NBUC hat geschrieben:Grenzen setzen bei entsprechenden "Übergriffen" wäre ja ncoh vollkommen in Ordnung.
Aber die Tests erfordern ja scheinbar schon qualifizierten Widerstand und Profilbildung und eine "eigene Meinung", wenn mann selbst noch gar keinen Anlass sieht da irgendwo zu bremsen um irgendwelchen Ansprüchen zu genügen.
Wäre mir doch egal wo wir essen gehen, solange es da irgendetwas gibt was schmeckt oder welcher Film geschaut würde. Ich gehe da hin, weil es ein Erlebnis in angenehmer Begleitung werden soll.
Wenn ich Hunger habe koch ich selber oder gehe in einen Schnellimbiss und statt Kino gibt es ein Buch.
Ich komme hervorragend alleine klar, aber warum muss ich wenn etwas zu zweit gemacht werden soll dann zwingend "Kante zeigen" nur der Profilierung wegen? Wenn sie nicht dabei und mir wichtig wäre, wäre ich eh nicht hier. Warum also das zwanghafte Schauspiel irgendwelche belanglosen Details bestimmen zu wollen. Wenn da etwas ganz unpassend kommt melde ich mich schon.
Wenn ein Mann meine Vorschläge ausbremst und Nein sagt und ich den Eindruck habe, er macht das jetzt nur, um Widerstand zu leisten und (ohne Not) eine eigene Meinung dagegen zu setzen... vermeintlich "meinen" Ansprüchen zu genügen... fände ich das ziemlich blöd. Also wie du sagst: Wenn kein Anlass da ist, irgendwas auszubremsen, dann muss man das auch nicht.
Andererseits sollte es ausgewogen sein. Mal macht sie einen Vorschlag und mal er.
Bei meinem Ex war es über weite Strecken so, dass er einfach nur mit mir zusammen sein wollte. Wo und was war ihm völlig egal. Das hieß dann aber auch, dass ich immer überlegen musste, was wir machen. Immer ich! Irgendwann nervte das dann mal. Ich fragte ihn natürlich immer, was er gern möchte... Ach ja, weiß nicht, das klingt doch gut, was du gesagt hast!
Natürlich bin auch ich manchmal etwas planungsmüde und froh, wenn der Andere die Zügel in der Hand hat. Es sollte einfach ausgewogen sein. Und das wurde es dann ja auch, nachdem ich es mehrfach thematisiert und einfach mal aufgehört habe, die Planung für uns beide zu machen. Dann musste er was tun. Und siehe da, es ging!
"Ich bin flexibel und offen für deine Vorschläge." ist eine klare Ansage und klingt zumindest nicht desinteressiert.
"Ach ja, weiß nicht, das klingt doch gut, was du gesagt hast." klingt etwas desinteressiert und macht einen bei ständiger Wiederholung eher ärgerlich.
"Ich bin ein rückgratloses Weichei" hat mich erst mal zum lachen gebracht und dann zum grübeln, wie ernst ich das nehmen soll.
NBUC hat geschrieben:Mein Problem ist, dass Leute da Grenzen setzen, welche ich so noch gar nicht wahrnehme und das dann als Schwäche interpretieren.
Anderes Beispiel aus einem anderen Forum.
Da wurden Umzugs- oder PC-Hilfe als schwächliche Anbiederung eingestuft. Aber das mache ich auch bei Kumpels - solange es eben in meinen Zeitplan passt. Würde aber bei einem Shittest scheinbar dann als Weichei diagnostiziert werden.
Ich weiß nicht, wie verbreitet "Shittests" tatsächlich sind. Ich hatte damit noch nichts zu tun.
Ein Mann, der mir Hilfe beim Umzug anbietet, ist für mich kein schwächlich sich anbiederndes Weichei. Ganz im Gegenteil. Ich fände das sehr aufmerksam und galant.
(Auf der Suche nach einem Synonym für galant grad über den Vorschlag in MS Word gelacht. An erster Stelle: erotisch! Also nein, ich meine das im Sinne von höflich, ritterlich, zuvorkommend
)
Ich komme mir bisweilen selbst anbiedernd und blöde vor, wenn ich meine Hilfe anbiete und sie nicht angenommen wird. Ich mag es überhaupt nicht, jemandem mit einem Angebot hinterherzulaufen und würde das wohl normalerweise nicht machen.
Aber ich hab gelernt, dass es Leute gibt, die würden das gern annehmen, stehen sich aber selbst im Wege. Meine alte Nachbarin hat eine gute Portion an Stolz. Sie will ihre Einkaufstaschen noch selbst die Treppen hochschleppen. Dabei ist es für mich kein Ding, die mal eben mitzunehmen, wenn ich eh nach oben will. Das hat Jahre gedauert... inzwischen "darf" ich ihr helfen. Aber sie hat ein schlechtes Gewissen deswegen und dann fühle ich mich auch schlecht. Neulich hat sie mir ohne Not was geschenkt. Ja, sie hätte da noch was über und bevor sie es wegwirft...
Ja klar. Das ist die Generation: Schlag mich tot aber ich nehm keine Hilfe an, hart wie Kruppstahl.
Für mich ist das ein Zeichen von Verschlossenheit. Sie will nichts mit mir zu tun haben, will mir "nichts schuldig sein". Will nicht die Fronten aufweichen, wo sie sich doch solche Mühe gegeben hat, sie zu errichten. Die ersten Jahre hier hat sie mir zur Hölle gemacht! Wirklich... so ein Drache! Ich bin an dem Punkt einfach zu weich. Ich sehe, die braucht Hilfe. Und ich habe sicher keinen Helferkomplex. Ich finde es nur furchtbar unhöflich, zuzusehen, wie sie sich die Treppen raufquält und nicht mal eine freundliche Geste anzubieten. Zumal für mich nichts dabei ist.