Sich für sein Leben schämen

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Giebenrath
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Giebenrath »

GoldenHeart hat geschrieben: 31 Jul 2022 16:37 Lass Dich nicht von den anderen Kommentaren nicht beirren.
Wenn Du eine Freundin finden solltest, kannst Du ja dann gemeinsam eine Lösung suchen und z.B. mit ihr in eine gemeinsame Wohnung ziehen?
So sieht es! Eine ultimatives Hindernis ist das nicht.

Eine gute Bekannte ist auch mit einem Mann zusammengekommen, der mit über 30 noch bei den Eltern gewohnt hat - ich meine auch im Kinderzimmer. Er ist dann zu ihr in ihre Wohnung gezogen und demnächst heiraten sie.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Seb-X »

Cavia hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:45 Das denke ich auch, und ich lasse es auch nicht als Argument gelten. Natürlich kann es sein, dass man sich wohntechnisch verschlechtert, wenn man aus dem elterlichen Haus auszieht. Aber es ist doch wichtig, als Erwachsener auf eigenen Beinen zu stehen und finanziell unabhängig zu sein. Für mich wäre nie ein Mann in Frage gekommen, der bei seinen Eltern wohnt. Und da die meisten Frauen so denken, verstehe ich es nicht, wenn ein Mann, der sich eine Beziehung wünscht, sich trotzdem keine eigene Wohnung sucht.
Ich bin mit 19 von zuhause weggezogen, über 600 km weit weg, und wurde dennoch AB. Man muss noch viel mehr auf dem Kasten haben als auf den eigenen Beinen stehen zu können. Und mit einem Langzeitsingle bzw. AB, welcher schon sehr früh weitgehend auf eigenen Beinen steht, sind Frauen erst recht überfordert.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Reinhard »

Frangipani210 hat geschrieben: 31 Jul 2022 16:15
Reinhard hat geschrieben: 31 Jul 2022 15:37 Naja, dann weiß ich wenigstens, wo ich hinverlinken kann, wenn mal jemand das M in LMS infragestellt.
Wenn es dir danach besser geht, dann musst du es machen. Freut mich immer, wenn ich jemanden glücklich machen kann :mrgreen:
Danke. :hut:

Frangipani210 hat geschrieben: 31 Jul 2022 16:15 Es geht nicht darum viel Geld zu haben, sondern nicht kein Geld zu haben.
Genau das habe ich ausgesagt.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Egil »

Hemmschuh hat geschrieben: 31 Jul 2022 14:01 Ich habe zwei Bekannte, die noch mit über 50 bei ihrer Mutter gewohnt haben, obwohl sie gut verdienen. Beide Mütter sind inzwischen gestorben und die Männer in tiefe Depressionen versunken. Eine Freundin hatte beide noch nie gehabt.
Beiden gemein war der sehr frühe Tod des Vaters und dass sie Einzelkinder sind. Sie sahen es wohl als ihre Pflicht an, sich fortan um ihre Mütter zu kümmern. Und leider muss ich sagen, dass die Mütter geklammert haben. Der eine ließ sich bis zuletzt sogar seine Klamotten von der Mutter kaufen. Ich finde so etwas ganz schrecklich und mir tun sie einfach nur leid. Eigentlich sind beides nette Typen, aber für Frauen aus verständlichen Gründen ein No-Go.
Bei mir ist es ähnlich. Mein Vater ist zwar mittlerweile, aber nicht früh verstorben, aber meine Eltern haben sich vor Einsetzen meiner Erinnerung getrennt. Meine Mutter (und auch weiland meine Oma, als sie noch lebte) nicht unglücklich zu machen, und dafür zu sorgen, dass sie nicht total vereinsamt, ist für mich immens wichtig. Habe z.B. schon zu meiner Studentenzeit eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, damit meine Mutter im Falle eines Falles versorgt ist.

