Alleine sterben
ERSTER BEITRAG DES THEMAS
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Mannanna
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Alleine sterben
Sehe gerade das da:
https://www.youtube.com/watch?v=cPYMKJDSlOI
und weiß nicht so recht, wohin mit dem Thema.
Ich denke, es wird mir auch mal so gehen. Irgendwann Schlaganfall oder Herzinfarkt in meiner Wohnung und das war's. Einige Tage später riecht's dann komisch im Hausflur...
Erschreckt euch die Vorstellung, alleine zu sterben? Oder das bei der Beerdigung niemand da ist außer dem, der eure Urne/Sarg abstellt und Erde drüberschaufelt?
https://www.youtube.com/watch?v=cPYMKJDSlOI
und weiß nicht so recht, wohin mit dem Thema.
Ich denke, es wird mir auch mal so gehen. Irgendwann Schlaganfall oder Herzinfarkt in meiner Wohnung und das war's. Einige Tage später riecht's dann komisch im Hausflur...
Erschreckt euch die Vorstellung, alleine zu sterben? Oder das bei der Beerdigung niemand da ist außer dem, der eure Urne/Sarg abstellt und Erde drüberschaufelt?
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"Man will immer, was man nicht hat, und wenn man's hat, ist's langweilig" (Rainald Grebe, "Krümel")
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Deja-vu
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Re: Alleine sterben
Ehrlichgesagt nicht. Wenn ich tot bin, bin ich tot, und dann kann mir das egal sein.
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Kolinatan
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Re: Alleine sterben
Nein, die Vorstellung erschreckt mich nicht. Ich kann mit diesem ganzen Zeremoniell nicht viel anfangen.
Was ich an der Doku etwas merkwürdig finde, ist die Gleichsetzung von Einsamkeit mit Alleinsein und alleine Sterben oder dem Fehlen von Angehörigen. Bei der Doku geht es mir zu viel darum, die Kosten auf Angehörige abzuwälzen. Finde ich keinen angenehmen Aufhänger für das Thema.
Gut ist die Szene, wo die Frau vom Ordnungsamt an den Gräbern steht und sich dort berührt zeigt, dass es eben Menschen sind, um welcher sich ihre Arbeit dreht, auch wenn diese bereits verstorben sind. Ich weiß von meiner Tante, als wir dort auf dem Friedhof spazieren gegangen sind, dass für viele die städtische Bestattung vor allem auch eine finanzielle Frage ist. Letztlich kann jedes, wenn es Es wichtig ist bereits zu Lebzeiten sein Begräbnis vorbereiten auch alles entsprechend organisieren, wenn Es nicht als Verwaltungsakt enden möchte.
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entomological
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Re: Alleine sterben
Nö, gar nicht. Wäre mir ehrlich gesagt sogar lieber, wenn wegen mir niemand trauern müsste. Ich denke sogar darüber nach, meinen Leichnam der Forschung zur Verfügung zu stellen, dann freuen sich sogar noch welche darüber.
Ganz grundsätzlich habe ich weder Angst vor dem Sterben, noch vor dem Tod. In gewisser Hinsicht wäre das sogar wie eine Erlösung - sage ich jetzt aber auch aus einer depressiven Stimmung heraus, vielleicht geht es mir irgendwann so gut, dass ich doch ein Problem damit hätte.
Sollte ich in einer Partnerschaft sein, wäre mir lieber, dass meine Beziehungsperson entweder zuerst stirbt oder, wenn ich zuerst sterbe, schnell darüber hinwegkommt und Leute um sich hat, um nicht zu vereinsamen.
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Obelix
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Re: Alleine sterben
Alleine sterben kann man auch als Verheirateter. Mein Vater ist plötzlich und unerwartet gestorben, während meine Mutter einkaufen war, und wurde erst gefunden, als es schon zu spät war.
Ganz grundsätzlich kann einen der Tod auf verschiedenste Art ereilen. Es kann sehr plötzlich gehen oder es kann dem eine längere Phase der Krankheit oder des körperlichen und/oder geistigen Abbaus vorangehen. In letzterem Fall würde ich wahrscheinlich erstmal in einer Art Krankenhaus oder Pflegeeinrichtung landen. Oder evtl findet sich doch jemand aus der Familie, der mich für die letzten Stunden/Tage/Wochen bei sich aufnimmt. Auf jeden Fall wären dann auch Menschen in der Nähe, und sei es "nur" Pflegepersonal. Das Privileg, wie mein Großvater im Schoß der eigenen Ehefrau zu sterben, ist jedenfalls längst nicht jedem gegeben.
