Was für ein deprimierender Thread. Deprimierend, weil ich mich darin wieder erkenne. Mich in Dingen erkenne, die ich gerne verdränge.
Das mit dem Besuch eines Bordells hat bei mir schon fast eine Regelmäßigkeit, also der Gedanke daran. Wirklich hingegangen bin ich nicht. Und ich denke, dass das auch nicht richtig wäre. Erstens, weil es mir so gehen würde wie dem Verfasser dieses Threads und Zweitens, weil ich ja nach Intimität suche und nicht nach (nur) Sex.
In den Jahren (schon länger her bei mir), in denen ich "Aus" war mit Freunden, war jegliches kennenlernen mit Sex verbunden. Zuerst das "Abschleppen" und dann die Beziehung. Und bei den (wohl weniger überzeugenden) Versuchen, die ich unternommen habe, waren bis auf einmal alle nicht erfolgreich. Und bei dem einen Mal hab ich dann (als es darauf ankam) als Mann versagt.
Seitdem steck ich in dieser Prüfungsangst fest: Ich hab nicht gelernt und wenn Sie mir den "Stoff" abfragt, dann falle ich mit Pauken und Trompeten durch.
Aber mehr als diese Prüfungsangst auf das rein Physische bezogen, kommen halt dann wesentlich schwerwiegendere psychische Komponenten dazu, die erst Aufgearbeitet werden wollen. Das mache ich in meiner Therapie.
Und mit anderen will ich darüber nicht reden, weil wenn das Thema doch aufkommt, dann ist es ein Stich ins Herz, wenn man darüber spricht, als würde man übers Einkaufen sprechen. Weil ich halt riesige Probleme damit habe, einkaufen zu gehen und ich es noch nie in einen Laden geschafft habe.
Ich denke, dass da bei mir auch der übermäßige Konsum von Pornographie eine Rolle spielt. Als Ersatz für die Realität musste dieses Medium halt herhalten. Dadurch habe ich mir eine eigene Vorstellung der Realität geschaffen, die es mir unmöglich macht, die daraus entstehenden Erwartungen zu erfüllen. Ich habe den Konsum deutlich reduziert und möchte auch voll und ganz davon wegkommen.
Ich finde es aber nicht traurig, dass du, Naitsabes, fürs Kuscheln bezahlst. Das habe ich auch gemacht. Es ist eine gute Möglichkeit in einer "kontrollierten und sicheren" Umgebung Erfahrungen zu sammeln. Die Akteure wissen was auf einen zukommt (es wird gekuschelt) und es entsteht dadurch kein Druck, a la "Was, wenn sie Sex will?" oder ähnliches. Es gibt einen klaren Rahmen.
Es ist wie zu einer Massage zu gehen, nur dass du deine Seele entspannst.
In meiner Kuschelstunde habe ich von 50min gute 45min gebraucht um mich einigermaßen körperlich darauf einzulassen, aber ich habe die Wohltat für meines Seele bemerkt: Es tat gut und das Geld war es allemal wert. Und was ist traurig daran, wenn man erkennt, dass man das will/braucht und es in ein Handeln umsetzt?
Hut ab und Daumen hoch!!!
Und vor allem viel Spass
