Ideologische Umtriebe fand ich als Blockfreie auch im Westen manchmal eine Zumutung.
Die Wende habe ich nicht verstanden. Erst waren sie Erzfeinde, dann war das alles nicht mehr wahr
Mach es mal anders und greife mal das Amt des Bundeskanzlers an. Mal schauen was dann so passiertRingelnatz hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 20:03
Ich verstehe worauf du anspielst. Immerhin: Keiner zwingt dich Alexa zu nutzen, oder? Und wenn du was gegen Merkel sagst, wirst du auch nicht verhaftetIch bin politisch unbewandert, aber einen kleinen Unterschied bezüglich Möglichkeiten und Konsequenzen meine ich da erkennen zu können.
Du kannst dich in Deutschland in die nächstbeste Talkshow setzen und dich so offen, wie du nur willst über das Amt des Bundeskanzlers auslassen - außer, dass dich die ganze Welt dann (zurecht) für einen extrem merkwürdigen Vogel hält, passiert rein gar nichts.Axolotl hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 21:17Mach es mal anders und greife mal das Amt des Bundeskanzlers an. Mal schauen was dann so passiertRingelnatz hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 20:03
Ich verstehe worauf du anspielst. Immerhin: Keiner zwingt dich Alexa zu nutzen, oder? Und wenn du was gegen Merkel sagst, wirst du auch nicht verhaftetIch bin politisch unbewandert, aber einen kleinen Unterschied bezüglich Möglichkeiten und Konsequenzen meine ich da erkennen zu können.
![]()
Auch in der DDR wurde nicht gleich jeder verhaftet, der sich kritisch geäußert hat. Auch wenn westliche Medien gerne was anderes behaupten.
1+Einsamer Igel hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 16:432 Fragen, die man mal dagegen stellen kann:Volltrottel hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 12:08 Mich hat die DDR und ihr Alltag immer fasziniert, alles war viel wertvoller als heute und das Strassenbild bot einem Halt im Alltagsleben.
Wer erinnert sich auch an diese wundervolle Zeit?
Glaubst du nicht, dass es denselben Effekt auch in der BRD gab?
Woher rührt deine Sehnsucht nach Beständigkeit und Wertschätzung?
Ich würde es aus eigener Perspektive nicht so sehr verklären wollen, "die gute alte Zeit" hatte auch ihre Schattenseiten. Hüben wie drüben.
Sicherlich waren Gebrauchsgegenstände damals wertiger, da die Obsoleszenz noch nicht nach so kurzer Zeit wie heutzutage eingeplant war.
Dafür waren die Dinge auch teurer, man brauchte vieles nicht, weil man dafür lange hätte sparen müssen. Man war vielleicht aus Gewohnheit genügsamer und setzte Prioritäten.
Heute sind wir überflutet mit Billigkram, fast jeder kann sich ganz viel leisten. Das Anspruchsdenken hat sich gewandelt und dass der Kram nicht lange hält, interessiert viele erst mal nicht. Heute "muss" man viel mehr Kram haben, weil dieser Kram stärker noch als vor einigen Jahrzehnten einen sozialen Zweck erfüllt. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Die Dinge, die wir kaufen, haben wenig Wert. Und selbst wenn sie, gemessen an einem vielleicht sehr kleinen Budget, teuer waren, sind sie doch oft wertlos, weil sie nicht lange halten und noch nicht mal repariert werden können. Man kauft für die Mülltonne.
Nachbarschaftsbeziehungen und familiärer Zusammenhalt war auch wertvoller. Wir folgen seit Jahrzehnten dem Trend zur Vereinzelung. Man hat es nicht mehr nötig. Und die Digitalisierung sozialer Welten tut ihr übriges dazu.
