Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

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ERSTER BEITRAG DES THEMAS
Wechselta.(ug)

Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Da wir gestern bei einem Treffen darüber gesprochen haben, dass man jemanden anhand seines Musikgeschmackes bzw. dem was man so hört identifizieren kann, öffne ich einfach mal einen Thread für Musiktips im geschlossenen Bereich. Wenn das den Admins nicht passt bitte nicht in den öffentlichen Bereich verschieben, sondern löschen.

Gerade höre ich mir 'AMProducer01' (etwas sperriger Name) an, was chilliger Drum 'n' Bass ist (falls jemand hier damit was anfangen kann). Darauf bin ich über Umwege gekommen: Im Radio bei 1Live habe ich in der Autorensendung von Klaus Fiehe ein Stück von 'Timeless Travellers' auf demselben Label gehört und wollte die CD unbedingt haben, beim Label gab es dann ein Combo-Angebot mit 'AMProducer01' weshalb ich mir das nach kurzem rein hören einfach mitbestellt habe. Ähnliche Musik läuft übrigens oft im Internet Radio Bassdrive (.com).

Ansonsten habe ich für Leute, die auf komplexeren Metal stehen noch die Tips Animals As Leaders (Weightless), Fred Brum (Atonement) und Scale The Summit (The collective und the migration). Allei drei sind Instrumental, also auch für Leute geeignet, die Metal wegen dem Geschrei/Gegrunze (bei heftigerem Metal) ablehnen. Es lohnt sich da mal rein zu hören, weil es neben den Metal-Passagen auch sehr schöne Melodien/Harmonien gibt.
Ansonsten wäre der Accapella Metal von Van Canto eventuell auch was für Leute die eigentlich kein Metal mögen.

Für alle, die auf Bumm Bumm mit Stil stehen kann ich Kerri Chandler, Glenn Underground und Rick Wade empfehlen, die teilweise Richtung Deep House gehen, also atmosphärig & relaxt. Die ideale Partymucke, wenn man längere Zeit tanzen will ohne sich zu verausgaben. ;)

Eher Richtung schwarze Szene geht IAMX, dessen 'Spit it out' ich total Klasse finde.
Komplett Industrial/EBM/schwarze Szene gibt's im Internet Radio Rant Radio Industrial, aufgrunddessen ich mir schon einiges gekauft habe, z.B. von Seabound, Severed Heads,Wynardtage oder Fiction 8.

ERSTER BEITRAG DES THEMAS
Shinji

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Shinji »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:Da wir gestern bei einem Treffen darüber gesprochen haben, dass man jemanden anhand seines Musikgeschmackes bzw. dem was man so hört identifizieren kann, öffne ich einfach mal einen Thread für Musiktips im geschlossenen Bereich.
Das stimmt. Ich würde auch sagen, daß man jemanden anhand seinem/ihrem Musikgeschmack identifizieren bzw. charakterisieren kann.
Das ist allerdings auch der Grund, warum ich im öffentlichen Bereich ab und zu einige Lieder, die mir gefallen, gepostet habe.
Denn ich finde, man kann durch den eigenen Musikgeschmack viel mehr an Information über den eigenen Charakter transportieren als man es schriftlich jemals könnte.
Und mein Musikgeschmack ist nicht geheim.
Aber vielleicht etwas durcheinander.

Was ich also gerne höre sind solche Sachen wie:
Klassische Musik wie die von Chopin, Vivaldi, Beethoven, Bach, Debussy...
Die Beatles, Donovan, Cat Stevens und andere Oldies...
Viele Interpreten aus den 80er, besonders Mike Oldfield...
In den 90ern mochte ich Dune sehr gerne...
Videospielmusik von Komponisten wie Hiroki Kikuta, Nobuo Uematsu, Motoi Sakuraba, Laura Shigihara...
Deutsche Interpreten wie z.B. die Ärzte...
Ja selbst manche Lieder von HIM (http://www.youtube.com/watch?v=UnVfg_kDFzU, http://www.youtube.com/watch?v=PnU1v_LgRp8) oder Rammstein...
Einige wenige moderne Pop-Songs wie Little Talks von Of Monsters and Men...

