Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

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cama
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Re: Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

Beitrag von cama »

So, angestupst von BartS' 'uminterpretieren':

Zu der Zeit, als ich meinen Mann schon kannte, aber weiter noch nichts, hatte ich auch eine gute Bekannte, die sich selbst für Gottes Geschenk an die Männer hielt. Das klingt jetzt ein bißchen doof oder abwertend, aber ich kann ihre Haltung nicht besser beschreiben. Sie war wirklich nett und ich habe sie gerne gemocht. Ihr Selbstbewußtsein war enorm und speiste sich aus nichts Greifbarem...das wußte sie sogar, war ihr aber egal.
Und sie hat alles, was ihr damaliges OdB getan oder unterlassen hat, ganz automatisch in ihrem Sinne interpretiert. Das fand ich auf absurde Weise sehr lustig, aber auch sehr faszinierend. Vor allem hatte sie auch noch Erfolg damit.

Mein eigenes Selbstbewußtsein ist eher nicht so toll. <-- ABine halt, ne?
Wenn ich unsicher war, wie ich Reaktionen meines damaligen OdBs deuten sollte, habe ich mich dann öfter gefragt, was die gute Bekannte (kurz GB) jetzt sagen würde, wenn es um sie und ihr OdB ginge.

OdB lehnt gemeinsame Unternehmung ab? cama denkt: Sicher findet er mich uninteressant. GB würde denken: Sicher hat er keine Zeit und bedauert es ganz arg, daß er nicht mitkommen kann. Ich frag demnächst nochmal.

OdB spricht auf einer Party mit anderen Frauen? cama denkt: Ich werde für immer Single bleiben. GB würde denken: Er ist interessiert an anderen Menschen, das ist ein sympathischer Charakterzug, und sicher weiß er gleich nachher was Neues zu erzählen, am Besten, ich gehe hin und klinke mich ins Gespräch ein.

Zeitweise war es echt schwer, optimistisch zu bleiben, aber mein Mann war dann halt auch wieder so lieb und ich hatte das Gefühl, er sei gerne in meiner Nähe...und für die Durststrecken mit den Zweifeln und dem Pessimismus habe ich mich daran erinnert, was meine Bekannte jetzt wohl tun würde, oder vielmehr, was sie denken würde.
Klingt seltsam, so beim Aufschreiben, aber es hat ja dann geholfen.

Also, was ich an mir verändert habe, in Kurzform: Mehr angewandter Optimismus.
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BartS
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Re: Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

Beitrag von BartS »

Hallo Cama, das ist wirklich interessant, weil mich das an frühere Situationen erinnert. Wobei ich innerlich beide Stimmen gesprochen habe, die des wenig selbstbewussten ABs und die des optimistischen Alphas. ;) Und das im Wechsel von wenigen Minuten. Das war für mich nur schwer auszuhalten. :crybaby: Teilweise haben mich knappe, leicht lieblos geschriebene eMails oder SMS in Verzweiflung gebracht, weil ich nicht wusste, was sie zu bedeuten haben.

Naja, vielleicht sollte man generell nicht zu viel in vermeintliche Signale hineininterpretieren. Menschen unterliegen auch der Tagesform, und wissen oft gar nicht, wie sie in solchen Momenten rüberkommen. Ich entnehme Deiner Geschichte, dass dein OdB dein jetziger Mann ist und er auch schon mal negative Signale sendete (oder sie so ankamen). Trotzdem hast Du Dich nicht entmutigen lassen. Finde ich schon toll.

Gruss
BartS
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Re: Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

Beitrag von BartS »

P.S.@Cama: Was mir gerade durch den Kopf geht und da Dein Mann ja auch introvertiert ist......ist es vielleicht introvertierten Menschen oft gar nicht so bewusst, dass man bestimmte Handlungen von ihnen als "neutral" oder "ablehnend" interpretieren könnte? Das würde man genau bei Gesprächen beobachten, wo Du (oder ich oder andere Intros) zuhören, lächeln, aber außer "gut gut" oder "schön" nicht viel sagen können.
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Re: Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

Beitrag von Kief »

BartS hat geschrieben:
Movement hat geschrieben:Ich habe einen starken Verdacht: Kann es sein, dass du autistische Züge in dir trägst?
Introversion wird gerne mal mit anderen Dingen in einen Topf geworfen. Aber zum einen muss man sagen, es gibt weitaus mehr introvertierte Menschen (20-30%) als Menschen mit Autismus (weniger als 1%).
Den Zahlen will ich jetzt ned zustimmen (dass Autismus unter 1% liegt, steht noch zu beweisen - je nach Studie koennen es auch knapp 4% sein),
aber ist stimme zu, dass ich eher auf Introversion tippe.

