Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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LonesomeCoder
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 6. August 2018, 18:41

Ich meine es schon so. Du meinst "in einer idealen partnerschaftlichen Beziehung gibt es keine Unterordnung"? Da kenne ich genug Beispiele, wo ich mich frage, warum sich jemand das gefallen lässt. Da gibts Verbote für Hobbys ("Motorradfahrern ist zu gefährlich", "eine Playstation ist doch was für kleine Jungs") oder Haustiere, Freunde, die der Partner nicht mag, müssen heimlich getroffen werden, Pornos schauen ist nicht, jemand muss mit dem Partner aufstehen, selbst wenn die Person sich erst 3 h später auf dem Weg zur Arbeit macht... Das trifft nicht auf jede Beziehung zu, aber es müsste schon sehr viel zwischen zwei Personen ähnlich sein, damit alles passt. Bei den Beziehungen im Umfeld haben sich Probleme teilweise erst nach dem Zusammenziehen gezeigt. Wenn man die andere Person immer nur zeitweise besucht, stören einem hier bestimmte Sachen nicht oder man bemerkt sie gar nicht.
Zuletzt geändert von LonesomeCoder am Montag 6. August 2018, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Arikari » Montag 6. August 2018, 18:42

Vor dem Zusammenziehen mit meinem Freund hatten wir ebenfalls einige Bedenken - v.a. in drei Punkten: was die Vereinbarkeit von unseren unterschiedlichen Schlafenszeiten angeht, das Putzen und das Aufteilen der Kosten.
Wir haben am Anfang unserer Suche das WG-Modell präferiert - d.h. sollte sein eigenes Zimmer haben + gemeinsames Wohnzimmer. Das ist angesichts der Wohnungspreise in unserer Wunschlage aber schnell vom Tisch gewesen. Unsere Wohnung hat nun ganz klassisch ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an eine neue Wohnsituation gewöhnt. Früher war ich mir sicher, ich könnte niemals richtig schlafen, wenn ich mein Bett nicht für mich ganz allein hätte. Mittlerweile schlafe ich auch im gemeinsamen Bett wie ein Stein und wache nicht auf, wenn er erst Stunden nach mir ins Bett schleicht. Ansonsten ist es so, dass wir die Abende zwar gemeinsam verbringen, aber nicht unbedingt mit den selben Dingen. Das geht ganz wunderbar parallel in einem Raum; man muss sich nicht immer auf eine gemeinsame Beschäftigung einigen.

Was schlechte Gewohnheiten und Ordnung angeht: Man ist mit einem Menschen zusammen, den man gern mag - selbst wenn er einige Angewohnheiten hat, die einen nerven. Jeder hat seine Fehler und man kann lernen, damit umzugehen, ohne sich dauernd zu verbiegen oder einander die Freiräume zu nehmen. Wobei das vor allem dann funktioniert, wenn die Gegensätze nicht zu groß sind. Aber das ist ja bei allen Extremen so. Das Putzen funktionierte bei uns von Anfang an ohne große Diskussionen. Jeder hat seinen Zuständigkeitsbereich, und das Bad machen wir abwechselnd. Insgesamt mache ich etwas mehr, aber das ist okay, weil es dann auch genau so gemacht wird, wie ich es haben will.

Die Kosten für Umzug und Einrichtung haben wir gleichmäßig geteilt; die laufenden Kosten müssen wir uns aber nochmal angucken. Er zahlt etwas mehr Miete, ich gebe aber deutlich mehr für Lebensmittel und Haushaltskram aus. Vielleicht macht es Sinn, ein gemeinsames Lebensmittelbudget festzulegen, aus dem wir die Einkäufe zahlen. Das müssen wir noch ausprobieren und schauen, wie wir es am besten lösen.
Pssst! Ruft da ein Schokokeks?