Verschiedenste Vocaloid-Songs:
http://www.youtube.com/watch?v=RwmSEsgPVS4&t=0m27s
http://www.youtube.com/watch?v=nsusxNHpNak
http://www.youtube.com/watch?v=D-ghPx-A-O0
http://www.youtube.com/watch?v=k06U6xi6ajc
http://www.youtube.com/watch?v=cKbyHVra92Y
http://www.youtube.com/watch?v=8JspKIJnPHA

Verschiedenste Songs aus dem Touhou-Project:
http://www.youtube.com/watch?v=RNMyjTGGqdY
http://www.youtube.com/watch?v=BTe1JMTlwwc
http://www.youtube.com/watch?v=6UWhRE7b4vU
http://www.youtube.com/watch?v=hdF85yJfYfo
http://www.youtube.com/watch?v=61gC9iAmzXA
http://www.youtube.com/watch?v=MFRq4DxqaMo
http://www.youtube.com/watch?v=Horp934Ktbo Bild

J-Pop und Anime-Soundtracks wie z.B. von L'Arc en Ciel, TM NETWORK, Supercell, Megumi Hayashibara, das NGE OP und ganz besonders von Yuki Kajiura:
http://www.youtube.com/watch?v=DRbXazbANAY
http://www.youtube.com/watch?v=bt-Zeron0hU
http://www.youtube.com/watch?v=C-PhDVemv6s
http://www.youtube.com/watch?v=P1MDyecckpk
http://www.youtube.com/watch?v=uXNf_fFUhV8
http://www.youtube.com/watch?v=AamZAU5BbVo
http://www.youtube.com/watch?v=CkISMnadhrA
http://www.youtube.com/watch?v=OcRywtYPH-A
http://www.youtube.com/watch?v=uY9gTR5EMvA
http://www.youtube.com/watch?v=yArSTxIYVEE
http://www.youtube.com/watch?v=mfvByNnIIi0

Ist vielleicht etwas durcheinander, aber ich glaube daß sich ein roter Faden hindurch zieht.
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Shinji hat geschrieben:Ich würde auch sagen, daß man jemanden anhand seinem/ihrem Musikgeschmack charakterisieren kann.
Das bezweifle ich ehrlich gesagt aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen.

Was sagt das jetzt über mich aus, dass ich total unterschiedliche Musikstile mag, die von extrem primitiv (manche Punk/Rock, Hip Hop und Techno Sachen) bis komplexer geht es nicht (Klassik, Jazz, manche Metal-Stile) gehen und im Prinzip alle möglichen Stimmungen abdecken?
Es sagt nur aus, dass ich mich nicht oberflächlich mit Musik beschäftige und keine Scheuklappen habe. Ich höre mir sogar Schlager oder Volksmusik-Lieder an, bevor ich die für schlecht befinde, aber ich probier's immerhin immer wieder. Das sind die einzigen beide Stile mit denen ich so gar nichts anfangen kann, weil die irgendwie keine Seele haben, anders kann ich das nicht erklären. Selbst Produzenten-Mainstream-Pop hat durchaus Seele (die guten Sachen jedenfalls).

Hier noch ein Beispiel wie man mit minimalsten Mitteln sowohl Atmosphäre als auch das gewisse 'Makes me wanna move'-Feeling einbauen kann:
Ongaku - Mihon #3

Und hier kann ich es ja posten, der erste Techno-Track überhaupt mit 4/4 Bassdrum:
A number of names - Sharevari

Die anderen Techno-Pioniere haben zu der Zeit noch Electro [Boogie, also den Breakdance-Electro] gemacht, z.B.
Cybotron - Clear

Die richtige Techno-Welle fing „erst“ 1985 mit Model 500 - No UFOs an.