Was die Beerdigung angeht, mache ich mir nicht wirklich einen Kopf. Meine Eltern waren nie große Friedhofsgänger, da sie weitab von den Gräbern ihrer Großeltern aufgewachsen sind. Und auch ich bin extrem selten an den Gräbern meiner Verwandten. Was meine eigenen sterblichen Überreste angeht, habe ich schon mal darüber nachgedacht, sie der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, so wie das ein Großonkel von mir gemacht hat. Ansonsten wäre in meiner Erbmasse (nach aktuellem Stand) genügend Geld vorhanden, um damit eine "klassische" Beerdigung zu finanzieren.
Eine andere Nummer ist allerdings die Trauerfeier. Auch von der werde ich selbst nichts haben, aber sie ist für die Hinterbliebenen wichtig. Und da gehe ich davon aus, dass sich in meinem Fall reichlich Freunde und Familienmitglieder einfinden werden.
Ganz grundsätzlich kann einen der Tod auf verschiedenste Art ereilen. Es kann sehr plötzlich gehen oder es kann dem eine längere Phase der Krankheit oder des körperlichen und/oder geistigen Abbaus vorangehen. In letzterem Fall würde ich wahrscheinlich erstmal in einer Art Krankenhaus oder Pflegeeinrichtung landen. Oder evtl findet sich doch jemand aus der Familie, der mich für die letzten Stunden/Tage/Wochen bei sich aufnimmt. Auf jeden Fall wären dann auch Menschen in der Nähe, und sei es "nur" Pflegepersonal. Das Privileg, wie mein Großvater im Schoß der eigenen Ehefrau zu sterben, ist jedenfalls längst nicht jedem gegeben.
Was die Beerdigung angeht, mache ich mir nicht wirklich einen Kopf. Meine Eltern waren nie große Friedhofsgänger, da sie weitab von den Gräbern ihrer Großeltern aufgewachsen sind. Und auch ich bin extrem selten an den Gräbern meiner Verwandten. Was meine eigenen sterblichen Überreste angeht, habe ich schon mal darüber nachgedacht, sie der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, so wie das ein Großonkel von mir gemacht hat. Ansonsten wäre in meiner Erbmasse (nach aktuellem Stand) genügend Geld vorhanden, um damit eine "klassische" Beerdigung zu finanzieren.
Eine andere Nummer ist allerdings die Trauerfeier. Auch von der werde ich selbst nichts haben, aber sie ist für die Hinterbliebenen wichtig. Und da gehe ich davon aus, dass sich in meinem Fall reichlich Freunde und Familienmitglieder einfinden werden.
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AlexSander
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Re: Alleine sterben
Jetzt sei mal nicht so pessimistisch. Laut deinem Profil bist du 58, also hast du noch locker 20, 30 Jahre Lebenszeit vor dir. Da wirst du schon noch jemanden finden. Und das sage ich als jemand der seit Jahren an mittelschweren Depressionen leidet. Hab noch nie ne Beziehung gehabt und bin ein sehr einsamer Mensch ohne sozialen Kontakten. Hab die Einsamkeit jedoch satt. Klar wäre das traurig komplett vereinsamt zu sterben. Es macht aber keinen Sinn an sowas zu denken wenn man stattdessen aktiv das Leben angehen kann um rauszukommen aus der Einsamkeit. Immer schön optimistisch bleiben, dann wird das schon klappen.
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Tania
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Re: Alleine sterben
Ehrlich gesagt wäre mir sogar am liebsten, wenn mein Verschwinden von diesem Planeten niemanden in tiefste Trauer stürzen würde. Wenn ich dafür allein sterben muss, dann ist das ein Preis, den ich dafür zu zahlen bereit wäre.
Aber wahrscheinlich wird es eher so laufen, dass ich zwar allein sterbe, dann aber bei meiner Beerdigung plötzlich alle kommen und bedauern, dass sie mich so lange nicht besucht haben
Ich hoffe nur, dass man mich so zeitig findet, dass die Haustiere nicht verhungern oder verdursten.
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Mannanna
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Re: Alleine sterben
Zu meiner Beerdigung kommt wahrscheinlich gar niemand. Bruder vielleicht, wenn er dann nicht selber schon zu alt ist.
Ansonsten mal gucken, ob unter meinen Sachen noch was von Wert ist, der Rest geht in den Müll und das war's dann mit Mannannas Dasein.
Finde ich irgendwie schade, aber andererseits geht es ja mit jedem Verstorbenen so. Ein Denkmal kriegt ja nun nicht jeder...