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Montecristo » Montag 6. August 2018, 18:49

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:41
Ich meine es schon so. Du meinst "in einer idealen partnerschaftlichen Beziehung gibt es keine Unterordnung"?
Kompromisse sind keine Unterordnung und wenn man sich pubertär verhält hat man sicher nicht nur in einer Beziehung Probleme.

Ich koche jetzt essen. Guten Abend.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Endura » Montag 6. August 2018, 18:51

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:41
Pornos schauen ist nicht
Ja, ganz schrecklich. Als meine Ex bei mir gewohnt hat, hatte ich gar nicht das Bedürfnis welche zu schauen. Ich überlege gerade warum. :gruebel: Ich komme nicht drauf.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Genosse Premier » Montag 6. August 2018, 18:56

Ringelnatz hat geschrieben:
Samstag 4. August 2018, 21:53
Esperanza hat geschrieben:
Samstag 4. August 2018, 20:00
So geht es mir auch immer. Nach dem Urlaub bin immer wieder froh, endlich wieder alleine zu sein.
Naja, wir werden sehen. ;)
Ein Wort noch dazu: Das ist nicht vergleichbar! Nach Urlaub mit Freunden bin ich auch froh, wieder alleine zu sein (bin ja introvertiert und mich strengt so viel Gesellschaft auf Dauer an, auch wenn ich meine Freunde sehr mag). Mit Partner ist das aber was anderes. Da bist du ähnlich entspannt wie alleine.
Oh, interessant. Das gibt mir ja fast etwas Hoffnung. ;)
Dabei wüsste ich ehrlichgesagt nicht mal, ob ich überhaupt schon einen Menschen kennen gelernt hätte, mit dem es mir nicht auf Dauer doch zu viel werden würde.
God speed, John Glenn

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 6. August 2018, 18:59

Endura hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:51
LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:41
Pornos schauen ist nicht
Ja, ganz schrecklich. Als meine Ex bei mir gewohnt hat, hatte ich gar nicht das Bedürfnis welche zu schauen. Ich überlege gerade warum. :gruebel: Ich komme nicht drauf.
Du nicht. Andere schon. Manche wollen sogar trotz Beziehung und Sex mit einem Menschen mit anderen Menschen Sex haben oder zusammen sein. Aber Fremdgehen zu diskutieren wäre hier Off-Topic. Deshalb mache ich hier nicht weiter.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Tania » Montag 6. August 2018, 19:02

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:41
Da kenne ich genug Beispiele, wo ich mich frage, warum sich jemand das gefallen lässt. Da gibts Verbote für Hobbys ("Motorradfahrern ist zu gefährlich", "eine Playstation ist doch was für kleine Jungs") oder Haustiere, Freunde, die der Partner nicht mag, müssen heimlich getroffen werden, Pornos schauen ist nicht, jemand muss mit dem Partner aufstehen, selbst wenn die Person sich erst 3 h später auf dem Weg zur Arbeit macht...
Da frage ich mich auch, warum man so was mitmacht. Haben die genannten Personen je Eier gehabt, oder sind die bei der Hochzeit versehentlich im Eiersalat verarbeitet worden?

Ja, Playsi ist auch meiner Meinung nach was für kleine Jungs - aber er kann dann ja anderweitig seine Männlichkeit beweisen. Und Pornos gucken ... das wird nur problematisch, wenn er auch meckert, dass ich Kochsendungen gucke, aber nie koche ;)

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Endura » Montag 6. August 2018, 19:08

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:59
Endura hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:51
LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 18:41
Pornos schauen ist nicht
Ja, ganz schrecklich. Als meine Ex bei mir gewohnt hat, hatte ich gar nicht das Bedürfnis welche zu schauen. Ich überlege gerade warum. :gruebel: Ich komme nicht drauf.
Du nicht. Andere schon. Manche wollen sogar trotz Beziehung und Sex mit einem Menschen mit anderen Menschen Sex haben oder zusammen sein. Aber Fremdgehen zu diskutieren wäre hier Off-Topic. Deshalb mache ich hier nicht weiter.
Ich finde den Sprung von Pornos schauen zu fremd gehen schon ein wenig weit.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 6. August 2018, 19:10

