Liebe zum Therapeuten

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BartS
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Liebe zum Therapeuten

Beitrag von BartS »

Untertitel (von mir): Habe den falsche Beruf gewählt. :mrgreen:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... ageIndex_2

Das Phänomen, dass sich Patienten in ihre Therapeuten verlieben, kommt nicht nur in Kinofilmen und Romanen vor, sondern passiert scheinbar recht häufig im realen Leben. Und führt natürlich zu Komplikationen in der Therapie selbst.

Wobei das ja allen gängigen Pickup- und sonstigen Theorien widerspricht.
* Der Therapeut sendet keine körperliche Signale an die Patienten.
* Der Therapeut redet nur mit seinen Patienten.
* Der Therapeut ist der Seelenmülleimer schlechthin. ;)
* Der Therapeut gibt nichts persönliches von sich preis.
* Und die Patienten bezahlen ihn auch noch.
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Mannanna
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Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Mannanna »

BartS hat geschrieben:Untertitel (von mir): Habe den falsche Beruf gewählt. :mrgreen:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... ageIndex_2

Das Phänomen, dass sich Patienten in ihre Therapeuten verlieben, kommt nicht nur in Kinofilmen und Romanen vor, sondern passiert scheinbar recht häufig im realen Leben. Und führt natürlich zu Komplikationen in der Therapie selbst.

Wobei das ja allen gängigen Pickup- und sonstigen Theorien widerspricht.
* Der Therapeut sendet keine körperliche Signale an die Patienten.
* Der Therapeut redet nur mit seinen Patienten.
* Der Therapeut ist der Seelenmülleimer schlechthin. ;)
* Der Therapeut gibt nichts persönliches von sich preis.
* Und die Patienten bezahlen ihn auch noch.
Also die letzten drei Punkte hast du bei Huren auch. Und auch das Phänomen, daß sich Männer in Huren verlieben.
Und jetzt bedenken wir nochmal auf deine Berufswahl... ;)
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Birdfood
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Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Birdfood »

BartS hat geschrieben:Das Phänomen, dass sich Patienten in ihre Therapeuten verlieben, kommt nicht nur in Kinofilmen und Romanen vor, sondern passiert scheinbar recht häufig im realen Leben. Und führt natürlich zu Komplikationen in der Therapie selbst.
Das führt zur sofortigen Beendigung der Therapie.
* Der Therapeut sendet keine körperliche Signale an die Patienten.
* Der Therapeut redet nur mit seinen Patienten.
* Der Therapeut ist der Seelenmülleimer schlechthin. ;)
* Der Therapeut gibt nichts persönliches von sich preis.
* Und die Patienten bezahlen ihn auch noch.
* Auch für Therapeuten ist es nicht möglich, keine Signale zu senden.
* Ok
* Er ist nicht nur der Seelenmülleimer, das würde ja keiner aushalten.
* Doch, das passiert.
* bzw. die Krankenkasse
I can´t find on google but it´s delicious
Hasenvieh

Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Hasenvieh »

Ich hatte mal ein Date-Anbahnungs-Telefongespräch mit einer Psychotherapeutin, ohne es vorher zu wissen. Das war sehr spannend, auch wenn sie dann doch kein weiteres Interesse hatte. Sie hat mir erklärt, dass sie während der Arbeit zu einhundert Prozent bei ihren Patienten ist und nichts von sich preisgibt. Manchmal im Laufe der Therapie, aber nur wenn die (professionelle) Beziehung stimmmt.

Tatsächlich denke ich, dass es schlicht Projektionsflächen von sehr sehr einsamen Menschen sind. Wer niemanden, aber auch absolut niemanden hat in seinem Leben, der einen akzeptiert wie er ist und ihr/ihm zuhört, da ist es nur verständlich wenn es zu verwirrenden Gefühlen kommt. Ist dann aber eben ein Ausdruck der therapiebedürftigen Psyche des Patienten, oder?
Strange Lady
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Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Strange Lady »

Das sind sogen. Uebertragungsphaenomene. Ich kannte das aus der therapeutischen Theorie und habe sowas immer ein wenig belächelt ... bis es mir dann selbst mal passiert ist. Ziemlich abgefahrene Erfahrung, nach zwei Stunden Gespräch das Gefühl zu haben in einem Blumenmeer zu schweben. Gerade für mich als emotional schwer entflammbaren Mensch. Aber anscheinend gehört Übertragungsliebe fast schon zu den Routineerfahrungen im Rahmen von Therapien.
Ich stelle spaeter mal einen guten Text dazu ein.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
Henry David Thoreau
klecks

Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von klecks »

