Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

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Strange Lady
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Strange Lady »

Axolotl hat geschrieben: ↑16.09.2018, 07:19
Strange Lady hat geschrieben: ↑15.09.2018, 22:08 Aber für mich war das Antwort genug. Obsessive Klugshitteritis zwecks Verdrängung eigener Probleme (Stichwort: hilfloser Helfer) kann tatsächlich auch zu ABtum führen.
Was soll denn ein hilfloser Helfer sein? :gruebel:
Das ist ein Begriff aus der Psychologie, die Bezeichnung eines Syndroms.

Aber ist schon gut. Du musst nichts über dich schreiben.
Viele Leute sind tatsächlich nur hier, um andere zu beraten. Haben selbst Null Probleme oder Bezug zum Thema.
Absolut legitim, irgendwie muss man sein Scheiß-Leben ja rumkriegen.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Strange Lady »

Darth Revan hat geschrieben: ↑15.09.2018, 22:57
Strange Lady hat geschrieben: ↑15.09.2018, 22:41 Sagemal, hast du schon mal Therapie gemacht? Z.B. Tiefenpsychologische?
Ich habe es mal mit der psychologischen Beratungsstelle von der Uni versucht. Das kann man aber nicht vergleichen. Nach ein paar Sitzungen habe ich auch aufgehört, da es viele Leute gibt, die das Angebot in Anspruch nehmen und ich den Betrieb nicht aufhalten wollte.
Strange Lady hat geschrieben: ↑15.09.2018, 22:41 Manchmal hilft es, sich selbst besser zu verstehen, selbst wenn es im Endeffekt nur 20 - 30 Sitzungen werden. Irgendwoher muss dieser Glaubenssatz ja kommen.
Hast du in der Schule Mobbing erlebt? Hast du Geschwister? Wie stabil war/ist die Ehe deiner Eltern?
Mobbing? Check.
Geschwister? Zwei große, ein kleines, genauer ein Bruder und zwei Schwestern. Also dreifach Check.
Ehe der Eltern? Meine Scheidungskinder-Schulkameraden haben mich um die stabile Ehe meiner Eltern beneidet. Hält schon über 25 Jahre. Eine Modellehe ist das jedoch schon seit langem nicht mehr, sofern sie das überhaupt je war.
Strange Lady hat geschrieben: ↑15.09.2018, 22:41 Manchmal sind Introversion, Soziophobie, Ängstlichkeit etc auch eine Frage der Veranlagung.
Kann gut sein. Ich glaube, zumindest was Introversion angeht kann ich dir rechtgeben. Mein Vater zum Beispiel ist auch nicht gerade der gesellige Typ und kann mein introvertiertes Verhalten gut nachvollziehen.
Ich schreibe dir bei Gelegenheit mal per PN, wie mein Eindruck ist (bin grad on the road).
Erinnere mich notfalls dran, ja?
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Axolotl »

Strange Lady hat geschrieben: ↑16.09.2018, 15:39 Aber ist schon gut. Du musst nichts über dich schreiben.
Viele Leute sind tatsächlich nur hier, um andere zu beraten. Haben selbst Null Probleme oder Bezug zum Thema.
Absolut legitim, irgendwie muss man sein Scheiß-Leben ja rumkriegen.
Ich bin auch nicht primär hier um Hilfestellung zu geben, sondern um mich auszutauschen.

Was jetzt allerdings der hilflose Helfer mit mir zu tun hat und warum ich was über mich schreiben soll, was sowieso schon bekannt ist, ergibt sich mir nach wie vor nicht :gruebel:
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Darth Revan »

Axolotl hat geschrieben: ↑16.09.2018, 18:08 Ich bin auch nicht primär hier um Hilfestellung zu geben, sondern um mich auszutauschen.

Was jetzt allerdings der hilflose Helfer mit mir zu tun hat und warum ich was über mich schreiben soll, was sowieso schon bekannt ist, ergibt sich mir nach wie vor nicht :gruebel:
Als jemand, der selbst HC-AB ist, ist es hier auch nicht deine primäre Aufgabe, Hilfestellung zu leisten.
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Axolotl »

Darth Revan hat geschrieben: ↑16.09.2018, 22:09 Als jemand, der selbst HC-AB ist, ist es hier auch nicht deine primäre Aufgabe, Hilfestellung zu leisten.
Wer sagt, dass ich HC-AB bin?
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Wolleesel »

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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Rosi »

Wolleesel hat geschrieben: ↑17.09.2018, 05:46 Deine Anmeldung in diesem Unterforum
Es heißt doch nur ohne Beziehungserfahrung...??
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Captain Unsichtbar »

Rosi hat geschrieben: ↑17.09.2018, 22:02
Wolleesel hat geschrieben: ↑17.09.2018, 05:46 Deine Anmeldung in diesem Unterforum
Es heißt doch nur ohne Beziehungserfahrung...??
Da hat wohl jemand das kleingedruckte nicht gelesen :lol:
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Rosi »