Tania hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 19:02
Da frage ich mich auch, warum man so was mitmacht. Haben die genannten Personen je Eier gehabt, oder sind die bei der Hochzeit versehentlich im Eiersalat verarbeitet worden?
Zumindest in meiner Gegenwart sind sie selbstbewusst. Nur wie sie sich verhalten, wenn sie mit ihrem Partner oder Partnerin (das mit dem Motorrad war eine Frau, mit der Playstation ein Mann) alleine sind und wie groß die Ängste waren, die andere Person zu verlieren und niemanden mehr zu finden, kann ich nicht sagen. Manche Menschen zeigen ihr wahres Gesicht erst mit der Zeit, z.B. wenn der nächste Schritt wie Heirat, gemeinsame Wohnung oder das erste Kind sehr kurz bevorstehen oder kurz nach der Umsetzung. Nach vielen Jahren Beziehung kann ich mir schon vorstellen, dass sich jemand lieber viele Opfer bringt anstatt dann mit 30 oder 35 in einem Umfeld (nahezu) ohne Singles im eigenen Alter dazustehen und wenn dann auch schon alles lange geplant war und sich die Eltern schon aufs Großeltern werden freuen und die Heirat nur mehr Formsache war...
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Endura » Montag 6. August 2018, 19:21

Ohne zu wissen, wie lange der Typ in der Woche mit der Playstation verbracht hat, kann ich nur schwer das Verhalten der Partnerin kommentieren.
Vielleicht hatte sie völlig Recht mit dem Verbot.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Tania » Montag 6. August 2018, 19:26

Endura hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 19:21
Ohne zu wissen, wie lange der Typ in der Woche mit der Playstation verbracht hat, kann ich nur schwer das Verhalten der Partnerin kommentieren.
Vielleicht hatte sie völlig Recht mit dem Verbot.
Verbote sind was für Kinder. Wenn er selbst einsieht, dass man nicht 18h täglich zocken und gleichzeitig eine Beziehung führen kann, okay. Wenn nicht, wird ihm vielleicht irgendwann auffallen, dass er keine Beziehung mehr hat.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von kicky » Montag 6. August 2018, 20:05

