ogor hat geschrieben:Ich finde die Frage, wieso du auf der einen Seite sehr intensiv ein Internetforum nutzt und auf der anderen Seite das Thema unkritisches Datensammeln bei Smartphonebenutzer ansprichst, nicht so themenfremd wie du.
Diese Frage ist hier aber nun mal themenfremd.
Außerdem habe ich darauf geachtet, dass mein Smartphone eben so gut "abgesichert" ist wie meine Internetnutzung am PC. Denn natürlich habe ich da auch schon diverse Schutzmechanismen aktiviert - was unter anderem heißt, dass mein Nutzungsverhalten etwas anders ist, schlicht, weil mir die Problemquellen bewusst sind.
Da ist nichts übertrieben dran: es ist nur so, dass ich alle "Datenquellen", die sich ohne Weiteres abschalten lassen, auch abschalte. Und andere nur sehr gezielt nutzen.Und viele gar nicht. Plus natürlich üblicher Schutzsoftware. Leider habe ich noch keine, für mich alltagspraktisch umsetzbare Lösung zur Komplettverschlüsselng sämtlicher Daten und vor allem des persönlichen Datenverkehrs gefunden (ja, PGP + Co sind bekannt). Ich finde aber, eigentlich dürften diese ganzen Gerätschaften gar nicht ausgeliefert werden, ohne solche Sicherungen. Während man vonallen Seiten ausgehörcht wird (ich hoffe, ich übertreibe ...), muss man sich um den gesetzlich garantierten Schutz seiner Daten selbst kümmern ... wohl wissend, dass es den meisten zu blöde ist.
Auf einen Nenner gebracht: es ist dein gutes, offizielles Recht, dass jeder selbst kontrolliert, welche Informationen er wem rausgibt und welche wem nicht. Die verbreitete Technik (genauer: deren betreiber!) nimmt sich aber umfangreiche Zugriffsrechte heraus - teils mit, teils ohne dein Wissen - , und überlässt es dir, dir deine Kontrolle nachträglich wieder zu erarbeiten. Während die Verwendung bestmmter Anwendugen quasi zur gesellschaftlichen Pflicht wird (Inernet - Online-Banking online-Behördengänge Steuererklärung - , WhatApp. mobil telefonieren, teils Facebook Co, etc.), heißt es zum Thema "gesetzlicher Schutz deiner Daten": Kümmer dich selbst drum, nd wir machen es dir nicht leicht.
Und alle, die nun sagen "ist doch wurscht" sollten mal überlegen, ob es nicht gute rechtsstaatliche und demokratische Gründe gibt, dieses gute, offizielle Recht genau so festzuschreiben.
Dazu kommt, dass so gut wie niemand realistisch einschätzen kann, was mit all diesen Daten möglich ist. Mit ein paar Grundlagen aus Logik und Kombinatorik, und ein wenig Beschäftigung mit der Materie, steht man schon bei relativ wenigen Daten vor einem geradezu unüberschauberen Meer an Möglichkeiten. Die, wenn unkontrolliert, natürlich auch missbraucht werden. Und genau das geschieht. Wir erleben dabei gerade nicht das dicke Ende, sondern nur eine winzige Spitze des Eisbergs. Denn es werden ja nicht nur "relativ wenige Daten" übermittelt ...
Sherlock Holmes brauchte dich nur einmnal auf der Straße sehen, um zu wissen, wo du wohnst, was du arbeitest, wo du deine Freizeit verbringst, mit wem du verheiratet bist und dass du gerad zu einer deiner drei Liebschaften gehst, sodass er dich unter Druck setzen kann, um noch mehr Informationen zu bekommen

Die Methode war, aus wenigen Detailbeobachtungen und deren Einsortierung in das bekannte Lebensumfeld die individuelle Position zu deduzieren. Das Spiel "Mastermind" nutzt das gleiche Prinzip, auf eine vergleichsweise einfache Art.
Das gleiche Spiel passiert per Smartphone in ungeahnter Menge und Qualität. Nur das du nicht der Spieler bist, sondern der Spielstift.
Wenn im Gesetz steht, dass in Deutschland Rechtsverkehr auf der Straße herrscht, ist es nicht schlau, massenhaft schicke Autos herzustellen mit Linksdrall; und alle kaufen sie, weil sie doch so schick beworben werden, das Neuste vom Neuen .. damit wird schlicht eine für die Allgemeinheit sehr sinnvolle Regelung aus Eigeninteressen unterlaufen, und der Käufer kann ja gegensteuern, wenn er den Aufwand für eine Umbau betreiben will ...
Bei einem Smartphone ist das generell aufwändiger, da die Dinger - anders als der übliche PC - von Haus zum Individualdatenrundfunken konzipiert sind.
Als Microsoft aus "Servicegründen" die Daten seiner Windowsanwender abzapfte, um ihnen Updates frei haus zu schicken, gab es einen Aufschrei, und Microsoft hat ganz schnell einen Abschaltknopf mitgeliefert. Im wissen, das den nur wenige benutzen. Aber wer will, kann.
Bei Handys sind solche "versteckten Datenquellen viel umfangreicher, und zugleich aufwändiger abzustellen. Ausgerechnet Apple hat Microsoft gezeigt, wie man's macht, wenn man die Datensouveränität der Nutzer aushebeln will.
Das abzublocken, ist so aufwändig, dass die meisten Leut sagen: "Ach was sol's". Es wird einfach soviel Schrott über die Welt ausgekippt, dass die Leut es für zu mühsam halten, ihn zu entfernen, und als natürliche Landschaft akzeptieren.
Beim "bargeldlosen Zahlen" ist nicht nur die Verkehrskontrolle ein Problemfeld. Sondern auch bzw. als treibende Kraft viel mehr, dass natürlich bei jeder Transaktion der technische Übermittler seinen Anteil abzweigt ...
Ich bin daher vor einger Zeit dazu übergangen, wieder soviel wie möglich mit Bargeld zu zahlen. Bahnfahrkarten zum Beispiel, Nahverkehrstickets, Einkäufe etc. Wo Bargeld akzeptiert wird , bediene ich ihn auf diese Weise. Das sollten viel mehr Leute tun, statt begeistert auf die "Zahl-App" für die U-Bahn zu warten. Schon die ganzen Geld-/Kredit-/Zahlkarten wurden ausgegeben mit dem Argument, es sei ja soviel einfacher, als ständig Geld mit sich rumzuschleppen ...
Bargeld ist im Alltag praktisch und funktioniert zuverlässig. Die Information über den Geldfluss haben nur diejenigen, die es was angeht. Wer daran was ändern will, sollte mir begründen, warum der neue Weg besser ist - und für wen? Meist stellt man heraus: der größte Vorteil ist, dass jetzt noch jemand mitverdient, und noch mehr Daten über mich speichern und kombinieren kann.
Mein Vorteil für diese Großzügigkeit ist, mich mit der Handy-App und ihren fortwährenden Updates inklusive katalogdicker, ebenfalls laufend geänderter "Nutzungsbedingungen" rumzuärgern, anstatt die 2,50 aus meinem Portemonnaie zu nehmen ...?
Okay, das war jetzt wohl genug offtopic.
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