Die Autisten in meinem Umfeld (nahezu alle Asperger-Autisten) haben mWn alle eine andere Gespraechsfuehrung.
Dies ist daher kein besonderer Hinweis auf Autismus.
WENN hier Autismus vorliegt, dann muss es noch eine ganze Reihe anderer Details geben - davon ist mir bisher nichts aufgefallen.
Im Gegenteil passt die bisherige Beschreibung alles noch unter den Hut: generelle Zurueckhaltung.
Ob es nun speziell Introversion oder "Schuechternheit" oder so ist, fuehlt sich nach was anderem als Autismus an.


CU, Kief
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cama
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Re: Gründe, wieso ich Abine war, und Lösungsansätze

Beitrag von cama »

BartS schrieb:
Wobei ich innerlich beide Stimmen gesprochen habe, die des wenig selbstbewussten ABs und die des optimistischen Alphas. ;) Und das im Wechsel von wenigen Minuten. Das war für mich nur schwer auszuhalten.
Beziehungsanbahnung ist anscheinend wirklich Streß, gibt ja gerade einen anderen Thread, wo es darum geht. Du hast also unbewußt beide Rollen übernommen? Das stelle ich mir erst anstrengend vor, ich fand ja meinen absichtlichen Perspektivwechsel schon sehr fordernd!

BartS schrieb:
Naja, vielleicht sollte man generell nicht zu viel in vermeintliche Signale hineininterpretieren. Menschen unterliegen auch der Tagesform, und wissen oft gar nicht, wie sie in solchen Momenten rüberkommen. Ich entnehme Deiner Geschichte, dass dein OdB dein jetziger Mann ist und er auch schon mal negative Signale sendete (oder sie so ankamen). Trotzdem hast Du Dich nicht entmutigen lassen. Finde ich schon toll.
Vielleicht ist das mit den negativen Signalen einfach ein Selbstbewußtseinsproblem des Signalempfängers, wie so vieles.
Um nicht den Mut zu verlieren, oder vielmehr immer neuen Mut zu schöpfen, brauchte ich viel Freizeit (hatte damals sowas wie ein Sabbathalbjahr) bin gereist, habe mein OdB umworben und mich ganz generell damit befaßt, daß bei mir in Liebesdingen nichts von alleine passiert, sondern ich tun und machen und mich anstrengen muß. Danke für das Kompliment!

Nachdem wir uns ungefähr ein Jahr kannten, hat mein jetziger Mann sich eine Arbeitsstelle in Weitweitweg gesucht, damit er mich nicht dauernd sehen muß, wo er doch eh keine Chance bei mir hat. :wuetend: Jo, dann hatte ich also mein schon erwähntes Sabbathalbjahr und hab ihn halt besucht, und nochmal besucht...vielleicht mag er mich in Wirklichkeit gar nicht und ich habe ich ihn nur langsam zermürbt, wer weiß?! :kopfstand:

Es fasziniert mich bei Normalos bis heute, daß es da welche gibt, die nur ein paar Wochen brauchen, um eine Beziehung anzufangen. Mein Mann und ich brauchten gut zwei Jahre, obwohl ich ihn schon lange ziemlich gut fand, und er mich von Anfang an. Wir wissen sogar noch genau, wie und wann wir den jeweils anderen zum ersten Mal bewußt gesehen haben. Schon komisch, wie man sich anstellen kann, oder?

BartS schrieb:
P.S.@Cama: Was mir gerade durch den Kopf geht und da Dein Mann ja auch introvertiert ist......ist es vielleicht introvertierten Menschen oft gar nicht so bewusst, dass man bestimmte Handlungen von ihnen als "neutral" oder "ablehnend" interpretieren könnte? Das würde man genau bei Gesprächen beobachten, wo Du (oder ich oder andere Intros) zuhören, lächeln, aber außer "gut gut" oder "schön" nicht viel sagen können.
Ich muß halt reflektieren und brauche Rückmeldung von Anderen, dann geht es, finde ich. Aber grundsätzlich kann ich mir vorstellen, daß es so ist.

Kief schrieb:
WENN hier Autismus vorliegt, dann muss es noch eine ganze Reihe anderer Details geben - davon ist mir bisher nichts aufgefallen.
Im Gegenteil passt die bisherige Beschreibung alles noch unter den Hut: generelle Zurueckhaltung.
Ob es nun speziell Introversion oder "Schuechternheit" oder so ist, fuehlt sich nach was anderem als Autismus an.
Wie gesagt, ich hab keine Ahnung, fühle mich aber 'normal', äh, was halt so als normal durchgeht, nicht wahr? :lol:
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