marwie hat geschrieben:
Sonntag 5. August 2018, 23:20
Muss man unbedingt zusammen wohnen, wenn man keine Kinder hat? Ich finde, eigne Wohnungen aber nahe beinander wohnen eine gute Lösung, so hat man genügend Freiräume, kann sich aber auch mal spontan Treffen.
Wenn zusammen wohnen, dann nur in einer genügend grossen Wohnung (4+ Zimmer) bzw. Haus, so hat man genügend Rückzugsmöglichkeiten.
Nein, man muss ohne Kinder natürlich nicht zusammen wohnen. Aber für die meisten dürfte das wohl ein Bedürfnis sein. Für mich war es das auch. Wir haben nach neun Monaten Beziehung beide in der gleichen Stadt nur anderthalb bis zwei Kilometer entfernt voneinander jeder in seiner eigenen Wohnung gewohnt. Meine Eltern hatten mir etwa ein halbes Jahr bevor wir zusammenkamen, eine neue Wohnung mit Möbeln, Waschmaschine etc. eingerichtet für viel Geld. Die hätten mir eins gehustet, wenn ich da nach 6 Monaten hätte ausziehen wollen. Also haben wir für etwa zwei Jahre s´so gewohnt. Ich muss sagen: es war furchtbar! Dadurch, dass wir uns jeden Tag sehen und zusammen einschlafen wollten, waren wir immer wechselnd mal hier mal da. Das ieß immer doppelte Haushaltsführung, fast jeden Tag einkaufen, ständig wurde was schlecht, am Wochenede waren meine Tiere sauer, weil ich bei ihm war (da war das große Sofa, der große Fernseher und das Doppelbett, ich hatte nur eine Einzimmerwohnung ohne Sofa, mit kleinem Fernseher und mit schmalem 90cm-Bett) etc. pp. Gott was war ich glücklich, als wir nach reichlich zweieinhalb Jahren Beziheung endlich zusammen ziehen konnten. Das hatten meine Eltern im Übrigen nur unterstützt, weil wir uns verlobt hatten, sonst hätte ich da keine Unterstützung erwarten können ("er wird dich vom Lernen fürs Exame ablenken" bla bla, ich war zu dem Zetpunkt im letzten Jahr des Studiums (praktisches Jahr, Medizinstudium, letzte Hürde vor der finalen mündlichen Prüfung). Jetzt reicht ein- bis maximal zweimal in der Woche einkaufen, es ist einfach günstiger, man ist nicht ständig von der eigenen Wohnung abgeschnitten, hat immer alles bei sich, die Tiere sind auch immer da und, das Wichtigste: man kann immer gemeinsam einschlafen! Das ist das Schönste für mich, ich bin sehr unruhig, wenn ich im Dienst auf der Arbeit allein schlafen muss.
@LC: Keiner muss mit dem Partner zusammen ziehen, unnd wenn man sich einig ist, dass jeder seine eigene Wohnung behalten möchte und beide damit langfristig zufrieden sind, dann ist das okay. Aber wenn du mal in einer Beziehung sein solltest, dann musst du meiner Meinung nach deutlich kompromissbereiter werden (was im Übrigen nicht immer was Furchtbares ist), denn das ist keine Einbahnstraße. Oder wie wäre es für dich, wenn deine Freundin von dir erwarten würde, dass sie alles so beibehält, wie früher und du dich damit arrangieren müsstest? Eine Beziehung funktioniert nicht ohne ein gewisses Maß an Gelassenheit, Kompromissbereitschaft und Offenheit, über Konflikte zu sprechen und diese gemeinsam zu lösen. Und das gilt nicht nur fürs Zusammenwohnen...

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Montecristo » Montag 6. August 2018, 20:43

Es kommt vor, dass man Grenzen setzen muss. Ich musste vor kurzem eine setzen. Meine Frau meinte mich kitzeln zu müssen, wenn ich sie geneckt habe. Alles völlig harmlos, aber bei mir wurde etwas getriggert. Ich habe sehr extreme Gewalterfahrungen (was ein völliger Euphemismus für die Hölle auf Erden ist) und irgendetwas in mir sagte "Bestrafung". Kitzeln ist an dieser Stelle jetzt abgesagt. Das ist etwas schade, aber es ging nicht anders. Wenn man drüber redet, kann man alles klären.

Das hat jetzt mit gemeinsamer Haushaltsführung nichts zu tun. Aber vielleicht deutet es an, warum manche Menschen eine gemeinsame Wohnung rigoros ablehnen. Keine Bequemlichkeit, es geht eben nicht.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Strange Lady » Montag 6. August 2018, 22:18

Montecristo hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 20:43
Es kommt vor, dass man Grenzen setzen muss. Ich musste vor kurzem eine setzen. Meine Frau meinte mich kitzeln zu müssen, wenn ich sie geneckt habe. Alles völlig harmlos, aber bei mir wurde etwas getriggert. Ich habe sehr extreme Gewalterfahrungen (was ein völliger Euphemismus für die Hölle auf Erden ist) und irgendetwas in mir sagte "Bestrafung". Kitzeln ist an dieser Stelle jetzt abgesagt. Das ist etwas schade, aber es ging nicht anders. Wenn man drüber redet, kann man alles klären.