Wenn man so will ist Techno als schon mehr als 30 Jahre alt, aber auf ner 80er Party wird man sowas wohl kaum hören. :mrgreen:

„Die anderen 80er“ ist eh mal ein schönes Motto, also was man gerne mal auf ner 80er Party hören würde, dort aber eher nicht gespielt wird:

Inner City - Good life
Stone Roses - She bangs the drums
Run DMC vs. Aerosmith - Walk this way
New Order - Age of consent
Cabaret Voltaire - Sensoria
The invincible spirit - Push!
Front 242 - Headhunter
Nitzer Ebb - Warsaw Ghetto
Nitzer Ebb - Let your body learn
Ministry - We believe
Boytronic - You

Und die Gesichter einiger Leute würde ich gerne sehen, wenn sowas auf einer 80er Party käme:
Einstürzende Neubauten - Hören mit Schmerzen
Sepultura - Inner self
S.O.D. - March of the SOD
Kreator - Flag of hate
Sodom - Outbreak of evil
:D

Edit: Der Text von Boytronic - You könnte eventuell einen negativen Einfluss auf mich gehabt haben („You 're looking for a lover, why don't you look at me?“). :gruebel:
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:Und die Gesichter einiger Leute würde ich gerne sehen, wenn sowas auf einer 80er Party käme:
Einstürzende Neubauten - Hören mit Schmerzen
Sepultura - Inner self
S.O.D. - March of the SOD
Kreator - Flag of hate
Sodom - Outbreak of evil
:D
Würde ich auch gerne sehen! Allein die Vorstellung: Die Tanzcombo spielt austauschbaren 4/4-Stampf, dann das Geräusch einer Plattennadel die über eine LP schrammt und dann E.N. "Headcleaner"!
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Headcleaner ist aber von 1993. :frech:
Kommt dafür umso besser auf einer 90er Party am besten direkt nach dem unvermeidlichen 'What is love?' von Haddaway. :lol:

Aber man kann Noize auch tanzbar verpacken: LFO - Tied up. Ist sogar witzigerweise Kult in der schwarzen Szene, obwohl LFO aus dem Techno-Umfeld kommt, was man auch recht deutlich raus hört, auch wenn keine 4/4 Pauke läuft. Das zugehörige Album ist witzig, weil immer wieder Fetzen von Ambient auftauchen, wie auch hier gegen Ende und das Stück definitiv das härteste auf dem Album ist.

Die Tanzfläche komplett leer räumen könnte man auf ner 90er Party mit Bakalla - Weichcore. :mrgreen: Da kann ich aber selber keine 2 Minuten zu tanzen.
Alternativ kann man auch nach korrekter Atmosphäre fragen. :mrgreen:
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:Headcleaner ist aber von 1993. :frech:
Kommt dafür umso besser auf einer 90er Party am besten direkt nach dem unvermeidlichen 'What is love?' von Haddaway. :lol:
Naja, S.O.D ist auch nicht grad die allerälteste Band! ;)
Stefan73

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Stefan73 »

zebulon hat geschrieben:
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Headcleaner ist aber von 1993. :frech:
Kommt dafür umso besser auf einer 90er Party am besten direkt nach dem unvermeidlichen 'What is love?' von Haddaway. :lol:
Naja, S.O.D ist auch nicht grad die allerälteste Band! ;)
Naja, 1985 habe ich deren Platte gekauft, viele begehrenswerte Frauen wurden erst danach geboren. ;)

Mein Musikgeschmack ist auch nicht gerade der Frauen-Bringer, Death Metal, Black Metal und Trash liegen zu 90% auf meinem Plattenteller, da ist unter den Fans doch ein gewisser Männerüberschuss...

http://www.youtube.com/watch?v=L0ZCAarIVSI
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

Stefan73 hat geschrieben:
zebulon hat geschrieben: Naja, S.O.D ist auch nicht grad die allerälteste Band! ;)
Naja, 1985 habe ich deren Platte gekauft, viele begehrenswerte Frauen wurden erst danach geboren. ;)
Dann sprechen wir doch wohl nicht vom gleichen, ich meine System Of A Down!
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Stefan73 hat geschrieben:Death Metal, Black Metal und Trash
Thrash bitteschön, soviel Zeit muss sein, gerade bei jemand, der sowas selber hört.
Thrash = dreschen
Trash = Müll
Reicht schon, dass die normale Presse das nicht auf die Reihe bekommt, wenn mal über bekanntere Thrash Bands wie Slayer (RIP Hanneman) oder Kreator berichtet wird.

