Brückenstübchen
Das Brückenstübchen befindet sich mitten in der Nordstadt, am Fuße der Brücke, welche über die Gleise des Hauptbahnhofes führt. Was das Brückenstübchen bereits von draußen schon an Charme und Ranz verspricht, wird auch im Inneren konsequent fortgesetzt. Diese Perle der Hildesheimer Schankwirtschaft, offenbart sich für den mutig eintretenden Gast in dieses Paralleluniversum, als einen wahren Hort alkoholgeschwängerter Illusionen und Melancholie durchtränkter Geschichten. Das Interieur distanziert sich schon seit Jahrzehnten von jeglichen Modeerscheinungen, stattdessen begrüßen einen ranzige und abgewrackte Sitz- und Abstellgelegenheiten. Bereits der bekömmliche Geruchscocktail aus einer Kompensation von Schweiß, Zigarettenqualm und Erbrochenem macht den Kneipenbesuch schon vom ersten Atemzug an zum Erlebnis. Aber auch die vom Leben und Alkoholmissbrauch gezeichneten Gäste sollten nicht unerwähnt bleiben. Ricardo, der sich nicht zu schade ist auch einen Fremden überschwänglich in den Arm zu schließen und diesen mit einem zahnlosen Lächeln zu beschenken, schwankt im Sekundentakt von engelsgleicher Freundlichkeit zu explosiv wirkenden Aggressionsausbrüchen. Abschließend kann man sagen, dass das Brückenstübchen für jeden unerschrockenen Gast stets eine Reise wert ist, sei es nur auf ein kleines Pils, welches schon für schlanke 1,80 EUR zu haben ist. Brückenstübchen, wir sehen uns wieder!