Freundschaften bei HC-ABs

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BartS
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Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von BartS »

Vielleicht ist das eine Frage, die ganz gut in so ein Unterforum reinpasst. Wie geht ihr mit Freundschaften um? Für Beziehungsunerfahrene ist neben der Familie eine Freundschaft das Einzige was etwas beziehungsnahes darstellt. Spielen dann Freundschaften eine besondere Rolle, oder kann man das gar nicht so sagen? Werden sie gar zu Ersatzbeziehungen?

Als Kind war mir schon klar, Freundschaften werde ich immer haben, aber bei einer Beziehung war ich mir nicht so sicher. Freundschaften waren mir eigentlich schon immer wichtig und in diese reinzukommen, war für mich nicht schwer. Hab da auch beiweiten nicht so viel nachgedacht wie heute. :roll:

Ab einen gewissen Alter musste ich durch bildungsbedingte Umzüge lernen, Freundschaften auch über größere Distanzen zu halten. Das war schon eine Umstellung, die auch "Normalos" nicht leicht fällt. Hatte ein Schlüsselerlebnis, ich traf eine ehemailige Klassenkameradin und gleichzeitige Schulfreundin und kamen im Gespräch auf eine andere ehemalige Schülerin, mit der wir beide damals befreundet waren. Zu dieser hatte ich noch guten Kontakt, sie aber nicht mehr. Ich fragte, was denn passiert sei, worauf sie meinte "nix, aber wenn sie wieder Kontakt aufnehmen möchte, weiss sie doch, wie meine Adresse lautet". Sie ging fest davon, dass sich die andere Freundin schon melden würde und Freundschaften eben auf diese Art funktionieren. Erst viel später schrieb sie in einer Mail, dass sie sich schwer tue, Freundschaften am Leben zu erhalten und nicht gelernt habe, auch mal selbst aktiv zu werden.

Ich sag dazu nur, wenn man einen Menschen wirklich kennenlernen will, sollte man sich nicht seine Ex-Beziehungen anschauen, sondern wie seine Freundschaften aussehen, das sagt eine Menge aus. ;) Ich finde aber mit dem Alter wird es auch immer schwieriger Freundschaften zu knüpfen und halten. Die meisten sind im Leben fest gesattelt und gerade eigene Kinder lassen nur wenig Eigenräume für ausserfamiliäre Kontakte zu. Wenn ich das richtig überschaue, dann sind meine jetzigen Kontakte entweder alle kinderlos oder die sind schon ausser Haus. Bei den anderen gingen die Freundschaften nicht im Streit auseinander, sondern läuft ziemlich auf Sparflamme. Im letzten Jahr hat meine beste Freundin, die auch im Stuttgarter Raum wohnt, einen Sohn bekommen. Wir sind quasi beide am neuentdecken, wie sich das nun weiterentwickeln wird. Auch wenn ich den Kleinen sehr mag wird er indirekt eine wichtige Rolle spielen.

Okay, bin mal auf eure Erfahrungen gespannt.

:)
BartS
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
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ERSTER BEITRAG DES THEMAS
Mareike

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Mareike »

BartS hat geschrieben: Ich sag dazu nur, wenn man einen Menschen wirklich kennenlernen will, sollte man sich nicht seine Ex-Beziehungen anschauen, sondern wie seine Freundschaften aussehen, das sagt eine Menge aus. ;)
Das finde ich eine sehr schöne und sehr berechtigte Aussage.
Eine meiner Maximen war auch immer, dass Freundschaften viel wichtiger sind als Beziehungen...das lässt sich als AB natürlich leicht sagen, weil man kaum einen Vergleich hat, aber wenn man sich Leute anschaut, die absolut in Beziehungen aufgehen und dann nach einer Trennung feststellen, dass sie keinen einzigen Freund mehr haben, dann macht das schon nachdenklich.
Mein ehemaliger Mitbewohner hat dann sogar angefangen alte Schulfreunde (von vor 10 Jahren also) anzuschreiben, weil er einfach neben seiner Freundin null soziale Kontakte hatte.
Ich könnte so auch gar nicht leben...wenn ich mir überlege, mit wie vielen von meinen Freunden ich normalerweise täglich in Kontakt stehe. Das ist zwar auch sehr unterschiedlich: es gibt die "ältesten" Freunde, die ich derzeit nur ca. 2 mal im Jahr sehe, aber mit denen sich kaum was ändert, weil man sich so lange kennt und dann Leute in verschiedenen Orten, die man ab und zu mal sieht, aber wo ich trotzdem bei den meisten nicht viel erklären muss, weil man von Anfang an relativ offen miteinander war. Ich hatte zwar auch Zeiten, wo vorallem all die Probleme meiner Freunde mich sehr belastet haben, und es kostet auch viel Zeit mit so vielen Leuten in einem gewissen Kontakt zu bleiben, aber ich möchte das nicht missen. Und solange sie sich freuen mich zu sehen, von mir zu hören oder mich einfach nur vermissen, dann ist es den Aufwand doch wert.
Allerdings hat von meinen Freunden auch niemand Kinder...und nur einer ist verheiratet; ein paar ABs sind auch dabei ;)
Foralo

