinnen.

Als ich eines Tages im Nieselregen auf dem Weg zur Arbeit müde an einem Zeitschriftenladen vorbei schlich, bemerkte ich eine ältere Frau, die nach einem Lottoschein auf dem Tresen angelte. Der schwarzhaarige, junge Verkäufer hatte mich schon bemerkt und winkte mir zu:" Junge Frau, für Sie auch einen Lottoschein? Sie sehen so traurig aus, da müssen wir Ihrem Glück mal auf die Sprünge helfen!"
„Ach, danke, aber es ist sowieso sinnlos."
Ich wandte mich schon zum Gehen, da rief er mir hinterher: "Madame, ich schenke Ihnen einen Schein!"
Ich musste lächeln. "Danke, aber dann müssen Sie auch die Zahlen für mich einsetzen."
Gesagt, getan.

Die Wochen vergingen. Jeden Morgen schlich ich niedergeschlagen im Nebelgrau oder im Regen zur Arbeit und schleppte mich abends im Dunkeln wieder nach Hause. Meistens fiel ich dann schon erschöpft ins Bett, um am nächsten Morgen doch wieder aufzustehen und im Hamsterrad weiterzutreten. Auch an den Wochenenden hatte ich meistens keinen Antrieb mehr, mich noch mit Freunden zu treffen, sondern verkroch mich lieber unter der Bettdecke.
Es war sowieso alles sinnlos. Mir fehlte die Sonne und ich sehnte mich nach dem Frühling. Aber der verregnete, windige, neblige und total verhasste Herbst mit seinen toten Blättern, die überall auf dem Weg herumlagen und die ich ständig vor meiner Haustür wegfegen musste, gab sich ein Stelldichein und wollte nicht verschwinden.
Ach, wenn ich jetzt doch irgendwo im Süden in der Sonne liegen könnte, dachte ich eines Morgens sehnsuchtsvoll. Eine Woche oder 10 Tage auf die Kanaren fliegen…hach, wäre das schön, aber ich hatte weder Geld noch Zeit…also weitermachen im Alltagstrott...

Eines Morgens kam ich wieder an dem Zeitschriftenladen vorbei. Ich wollte gerade weitergehen, als mir jemand zurief: "Hallo junge Frau, warten Sie doch mal!"
Ein sympathisch aussehender junger Mann, so um die 30 Jahre mit schwarzen Haaren und einem tollen Lächeln, strahlte mich an:
"Kann das sein, dass ich für Sie mal einen Lottoschein ausgefüllt habe?"
"Oh, ja, stimmt! Hatte ich schon ganz vergessen....
...Und…hab ich gewonnen?"
Für einen kurzen Augenblick tauchte vor meinen Augen ein Liegestuhl am Mittelmeer auf, auf dem ich lag und mich von einem smarten Kellner mit
einer Caipirinha verwöhnen ließ.
"Nein, schöne Frau. Tut mir leid, ich hab Ihnen kein Glück gebracht."
Der Liegestuhl und die Caipirinha verschwanden wieder im Nichts…
"Aber wie wär’s, wenn wir mal einen Kaffee zusammen trinken gehen?"
Und als hätte er meine Gedanken erraten, fügte er grinsend hinzu:" Oder lieber auf einen Cocktail abends?"

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Samstag 7. Dezember 2013, 20:07

Das letzte Wochenende vorm Einsendeschluss ist nun schon halb rum - magst Du nicht auch noch einen Beitrag schreiben? :shy:

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Re: 50. Schreibwettbewerb - "Blätter"

Beitrag von NeC » Sonntag 8. Dezember 2013, 12:05

Und da ist auch schon der Beitrag Nummer drei:
Blattwerk

Mein Blatt fiel gerade vom Baum, halte es in der Hand, bearbeite es mit meinem Kugelschreiber.
Ihm erzähl ich, was mir heut passiert ist, dreh es in der Hand.
Scharf abgegrenzt von der Schreibtischunterlage, gezackt gelegen im Handteller.
Burgunderrot schimmert es, auch weiß manchmal.
Wie Lebenslinien, Weichenstellungen erscheinen mir die feinen Adern darauf.
Seine ganze Gestalt entsprang aus dem Stengel, der Stammbaum gab seine Entwicklung vor.
Beschrieben werden kann es nur von mir, nur einer kann es fliegen lassen im Wind.
Hinauf in den ewigen Strom , der treibt und selten ruht.

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