Captain Unsichtbar hat geschrieben: ↑18.09.2018, 08:01
Rosi hat geschrieben: ↑17.09.2018, 22:02
Wolleesel hat geschrieben: ↑17.09.2018, 05:46 Deine Anmeldung in diesem Unterforum
Es heißt doch nur ohne Beziehungserfahrung...??
Da hat wohl jemand das kleingedruckte nicht gelesen :lol:
Dieser Bereich ist zum privaten Austausch von vollständig beziehungs- und sexunerfahrenen Menschen (HC-AB) untereinander gedacht.
Mhm. Dann muss ich mich wohl hier verabschieden.
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von MacMiiu »

nein, alles Schicksal. Wobei, die Menschheit ist imho dezent behindert, wenn es um dieses Thema geht. So gesehen ist es keine höhere Gewalt, sondern hausgemacht.

Und Schaden? Der tritt definitiv ein. Und wächst.
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Darth Revan
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Darth Revan »

MacMiiu hat geschrieben: ↑26.10.2018, 16:05 nein, alles Schicksal. Wobei, die Menschheit ist imho dezent behindert, wenn es um dieses Thema geht. So gesehen ist es keine höhere Gewalt, sondern hausgemacht.

Und Schaden? Der tritt definitiv ein. Und wächst.
Was denn nun? Schicksal oder hausgemacht? Und welchen Schaden meinst du? Zumindest zahlenmäßig sind ABs vollkommen vernachlässigbar, ich habe keine Ahnung, was da für ein Schaden eintreten soll, der laut deiner Aussage auch noch wächst.
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MacMiiu

Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von MacMiiu »

Darth Revan hat geschrieben: ↑26.10.2018, 22:03Schicksal oder hausgemacht? Und welchen Schaden meinst du? Zumindest zahlenmäßig sind ABs vollkommen vernachlässigbar, ich habe keine Ahnung, was da für ein Schaden eintreten soll, der laut deiner Aussage auch noch wächst.
Schicksal wie zuviele Menschen damit nicht umgehen können. So meine ich das. Da steht man dann etwas allein da...

Ich denke btw nicht dass ABs mathematisch vernachlässigbar sind, aber dass wir eine Minderheit sind, stimmt. Ich glaube aber, es nimmt zu. Das mit den Zahlen ist eh so eine Sache. Hm...

Schaden vielfältigster Weise. Gibt ja genug threads hier und auch woanders, was passieren kann, nicht muss. Depri, finanziell, Vereinsamung, etc etc.
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Darth Revan
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Darth Revan »

MacMiiu hat geschrieben: ↑27.10.2018, 12:39 Schicksal wie zuviele Menschen damit nicht umgehen können. So meine ich das. Da steht man dann etwas allein da...

Ich denke btw nicht dass ABs mathematisch vernachlässigbar sind, aber dass wir eine Minderheit sind, stimmt. Ich glaube aber, es nimmt zu. Das mit den Zahlen ist eh so eine Sache. Hm...
Ach, so meinst du das. Ja, für viele Menschen ist das völlig unvorstellbar. Was uns allerdings wieder zur mathematischen Vernachlässigbarkeit führt: Das Problem ist so selten, dass sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen können, dass es sowas gibt. Wobei dies nicht allein an der Seltenheit des AB-Tums liegt, sondern auch an anderen Faktoren, wie zum Beispiel der schlechten Sichtbarkeit des Problems. Man sieht den meisten ABs schlicht und ergreifend nicht an, dass sie ABs sind.


Hast du aber einen Beweis dafür, dass die Zahl der ABs wächst? Ich habe dieses Gefühl nicht.
MacMiiu hat geschrieben: ↑27.10.2018, 12:39 Schaden vielfältigster Weise. Gibt ja genug threads hier und auch woanders, was passieren kann, nicht muss. Depri, finanziell, Vereinsamung, etc etc.
Naja, AB-Tum ist häufig die Konsequenz von bereits bestehenden Schäden oder eine Ausprägung davon. Ist also auch vorstellbar, dass es bestehende Probleme noch potenziert.
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von MacMiiu »

Darth Revan hat geschrieben: ↑27.10.2018, 21:38...wie zum Beispiel der schlechten Sichtbarkeit des Problems. Man sieht den meisten ABs schlicht und ergreifend nicht an, dass sie ABs sind.
Hast du aber einen Beweis dafür, dass die Zahl der ABs wächst? Ich habe dieses Gefühl nicht..
nur subjektiv der Eindruck.
Zwar auch möglich, dass sich mehr ABs trauen Farbe zu bekennen. Aber irgendwie bleibt der Eindruck.
Darth Revan hat geschrieben: ↑27.10.2018, 21:38Naja, AB-Tum ist häufig die Konsequenz von bereits bestehenden Schäden oder eine Ausprägung davon. Ist also auch vorstellbar, dass es bestehende Probleme noch potenziert.
sicher auch. Da spielt alles Hand in Hand. Jedoch wenn ich überlege: Viele Probleme kommen bei vielen doch eher neu hinzu. Hm....
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Galip
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Re: Haben wir eigentlich alle einen Schaden?

