AB mit Behinderung

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uhu72
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von uhu72 » Donnerstag 11. Juli 2019, 18:14

RAINBOWCAT hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 14:47
Ja, ich könnte es im Profil direkt erwähnen. Das habe ich auch schon mal versucht. Nur leider musste ich dann die Erfahrung machen, deswegen sofort aussortiert zu werden.
Es gab und gibt hier vereinzelt Leute mit diversen Behinderungen. Somit bist du nicht ganz alleine hier. Konkret erinnere mich an eine Ex-Abine mit eingeschränkter Sehfähigkeit, die mittlerweile eine eigene kleine Familie hat. Ihren Partner hat sie auf AB-Treffen kennen gelernt. Wo sonst? ;)
Das du sofort aussortiert wirst, ist natürlich frustrierend. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was ist denn besser, gleich aussortiert zu werden oder später?
Es gibt für jeden Topf einen passenden Deckel. Aber es gibt nicht genug passende Deckel für alle Töpfe!

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Kief » Donnerstag 11. Juli 2019, 22:30

Elli hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 17:36
Wie hattest Du es denn bisher formuliert? Lavender fragte das ja auch schon, und ich könnte mir auch vorstellen, dass das nen Unterschied machen kann.
Ich gehe davon aus, dass es eine Ausdrucksweise gibt, mit der Du Deine Situation sympathisch schildern kannst.
So dass nicht alle abgeschreckt sind.

Ist die Frage, wie man diese Formulierung entwickeln und finden kann ... ;-)


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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von TheRealDeal » Freitag 12. Juli 2019, 00:20

RAINBOWCAT hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 17:17
Ich bin blind. Das fällt beim ersten Date auf jeden Fall auf. Aber, die Leute haben sich sowieso nach der Nachricht nicht mehr gemeldet. Eigentlich schade, weil mich meine Behinderung kaum einschränkt.
Ich würde etwas schreiben wie: "Meine Augen mögen zwar blind sein, trotzdem sehe ich ausgezeichnet!"

Mich würde mal interessieren, wie deine Wahrnehmung ist. Es soll ja blinde Menschen geben, die z. B. die Auren von anderen Menschen wahrnehmen können.
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Kief » Freitag 12. Juli 2019, 00:25

TheRealDeal hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 00:20
RAINBOWCAT hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 17:17
Ich bin blind. Das fällt beim ersten Date auf jeden Fall auf. Aber, die Leute haben sich sowieso nach der Nachricht nicht mehr gemeldet. Eigentlich schade, weil mich meine Behinderung kaum einschränkt.
Mich würde mal interessieren, wie deine Wahrnehmung ist. Es soll ja blinde Menschen geben, die z. B. die Auren von anderen Menschen wahrnehmen können.
Ich habe mal nen blinden Coach kennengelernt, der aus seiner Lebensperspektive eine Metapher gemacht hat, also wie er den Sehenden eine neue Perspektive eroeffnen kann.
Die Message weiss ich inzwischen gar nicht mehr, habe das bereits in meinen Alltag und Unterbewusstsein integriert - aber das Erlebnis, wie er das vermittelt hat, das war einzigartig! ;-)
Er hat uns alle zeitweise blind sein lassen, und was wir in dieser Zeit fuer neue Erfahrungen machen ... ;-)

haette gerne mit ihm weiterem Kontakt gehabt, aber er ist (leider) zu ausgebucht ... ;-)


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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Melli » Freitag 12. Juli 2019, 01:13

TheRealDeal hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 00:20
Ich würde etwas schreiben wie: "Meine Augen mögen zwar blind sein, trotzdem sehe ich ausgezeichnet!"
In anderen Sprachen würde das gar nicht witzig klingen, weil es zu selbstverständlich ist :daumen: Im Cree (Algonkin, Nordamerika) bedeutet der intransitive Stamm ᐙᑊ- wāp- "sehen" im Sinne von "eine Vision" haben. Entsprechende transitive Stämme haben ein Suffix mit der Bedeutung "mit dem Gesichtssinn", also ᐙᐸᒼ- wāpam- "jemanden sehen", ᐙᐸᐦᐟ- wāpaht- "etwas sehen", z.B. ᒋ ᐙᐸᒪᐟ ’čiwāpamat "auf daß du ihn/sie bald sehen wirst".