Aber stimmt, wenn Frauen Metal hören, dann eher nicht so harte Stile. Ganz schlimm finde ich ja Hair Metal, aber gerade da findet man viel weibliches Publikum. Da gibt's doch diese recht neue Poser-Band bei der 3 von 4 nicht mal echte lange Haare haben, sondern Perücken tragen und eigentlich das Genre parodieren. Steel Panther heißen die und singen auch nur über Sex und Drogen irgendwie. Naja, ich stehe dann eher auf JBO in Bezug auf lustigen Metal.
Naja gut, Black Metal Posing ist auch oft unfreiwillig komisch. Witzigerweise können Immortal am besten posen, obwohl die das Ganze überhaupt nicht ernst nehmen und ja auch gar kein Black Metal machen, sondern äh wie hieß das nochmal? Holocaust Metal oder Dark Fantasy Metal.

Kannst Du denn auch mit sowas wie Heretoir was anfangen?

Brutal Death wie Suffocation höre ich eigentlich nur wenn ich total sauer bin. Entgegen der weitläufigen Meinung werde ich dadurch nicht erst aggressiv, sondern baue damit Aggressionen ab.

'Normalen' Death Metal wie Benediction, Edge of Sanity oder Bolt Thrower höre ich aber auch so mal zur Abwechslung.
zebulon hat geschrieben:Dann sprechen wir doch wohl nicht vom gleichen, ich meine System Of A Down!
System of a down ist aber nicht S.O.D. und wird wenn dann auch nur SOAD abgekürzt. :frech:
S.O.D. heißt die Band die ich meine und das bedeutet Stormtroopers of death, die Abkürzung ist aber der Name.
Oder hat System of a down ein Lied namens March of the S.O.D.?
Stefan73

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Stefan73 »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:
Stefan73 hat geschrieben:Death Metal, Black Metal und Trash
Thrash bitteschön, soviel Zeit muss sein, gerade bei jemand, der sowas selber hört.
:lol: Ich sollte nicht mehr beim Telefonieren posten! Yep, hast recht. Heretoir kannte ich vorher nicht, als alter Agalloch-Fan geht das aber gut rein, netter Breitwand-Sound.
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:System of a down ist aber nicht S.O.D. und wird wenn dann auch nur SOAD abgekürzt.
Ach ja, stimmt! Manchmal ist die Leitung aber auch wirklich zu lang! Bild
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Mal wiederbeleben:

Ich finde Chvrches momentan total super und hab jetzt Slayer für mich entdeckt, weil ich festgestellt habe, dass mir die anderen Alben außer dem immer empfohlenen "Reign in blood" viel besser gefallen.
Le Chiffre Zéro

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Shinji hat geschrieben:Ich würde auch sagen, daß man jemanden anhand seinem/ihrem Musikgeschmack identifizieren bzw. charakterisieren kann.
Bei einem wirklich sehr differenzierten und individuellen Musikgeschmack ist es tatsächlich ziemlich einfach, einen Menschen dadurch zu identifizieren. Deswegen habe ich auch das Problem, daß ich in öffentlichen Unterforen nicht erläutern kann, warum mein Musikgeschmack so ein Hindernis bei der Partnersuche ist – weil ich niemandem erklären kann, was mein Musikgeschmack ist, ohne daß Google Informationen erfassen kann, mittels derer Außenstehende zweifelsfrei erkennen können, wer sich hinter dieser Identität verbirgt.