Was mich allerdings mittlerweile nervt, ist, dass meine Mutter ein echtes Problem mit fremden Menschen im Haus hat. Unabhängig davon, ob es sich dabei um meine Freundin hat. Sie würde auch keine Putzfrau akzeptieren und schiebt Handwerkerarbeiten so lange wie möglich auf.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Hemmschuh »

Giebenrath hat geschrieben: 31 Jul 2022 17:10
GoldenHeart hat geschrieben: 31 Jul 2022 16:37 Lass Dich nicht von den anderen Kommentaren nicht beirren.
Wenn Du eine Freundin finden solltest, kannst Du ja dann gemeinsam eine Lösung suchen und z.B. mit ihr in eine gemeinsame Wohnung ziehen?
So sieht es! Eine ultimatives Hindernis ist das nicht.

Eine gute Bekannte ist auch mit einem Mann zusammengekommen, der mit über 30 noch bei den Eltern gewohnt hat - ich meine auch im Kinderzimmer. Er ist dann zu ihr in ihre Wohnung gezogen und demnächst heiraten sie.
Sehe ich ähnlich, dass das kein ultimatives Hindernis sein muss. Ganz bestimmt nicht alle Frauen denken so schwarz/weiß wie zwei der Vorrednerinnen. Manchmal gibt es gute Gründe, länger daheim wohnen zu bleiben. Finanzielle Gründe (gerade in Gr0ßstädten bei den hohen Mieten) kann man einfach manchmal nicht anders lösen, fiese Krankheiten genausowenig. Oft trifft beides zusammen auf: Mutter krank und kann nicht arbeiten, Vater weg, wenig Geld. Wie sollte man das anders lösen, außer man lässt seine Mutter im Stich?
Andererseits ist es nicht gut, ewig zu bleiben, wenn die Eltern fit sind und nicht arm, plus man selbst Geld verdient. Dann kann die Sache schon seltsam auf Frauen wirken, zumal wenn das Verhältnis zu den Eltern eh nicht gut ist und sie z.B. zu viel reinquatschen und mitentscheiden.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Himbeere »

Hemmschuh hat geschrieben: 31 Jul 2022 14:01 Ich habe zwei Bekannte, die noch mit über 50 bei ihrer Mutter gewohnt haben, obwohl sie gut verdienen. Beide Mütter sind inzwischen gestorben und die Männer in tiefe Depressionen versunken. Eine Freundin hatte beide noch nie gehabt.
Beiden gemein war der sehr frühe Tod des Vaters und dass sie Einzelkinder sind. Sie sahen es wohl als ihre Pflicht an, sich fortan um ihre Mütter zu kümmern. Und leider muss ich sagen, dass die Mütter geklammert haben. Der eine ließ sich bis zuletzt sogar seine Klamotten von der Mutter kaufen. Ich finde so etwas ganz schrecklich und mir tun sie einfach nur leid. Eigentlich sind beides nette Typen, aber für Frauen aus verständlichen Gründen ein No-Go.
Kürzlich habe ich einen Psychologen auf Youtube gesehen, der sagte, es passiere nicht selten, dass die Muttersöhne nach dem Tod der hochaltrigen Mutter auch bald sterben. Vielleicht wie bei einem alten Ehepaar, wo ein Partner dem anderen nachstirbt. Ich habe selbst das Gefühl, mich nicht richtig von den Eltern abgelöst zu haben. Ich merke auch, wie schwierig ist es ist, im höheren Alter sich neu zu orientieren und sich neue Lebensbereiche zu erschließen, aber ganz leicht ist das sicher auch jung nicht.
Für mich wäre ein Mann, der im Kinderzimmer wohnt, nur dann ein Problem, wenn ich das Gefühl hätte, dass er sich in erster Linie auf seine Mutter, und ansonsten höchstens noch auf seine Modelleisenbahn hin, ausrichtet. Ich denke nicht, dass eine Frau da eine Chance hat. Oder halt, wenn er sein Leben nicht im Griff hat, akute Suchtprobleme o.ä., weswegen er den Absprung nicht schafft.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Hoppala »

Reinhard hat geschrieben: 31 Jul 2022 15:37
Frangipani210 hat geschrieben: 31 Jul 2022 13:17
Gucki hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:51 Als Erwachsener noch bei den Eltern dauerhaft wohnen ist für mein Verständnis ein absolutes no go.
+1

Ich hätte auch irgendwie gar kein Interesse einen solchen Mann kennenzulernen.
Auf Deutsch: sei nicht arm. :hierlang:
Naja, dann weiß ich wenigstens, wo ich hinverlinken kann, wenn mal jemand das M in LMS infragestellt.
Du meinst: wenn jemand das M in Form ">0" als Bedingung für Frangippani in Frage stellt.

