Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Es ist aber mein Musikgeschmack. Und schon ca. 1987/1988 fand ich
Öhm, wie alt bist Du denn?
39. Jahrgang 1975. Ich habe also die 80er Jahre vollumfänglich selbst miterlebt und somit die Musik der 80er gehört, als sie aktuell war. Ich war also noch nicht einmal ein Teenager, als ich beschloß, daß damals aktuelle Stücke wie "Land Of Confusion" von Genesis oder "Bad" von Michael Jackson mir komplett gegen den Strich gingen. (Interessanterweise gab es in jenen Jahren auch Sachen, die ich mir anhören konnte, wie z. B. a-ha, Miami Sound Machine/Gloria Estefan oder Swing Out Sister.)
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Vergiß es. Keine Chance.
Wenn du so hartnäckig versuchst, meinen Musikgeschmack umzupolen, halte ich um so hartnäckiger dagegen.
Öhm, hast Du Dir die wenigstens mal angehört?
Martial Canterel und Co machen Synth-Pop genau wie er Anfang der 80er gemacht wurde.
Chvrches klingen größtenteils auch sehr 80er mäßig. Vile Electrodes streckenweise ebenfalls (Proximity könnte auch aus den 80ern stammen).
Könnte. Klingen wie.
Sorry, aber mich interessiert es nur, wenn es tatsächlich in jener Zeit gemacht und veröffentlicht wurde. Selbst Hurts gegenüber bin ich reserviert, die dir wahrscheinlich wieder bei weitem zu kommerziell und Mainstream sein dürften.
Es gibt ja auch Künstler, die den Sound von Jean Michel Jarre nachahmen. Über die wird auch immer gesagt: "Der klingt genau wie Jarre, den mußt du dir anhören, der ist bestimmt genau dein Fall!" Nein, ist er nicht. Denn er
ist nicht Jarre, und er spielt nicht Jarres Musik, sondern etwas, was mit Jarre außer gewissen Klangklischees und, was zu ebendiesen führt, eventuell der Verwendung gewissen Schlüsselequipments (z. B. Eminent 310 Unique → Electro-Harmonix Small Stone → Banddelay) nichts zu tun hat.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Ich versuche nix umzupolen, da reagierst Du echt schräg. Normale Menschen hören sich das einfach unvoreingenommen an und sagen dann: "Find ick knorcke" oder "Nö, is nich mein Fall".
Hast du nicht wissen können:
Empfiehl mir
nie irgendwelche halbwegs aktuelle Musik! Schon gar nicht mit der Erwartung, sie könnte mir gefallen.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Und das wird niemand ändern können.
Ja, weil Du Dich total sperrst, was ich ziemlich schade finde.
Daß es niemandem – auch dir nicht – möglich ist, meinen verkorksten Musikgeschmack durch seinen zu ersetzen, auch wenn seiner ja viel besser ist als meiner?
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:1977 mit Donna Summers "I Feel Love" – mit einem Sechzehntelpuls auf Tonband als Taktgeber für den Moog-Sequencer.
Es gibt viele Vorläufer. Ne Viertel Bassdrum war auch 1977 nix Neues. "I Feel Love" ist eindeutig Disco und kein Techno.
Das habe ich auch nie behauptet, daß es a) Techno und/oder b) kein Disco sei. Es ist aber erstens großenteils elektronisch, zweitens sequenzerbasiert und drittens four to the floor (auch wenn die Bassdrum akustisch ist, ein mehrtaktiger Audioloop, "eingetreten" von Moroders Haus-und-Hof-Drummer Keith Forsey, weil 1977 noch nicht bekannt war, wie man druckvolle Analog-Kickdrums baut).
Und es hatte großen Einfluß auf die EDM. Übersetztes Zitat von Brian Eno, 1977, nachdem er erstmals "I Feel Love" gehört hatte: "Ich habe die Zukunft gehört. Dieser Song wird den Clubsound der nächsten 20 Jahre bestimmen."