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Foralo »

Mareike hat geschrieben:
BartS hat geschrieben: Ich sag dazu nur, wenn man einen Menschen wirklich kennenlernen will, sollte man sich nicht seine Ex-Beziehungen anschauen, sondern wie seine Freundschaften aussehen, das sagt eine Menge aus. ;)
Das finde ich eine sehr schöne und sehr berechtigte Aussage.
Ein weiterer Punkt der nicht gerade für mich spricht. :?

Ich habe schon seit Jahren keine Freunde mehr. Meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Familie. Meine Eltern und meine zwei Brüder.

Ich habe mir als Jugendlicher die größten Chaoten der Klasse als Freunde gesucht. War und bin wohl auch selber einer. Zuletzt bestand unsere einzige Gemeinsamkeit darin, am Wochenende feiern zu gehen und sich möglichst schnell "abzuschießen". Als ich dann ein wenig älter und ein wenig vernünftiger wurde, hatte ich keinen Bock mehr auf deren Gesellschaft und Lebensweise. Ich habe dann sämtliche Kontakte einschlafen lassen.

Da ich nicht besonders kontaktfreudig bin, alleine zuhause am Rechner arbeite und auch keine Hobbys habe bei denen man neue Leute kennenlernt, habe ich bis heute keine neuen Freunde gefunden. Das ist allerdings auch nichts wodrunter ich leide. Ganz im Gegensatz zu meinem AB-Status. Ich bin wohl einfach ein Eigenbrödler der nicht soviele Kontakte braucht. Ich konnte mich schon als Kind Stunden oder sogar Tagelang alleine beschäftigen. Ein wenig mehr soziale Kontakte wären aber schon schön. Zumindest habe ich mich kürzlich seit langem mal wieder aus meinem Schneckenhaus getraut und an meinem ersten AB-Treffen teilgenommen. Zwar nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung aber immerhin.

Es kann natürlich sein dass das Problem meiner Beziehungslosigkeit mich so sehr belastet, dass alle anderen Probleme davon überschattet werden und mir gar nicht so bewußt sind. Soll heißen, wenn ich wider Erwarten doch mal eine Liebesbeziehung führen sollte, rücken vielleicht Probleme die bisher im Hintergrund waren in den Vordergrund. Vielleicht wünsche ich mir dann aufeinmal ganz sehnlich einen guten Freund. Das ist zumindest etwas was mir schon oft durch den Kopf gegangen ist.
Baghira444

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Baghira444 »

Foralo hat geschrieben:
Mareike hat geschrieben:
BartS hat geschrieben: Ich sag dazu nur, wenn man einen Menschen wirklich kennenlernen will, sollte man sich nicht seine Ex-Beziehungen anschauen, sondern wie seine Freundschaften aussehen, das sagt eine Menge aus. ;)
Das finde ich eine sehr schöne und sehr berechtigte Aussage.
Ein weiterer Punkt der nicht gerade für mich spricht. :?

Ich habe schon seit Jahren keine Freunde mehr. Meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Familie.
Bei mir ist es genauso. Auch ich habe keine Freunde und das schon über 10 Jahre lang. Mir fällt es unglaublich schwer einen längeren Kontakt zu anderen Menschen aufrecht zu erhalten, sodass sich daraus eine Freundschaft entwickeln könnte.