Konkrete Empfehlungen habe ich momentan keine – ich werde mich hüten, irgendwem hier meinen Musikgeschmack aufzudrängen. Entweder ist es eh schon bekannt, oder es wird auf wenig positive Resonanz stoßen.
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Entweder ist es eh schon bekannt, oder es wird auf wenig positive Resonanz stoßen.
Was ist denn mit Chvrches? Die sind Synth-Pop und aktuell.

Oder Grimes?
Le Chiffre Zéro

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Wechselta.(ug) hat geschrieben:
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Entweder ist es eh schon bekannt, oder es wird auf wenig positive Resonanz stoßen.
Was ist denn mit Chvrches? Die sind Synth-Pop und aktuell.

Oder Grimes?
Ein wesentlicher integraler Teil meies Musikgeschmacks ist, daß ich keine aktuelle Musik höre.

Ich höre hauptsächlich Musik aus der Zeit von Mitte der 60er Jahre bis einschließlich Anfang der 90er, wobei die 90er fast nur aus nostalgischen Gründen (eigene Jugend) dabei sind. Schwerpunkt sind bei mir die 80er, zweiter Schwerpunkt die 70er.

Ich höre weder aktuelle Chartsmusik noch aktuelle Indie-/Alternative-Musik noch jedweden aktuellen Underground. Es gibt nur sehr, sehr wenige Ausnahmen, die sich allesamt in demselben Kontext bewegen.

Stilistisch ist Synthpop tatsächlich einer meiner Schwerpunkte (nicht der einzige, aber momentan ein sehr großer). Im Gegensatz zu den meisten Menschen heutzutage allerdings setze ich Synthpop nicht mit Darkwave bzw. dessen Vorgängern gleich (Depeche Mode ab 1988, Prä-Martyn-Wares-Abgang-Human League, Heaven 17 etc.). Synthpop, das heißt für mich beispielsweise auch Eurythmics, Alphaville, OMD, Erasure, Visage, Soft Cell, Yazoo, a-ha, Pet Shop Boys, Howard Jones, Thomas Dolby, Giorgio Moroder oder auch die komplette Italo-Disco-Schiene (Silver Pozzoli, Fun Fun/Spagna, Den Harrow, My Mine, Gazebo usw. usf.). Ich höre Synthpop also nicht, weil er düster ist, sondern weil er elektronisch ist, also mit meinen bevorzugten Instrumenten gemacht wurde, und weil ich ihn beim Hören schön "auseinandernehmen" kann.

Zu richtigem Synthpop gehört, daß er aus der richtigen Zeit stammt und gemacht wurde mit der richtigen Attitüde, dem richtigen Zeitgeist, dem richtigen Equipment und den richtigen Produktionsmethoden. Also dem, was in den 80ern zur Verfügung stand. Das hat bedeutend mehr Charme als heutige Produktionen, die sich Synthpop schimpfen, aber gemacht wurden mit übermächtigen Softsynths und Effekt-Plugins, die kein Stück nach den 80ern klingen, und in Timing (das komplette Instrumentalbacking wurde per Piano Roll gesequencet, nichts wurde per Hand gespielt) und Intonation (Celemony Melodyne über jede Gesangsspur) perfekt glattgezogen wurden. Auch kann man sich heute gewisse Stilelemente schwerlich verkneifen, die in den 90ern, 00ern oder 10ern populär wurden, Anfang/Mitte der 80er aber noch gar nicht existierten.

Ich habe auch einiges an "klassischer" elektronischer Musik, will sagen, Musik von Pionieren der elektronischen Musik. Ich glaube, die Information, daß ich eine sehr umfassende Jean-Michel-Jarre-Sammlung habe (von sieben unterschiedlichen Ausgaben der Oxygène über zahllose Konzertbootlegs bis hin zu einer von nur 117 hergestellten La Cage/Erosmachine), seine Musik auch über die Equinoxe hinaus mag, auch wenn sie nicht mehr wie Oxygène und Equinoxe klingt, und von niemandem soviele Konzerte besucht habe wie von ihm, reicht eigentlich schon aus, um mich zu identifizieren bzw. die möglichen Identitäten stark einzuengen. Ich habe auch ein paar Sachen von Kraftwerk und Vangelis, aber Jarre ziehe ich allen vor.