Beitrag von Galip »

Darth Revan hat geschrieben: ↑13.09.2018, 20:00 Haben wir HC-ABs, ob männlich oder weiblich, alle einen Schaden? Wieso scheitern wir an etwas, das selbst der dümmste Backfisch hinbekommt?
Ich glaube, die Fähigkeit zur Beziehungsanbahnung ist eine soziale Kompetenz, so wie z.B. auch die Fähigkeit Freundschaften zu schließen, Konflikte beizulegen, Meinungsverschiedenheiten auszuhalten, Geschenke zu machen, Gefälligkeiten zu erweisen, um Gefälligkeiten zu bitten, etc.

Ich glaube, kein Mensch wird geboren und kann diese Dinge einfach so. Wir müssen das lernen. Aber anders als Lesen, Schreiben und Rechnen werden uns soziale Kompetenzen nicht didaktisch beigebracht, sie werden und vielmehr vorgelebt und wir schauen sie uns ab.

Wie man eine Beziehung anbahnt, schauen sich die meisten Menschen in ihrer frühen Jugend von den etwas älteren Jugendlichen ab. Unter den meisten Jugendlichen war und ist das immer das Thema Nummer 1, wer mit wem und warum und wie lange usw. Wenn besagter Backfisch mit dabei ist, dann stolpert er da halt auch irgendwie rein.

Wir ABs zerfallen da gefühlt in vier Gruppen: Die, die nie dabei waren (Außenseiter, gemobbte); die, die in ihrer Jugend noch keinen Wunsch nach (romantischer) Nähe hatten und deshalb nicht den üblichen Eifer an den Tag gelegt haben; die, die zwar dabei waren und auch gewollt hätten, aber zu schüchtern oder zu ängstlich waren, die vorgelebten Methoden selber mal zu probieren; und natürlich die, die alles genau so gemacht haben, wie der Backfisch auch, aber zu viel Pech hatten (die Traumatisierten). Gerne auch in Kombination oder wechselnder Abfolge.

Die Beziehung der eigenen Eltern zueinander ist da glaube ich eher von nachrangiger Bedeutung - bei deren Anbahnung war man naturgemäß noch nicht dabei, und von der Erzählung alleine lernt man nichts. Es hat auch noch niemand Fahrradfahren gelernt dadurch, dass ihm jemand davon erzählt hat, wie man das macht.

Die Krux an den sozialen Kompetenzen ist nur leider, dass die meisten Leute sie unbewusst erlernt haben und deshalb bereits nach kurzer Zeit irrtümlicher Weise glauben, sie hätten sie schon immer besessen. Das führt in der Regel zu großem Unverständnis der "Kompetenten" für die "Inkompetenten", und verhindert daher auch jegliche mögliche Hilfestellung. Der oft gehörte Satz "Das wir sich schon irgendwie von alleine ergeben" ist ja keine Häme der Normalos, die glauben das ja wirklich!

Die Vorstellung, man könnte diese Teenager-Zeit "nachholen" ist natürlich Quatsch. Richtig ist aber wahrscheinlich schon, dass wir beim Erlernen besagter Sozialkompetenz all die Tiefschläge und Niederlagen, die das für die Teenager in der Regel mit sich bringt, eben auch in Kauf nehmen müssen. Dazu zählen u.a. die Gefahr, sich total zum Deppen zu machen, komisch, "creepy", oder "needy" rüberzukommen, die Signale des Gegenübers falsch zu interpretieren, sich in seine Gefühle hineinzusteigern, falsche Maßstäbe anzulegen, Peinlichkeiten auszuhalten, sich zu schämen, Ablehnung zu erfahren, vielleicht sogar vom anderen bloßgestellt zu werden, usw.

Die "Downside" ist, dass wir uns über die höchst realen Schattenseiten dieses Prozesses im Klaren sind, weil wir ähnliche Erfahrungen aus anderen sozialen Kontexten kennen, ohne wirklich zu wissen, ob der "Preis" - sollten wir ihn je "gewinnen" - das alles rechtfertigt. Da haben die Jugendlichen den Vorteil, dass sie noch nicht so viel Scheiße erlebt haben und ihre romantischen Phantasien ins grenzenlose überhöhen, sodass ihnen die "Kosten" weniger bewusst sind und auch weniger relevant erscheinen.

Die "Upside" ist, dass wir es mit erwachsenen Menschen zu tun haben. Ich sollte mir wahrscheinlich jeden Tag fünfmal den Satz vorsagen "Die werden mich schon nicht fressen", solange, bis ich daran glaube und mich endlich mal aus der Deckung wage.

Fazit: Wir haben keinen Schaden, wir haben ein Defizit. Vielleicht lässt sich da ja doch noch etwas machen.

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