Da ist es ja eigentlich nicht verwunderlich, dass ich keine Partnerin finde.
davina

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von davina »

Ich habe schon seit ca. 14 Jahren eine beste Freundin mit der ich auch seit ca. 10 Jahren in einer WG zusammenwohne. Schade dass sie kein Mann ist, denn wir harmonieren echt richtig gut miteinander.^^ Eine andere gute Freundin wohnt etwas weiter weg in meiner alten Heimat. Mit ihr telefoniere ich regelmäßig und treffe sie auch hin und wieder. Hier im Forum habe ich noch jemanden kennengelernt, den ich mittlerweile durchaus auch als guten Freund bezeichnen würde.
Die anderen in meinem Umfeld (hauptsächlich ehemalige Arbeitskollegen) sind für mich eher mehr oder weniger gute Bekannte, die ich eigentlich nur recht selten sehe. Ich würde mich nicht als sehr kontaktfreudig bezeichnen. Mir reicht es oft aus, mit meiner besten Freundin zusammen etwas zu unternehmen.
Leider ist es wohl auch so, dass mich eben genau diese Lebenssituation bei der Partnersuche blockiert...
Die Sehnsucht nach einem Freund ist trotzdem da. Irgendwie. Mal mehr mal weniger.
ABtutsoweh

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von ABtutsoweh »

Ich habe einige gute Freunde. Jedoch stammen diese alle entweder noch aus meiner Schulzeit oder aus dem Studium. Seitdem hab ich aus Scham wegen meiner AB-Situation und der Angst aus diesem Grund nicht für voll genommen zu werden, keine neuen Kontakte mehr geknüpft und lebe hier an meinem Wohnort ziemlich isoliert. Die Tatsache, dass ich hier trotz der langen Zeit, die ich hier schon wohne, keine Freunde habe ist leider für mich mittlerweile auch schon wieder ein eigener Grund mich minderwertig zu fühlen und aus diesem Grund Distanz zu anderen Menschen zu halten, um nicht nur Fragen zum Beziehungsstatus sondern auch zum (nicht vorhandenen) Freundeskreis aus dem Weg zu gehen. pyrit hat mal einen Satz formuliert, der diesen Teufelskreis, in dem ich glaube mich zu befinden, sehr treffend beschreibt: "Einsamkeit entsteht durch die Folgen der einstigen Einsamkeit".

Bei meinen Schulfreunden und Studiumskollegen stelle ich leider mittlerweile fest, dass ich mich mit denjenigen, die mittlerweile eine Familie gegründet haben, zwar auf persönlicher Ebene immer noch sehr gut verstehe, die Welten in denen wir leben, sich leider aber langsam immer weiter voneinander entfernen, weshalb ich was diese Freundschaften angeht auch eher mit einem pessimistischen Gefühl in die Zukunft schaue.
Paul

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Paul »

Ehrlich gesagt ist mein Freundeskreis , meine größte Stütze um mich auszutauschen und Dinge zu erledigen. Viel wichtiger ist aber, dass ich weiß, dass es Personen gibt, die mich mögen, die gern in meiner Umgebung sind, die mich respektieren und in gewisser Weise lieben. Da ich noch nie von einem Partner geliebt wurde, ist es extrem wichtig für mich und mein Selbstwertgefühl, dass meine Freunde so über mich denken.


:umarmung2:
Pascal

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Pascal »

Meine Freunde sind zwar fast alle in einer Beziehung, aber haben trotzdem ausreichend Zeit für mich. Es liegt aber denke ich an deren Einstellung zu Freundschaften. Sie haben mir mal gesagt, sie würden ihren Freundeskreis niemals wegen ihrer Beziehung vernachlässigen. Sie finden eben beides sehr wichtig. Ich bin jedenfalls froh, dass sie so eine Einstellung haben. Es sind zwar wenige Freunde, die ich habe, aber dafür auch richtige Freundschaften und nicht irgendwelche lockeren Bekanntschaften, wo man sich ab und an mal nach langer Zeit wieder sieht.
Foralo

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Foralo »

ABtutsoweh hat geschrieben:Seitdem hab ich aus Scham wegen meiner AB-Situation und der Angst aus diesem Grund nicht für voll genommen zu werden, keine neuen Kontakte mehr geknüpft und lebe hier an meinem Wohnort ziemlich isoliert.
Auch bei mir ist das ein weiterer Grund warum ich Hemmungen habe neue Kontakte zu knüpfen.
Pascal

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Pascal »

