Ich habe bis knapp Anfang 30 bei meinen Eltern gewohnt, bin dann im letzten Jahr in meine erste Beziehung gekommen und der Mann hatte damit kein Problem. War eine Fernbeziehung, die coronabedingt dann aber doch ein halbes Jahr in meinem elternhaus stattfand. Es hat sich dann entzweit, obwohl ich vor hatte mit ihm gemeinsam zusammen zu ziehen. Problem war übrigens, dass der Herr seinen Hintern im STudium nicht hoch bekam und seit fast 8 Jahren damit beschäfigt war, seinen Master zu machen... und seit 1,5 Jahren schon an einem kleinen Protokoll saß, weil er Angst hatte ins Berufsleben zu gelangen, in dem ich schon seit meinem 18. Lebensjahr bin. Soviel zum Thema Erwachsenwerden und bei den Eltern wohnen. Er wohnte übrigens schon seit Beginn des studiums 1,5h von seiner Mutter weg. (es war einer der Gründe... nicht der Einzige und auf keinen Fall das größte Problem... aber nicht erwachsen werden wollen und sein Leben als Dauer-22 Jähriger zu führen, der auf ewig Student sein will, keine Entscheidungen trifft und eine seltsame Beziehung mit seiner Mama zu haben... ganz zu schweigen von ziemlichem Porno-Suchtverhalten...) nicht, dass mir jemand vorwirft ich hätte ihn dann in die "Ewige-Student-Schublade" geworfen...
Ich bin immer wieder überrascht, dass man als AB doch noch gerne in so ein Schubladendenken fällt, wo man doch selber unheimlich froh ist, wenn man nicht verurteilt wird
Ich kenne solche Gedanken... sich für seine Lebenssituation zu schämen und auch heute noch zu denken, dass es nicht ausreicht jetzt allein zu wohnen, aber keine 15 Jahre, sondern 2. Ich komme übrigens super klar, wasche seit Tag 1 in der Neuen Wohnung meine Wäsche selbst, wohne in keiner zusammengewürfelten Studenten WG (nicht, dass das schlimm wäre, aber mit 30 Auszuziehen, da wollte ich doch dann gerne richtig aufgestellt sein.) Ich habe schon Jahre vorher meinen Hausstand gesammelt, war alles in Kisten verpackt in den Abstellkammern meiner Eltern. Möbel mussten natürlich gekauft werden und die Wohnung ist mein Eigentum.
Ich bin mir nicht zu schade, um um hilfe zu bitten wenn ich etwas nicht weiß, aber ansonsten komme ich gut alleine klar.
Es kommt immer auf die Art und Weise an und warum jemand bei seinen Eltern wohnt. Wäsche waschen lernt man schnell... man muss sich nur für sein eigenes Leben verantwortlich fühlen. Ich glaube dann gibt es eigentlich kein Problem... Sex lernt man im Übrigen auch schnell, also sollte es auch da kein Schubladendenken geben... existiert in einigen Köpfen aber und auch in Köpfen von ABs.
Ich habe letztens über Tinder jemanden kennengelernt, wo es aber vermutlich nicht weiter geht... als er fragte, wie lange ich denn schon in meiner jetzigen Wohnung bin, ging mein kopfkino gleich wieder los er könne darauf abzielen... hat er aber gar nicht. Beim späteren Date fand ich heraus, dass einige seiner Kumpels auch noch bei den Eltern wohnten, was keinesfalls wertend genannt wurde.
Ich denke also, es lohnt in jedem Fall den Menschen erstmal ohne Schublade kennenzulernen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Wenn man selber in keiner Schublade landen will, auf jeden Fall noch viel mehr. Warum also als AB niemanden nehmen, der noch Daheim wohnt? Derjenige könnte dennoch gute beziehungserfahrung gesammelt haben und lebt aus ganz unterschiedlichen Gründen daheim, viel mehr mal betrachten, dass man sich gegenseitig helfen könnte aus der eigenen selbstgebauten Schublade heraus zu klettern..