Aber um auf der Objektebene zu bleiben: Es gibt auch heute noch Ecken, in denen sich in den letzten Jahrzehnten kaum was verändert hat. Wo das Straßenbild eine gewissen Stabilität ausstrahlt. Wo die Zeit wie stehen geblieben anmutet. Aber das ist heute auch nicht mehr modern, es wird sich immer irgendwer finden, der das unbedingt ändern muss. Weil Veränderung ja Fortschritt ist und somit "gut". Es fängt vielleicht ganz harmlos an, mit Verbesserung der Nutzungsqualität für die Anwohner. Eine modernere Ampelanlage, ein Ausbau der Parkplätze, Erneuerung der Straßenbeleuchtung. Wiederbelebung stagnierender Stadtteile/Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Wirtschaftsförderung. Und nach und nach verändert sich alles. Alteingesessene Läden können nicht mithalten und werden ersetzt durch Großgeschäfte auf der grünen Wiese, die ohne Auto aber kaum erreichbar sind. Autolose Menschen werden schlicht ignoriert und können bleiben, wo der Pfeffer wächst. Man wird auch nicht gefragt: Möchtest du große Mengen Zeugs aus großen Geschäften in dein idealerweise großes Auto verfrachten, oder willst du einfach nur deinen Tagesbedarf im Laden um die Ecke einkaufen? Diese Entwicklung sehe ich als autoloser Mensch als Verschlechterung an. Aber gefragt hat mich danach freilich keiner.![]()
Was ich noch ganz witzig finde: Wenn man früher was im Tante Emma Laden nicht gekriegt hat, war der Inhaber aber meist so nett, in seinen KATALOGEN nachzublättern und das Gewünschte extra für einen zu bestellen. Wenn es erhältlich war, dann wollte man dem Kunden den Wunsch auch erfüllen. Man war serviceorientiert. Heutzutage ein Fremdwort. Da wird nix mehr für einen Kunden bestellt, das muss der sich im Internet selber bestellen. Hat man dadurch mehr Freiheit oder weniger?
Ich fand es ganz nett, dass die Händler sich damals (neben dem eigenen Umsatz) noch für das Wohlergehen der Kundschaft interessiert haben.
Alter Witz aus der Zeit:
das waren aber oft zwei Seiten derselben MedailleRingelnatz hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 18:57 Man durfte sich nicht frei äußern, musste Bespitzelung fürchten. ... Positiv in Erinnerung gebieben ist ihnen der Zusammenhalt unter Nachbarn. Man hat sich gegenseitig mehr geholfen.
Sprichst du aus Erfahrung? Oder hast du das aus ner Phoenix Doku über die DDR gelernt?
Die Sache mit den PC liegt aber auch daran, daß die Anforderungen immer weiter steigen. Versuch dochmal, heute mit deinem alten DOS-486er noch irgendwas zum laufen zu kriegen.schmog hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 06:471+Einsamer Igel hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 16:432 Fragen, die man mal dagegen stellen kann:Volltrottel hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 12:08 Mich hat die DDR und ihr Alltag immer fasziniert, alles war viel wertvoller als heute und das Strassenbild bot einem Halt im Alltagsleben.
Wer erinnert sich auch an diese wundervolle Zeit?
Glaubst du nicht, dass es denselben Effekt auch in der BRD gab?
Woher rührt deine Sehnsucht nach Beständigkeit und Wertschätzung?
Ich würde es aus eigener Perspektive nicht so sehr verklären wollen, "die gute alte Zeit" hatte auch ihre Schattenseiten. Hüben wie drüben.
Sicherlich waren Gebrauchsgegenstände damals wertiger, da die Obsoleszenz noch nicht nach so kurzer Zeit wie heutzutage eingeplant war.
Dafür waren die Dinge auch teurer, man brauchte vieles nicht, weil man dafür lange hätte sparen müssen. Man war vielleicht aus Gewohnheit genügsamer und setzte Prioritäten.
Heute sind wir überflutet mit Billigkram, fast jeder kann sich ganz viel leisten. Das Anspruchsdenken hat sich gewandelt und dass der Kram nicht lange hält, interessiert viele erst mal nicht. Heute "muss" man viel mehr Kram haben, weil dieser Kram stärker noch als vor einigen Jahrzehnten einen sozialen Zweck erfüllt. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Die Dinge, die wir kaufen, haben wenig Wert. Und selbst wenn sie, gemessen an einem vielleicht sehr kleinen Budget, teuer waren, sind sie doch oft wertlos, weil sie nicht lange halten und noch nicht mal repariert werden können. Man kauft für die Mülltonne.
Nachbarschaftsbeziehungen und familiärer Zusammenhalt war auch wertvoller. Wir folgen seit Jahrzehnten dem Trend zur Vereinzelung. Man hat es nicht mehr nötig. Und die Digitalisierung sozialer Welten tut ihr übriges dazu.