Strange Lady hat geschrieben:Das sind sogen. Uebertragungsphaenomene. Ich kannte das aus der therapeutischen Theorie und habe sowas immer ein wenig belächelt ... bis es mir dann selbst mal passiert ist. Ziemlich abgefahrene Erfahrung, nach zwei Stunden Gespräch das Gefühl zu haben in einem Blumenmeer zu schweben. Gerade für mich als emotional schwer entflammbaren Mensch. Aber anscheinend gehört Übertragungsliebe fast schon zu den Routineerfahrungen im Rahmen von Therapien.
Ich stelle spaeter mal einen guten Text dazu ein.
Hast du dabei deine eigene Liebesfähigkeit gespürt oder den Therapeuten angehimmelt?
Nonkonformist

Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Nonkonformist »

Ich habe zur zeit zwei therapeutinnen.

Ich kann mich mit den allerbesten willen im welt nicht vorstellen mich jemals in eine
der beiden zu verlieben...
Strange Lady
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Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Strange Lady »

klecks hat geschrieben:
Strange Lady hat geschrieben:Das sind sogen. Uebertragungsphaenomene. Ich kannte das aus der therapeutischen Theorie und habe sowas immer ein wenig belächelt ... bis es mir dann selbst mal passiert ist. Ziemlich abgefahrene Erfahrung, nach zwei Stunden Gespräch das Gefühl zu haben in einem Blumenmeer zu schweben. Gerade für mich als emotional schwer entflammbaren Mensch. Aber anscheinend gehört Übertragungsliebe fast schon zu den Routineerfahrungen im Rahmen von Therapien.
Ich stelle spaeter mal einen guten Text dazu ein.
Hast du dabei deine eigene Liebesfähigkeit gespürt oder den Therapeuten angehimmelt?
Tatsächlich ersteres, da ich den Therapeuten ja überhaupt nicht kannte. Anfänglich (schon auf der Heimfahrt) fühlte ich mich so, als hätte mir ein Pferd in den Magen getreten, es fing alles ganz diffus an und breitete sich dann total aus. Danach bin ich 2 Wochen mit einem für mich sehr ungewohnten "Am liebsten würde ich die ganze Welt umarmen"-Gefühl herumgelaufen. Und das hatte tatsächlich nichts mit dem Therapeuten als Person zu tun, sondern nur mit seiner Funktion als Therapeut, bin ich mir sicher: die Psyche des beziehungsgestörten Neurotikers interpretiert professionelle Aufmerksamkeit und Freundlichkeit gern mal als Zuneigung. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass mich da zum ersten Mal in meinem Leben jemand "gesehen" und "erkannt" hatte.
Und ich verstand plötzlich auch, warum mich viele Menschen auch auf Anhieb als vertrauenswürdig wahrnehmen, mich mit ihren Sorgen behelligen etc: denn ich verhalte mich - unabsichtlich - in vielen sozialen Situationen auch sehr "therapeutenhaft". Zum einen charakterbedingt, zum anderen aber auch, weil ich als Teil-Psychologin mit systemischer Beratungsausbildung wohl oft auch in meinen Freundschaften und persönlichen Beziehungen Techniken der Psycho-Beratung anwende ... ohne mir dessen bewusst zu sein.
Komische Sache, das ganze.

Diese Texte fand ich übrigens sehr gut, um das Phänomen zu durchdringen.
http://www.nicole-brinkmann.de/docs/doc01.pdf
http://derspiegelderseele.blogspot.de/2 ... liebe.html
https://wunschleben.wordpress.com/2012/ ... -therapie/

Nun da ich die Mechanismen ein wenig besser durchblicke, kann ich auch meine eigenen sozialen Begegnungen bewusster gestalten, gerate nicht mehr so oft in ungewollte Beratungssettings (aka Strangie-besuchen-um-sich-bei-ihr-auszukotzen-Treffen) rein.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
Henry David Thoreau
Judy

Re: Liebe zum Therapeuten

Beitrag von Judy »

Der Therapeut wird zum wichtigsten Menschen im Leben eines AB, fürchte ich. Egal ob gleichgeschlechtlich oder gegengeschlechtlich, er nimmt eine zentrale Position ein, noch mehr, wenn man keinen Freundeskreis hat. Es ist eine besondere Liebe, ich glaube, wenn sie tatsächlich gegenseitig wäre, würde der AB sich verhalten wie anderen potentiellen Partnern gegenüber auch. Im Grunde will man das nämlich gar nicht, man will ihn nur aus der Ferne weiter anhimmeln. Und wehe, er ist nicht mehr da (oder sie), dann geht es wieder bergab. Habe ich leider alles schon erlebt in mehr als 30 Jahren Therapie.

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