kim hat geschrieben:
Lügen ist IMMER ein Zeichen von mangelndem Vertrauen in den anderen. Wenn ich jemanden schon anlügen "muss", damit er bei mir bleibt, dann ist es doch alles nichts.
Lügen kann auch ein Zeichen von mangelndem Vertrauen gegenüber sich selbst sein.
Wenn ich bei einem Date gefragt werde (und die Frage kommt ja eigentlich immer), wie lange ich schon Single bin, sage ich auch oft irgendeine Zahl, die mir gerade in den Sinn kommt, weil ich weiß dass ich sonst ein Thema einleite, bei dem ich mich noch unwohler fühle, als ohnehin schon (meistens reagieren Frauen nach meiner Erfahrung darauf verständnislos und man merkt sofort, dass der "Tischsegen" schief hängt. Man ist noch mehr verunsichert und das Date geht garantiert in die Hose).
Wenn ich "seit einem Jahr - und Du?" antworte, ist das Thema meistens erst einmal vom Tisch und man hofft, dass es damit vorerst erledigt ist. Wenn man dann wirklich zusammenkommt und diejenige fragt mich nach einem Jahr nach Details, würde ich sicher "reinen Tisch" machen, weil eh es nicht mehr groß interessieren dürfte, was vorher (nicht) war. Aber nach ein paar Tagen oder Wochen, würde ich die Lüge im Zweifel wohl auch eher ausbauen, weil ich mich in meiner Rolle als Partner (die ja noch total ungewohntes Terrain ist), noch nicht sicher genug für so ein "Outing" fühlen würde und das einfach wesentlich unkomplizierter wäre. Und letztendlich wäre es umgekehrt doch viel schlimmer. Ich habe einfach schon ZU oft erlebt, dass jemand mich sofort in eine Schublade gesteckt hat und ich traue mir nicht zu, einzuschätzen wie viel Zeit in's Land gehen muss, bis dieses potentielle Stigma verblasst. Eine unauffällige Behinderung, würde man idR. ja auch erst einmal hinter'm Berg halten, damit man nicht darauf reduziert wird. Nur danach wird man in den seltensten Fällen direkt gefragt.
Nach meinem Empfinden ist das "ABtum" ja auch ein gewisses Handycap, da man beziehungstechnisch gemessen an seinem Alter total unreif ist. Eine Frau die Mitte 30 ist, möchte endlich auf etwas aufbauen - ein MAB im gleichen Alter hat noch überhaupt keine Basis um überhaupt zu wissen, worauf er sich einlässt, worauf es ihm ankommt und wohin das ganze führen soll. Da finde ich es schon verständlich, dass man als Frau die Reißleine zieht.