Alleine das reicht ja schon für Reibereien beim Dating. Die Hamburger Singlefrauen im zu mir passenden Alter bevorzugen zumeist Musik, die a) aktuell, b) indie/alternative und/oder c) "handgemacht" (also ohne elektronische Instrumente gemacht) ist. Wenn diese Gruppierung elektronische Musik hört, dann repetitive, komplett aus kurzen Loops bestehende EDM (die Musik, die der unkundige Volksmund fälschlicherweise als "Techno" pauschalisiert) beim Abtanzen im Club. Wenn sie 80er-Jahre-Synthpop hört, dann Depeche Mode, weil sie Goths bzw. "düster veranlagt" sind und/oder Dave Gahan anschmachten – derweil Andy Fletcher sie gar ebensowenig interessiert (Vince Clarke noch viel weniger) wie die Tatsache, daß Depeche Mode aus Prinzip nie denselben Sound in zwei Songs verwenden.

Zum Schluß, bevor hier falsche Schlüsse gezogen werden: Ich höre nicht nur Synthpop! Ich höre auch noch anderes. Synthpop ist aber ein wichtiger Teil meines Musikgeschmacks.
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

@Le Chiffre Zéro: Wie sieht's mit Berliner Schule aus?
Wechselta.(ug)

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Wechselta.(ug) »

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Ich höre hauptsächlich Musik aus der Zeit von Mitte der 60er Jahre bis einschließlich Anfang der 90er, wobei die 90er fast nur aus nostalgischen Gründen (eigene Jugend) dabei sind. Schwerpunkt sind bei mir die 80er, zweiter Schwerpunkt die 70er.
Klingt ziemlich wie "stehen geblieben und eingefroren". Das wäre mir zu dogmatisch und künstlich begrenzend. Wie man sich nur auf einen Künstler oder eine Band so dermaßen versteifen kann ist mir auch ein Rätsel.

Außerdem sag ich nur:
- Martial Canterel
- Xeno & Outlander
Und Bands wie Chvrches oder Vile Electrodes treten live auch nicht mit nem Notebook auf.

Und nicht jeder produziert heute nur oder überhaupt mit Soft Synths. Selbst Deadmou5 als recht moderner Producer hat Tonnen an Analog Gear. Zumal es seit ein paar Jahren ein Analog Revival gibt. Mittlerweile gibt's ja mehr Monophone als in den 70ern.

Zum Thema Piano Roll:
In den 80ern wurden auch schon Sequencer oder Arpeggiator benutzt, also nicht alles per Hand eingespielt. Zumal es schon ziemlich früh Step Sequencer gab, deren Benutzung auch nicht besser als Piano Roll ist. Digitale Sequencer gab's schon in den 70ern z.B. im AKS von EMS.

Und Jarre ist auch nicht wirklich komplexer als viele EDM-Tracks. Ich hab ein Songbook von dem und das kann jeder Klavieranfänger spielen und es gibt auch viele Wiederholungen.

Techno (im Sinne von durchlaufenden Viertel Bassdrums und repetiven Mustern) ist übrigens schon uralt, der erste Techno Track "Sharevari" ist von 1981!
Wenn man nicht tanzt kann man Techno/EDM sowieso nicht verstehen, das ist keine Musik, die normale Menschen zu Hause hören, Techno/EDM Tracks sind Rohmaterial für DJs.