(Obwohl ich natürlich eins verdient hätte...
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"Man will immer, was man nicht hat, und wenn man's hat, ist's langweilig" (Rainald Grebe, "Krümel")
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oldfield2283
Re: Alleine sterben
Die Chancen dafür daß genau das eintritt und zwar in gar nicht so ferner Zukunft, stehen hoch. Ich schätze mal, es wird erst dann auffallen wenn in irgendeinem elektronischen Medium einer nicht mehr wie gewohnt grantelt oder es wird zufällig ein Amt, ein Versandhandel oder eine entfernte Bekannte darüber stolpern.
So war es vor ca 4 Jahren, als mein bester Freund mit/um/trotz Corona starb, etwas älter als ich jetzt und HC-AB. Ich habe seine Beerdigung geschwänzt, um eine Person kennenzulernen, die meine eigene Einsamkeit um 4 Jahre nach hinten verschob und ich ihre - aber letztendlich ist man am Ende doch immer allein, arm, nackt und tot.
Das einzige, was mich ein wenig erschreckt, ist das Chaos, welches ich in der Welt angestellt habe und das dann aufgedeckt wird - aber ich brauche mich dann nicht mehr dafür zu schämen.
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selina
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Re: Alleine sterben
Ja zutiefst. Vermutlich ist man beim sterben immer allein, ganz egal ob Leute um einen sind.
Trotzdem erschreckt mich die Vorstellung sehr.
Glück ist für mich, wenn mir niemand auf den Sack geht.
Klaus Kinski
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Vogel
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Re: Alleine sterben
Nein - aber vermutlich erschreckt genau das so manchen.
Um ehrlich zu sein, ich kann mir auch gar nicht vorstellen, das es Menschen gibt, die mich so lieben und wertschätzen, dass sie mich beim Sterben begleiten und mich dabei nicht alleine lassen.
Ich rechne fest damit, das ich alleine sterben werde - entweder natürlich, oder weil ich so will - am besten mit so wenig Umständen für Andere. Vielleicht in einer vergessenen dunklen Höhle, wo ich nie gefunden werde.
Und wenn doch: Sicher für mich ist jedenfalls, das ich kein klassisches Grab haben will. Am liebsten wäre es mir, meine Asche würde dann irgendwo in der Natur, im Wald oder auf hoher See verstreut. Ich habe mich im Leben nie geliebt gefühlt - ich möchte deshalb dann nur still und leise verschwinden.
Was mich daran erinnert, das ich in einem Alter bin, in dem ich jetzt langsam mal die Patientenverfügung und meinen letzten Wunsch festhalten sollte - hat es jemand von Euch schon gemacht?
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Hodenplotz
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Re: Alleine sterben
Wenn man nicht gerade einer Katastrophe zum Opfer fällt, ist es wohl eher die Regel als die Ausnahme alleine zu sterben. Weil selbst wenn Leute da sind, ist kaum einer so nett und macht dabei mal eben so mit.
Also gewöhnt man sich besser an den Gedanken, dass man diesen letzten Schritt ins große, schwarze Unbekannte alleine und für sich selber geht. Da wären andere unter Umständen sogar eher noch hinderlich als zielführend.
Überhaupt lebt man am Besten so, dass wenn man sich irgendwo verabschiedet man auch guten Gewissens und mit sich und der Welt im Reinen abtreten könnte. Meine Meinung.
Organspendeausweis hab ich, falls mal was passiert, aber wenn alles seinen gewohnten Gang geht, dann taugt mein Körper wahrscheinlich nur noch als Fischfutter, wenn die mich finden. Mir auch egal, entmaterialisieren kann ich mich noch nicht und wer so einen Job macht, wird schon wissen wie man sowas möglichst professionell handhabt. Spätestens wenn's was zu holen gibt oder jemand die Wohnung will, sind Abscheu und Ekel meistens doch recht schnell überwunden.
Aber ich achte immer auf relativ niedrige Luftfeuchtigkeit, also... vielleicht mumifizier ich auch. Das wär ziemlich cool, wenn ichs genau bedenke.
Also gewöhnt man sich besser an den Gedanken, dass man diesen letzten Schritt ins große, schwarze Unbekannte alleine und für sich selber geht. Da wären andere unter Umständen sogar eher noch hinderlich als zielführend.
Überhaupt lebt man am Besten so, dass wenn man sich irgendwo verabschiedet man auch guten Gewissens und mit sich und der Welt im Reinen abtreten könnte. Meine Meinung.