Mir fällt es auch sehr schwer, neue Kontakte zu knüpfen, weil ich schüchtern und wenig gesprächig bin.
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Optimist »

Meine Freundschaften sind auch alle eingeschlafen, zwar beginn ich im April ein Studium in Aachen, aber da ist der Altersunterschied zu den meisten Studenten natürlich schon recht groß. Außerdem werd ich am Anfang pendeln, da ich noch nicht weiß ob das Studium für mich ist (hab bisher nur an einer FH studiert, was sich ja schon von einer Uni unterscheidet).
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Der Coon

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Der Coon »

Meine Freundschaften aus der Schule, Berufsschule bestehen schon lange nicht mehr. Meine sozialen Kontakte die ich täglich sehe sind meine Eltern und Schwestern.
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Giebenrath
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Giebenrath »

Ich hatte nie besonders viele soziale Kontakte, eigentlich meistens keine.
Oft ziehe ich mich für Monate zurück und merke es gar nicht. Dann treffe ich wieder so einen Freund oder bekannte, und irgendwann sage ich sowas "wie neulich erst ..." und merke gar nicht, dass das ein halbes Jahr her ist.
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BartS
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von BartS »

Hallo, hmm....die bisherigen Antworten gehen von habe ganz viele Freunde und die sind mir auch wichtig bis hin zu, habe keine Freunde und bin lieber alleine. Hätte nicht gedacht, dass es so weit auseinandergeht. Aber wir sind eben keine homogene Gruppe. ;)

Was würden jetzt die HC-ABs mit wenigen oder gar keinen Freunden (ohne das werten zu wollen) sagen, ist das bei euch mehr ein selbstgewählter Zustand oder überhaupt nicht und was habt ihr bisher unternommen, um neue Freunde zu gewinnen?
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Der Coon

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Der Coon »

BartS hat geschrieben: und was habt ihr bisher unternommen, um neue Freunde zu gewinnen?
In einer Singlebörse angemeldet.
Aber richtige Freunde würde ich das nicht nennen. Chat bekanntschaften eher.
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Birdfood
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Birdfood »

BartS hat geschrieben:Was würden jetzt die HC-ABs mit wenigen oder gar keinen Freunden (ohne das werten zu wollen) sagen, ist das bei euch mehr ein selbstgewählter Zustand oder überhaupt nicht und was habt ihr bisher unternommen, um neue Freunde zu gewinnen?
Ich führe jetzt seit 16 Jahren ein sehr zurückgezogenes Leben (oder besser gesagt eine Existenz). Freunde im engeren Sinn habe ich höchstens einen, ein Arbeitskollege, den ich halt täglich bei der Arbeit sehe, ansonsten unternehmen wir höchstens einmal im Jahr etwas zusammen. Er hat Familie und dadurch eben wenig Zeit.
Zu meiner Familie habe ich zwar noch Kontakt, das Verhältnis zu meinen Eltern ist aber nur neutral, also weder gut noch schlecht und alle anderen sehe ich nur an Feiertagen oder durch Zufall.
Schon als Kind hat es mir nichts ausgemacht meine Zeit alleine zu verbringen, im Gegenteil, ich brauchte und genoss es sogar.
Bis Heute macht es mir nichts aus keine Freunde (bis auf den einen) zu haben. Nur der unerfüllte Wunsch nach einer Partnerin quält mich. Diese müsste dann sehr tolerant sein, weil ich eben sehr viel Freiraum brauche.
Was mich bei meinem Einsiedler-Dasein stört, ist, daß ich kaum etwas zu erzählen habe, keine lustigen Anekdoten, die man mal zum besten geben kann. Wenn andere einen Schwank aus ihrer Jugend erzählen komme ich mir immer mängelbehaftet vor.
Insgesamt bin ich nicht sehr gesellig, eigenbrödlerisch und fühle mich schnell eingeengt. Meine Freiheit ist mir wichtiger als Freundschaften zu pflegen, somit würde ich sagen ist mein Zustand (bis auf die Partnerlosigkeit) selbst gewählt.
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von marwie »

Ich bin auch öfters alleine und es macht mir nicht viel aus (bzw. ich brauche auch Zeit für mich), da ich schon als Kind recht oft meine Zeit alleine verbrachte.
Jedoch habe ich auch ein paar Freunde (sowohl männliche als auch weibliche), mit denen ich mich ab und zu treffe. Das sind aber meist einzelne Kontakte, sprich einen zusammenhängenden Freudeskreis / Clique, wo man sich öfters zusammen trifft, hab ich nicht.
zebulon

Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von zebulon »

Ich bin jetzt in einem Alter in dem sich die meisten Freunde abgemeldet haben, weil sie mit ihren Familien beschäftigt sind.
Meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen (aber wenigstens sind sie handverlesen und wirklich gute, zuverlässige Freunde) und da ist keine einzige Frau dabei. Meine Kumpelschiene ist also im Zustand fortgeschrittener Oxidation und Überwucherung begriffen.