Wie das man mit dem Sehen einer Aura sagen würde, möchte ich nicht spekulieren, auch wenn ich da eine Idee hätte... :oops:
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von LazyEyeOzzy » Freitag 12. Juli 2019, 10:41

Meine beste Freundin ist auch behindert und bei ihr habe ich auch häufig mitbekommen dass ihre Partner immer wieder Probleme damit hatten.
Es fällt nicht sonderlich auf wenn man sie sieht aber immer wenn es mal etwas ernster wurde und sie ins Krankenhaus kam oder es ihr schlecht ging wegen neuen Medikamenten hat man ziemlich schnell erkannt welche Partner wirklich damit zurecht kamen.

Ich wohne schon eine ganze weile mit ihr zusammen und habe viele kommen und gehen sehen :lol:

PS: Wenn du in Köln mal Hilfe brauchst kannst du dich gerne melden ich lebe mein ganzes Leben schon hier. :)

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Kalypso » Freitag 12. Juli 2019, 16:37

Melli hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 01:13
TheRealDeal hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 00:20
Ich würde etwas schreiben wie: "Meine Augen mögen zwar blind sein, trotzdem sehe ich ausgezeichnet!"
In anderen Sprachen würde das gar nicht witzig klingen, weil es zu selbstverständlich ist :daumen: Im Cree (Algonkin, Nordamerika) bedeutet der intransitive Stamm ᐙᑊ- wāp- "sehen" im Sinne von "eine Vision" haben. Entsprechende transitive Stämme haben ein Suffix mit der Bedeutung "mit dem Gesichtssinn", also ᐙᐸᒼ- wāpam- "jemanden sehen", ᐙᐸᐦᐟ- wāpaht- "etwas sehen", z.B. ᒋ ᐙᐸᒪᐟ ’čiwāpamat "auf daß du ihn/sie bald sehen wirst".

Wie das man mit dem Sehen einer Aura sagen würde, möchte ich nicht spekulieren, auch wenn ich da eine Idee hätte... :oops:
Ich wage mal zu behaupten, dass der Anteil der Cree auf Onlinedating-Portalen in Deutschland zu gering ist, um sich darüber Gedanken machen zu müssen. :hammer:
'Cause we're the masters of our own fate
We're the captains of our own souls
There's no way for us to come away


"It's OK, I got lost on the way
But I'm a super girl
And super girls don't cry"

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Melli » Freitag 12. Juli 2019, 17:03

Kalypso hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 16:37
Ich wage mal zu behaupten, dass der Anteil der Cree auf Onlinedating-Portalen in Deutschland zu gering ist, um sich darüber Gedanken machen zu müssen. :hammer:
Es soll ja noch ein Leben außerhalb des iNets geben :schwarzekatze:

Man muß sich auch keinen Kopf machen (außer wenn man die Sprache lernen will. Da hat man die Herausforderung aber wirklich gesucht und gefunden :))

Wenn man mutig wäre, könnte man sich auf Veranstaltungen wagen, die von Natives selbst organisiert werden (z.B. von der NAAOG) :oops: Wie man mit welchen Leuten so um kann, muß die eigene Erfahrung zeigen. Wenn man zu denen respektvoll und freundlich ist, erwidern sie es jedenfalls meistens. Und sie haben einen grandiosen Humor :daumen:

(Es gibt übrigens auch Tamilen in D ;))
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Elli » Freitag 12. Juli 2019, 19:14

Kief hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 22:30
Elli hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 17:36
Wie hattest Du es denn bisher formuliert? Lavender fragte das ja auch schon, und ich könnte mir auch vorstellen, dass das nen Unterschied machen kann.
Ich gehe davon aus, dass es eine Ausdrucksweise gibt, mit der Du Deine Situation sympathisch schildern kannst.
So dass nicht alle abgeschreckt sind.