Das hat jetzt mit gemeinsamer Haushaltsführung nichts zu tun. Aber vielleicht deutet es an, warum manche Menschen eine gemeinsame Wohnung rigoros ablehnen. Keine Bequemlichkeit, es geht eben nicht.
Genau dies. Danke für das Beispiel.
Ich selbst habe auch solche seltsamen trigger, die mich total paralysieren lassen und die andere oftmals nicht verstehen. Und ich kann es oftmals auch erst einordnen, wenn der Spuk dann irgendwann vorbei ist.

Und nun stell dir vor, nach Jahrzehnten der isolierten, aber geschützen Existenz in der eigenen Wohnung, kommt da nun eine weitere Person dazu, der du in deinen eigenen Räumen vollkommen ausgeliefert bist, die dir die Luft zum Atmen nimmt, die dich jederzeit verletzen und vernichten kann.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Stabil » Dienstag 7. August 2018, 14:01

Esperanza hat geschrieben:
Montag 6. August 2018, 17:01
Gerne. Vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken. Ich bin wohl zu viel alleine in meiner Wohnung. ;)
Dazu kommt noch, dass es mit jedem Partner anders sein kann.
Irgendwie scheint das Thema unberechenbar zu sein. Ich weiss, das hilft nicht weiter, wenn man deine Fragen grad im Kopf hat. Andrerseits, man kommt schon drauf, wie es geht, wenn es soweit ist.
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Tania » Dienstag 7. August 2018, 14:58

Stabil hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 14:01
Andrerseits, man kommt schon drauf, wie es geht, wenn es soweit ist.
Ich käme nicht im Traum auf die Idee, mit jemandem zusammen wohnen zu wollen. Gruselige Vorstellung! Ich krieg die Bude doch schon allein nicht in einem betretbaren Zustand gehalten! Und dauernd würde ein Fremder in meinem Wohnzimmer sitzen!

Aber diese Gedanken verschwinden irgendwie,.wenn es jemanden gibt, dessen Gesicht man echt gern beim Aufwachen sieht und dessen Hand man beim Einschlafen halten möchte. Und der fühlt sich dann auch gar nicht so fremd an. Und irgendwann beobachtet man, wie er nicht nur seinen Teller in die Spülmaschine stellt, sondern auch meinen ... :shylove:

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Captain Unsichtbar » Dienstag 7. August 2018, 15:44

Tania hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 14:58
Ich käme nicht im Traum auf die Idee, mit jemandem zusammen wohnen zu wollen. Gruselige Vorstellung! Ich krieg die Bude doch schon allein nicht in einem betretbaren Zustand gehalten! Und dauernd würde ein Fremder in meinem Wohnzimmer sitzen!

Aber diese Gedanken verschwinden irgendwie,.wenn es jemanden gibt, dessen Gesicht man echt gern beim Aufwachen sieht und dessen Hand man beim Einschlafen halten möchte. Und der fühlt sich dann auch gar nicht so fremd an. Und irgendwann beobachtet man, wie er nicht nur seinen Teller in die Spülmaschine stellt, sondern auch meinen ... :shylove:
Das war jetzt ziemlich genau mein Gedanke beim Lesen des Threads.
Ich gehe halt davon aus, das mangels Erfahrung (damit meine ich je einen anderen Menschen so nah kennengelernt zu haben), ich jetzt gar noch nicht wissen kann wie das dann wird. Deshalb mache ich mir ehrlich gesagt nicht allzu viele Gedanken. Aber ich denke mir, wenn ich diesen anderen Menschen dermassen befremdlich finden würde, um mich bei ihr/mit ihr zu Hause zu fühlen, dann würde ich mich auch in der Beziehung grundsätzlich nicht wohl fühlen. Also denke ich, aus meiner Sicht, wird sich diese Problematik gar nie stellen. :schwitzen:
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Elli » Dienstag 7. August 2018, 20:08