Unter die meisten Jarre Tracks könnte man ne Viertel Bassdrum drunter legen und dann wäre es "normaler" Techno/EDM. Das weiß auch Jarre selber, siehe z.B. "Aero".
Le Chiffre Zéro

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

zebulon hat geschrieben:@Le Chiffre Zéro: Wie sieht's mit Berliner Schule aus?
Noch weniger als Düsseldorfer Schule, die sich wiederum deutlich hinter Jarre einreihen darf.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Klingt ziemlich wie "stehen geblieben und eingefroren". Das wäre mir zu dogmatisch und künstlich begrenzend.
Es ist aber mein Musikgeschmack. Und schon ca. 1987/1988 fand ich: "Die Musik von heute ist scheiße." Inzwischen kann ich die späten 80er hören.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Wie man sich nur auf einen Künstler oder eine Band so dermaßen versteifen kann ist mir auch ein Rätsel.
Das nennt man "Fan".
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Außerdem sag ich nur:
- Martial Canterel
- Xeno & Outlander
Und Bands wie Chvrches oder Vile Electrodes treten live auch nicht mit nem Notebook auf.
Vergiß es. Keine Chance.

Wenn du so hartnäckig versuchst, meinen Musikgeschmack umzupolen, halte ich um so hartnäckiger dagegen.

Vielleicht magst du aktuelle Musik. Vielleicht mag jeder außer Automobilist und mir aktuelle Musik. Ich mag sie aber nicht. Und das wird niemand ändern können.

Abgesehen davon – noch einmal: Synthpop muß für mich nicht düster sein. Im Gegenteil. Giorgio Moroders Scarface-Soundtrack gibt mir tausendmal mehr als alles an Darkwave. Und auch wenn es die 90er sind: Was Depeche Mode 1993 gemacht haben (Songs Of Faith And Devotion), gefällt mir gar nicht – um so mehr, was Erasure 1992 gemacht haben: verspielt-elektronische ABBA-Covers (Abba-esque), die sogar noch mehr meinen Geschmack treffen als Depeche Modes 1990er Release (Violator mit ihren wohl größten Hits überhaupt).
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Zum Thema Piano Roll:
In den 80ern wurden auch schon Sequencer oder Arpeggiator benutzt, also nicht alles per Hand eingespielt. Zumal es schon ziemlich früh Step Sequencer gab, deren Benutzung auch nicht besser als Piano Roll ist. Digitale Sequencer gab's schon in den 70ern z.B. im AKS von EMS.
Das ist schon wahr.

Es gibt aber immer noch einen himmelweiten Unterschied zu "eintaktigen Loop in den Sequencer programmieren, Spur in Ableton Live an, Spur in Ableton Live aus, Spur einfaden, Spur ausfaden, bißchen am Filter drehen, und so mache ich aus einem 2-Sekunden-Loop einen 10-minütigen Clubtrack".
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Und Jarre ist auch nicht wirklich komplexer als viele EDM-Tracks. Ich hab ein Songbook von dem und das kann jeder Klavieranfänger spielen und es gibt auch viele Wiederholungen.
Trotzdem gibt es einen himmelweiten Unterschied zwischen einerseits EDM-Material, das komplett nur aus einem oder wenigen kurzen Loopschnipseln besteht, und Kompositionen (ja, Kompositionen!) wie "Rendez-vous 2", "Industrial Revolution", "Calypso 3" "Chronologie 2", "Chronologie 4" und sogar so vergleichsweise belanglos wirkendem Material wie "Equinoxe 4", "Orient Express", "Souvenir Of China", "Rendez-vous 4", "The Emigrant" oder "Oxygène 13".