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Ja, und das muss halt auch mit dem Rest des Profils kongruent sein.
Wenn das Profil insgesamt ausführlich ausgefüllt ist, könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen, über die Blindheit einfach auch ein bisschen mehr zu erzählen: Was bedeutet das für Dich, Rainbowcat, wie gehst Du damit um, wie managest Du den Alltag, gibt es Hobbies, die damit zusammenhängen (zum Beispiel eine Vorliebe für bestimmte Audiomedien) ... Auch, um den Leuten die Berührungsängste zu nehmen und eben zu zeigen, dass Du ein ganz normales Leben führst, mit ein paar Besonderheiten.
Aber wenn im Profil sonst auch nicht so viel Text steht, müsste eben auch die Formulierung zur Blindheit kürzer und knackiger sein.

Es ist schwer, da jetzt so remote konkrete Tipps zu geben, vielleicht mal Freunde das Profil gegenlesen lassen?

P.S. Was die Auren angeht: Das Motiv des blinden Sehers würde ich persönlich in einem Online-Profil eher außen vor lassen. ;)

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 12. Juli 2019, 20:50

TheRealDeal hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 00:20
Mich würde mal interessieren, wie deine Wahrnehmung ist. Es soll ja blinde Menschen geben, die z. B. die Auren von anderen Menschen wahrnehmen können.
Am interessantesten für einen potentiellen Partner wäre zu wissen, welche Einschränkungen die Behinderung im Alltag mit sich bringt und wie sie sich auf das Leben als Paar auswirken würde. Bei einer blinden Person wäre so eine Frage etwa: kann sie selber (zumindest mit ÖPNV) zu einem Treffen an- und abreisen oder müsste sie immer von der Haustür abgeholt und heimgebracht werden? Welche Wünsche und Anforderungen hat sie bzgl. Unterstützung und Pflege? Bei einer blinden Person könnte das etwa die Frage sein, ob sie den Haushalt alleine schafft oder das die Eltern oder eine Haushaltshilfe macht (und das auch in einer Beziehung so bleiben soll) oder ob das der Partner übernehmen müsste?
Ich als Sehender kann mir etwa kaum vorstellen, wie eine blinde Person selbstständig mobil ist. Autofahren ist sicher nicht, aber auch für den ÖPNV muss man erstmal aus den Fahrplänen Abfahrtsort, Zeit und Linie finden, dann von daheim zur Haltestelle oder Bahnhof kommen, den richtigen Steig oder Gleis finden, den passenden Wagen, die Tür, die Fahrkarte am Automaten kaufen usw. Vllt. können manche Blinde das, vllt. nicht, ich weiß das nicht und so wird es vielen Sehenden gehen, wenn sie "blind" lesen.
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Giebenrath » Sonntag 14. Juli 2019, 18:36

Ich bin auch körperlich schwerbehindert. Leichter wird es dadurch natürlich nicht, obwohl ich im Alltag keine relevanten Einschränkungen habe und die Behinderung oft übersehen wird.

Das Thema Behinderung ist sehr komplex und die verschiedenen Behinderungen sind auch nur schwer zu vergleichen. Einige Behinderungen sind nahezu unsichtbar, andere gelten als entstellend. Einige Menschen mit Behinderung sind pflegebedürftig, andere nicht. usw. usf.
Give a man a mask and he will show his true face. - Oscar Wilde

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Melli » Sonntag 14. Juli 2019, 22:30

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 20:50
Am interessantesten für einen potentiellen Partner wäre zu wissen, welche Einschränkungen die Behinderung im Alltag mit sich bringt und wie sie sich auf das Leben als Paar auswirken würde. Bei einer blinden Person wäre so eine Frage etwa: [...]
Man kann doch nicht jemanden so penetrant ausfragen :(
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 14. Juli 2019, 22:52

Melli hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 22:30
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 12. Juli 2019, 20:50
Am interessantesten für einen potentiellen Partner wäre zu wissen, welche Einschränkungen die Behinderung im Alltag mit sich bringt und wie sie sich auf das Leben als Paar auswirken würde. Bei einer blinden Person wäre so eine Frage etwa: [...]
Man kann doch nicht jemanden so penetrant ausfragen :(
Aber das würde die Antwort auf die Fragen geben, die jemand für eine Entscheidung brauchen würde und der Aussage "behindert" ggf. Schrecken nehmen kann.
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Melli » Sonntag 14. Juli 2019, 23:17

