Reinhard hat geschrieben: ↑28 Jul 2022 21:04
Wie lernt man beim Ausgehen jemanden kennen?
Es hängt m. E. stark ab von der Umgebung, in der du dich befindest. "Umgebung" meint die allgemeine "soziale Atmosphäre" einer Situation. Das ist schwer (gar nicht, m. E. ) zu beschreiben, braucht Gespür dafür.
Ein Grund, warum das kaum beschreibbar istz, ist, dass es eben auch von dir abhängt. Nicht für jeden ist jede soziale Situation gleich. Wo sich der eine wie Fisch im Wasser fühlt, ist der andere schlicht "nicht zuhause".
Das sind also schon mal 2 entscheidende Unsicherheitsfaktoren, die einander beeinflussen und letztlich nuir von dir selbst in der Situation beurteilt werden können.
Denn zuätzlich hilft es sehr, sich einigermaßen souverän und sicher zu fühlen. Diese Ausstrahlung macht sich bemerkbar. Dazu kann auch gehören, gerad irritiert zu sein, dazu aber souverän zu stehen (und z. B. "was Dummes" zu fragen).
Ja, geschlossene soziale Gruppen sind "etwas schwieriger zu händeln" m. E. Es ist m. E. ratsam, wie Tania es beschrieb, sich einen Einzelnen als Türöffner rauszupicken.
Nach meinem Eindruck wird es in unserer Welt auch zunehmend schwieriger, substanzielle Gespräche mit Un- oder oberflächlich Bekannten zu führen. Jegliche ansatzweise kontroverse Themen werden ausgespart; damit verschiwndet aber auch ein Teil der interessanten Persönlichkeit. Es bleibt fast nur noch Wetter und irgendwas zur akuten Situation ("Laut hier, oder? Schöne Schuhe hast du an!" Sowas. Und dann vorsichtig abschätzen,ob sich eine Fortsetzung auf diesem Level "Lohnen" könnte, also dass auch mal über was Persönlicheres geredet werden kann (Nicht SO persönlich. Eher "was hältst du von ...? Ich finde .., dass ... Mich interessiert, was du so denkst über ....". Es ist schwer,/selten, dass sich mal jemand traut, klare Position zu was beziehen; zu groß die Bange, anzuecken. Und ich rede hier nicht von abstrusen Welterklärmeinungen. "Bloß niemand auf den Schlips treten" ist prinzipiell ja ein guter Standard; schlägt aber dann um, wenn daraus ein "ich sag und frag besser gar nichts mehr" wird.).
Dieser Eindruck kann aber natürlich auch meinem ganz persönlichen Lebenalltag geschuldet sein.
Deine Frage ist insofern im Grunde nur mit: "du musst am Ball bleiben und es möglichst oft in möglichst unterschiedlichen Situationen veruschen und immer dann, wenn es sich etwas besser anfühlt, bist du af dem richtigen Versuch und solltest versuchen, das öfter zu wiederholen, damit es noch besser werden kann" zu beantworten.
Ich finde, was die Menschen derzeit oft an Meinungen in ihre technischen Gerrätschaften ablassen, wäre im direkten Gespräch besser aufgehoben - weil dann automatisch "sozialer" und nicht ganz so extrem formuliert. Wenn der andere einem ein "bist du blöd oder was?" direkt ins Gesicht mitteilen kann, wird mancher Gedanke doch noch mal durch den gesunden "will ich das wirklich meinen oder ist das Blödsinn"-Filter.
Ich vermute mal, Reinhard ist auch eher an Gesprächen mit etwas Inhalt über die aktuelle Wetterlage hinaus gelegen.
Aber schon dabei Vorsicht: ich ziehe meist den Online-Wetterdienst von Herrn Kachelmann zu Rate, der m. E. und meiner Erfahrung nach regionale Wetterlagen deutlich präziser und treffender bis auf 72 Stunden vorhersagt als der DWD. Nur schon mit der Nennung dieses Namen bewege ich mich gelegentlich in riskantem Bereich. Nun hat seine Seite seinen Namen direkt im Domainnamen; schwierig, wenn ich dann andere Informationen über "wie wird's morgen" habe als viele andere, aber nicht sagen kann, woher ...
Meines Erachtens leidet unsere Welt unter zu wenig Kommunikation (und Mitmenschlichkeit, aber das ist wieder ein anderes, wenn auch verbundenes, Thema)..
Das technisch-mediale BlaBla zähl ich schon lange aus diversen Gründen nicht dazu, und mir scheint, damit lag ich richtig. Zieht aber immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Fortschritt. Hauptsache digital, dann wird das schon
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