Selbst wenn Jarre ein Stück mit voller Absicht auf Sequenzen basiert, ist es nicht einfach die ganze Nummer durch dasselbe Loopmaterial. "Arpegiator" hat erstens die ungleich langen Sequenzen (25/8 über 4/4), zweitens immer wieder komponierte Echtzeittranspositionen, drittens immer noch einiges an handgespielten Anteilen, und viertens wurde es noch nicht einmal in einem Studio aufgenommen, sondern auf einer Bühne in China während eines der ersten beiden elektronischen Konzerte, die das Land je erlebt hat. "Digisequencer" wiederum fängt an nur mit einer einzigen Bassline im Acid-Stil, dann folgt eine akustische Gitarre (nein, keine Sequenz, sondern handgespielt von Patrick Rondat), über den folgenden Sequenzenabschnitt wird einiges per Hand gespielt, im vierten Abschnitt gibt es sehr viel Handgespieltes: Drums – von einem echten Drummer, Laurent Faucheux –, neben der Bassline spielt Guy Delacroix den Baß, und über den adlib gespielten Flächen spielt Patrick Rondat elektrische Gitarre. Das Finale ist komplett adlib und bar jeglicher Sequenzen. Im übrigen ist auch "Digisequencer" nie in einem Studio produziert worden, sondern immer nur live gespielt (Europe In Concert, Hong Kong, Concert pour la tolérance).
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Techno (im Sinne von durchlaufenden Viertel Bassdrums und repetiven Mustern) ist übrigens schon uralt, der erste Techno Track "Sharevari" ist von 1981!
Elektronik, Sequenzen und Four-to-the-floor hatte schon Giorgio Moroder 1977 mit Donna Summers "I Feel Love" – mit einem Sechzehntelpuls auf Tonband als Taktgeber für den Moog-Sequencer.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Unter die meisten Jarre Tracks könnte man ne Viertel Bassdrum drunter legen und dann wäre es "normaler" Techno/EDM. Das weiß auch Jarre selber, siehe z.B. "Aero".
Wieviel Jarre kennst du? Kennst du alle seine offiziellen, nicht als selten eingestuften Studio- und Live-Releases?

Er hat selbst so einige Male Four-to-the-floor angewandt, teilweise mit einem Ethno-Touch ("Revolutions"/"Revolution, Revolutions", "C'est la vie"), teilweise als Verneigung vor der EDM in ihrer Hochzeit ("Chronologie 2", "Chronologie 4", "Chronologie 6", "Oxygène 8", "Oxygène 11", "Oxygène 12"). Und vom Material der Chronologie und der Oxygène 7–13 gibt es viele Remixes, das stimmt. Aber Jarre ist ansonsten meist meilenweit von EDM entfernt – und macht im übrigen keine "Tracks".


Und da soll noch jemand sagen, mein Musikgeschmack wäre irgendwie verträglich.
zebulon

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von zebulon »

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
zebulon hat geschrieben:@Le Chiffre Zéro: Wie sieht's mit Berliner Schule aus?
Noch weniger als Düsseldorfer Schule, die sich wiederum deutlich hinter Jarre einreihen darf.
Geschmack ist ja die eine Sache, aber so abfällig darüber zu urteilen zeugt jetzt nicht so sehr von dem Sachverstand, den Du immer vorgibst zu haben!
Le Chiffre Zéro

Re: Musiktips für Angsthasen [nicht öffentlich]

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Es ist mein Geschmack und nichts anderes.

Fakt:
  • Ich habe von Tangerine Dream nur ein einziges Stück und verspüre nicht den Drang, ihr Gesamtwerk zusammenzukaufen.
  • Ich habe von Kraftwerk vier Alben und auch die erst seit diesem Frühjahr. Auch hier sehe ich wenig Veranlassung, wesentlich weiter zu kaufen – oder sie mir im Herbst hier in Hamburg live anzusehen.
  • Ich habe von Jean Michel Jarre annähernd die komplette Diskografie – abzüglich einiger schwer zu bekommender Raritäten (gewisse Singles, Prä-Oxygène-Material, vor allem die Pseudonym-Releases, Bootlegplatten, The China Concerts auf VHS...). Und ich war auf fünf seiner Konzerte.
Es ist ein bißchen sehr einfach, zu einfach, jemandem zu unterstellen, nur weil er Künstler A Gruppe B vorzieht, habe er keine Ahnung von Musik ("Du findest A doch nur toll, weil du nicht peilst, was er für eine langweilige Kommerzscheiße macht!").

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