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 22:52
Aber das würde die Antwort auf die Fragen geben, die jemand für eine Entscheidung brauchen würde und der Aussage "behindert" ggf. Schrecken nehmen kann.
Naja..., ich hatte mal ein behindertes OdB, da habe ich mich spontan entschieden und nicht abschrecken lassen ;)

(Hat nur leider aus anderen Gründen nicht geklappt :()
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von system32 » Sonntag 14. Juli 2019, 23:30

Ich bin erst seit heute hier im Forum registriert, ich finde die verschiedenen Inputs inspierend, so auch diese Thread. Ich habe so z.B. das erste mal daran gedacht wie es wohl wäre und ob ich mit einer Person mit Behinderung auskommen kommen würde. Ich glaube tatsächlich ja, es kommt aber für mich persönlich auf die Art der Behinderung an. Die Person sollte dies offen mit mir kommunizieren, sonst würde ich vermutlich aus allen Wolken fallen. Das meiste was ich an einer Partnerin schätzen würde wäre wohl Raffinesse, Humor und Offenheit. Eigenschaften die man auch mit einer körperlichen Einschränkung durchaus haben kann ("genauso auch ohne Behinderung nicht haben kann etc") und damit kein K.O. Kriterium sind. Bei einer geistlichen Beinträchtigung hätte ich dagegen wohl mehr Probleme. Als toleranter Mensch ("eigene Wahrnehmung") und offen für alles würde ich es aber auch nicht auschließen.

Wichtig wäre mir der transparente Umgang damit, ich würde wohl nicht aufgrund dessen nein sagen. Dies ist erstmal nur ein theoretisches Gedankenspiel, wenn es wirklich mal so kommen sollte, kann es natürlich auch sein das ich vor Panik einen Rückzieher mache, dass passiert aber auch bei Frauen ohne Behinderung :wuetend:.

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Optimist » Montag 15. Juli 2019, 19:13

RAINBOWCAT hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 17:17
Ich bin blind. Das fällt beim ersten Date auf jeden Fall auf. Aber, die Leute haben sich sowieso nach der Nachricht nicht mehr gemeldet. Eigentlich schade, weil mich meine Behinderung kaum einschränkt.
Hast Du nur Frauen angeschrieben oder auch Männer? Hier in der Kontaktanzeige hast Du ja geschrieben, dass Du eine Frau suchst.
Und ich kenne keine Frau, die sich beim Online-Dating mit Leuten ohne Profilfoto trifft.
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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von RAINBOWCAT » Montag 15. Juli 2019, 19:26

Ich hab diese Erfahrungen tatsächlich auf einer Webseite gemacht, auf der man gar kein eigenes Profilbild hochladen kann. Das war mit ein Grund, aus dem ich diese Seite gewählt habe. Das ist schon ein echt großer Vorteil.

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Onkel ABobert » Mittwoch 17. Juli 2019, 17:24

Als ich heute diesen Thread gelesen habe, war mein erster, intuitiver Gedanke, dass ich mit Blindheit einer Partnerin sicherlich kein Problem hätte, sofern sie ein - im Rahmen des Möglichen - normales, eigenbestimmtes Leben führt. Ich war geradezu entsetzt und zornig, als ich den ersten Beitrag von Rainbowcat las.

Dann ist mir allerdings eingefallen, daß mich in der Zeit, als ich mein Glück noch in Singlebörsen versuchte (das war vor knapp 10 Jahren) mal eine Frau in einem Chat angeschrieben hatte, bildhübsch, nette Unterhaltung. Gerade als wir dabei waren, Telefonnummern auszutauschen schrieb sie mir dann, dass sie Rollstuhlfahrerin sei. Also eine vergleichbare Situation wie bei Rainbowcat - erster, netter Kontakt und dann gleich der Hinweis auf die Behinderung. Was ich an sich auch völlig richtig finde, denn eine nicht zu übersehende Behinderung erst beim ersten Date zu bermerken, führt garantiert zu größeren Irritationen.

