Tania hat geschrieben: ↑09 Sep 2018 21:52
Ich sehe die Kernaussage des Artikels eher in den Schlusssätzen:
I wish we could view consent as something that’s less about caution and more about care for the other person, the entire person, both during an encounter and after, when we’re often at our most vulnerable.
Because I don’t think many of us would say yes to the question “Is it O.K. if I act like I care about you and then disappear?”
Ja, das ist die Kernaussage - denn das ist die Stelle, wo die Autorin den Schmerz verspürt.
Aber irgendwie klingt mir das so als liefe es darauf hinaus: nicht nur wenn man beim Sex etwas tut was der andere vielleicht nicht will, kann das verletztend sein, sondern auch und gerade wenn man beim Sex achtsam ist aber danach den Partner einfach sitzen läßt tut das weh. Das stimmt wohl, aber es ist doch nur
ein mögliches Symptom eines unachtsamen Umgangs - und da scheint mir das ganze ein bischen in Richtung Symptomtherapie zu gehen.
Ich möchte daher weitergehen und fragen: wiese können wir nicht den Menschen, mit dem wir das Lager teilen, als etwas
an und für sich ungemein Wertvolles ansehen, mit dem wir entsprechend achtsam umgehen?
Dieses ganze "Ist das o.k.für Dich?" signalisiert Interesse am Wohlergehen des Anderen. Was, wenn es nicht so gemeint ist, sondern lediglich der eigenen juristischen Absicherung dient, ausgesprochen verletzend sein kann.
Das ist genau der eingebaute Widersinn einer Rücksichtnahme, die durch äußere Reglementierungen eingefordert wird und nicht auf einem inneren, eigenen Bedürfnis dazu beruht.
Also, statt den Rücksichtsvollen zu mimen, hätte der Herr im Artikel vielleicht lieber einen Zettel mit der Überschrift "Einverständniserklärung zur Vornahme sexueller Handlungen" zücken sollen. Wäre für beide Seiten komplikationsloser und sicherer gewesen.
Vielleicht hat das ganze, so wie es gelaufen ist, aber auch einen heilsamen Effekt dahingehend, dass die Dame erkennt, dass sie nicht nur triebhaft-körperliche, sondern auch seelische Wünsche und Sehnsüchte hat, und sich darauf basierend ein paar Gedanken über ihre Partnerwahl macht.