Organspendeausweis hab ich, falls mal was passiert, aber wenn alles seinen gewohnten Gang geht, dann taugt mein Körper wahrscheinlich nur noch als Fischfutter, wenn die mich finden. Mir auch egal, entmaterialisieren kann ich mich noch nicht und wer so einen Job macht, wird schon wissen wie man sowas möglichst professionell handhabt. Spätestens wenn's was zu holen gibt oder jemand die Wohnung will, sind Abscheu und Ekel meistens doch recht schnell überwunden.
Aber ich achte immer auf relativ niedrige Luftfeuchtigkeit, also... vielleicht mumifizier ich auch. Das wär ziemlich cool, wenn ichs genau bedenke.
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Deja-vu
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Re: Alleine sterben
Ja, ich. Bereits vor 6 Jahren.
Die Art meiner Bestattung werde ich mir nicht aussuchen können. Das wird eine Sozialbestattung werden. Aber ist mir ganz Recht.
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Re: Alleine sterben
Ja, 2013 hatte ich eine durch MRT entdeckte Raumforderung im Gehirn, was dann als Tumor raus operiert wurde.
Vor der OP machte ich eine Patientenverfügung.
In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass alleine sterben wohl besser ist. Freunde und Bekannte hatten sich viel mehr Sorgen gemacht als ich. Und wenn Du jetzt zB stirbst, und andere darunter Leiden, dann konfrontieren sie Dich ja damit.
Ich finde, man kann besser aus dem Leben gehen, wenn man nicht festgehalten wird.
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Andrea
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Re: Alleine sterben
Ja, wobei es weniger der Gedanke an das "alleine sterben" als das "niemand kommt zu meiner Beerdigung" ist, was mir nicht gefällt.
Es ist jetzt nicht so, dass ich täglich zu Hause sitze und über meinen Tod grüble (eigentlich nie...), aber ich war vor ein paar Jahren auf einer sehr gut besuchten Beerdigung und da kam mir der Gedanke, wem - außer meiner engsten Familie - eigentlich auffallen würde, wenn ich weg bin. Und nachdem mir da wirklich nur sehr wenige Leute eingefallen sind, war das ehrlich gesagt für mich damals mit der Startschuss, endlich was zu ändern und aus meinem Schneckenhaus zu kriechen.
Mittlerweile wäre es nicht völlig leer auf meiner Beerdigung-
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Re: Alleine sterben
Mich stört es nicht, dass ich alleine sterben werde. Vielleicht werde ich meinen Körper auch der Forschung vermachen.
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Mannanna
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Re: Alleine sterben
Habe ich auch drüber nachgedacht. Aber in dem Fall stirbt man ja wahrscheinlich nicht allein, sondern unter Beobachtung im KH oder Hospiz.
Wenn man aber erst 3 Wochen z.B. in seiner Wohnung vor sich hin verwest, bevor man gefunden wird, gibt es höchstens eine Autopsie und dann weg damit.
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zebulon
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Re: Alleine sterben
Boa, schwieriges Thema. Ich habe da für mich eine einfache, eine schwierige und eine zynische Antwort.
Die Einfache: Ich will niemand zur Last fallen. Wenn ich sterbe einfach einäschern, den Kübel verscharren, fertig.
Die Schwierige: Ich fürchte mich vor dem Sterben, nicht vor dem Tod. Da ich zur mütterlichen Linie tendiere und wir familiär eher Krebskanditaten sind, hoffe ich, dass wenigstens dieser Kelch an mir vorüber geht. Ich musste meine Mutter 1,5 Jahre bis zu ihrem Tod begleiten und das war nicht schön, vorsichtig ausgedrückt.
Die Zynische: Als Atheist hoffe ich, dass danach auch wirklich alles vorbei ist. Ich habe keine Lust auf ewiges Leben und ewiges AB-Sein schon zweimal nicht.
Die Einfache: Ich will niemand zur Last fallen. Wenn ich sterbe einfach einäschern, den Kübel verscharren, fertig.
Die Schwierige: Ich fürchte mich vor dem Sterben, nicht vor dem Tod. Da ich zur mütterlichen Linie tendiere und wir familiär eher Krebskanditaten sind, hoffe ich, dass wenigstens dieser Kelch an mir vorüber geht. Ich musste meine Mutter 1,5 Jahre bis zu ihrem Tod begleiten und das war nicht schön, vorsichtig ausgedrückt.
Die Zynische: Als Atheist hoffe ich, dass danach auch wirklich alles vorbei ist. Ich habe keine Lust auf ewiges Leben und ewiges AB-Sein schon zweimal nicht.