Aber um auf der Objektebene zu bleiben: Es gibt auch heute noch Ecken, in denen sich in den letzten Jahrzehnten kaum was verändert hat. Wo das Straßenbild eine gewissen Stabilität ausstrahlt. Wo die Zeit wie stehen geblieben anmutet. Aber das ist heute auch nicht mehr modern, es wird sich immer irgendwer finden, der das unbedingt ändern muss. Weil Veränderung ja Fortschritt ist und somit "gut". Es fängt vielleicht ganz harmlos an, mit Verbesserung der Nutzungsqualität für die Anwohner. Eine modernere Ampelanlage, ein Ausbau der Parkplätze, Erneuerung der Straßenbeleuchtung. Wiederbelebung stagnierender Stadtteile/Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Wirtschaftsförderung. Und nach und nach verändert sich alles. Alteingesessene Läden können nicht mithalten und werden ersetzt durch Großgeschäfte auf der grünen Wiese, die ohne Auto aber kaum erreichbar sind. Autolose Menschen werden schlicht ignoriert und können bleiben, wo der Pfeffer wächst. Man wird auch nicht gefragt: Möchtest du große Mengen Zeugs aus großen Geschäften in dein idealerweise großes Auto verfrachten, oder willst du einfach nur deinen Tagesbedarf im Laden um die Ecke einkaufen? Diese Entwicklung sehe ich als autoloser Mensch als Verschlechterung an. Aber gefragt hat mich danach freilich keiner.![]()
Was ich noch ganz witzig finde: Wenn man früher was im Tante Emma Laden nicht gekriegt hat, war der Inhaber aber meist so nett, in seinen KATALOGEN nachzublättern und das Gewünschte extra für einen zu bestellen. Wenn es erhältlich war, dann wollte man dem Kunden den Wunsch auch erfüllen. Man war serviceorientiert. Heutzutage ein Fremdwort. Da wird nix mehr für einen Kunden bestellt, das muss der sich im Internet selber bestellen. Hat man dadurch mehr Freiheit oder weniger?
Ich fand es ganz nett, dass die Händler sich damals (neben dem eigenen Umsatz) noch für das Wohlergehen der Kundschaft interessiert haben.
Diese Wegwerf/Überflussgesellschaft geht mir schon lange auf den Geist!
Früher baute man Geräte für die Ewigkeit, heute wirft man sie weg.
Ich habe inzwischen 7 ausrangierte PC und 3 alte Fernseher in der Ecke stehen.
Die Doku finde ich super. Frisst nur leider mein gesamtes Datenvolumen.LesHommes hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 19:01 Filmtipp: die Langzeit-Doku (1961 bis 2005) Die Kinder von Golzow in der rbb Mediathek
Die Serie kenne ich, ist wirklich schön. Die lief als ich jugendlich war im ORB Fernsehen immer abends, habe ich oft zum Einschlafen gesehen.Ninja Turtle hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 18:38Die Doku finde ich super. Frisst nur leider mein gesamtes Datenvolumen.LesHommes hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 19:01 Filmtipp: die Langzeit-Doku (1961 bis 2005) Die Kinder von Golzow in der rbb Mediathek![]()
Was leider hie wie da gilt. In der BRD war auch unter dem gemeinen Volk die Nettigkeit weitverbreitet, Diskussionsansinnen mit "Geh doch rüber, geh doch rüber, wenn's dir hier nicht paßt!" abzuwürgen. Oder auch das Muster, die "da drüben" bauen Mist (z.B. bei AKWs, Umweltverschmutzung usw., und dann die Wirtschaft...), aber hier ist doch alles in bester Ordnung
Ach ja, die Intershops! Herrlich! Was haben wir geguckt und gestaunt und uns gefreut, wenn wir uns was aussuchen durften!Finnlandfreundin hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 19:24 Meine persönlichen Erinnerungen: Geruch des Trabbis - damals nicht wahrgenommen, heute liebe ich es / mit dem Trabbi zur Ostsee - ich stand teilweise in der Mitte hinten im Auto / die Platten auf der Autobahn - dieses gleichmäßige Geräusch, schön zum Schlafen / Jungpionier / einen Teil der Familie nur von Fotos und Erzählungen kennen / Intershop / Handrührgerät RG 28 in orange - hat meine Mutti und er funktioniert immer noch
Sorry, Küstenkind - aber in dieser Absolutheit möchte ich es nicht stehen lassen. Es widerspricht meinem eigenen Erleben.Küstenkind hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 19:38 ....
Auch die viel gelobte flächendeckende Ganztagesbetreuung quasi von Geburt an bis zur 4. Klasse hört sich nach Luxus an. Wenn man aber bedenkt, dass Frauen (gerade die gut ausgebildeten) keine Wahl hatten, und die Betreuung in Anspruch nehmen mussten und nicht unbedingt selber entscheiden konnten, ob sie 1, 2 oder 3 Jahre mit Kind zu Haus bleiben wollten, lässt dies in einem anderen Licht erscheinen.