Im übrigen existiert Techno als so bezeichnetes Genre erst seit 1988 – das dazugehörige Genre erst seit 1987. Er ging damals in Detroit hervor aus dem Acid House (nach amerikanischem Verständnis, nicht zu verwechseln mit Acid House nach britischem Verständnis), den das DJ-Trio Phuture 1987 in Chicago auf billigst erstandenen, weil als schon bei Markteinführung hoffnungslos veraltet und für ernsthafte Musikproduktionen weitgehend ungeeignet angesehenen Roland TR-808 (vollanaloge Drummachine), TR-909 (halb analoge, halb samplebasierte Drummachine) und vor allem TB-303 (vollanaloger Baßsynthesizer) erschuf (in Form ihrer Produktion "Acid Tracks"). Diese Geräte konnten nur ein-, mit einem Trick maximal zweitaktige Loops abspielen, und vor allem die TB-303 ist bei laufendem Sequencer nicht programmierbar – solange sie läuft, kann man die laufende Sequenz nicht verändern. Dafür erlauben diese Geräte einen in den späten 80ern (1987: Markteinführung Roland D-50; 1988: Markteinführung Korg M1) kaum mehr bekannten Echtzeitzugriff auf alle (hier nur wenigen) Parameter der Klangerzeugung und -formung, was sie letztlich so populär machte, daß der Marktwert der TB-303 (bei Markteinführung $400, gut zwei Jahre später im Abverkauf $100, gebraucht prä-"Acid Tracks" teilweise deutlich unter $50) spätestens 1990 vierstellig war wegen der gewaltigen Nachfrage nach den noch verbliebenen Maschinen.
In anderen Techno-Szenen, etwa in Deutschland, setzte man auch andere Klangerzeuger ein und zog andere Einflüsse heran. Gleich blieb aber immer das grundlegende Rezept: kurze, maschinenhaft wirkende Sequenzen, die ständig wiederholt werden – was sich verändert, ist der Sound, der aus klassischen Analogsynthesizern mit one knob, one function kommt, an denen somit bei laufendem Sequencer am Sound gedreht (oder im Falle z. B. des Roland Juno-106 geschoben) werden konnte.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:Wieviel Jarre kennst du? Kennst du alle seine offiziellen, nicht als selten eingestuften Studio- und Live-Releases?
1. Genug. 2. Warum sollte ich? Du hast eindeutig nicht verstanden worauf hinaus wollte.
Du hast behauptet, die Mehrheit aller Jarre-Stücke würde sich durch Darunterlegen einer Four-to-the-floor-Kickdrum sofort in amtliche EDM verwandeln. Ich kenne weitaus genügend Stücke, auf die das nicht zutrifft.
Wechselta.(ug) hat geschrieben:Le Chiffre Zéro hat geschrieben:und macht im übrigen keine "Tracks".
Jetzt willst Du mich zerreden, das ist schlechter Stil und hat was von Besserwisserei und Arroganz.
Natürlich macht er "Tracks", denn das ist die allgemeine Bezeichnung für ein Stück auf einem Musikalbum, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Track
Im DJ- und EDM-Sprachgebrauch, außerdem speziell angewandt auf digitale Tonträger (CD, MiniDisc) und hier eher im technischen als im musikalischen Zusammenhang.
Im allgemeinen musikalischen Sprachgebrauch nicht. In den 70ern und 80ern, in denen auch Jarre einige sehr markante Alben veröffentlicht hat, erst recht nicht.
Diese Verwendung regt mich so auf, wie wenn jedes Cover eines Jarre-Stücks pauschal als "Remix" bezeichnet wird, weil in den 90ern mal dutzendweise offizielle Remixe von Jarre-Material kursierten. Es kann aber kein Remix sein, wenn kein originales Jarre-Material verwendet und statt dessen alles komplett neu eingespielt wird.