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LonesomeCoder
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Re: Alleine sterben
Die Angst vor Einsamkeit im Alter und im Anschluss einsam sterben kann ich verstehen.
Aber eine Familie gründen ist kein zuverlässiger Schutz davor. Heutzutage ist es so, dass die Kinder nach der Schule, spätestens nach der Ausbildung oder Studium, von daheim ausziehen. Sind sie dann weiter weg, haben Stress im Job, einen Partner bei Laune zu halten und Kinder zu versorgen und wollen dabei auch noch Hobbys nachgehen und Freundschaften pflegen, so ist meist kaum mehr Zeit für Gesellschaft oder gar Pflege für die Eltern da. Wohnen sie 500 km oder so weg, sind persönliche Treffen auch logistisch schwierig. Eine Ehefrau kann vor einem selber gestorben sein. Oder zu einem zeit- und kräftezehrenden Pflegefall werden, mit dem man wegen Demenz nicht einmal mehr richtig reden kann. Oder man bekommt vor ihr gesundheitliche Probleme und wird für einen fitteren/jüngeren Mann verlassen, mit dem sie im Gegensatz zu einem selber noch was unternehmen kann. Angst vor Einsamkeit im Alter und alleine sterben habe ich auch, aber ich sehe heiraten und Kinder kriegen nicht als einen zuverlässigen Schutz davor. Laut Wissenschaft wäre ein möglichst großer und diverser Freundeskreis der beste Schutz gegen Einsamkeit im Alter. Die Zeit wo mehrere Generationen in einem Haushalt wohnen, ist vorbei.
Aber eine Familie gründen ist kein zuverlässiger Schutz davor. Heutzutage ist es so, dass die Kinder nach der Schule, spätestens nach der Ausbildung oder Studium, von daheim ausziehen. Sind sie dann weiter weg, haben Stress im Job, einen Partner bei Laune zu halten und Kinder zu versorgen und wollen dabei auch noch Hobbys nachgehen und Freundschaften pflegen, so ist meist kaum mehr Zeit für Gesellschaft oder gar Pflege für die Eltern da. Wohnen sie 500 km oder so weg, sind persönliche Treffen auch logistisch schwierig. Eine Ehefrau kann vor einem selber gestorben sein. Oder zu einem zeit- und kräftezehrenden Pflegefall werden, mit dem man wegen Demenz nicht einmal mehr richtig reden kann. Oder man bekommt vor ihr gesundheitliche Probleme und wird für einen fitteren/jüngeren Mann verlassen, mit dem sie im Gegensatz zu einem selber noch was unternehmen kann. Angst vor Einsamkeit im Alter und alleine sterben habe ich auch, aber ich sehe heiraten und Kinder kriegen nicht als einen zuverlässigen Schutz davor. Laut Wissenschaft wäre ein möglichst großer und diverser Freundeskreis der beste Schutz gegen Einsamkeit im Alter. Die Zeit wo mehrere Generationen in einem Haushalt wohnen, ist vorbei.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34
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Wusel
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Re: Alleine sterben
Naja... Locker hat man die nicht mehr mit 58.AlexSander hat geschrieben: ↑16 Jan 2026 16:04 Jetzt sei mal nicht so pessimistisch. Laut deinem Profil bist du 58, also hast du noch locker 20, 30 Jahre Lebenszeit vor dir. Da wirst du schon noch jemanden finden. Und das sage ich als jemand der seit Jahren an mittelschweren Depressionen leidet. Hab noch nie ne Beziehung gehabt und bin ein sehr einsamer Mensch ohne sozialen Kontakten. Hab die Einsamkeit jedoch satt. Klar wäre das traurig komplett vereinsamt zu sterben. Es macht aber keinen Sinn an sowas zu denken wenn man stattdessen aktiv das Leben angehen kann um rauszukommen aus der Einsamkeit. Immer schön optimistisch bleiben, dann wird das schon klappen.
Realistisch ist das schon.. aber dann ist auch die Frage, in welchem Zustand man alt wird? Wie viel chronische Krankheiten muss man ab wann bewältigen, wenn man länger leben darf?
Den großen sexuellen Durchbruch im hohen Alter sollte man nicht unbedingt erhoffen.
Wo sich hier bereits rein biologisch die Phase der möglichen Reproduktion dem Ende neigt und die entsprechenden Hormone sich verabschieden, während man bereits auch lange nicht mehr so appetitlich aussieht es noch Menschen teilweise in ihren 30er tun... Wird das nicht wahrscheinlicher als vorher.