Der Coon hat geschrieben:Interessanter Beitrag Genovevchen.
Danke
Zu der Frage "liegt es am Aussehen" mal zwei kleine Beispiele aus meiner eigenen "Liebesbiographie" (wozu ich jetzt mal auch einseitige Verliebtheit zähle, da da sonst natürlich gähnende Leere herrschen würde

)
Fall 1 stammt noch aus meiner Schulzeit
Am Anfang der 13. Klasse kamen 3 neue Jungs in meinen Chemie-Kurs. Da ich damals mal wieder "auf der Suche" nach einem OdB war, nahm ich die drei natürlich genau unter die Lupe. Mein erstes Urteil: nix dabei für mich.
Aber irgendwie, im Lauf der Wochen...begann einer der drei zunehmend mein Interesse zu wecken. Er hatte irgendwas an sich....war eher ruhig, fast ein bisschen phlegmatisch (sagte er später selbst über sich), ohne jedoch schüchtern zu wirken. Mein Eindruck: der macht nicht auf cool, er ist es. Und seine Stimme erinnerte mich stark an mein erstes OdB

Ob er nun nach allgemeinem Dafürhalten gut aussah, kann ich schlecht einschätzen. Ich würde sagen; er war durchaus ansehnlich, aber jetzt nicht unbedingt ein Posterboy. Zumindest mich hatte sein bloßer Anblick nicht in Verzückung versetzt. Er war ziemlich dunkel, unauffällig gekleidet und nicht ganz schlank (aber wohl trotzdem recht sportlich). Im Abi-Jahrbuch wurde er später als "uneitel" bezeichnet.
Eines Tages; er hatte mich schon ziemlich in seinen Bann geschlagen, standen wir uns zufällig mal direkt gegenüber. Ich sah ihn an und dachte plötzlich: "Oh Mann, hat der ein hinreißendes Lächeln! Der sieht ja hammermäßig gut aus!" Bis dahin hatte sein Aussehen mich überhaupt nicht groß interessiert. Die Anziehung beruhte auf ganz anderen Eigenschaften.
Fall 2:
4 Jahre später. In der Uni lief mir öfters ein Typ über den Weg, dessen Schönheit mir bei jeder zufälligen Begegnung schier den Atem raubte. Athletische Figur, seidige schwarze Locken, ein Gesicht wie gemeißelt.....er sah wirklich bemerkenswert gut aus. Ich beschloss, dass ich diesen Mann unbedingt kennenlernen muss. Bis dahin hatte ich ihn immer nur von weitem gesehen, wusste nichts über ihn. Irgendwie gelang es mir tatsächlich, seinen Namen und noch etwas mehr über ihn herauszufinden. Eines Tages sprach ich ihn dann unter einem saublöden Vorwand an. Tja, und was soll ich sagen? Bei den ersten Worten, die wir wechselten, war der Zauber dahin. Er reagierte sehr nett, aber irgendetwas an seiner Stimme und seiner Mimik machte den Eindruck überirdischer Schönheit zunichte.
Wir hatten später recht intensiven Kontakt und es gab immer mal wieder Momente, in denen die ursprüngliche Begeisterung kurzzeitig wieder aufblitzte. Meistens dann, wenn ich ihn beim Lesen beobachtete. Wenn er also nicht redete, sondern wie eine schweigende Statue dekorativ dasaß.
So, lange Rede kurzer Sinn. Was ich sagen will: klar weckt gutes Aussehen anfängliches Interesse, was definitv ein Vorteil ist. Das kann aber bei näherem Kennenlernen ganz schnell verpuffen. Umgekehrt kann es auch passieren, dass man sich in jemanden verliebt, den man anfangs eigentlich gar nicht besonders schön fand.