Dass man mit zunehmendem Alter einstige Freunde verliert, ist wahrscheinlich normal und geht nicht nur uns HC-ABs so! Aber die haben in den meisten Fällen eine Familie oder wenigstens eine Beziehung!
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BartS
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von BartS »

Hmm.....ich würde jetzt doch mal eine provokante und etwas selbstkritische These aufstellen; kann es vielleicht sein, dass viele HC-ABs auch deshalb im Erwachsenenalter nur noch wenige oder gar keine Freunde mehr haben, weil sie sehr zurückhaltend und initiativlos im eigenen sozialen Umfeld agieren?

Mittlerweile halte ich es für keinen Zufall mehr, dass man hier im Forum unter den ABs eine starke Häufung von sozialer Phobie, ausgeprägter Schüchternheit und Mutlosigkeit antrifft. Bei der Partnersuche haben schon viele den Wunsch geäußert, dass die andere Seite zuerst die Initiative ergreifen soll. Wenn das auch für Freundschaften zutrifft und man (aus welchen Gründen auch immer) nicht von sich auf auf andere zugeht, dann ist doch die Freundschaftslosigkeit eigentlich nicht verwunderlich. Steckt dahinter nicht auch das Muster, bitte lad Du mich zu etwas ein, weil wenn ich einen Vorschlag mache und Du lehnst ihn ab, dann stehe ich ja dumm da? :roll:

Für den Aussenstehenden wirkt diese soziale Zurückhaltung wie "hab kein Interesse". Sie sehen meist nicht die Ängste oder die Schüchternheit. Auf Dauer bringt man nicht die Lust auf, den Anderen zu gemeinsamen Aktivitäten zu animieren und lässt denjenigen dann völlig in Ruhe. Nichts geschied im Leben ohne Grund.

Gruss
BartS, der sich da gelegentlich an die eigene Nase fassen muss
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Re: Freundschaften bei HC-ABs

Beitrag von Birdfood »

BartS hat geschrieben:...kann es vielleicht sein, dass viele HC-ABs auch deshalb im Erwachsenenalter nur noch wenige oder gar keine Freunde mehr haben, weil sie sehr zurückhaltend und initiativlos im eigenen sozialen Umfeld agieren?

Mittlerweile halte ich es für keinen Zufall mehr, dass man hier im Forum unter den ABs eine starke Häufung von sozialer Phobie, ausgeprägter Schüchternheit und Mutlosigkeit antrifft.
Ja, das glaube ich auch. Bei mir war es jedenfalls früher so, daß ich gewartet habe bis der andere einen Vorschlag macht ohen selber einen zu machen, nicht aus Angst, das er ihn ablehnt, sondern weil mir nichts einfiel, worauf ich lust hätte.
Mir wurde als Judendlicher oft und zurecht Passivität vorgeworfen. Nicht nur das es mir meisten egal war worauf man sich einigte, mir fehlte auch der Drang zur Selbstverwirklichung. Das lag wiederrum an meiner "Erziehung", ich wurde nicht als eigenständiger Mensch wahrgenommen, ich wurde behandelt wie ein Gegenstand.
Ich hatte kein Selbstwertgefühl, ich dachte damals wirklich, ich wäre nichts wert.
Ich hatte keine Selbstwahrnehmung, ich wusste nichts über meine Gefühle und selbst meine Körperwahrnehmung war teilweise gedämpft.
Soziale Phobie und Depressionen sind zwei meiner Diagnosen. Erst im laufe meiner Therapie habe ich gelernt, was das eigentlich alles ist und wie man damit umgeht, also Dinge, die andere ganz natürlich im Kindesalter gelernt haben mußte ich mir in den letzten acht Jahren mühsam antrainieren.
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