...
Tut mir leid, aber das stimmt so nicht. Es gab hier keinen staatlichen Zwang gegenüber Frauen arbeiten zu gehen. Klar hat es dem Selbstbild des Sozialismus in der DDR entsprochen, dass Frauen arbeiten. Das heißt aber nicht, dass die SED Frauen zur arbeit genötigt hätte. Eher waren soziale- und finanzielle Belange vorrangig, ob eine Frau berufstätig war oder nicht.Küstenkind hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 19:38
Auch die viel gelobte flächendeckende Ganztagesbetreuung quasi von Geburt an bis zur 4. Klasse hört sich nach Luxus an. Wenn man aber bedenkt, dass Frauen (gerade die gut ausgebildeten) keine Wahl hatten, und die Betreuung in Anspruch nehmen mussten und nicht unbedingt selber entscheiden konnten, ob sie 1, 2 oder 3 Jahre mit Kind zu Haus bleiben wollten, lässt dies in einem anderen Licht erscheinen.
Kenne ich ebenfalls genug Beispiele.Swenja hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 21:18
Zu meiner Schulzeit - die Mutter einer Schulfreundin war Hausfrau, der Vater hat die Familie versorgt.
(Es gab auch drei Mütter, die zuhause gearbeitet haben.)
In unserem Aufgang (Mehrfamilienhaus) wohnte ein Ehepaar - die Frau war Hausfrau, die zwei "Kinder" studierten.
Im Nachbaraufgang wohnte ein kinderloses Ehepaar - die Frau war Hausfrau.
Ich hatte zwei Schüler, deren Mütter ebenfalls "nur" Hausfrauen waren...
Oh ja. Einen Betreuungsplatz muss man heute wie eine Mietwohnung praktisch erkaufen.Swenja hat geschrieben: ↑09 Sep 2020 21:18
Aber Du hast recht - "Ganztagsbetreuung" liest sich nach Luxus, doch es war keiner.
Wenn ich mich recht entsinne, dann habe ich für einen Betreuungsplatz pro Monat zwischen 12 und 15 DDR-Mark bezahlt.
(Luxus sind für mich eher die heutigen Preise, falls ich den Erzählungen meiner Töchter glauben darf.)
Wundervoll? Anhand von Bildern und Erzählungen anderer Menschen mag das sein. Das Negative wird in der Regel schneller vergessen oder ausgeblendet.Volltrottel hat geschrieben: ↑08 Sep 2020 12:08 Hallo,
ich bin mal so mutig und eröffne einen neuen Thread.
Ich habe gestern in einem anderen Forum einen Tipp für einen alten Film auf Youtube gefunden und dieser hat mich wieder in diese wunderbare leider längst vergangene Zeit zurückversetzt.
https://m.youtube.com/watch?v=GhNpnJ9MjQ8
Ich habe selbst die DDR leider nur nach der Wende miterlebt, bin ein typisches Wendekind als Jahrgang 1989.
Mich hat die DDR und ihr Alltag immer fasziniert, alles war viel wertvoller als heute und das Strassenbild bot einem Halt im Alltagsleben.
Wer erinnert sich auch an diese wundervolle Zeit?
Wie bitte?Axolotl hat geschrieben: ↑10 Sep 2020 09:50 Tut mir leid, aber das stimmt so nicht. Es gab hier keinen staatlichen Zwang gegenüber Frauen arbeiten zu gehen. Klar hat es dem Selbstbild des Sozialismus in der DDR entsprochen, dass Frauen arbeiten. Das heißt aber nicht, dass die SED Frauen zur arbeit genötigt hätte. Eher waren soziale- und finanzielle Belange vorrangig, ob eine Frau berufstätig war oder nicht.
Nahezu 90 Prozent der Frauen waren in der DDR berufstätig. Natürlich gab es immer Mittel und Wege, sich irgendwo (zeitweise) herauszunehmen bzw. auszuklinken. Sei es die Kindererziehung, körperliche oder mentale Einschränkungen etc.
Das ist mir schon klar, daß ich Dich auf dieser Reise nicht mitnehmen muß. In diesem Sinne warst Du auch gar nicht gemeint......
Wie Svenja anschaulich belegt hat und wie ich aus erster und zweiter Hand bestätigen kann, wurde man nicht sofort drangsaliert