Naja, ich sehe das etwas anders: Wenn man jahrzehntelang keinen Beziehungspartner finden konnte oder wollte, wird das schon seine Gründe haben - bei jeder, bei jedem wieder andere, und manches davon mag sich auch verflüchtigen, sobald man jemanden gefunden hat, mit dem es passt. Anderes aber nicht - man wird nicht von heut auf morgen ein neuer Mensch. Bedürfnisse, Eigenheiten & Macken bleiben (was auch gut so ist), ebenso bleiben Neurosen und Ängste (was weniger gut ist). Für mich ist es so, dass ich meine Rückzugsräume nach mittlerweile fast 15 Jahren des Alleinwohnens auch weiterhin brauche (mein Freund braucht sogar noch mehr davon) - von daher, getrennte Wohnungen, aber eben trotzdem in Kombination mit Verbindlichkeit, finde ich für mich persönlich besser. Heutzutage geht sowas ja zum Glück. Dass man es sich finanziell erstmal leisten können muss, wie oben geschrieben, das Argument verstehe ich jetzt nicht so ganz - das Singlesein konnte man sich vorher doch auch leisten?!
Gerade habe ich mich auch gegen eine Arbeits-und-Freundschafts-WG entschieden, in die ich hätte einziehen können, obwohl mich verschiedene Aspekte daran lockten.
Hoppala hat geschrieben:Liebe Esperanza: du bist absolut keine Ausnahme, und wenn das deine "Sünden" sind, eher die Oberschicht der Ordentlichkeit.
Das scheint mir auch so - und ich will jetzt lieber nicht mit anschaulichen Beispielen aus meiner Haushaltsführung aufwarten. Das ist es aber nicht, was mich vom Zusammenwohnen abhält.

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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Captain Unsichtbar » Dienstag 7. August 2018, 20:21

Elli hat geschrieben:
Dienstag 7. August 2018, 20:08
Naja, ich sehe das etwas anders: Wenn man jahrzehntelang keinen Beziehungspartner finden konnte oder wollte, wird das schon seine Gründe haben - bei jeder, bei jedem wieder andere, und manches davon mag sich auch verflüchtigen, sobald man jemanden gefunden hat, mit dem es passt. Anderes aber nicht - man wird nicht von heut auf morgen ein neuer Mensch. Bedürfnisse, Eigenheiten & Macken bleiben (was auch gut so ist), ebenso bleiben Neurosen und Ängste (was weniger gut ist).
Falls das jetzt auf meinen Post bezogen war: ich bin halt noch keine Jahrzehnte auf der Suche. Meine Perspektive ist tatsächlich eine andere und meine eigenen Probleme liegen weniger in dem Bereich des Zusammenlebens.
Und solltest du jetzt nicht mich gemeint haben, dann sorry, dass ich mich eingemischt habe. :schwitzen:
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Re: Wie lebt man mit jemandem zusammen?

Beitrag von Elli » Dienstag 7. August 2018, 20:41

@ Captain Unsichtbar: Ich habe das schon im Anschluss an Deinen und Tanias Post geschrieben, ja. War aber mehr so als allgemeiner Gesprächsbeitrag gemeint & nicht auf Dich oder Tania persönlich bezogen oder so.
Wobei Tania (glaub ich) schon lange Jahre mit Partnern zusammen war und mit diesen auch Kinder hat, und Du fast zehn Jahre jünger bist als ich zB. Also schlicht andere Voraussetzungen.

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte: Ich glaube schon, dass für manche hier im Forum, aufgrund ihrer Disposition, ein Zusammenleben mit jemandem eben nichts ist, was halt klappt, sobald ein passender Partner auftaucht. Für mich jedenfalls hatten die ganzen "Wenn man nur den Richtigen trifft, dann wird XY schon klappen ..."-Aussagen, wenn überhaupt, eher eine hemmende Wirkung. Denn das, was man tatsächlich haben kann, wirkt im Vergleich mit dem üblichen Standard (Zusammenwohnen etc.) u.U. nicht wie eine "richtige" Beziehung. Das ist aber dann auch völlig egal, solange es schön ist.

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