Tja, leider muss ich gestehen, dass ich damals in dem Chat nach ihrem Hinweis kurzzeitig so "erschrocken" war, daß ich den Chat freundlich, aber eben doch abgebrochen habe. Mich einfach nicht mehr zu melden, das hätte ich nie getan. Aber letztendlich habe auch ich damals über die Behinderung ausgesiebt.

Wenn ich heute darüber reflektiere, dann war ich sehr dumm. Denn eigentlich würde es mich gar nicht sonderlich stören. Das Problem liegt eher darin, daß ein typischer "Nichtbehinderter" in seinem ganzen Leben noch niemals mit einem Behinderten näher zu tun hatte und daher keinerlei Erfahrungen hat, ob und inwieweit eine Behinderung dann wirklich im Alltag einschränkt. Auch ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie ein blinder Mensch außerhalb seines ihm gut bekannten Umfeldes mobil ist. Vielleicht kann Rainbowcat ja einmal ein paar Worte dazu schreiben, denn es geht bestimmt vielen so. Wie findet ein blinder Mensch ohne Hilfe eine Zugverbindung in eine fremde Stadt wo findet er/ sie auf dem Bahnhof den richtigen Zug, wie orientiert sich ein blinder Mensch in einer fremden Stadt? Das ist ja oftmals auch für einen sehenden Mensch nicht einfach.

Das Überraschungsmoment ist das Problem. Von daher glaube ich wirklich, daß ein Hinweis auf die Behinderung bereits im Profil erfolgsversprechender wäre. Nur dann eben positiv formuliert, so daß der Interessent gleich bemerkt, daß die Behinderung im Alltag gar nicht so viele Einschränkungen mit sich führt, wie man als Unwissender vermutet.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: AB mit Behinderung

Beitrag von Kief » Mittwoch 17. Juli 2019, 18:38

Ich war oefters in Weiterbildungen fuer Behinderte.
Abrechnung, Steuern, juristische Grundlagen und so waren die Inhalte.

Viele Teilnehmer dort sind durch Krebs oder Krankheits-Spaetfolgen zu ihrem GdB gekommen.
Manchmal Rolli-Fahrer.
Ein paar haben aber Einschraenkungen, auf die die Dozenten eingehen, darunter Blindheit.
Ein Blinder war drei mal mit mir in Kursen, und beim dritten mal habe ich ihn nach dem Kurs begleitet, in den Bus. Beim Aussteigen haben sich dann unsere Wege getrennt.
Ebenso war eine blinde Dame (irgendwas unter 30) zwei oder dreimal dabei.

Alle beide hatten jeweils ihre Computer mit, und nutzen diese ueber Kopfhoerer.
Umstaendlich wurde es, wenn wir Handouts erhielten, die nicht per Stick oder so den Blinden bereits vorher verfuegbar waren.
Ebenso stelle ich es mir schwer vor, wie das Verstaendnis ankommt, wenn graphische Dinge erlaeutert werden, bei denen man den Blinden nicht die Luecken im Text, die Stellen im Formular oder die Aussage von Diagrammen zeigen kann.
Ansonsten ist der meiste Vortragsablauf kaum anders.
Entsprechend nehme ich an gibt es viele Informationsportale mit Akustik-Ausgabe: Bahn, Aemter undundund.

Zur Mobilitaet und Alltag findest Du viele Beispiele in der Anwaltsserie "Die Heiland - Wir sind Anwalt" mit der juengst gestorbenen Lisa Martinek.
Ich habe dem Kollegen damals den Ellenbogen gereicht, und er hat an meinem Tempo und Schrittlaenge ne ganze Menge mitbekommen, brauchte aber eben Hinweise ueber Hindernisse und Bordsteine, damit er sich seinen Falt-Stock sparen kann.
Beeindruckend fand ich, dass er bei Treppen keine Tipps braucht, weil er die mitsamt Zwischenebenen an meiner Ellenbogenberuehrung mitbekommen hat, und deshalb ich ihm anfangs zu langsam war ... ;-)


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