Ich vermute, dieses Bookmark setzen wird sich nicht lohnen.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Hemmschuh »

Himbeere hat geschrieben: 31 Jul 2022 20:51 Für mich wäre ein Mann, der im Kinderzimmer wohnt, nur dann ein Problem, wenn ich das Gefühl hätte, dass er sich in erster Linie auf seine Mutter, und ansonsten höchstens noch auf seine Modelleisenbahn hin, ausrichtet. Ich denke nicht, dass eine Frau da eine Chance hat. Oder halt, wenn er sein Leben nicht im Griff hat, akute Suchtprobleme o.ä., weswegen er den Absprung nicht schafft.
Du siehst das sehr viel differenzierter und weniger oberflächlich als manch andere(r) hier. Dasselbe würde ich als Mann bei einer als Freundin in Betracht gezogenen Frau auch nicht akzeptieren können.
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Tania
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Tania »

Reinhard hat geschrieben: 31 Jul 2022 15:37
Frangipani210 hat geschrieben: 31 Jul 2022 13:17
Gucki hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:51 Als Erwachsener noch bei den Eltern dauerhaft wohnen ist für mein Verständnis ein absolutes no go.
+1

Ich hätte auch irgendwie gar kein Interesse einen solchen Mann kennenzulernen.
Auf Deutsch: sei nicht arm. :hierlang:
Naja, dann weiß ich wenigstens, wo ich hinverlinken kann, wenn mal jemand das M in LMS infragestellt.
Wer bei den Eltern lebt, ist nicht notwendigerweise arm. Im Gegenteil, manchmal sind diese Menschen dank der gesparten Miete ziemlich wohlhabend.

Für mich wären die entscheidenden Punkte, ob der Betreffende in der Lage ist, selbstständig zu leben bzw. es schnell zu lernen, oder ob es ein Fall von "Bis jetzt hat Mama immer meine Wäsche gemacht, und zukünftig machst Du sie". ist; und ob der Betreffende eine eigene, von den Eltern unabhängige Familie gründen will oder ob von mir erwartet wird, mich in die bestehenden Strukturen ein- und unterzuordnen.
Danger Mouse

Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Danger Mouse »

Ich bin während des Studiums ausgezogen und dann wieder zurück zu meinen Eltern wo ich sehr lange geblieben bin. Inzwischen weiß ich jedoch das ich kein Stadtmensch bin. Alles zu laut und zu viele rücksichtslose Menschen. Na ja, die gibt es wahrscheinlich überall. Das Landleben bei meinen Eltern hat mir besser gefallen. Irgendwie war es auch immer ganz angenehm das einfach jemand da war. Damals habe ich das auch immer noch als Ausrede benutzt das ich niemand kennenlernen kann, weil ich noch zuhause wohne. Besonders Lust habe ich nicht jemand zu mir nach Hause einzuladen. Freunde mit denen ich regelmäßig zum Essen gehe habe ich noch nicht mal gesagt das ich ausgezogen bin und das schon seit 2 Jahen.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen wirst bist du mit deiner Situation nichts werden. Nur weil du ausgezogen bist wird es aber auch nicht einfacher werden.
Zuletzt geändert von Danger Mouse am 01 Aug 2022 09:21, insgesamt 1-mal geändert.
Gano

Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Gano »

Tania hat geschrieben: 31 Jul 2022 22:24 ...Wer bei den Eltern lebt, ist nicht notwendigerweise arm...
+1.

Bei den Eltern zu wohnen ist nicht notwendigerweise unbedingt schlecht. Früher habe ich ländlich gewohnt und die Höfe ringsherum hatten nahezu alle so groß bemessene Wohngebäude, dass mehrere Generationen spielend hereinpassen. Mein direkter Nachbar war ein Bauernhof mit denkmalgeschützten Wohngebäude das gut mit Landsitz umschrieben ist. Der Sohn wohnt in einem Flügel des Landsitzes mit Familie, der auch sein altes Kinderzimmer umfasst und hat 4ZKB. Die haben da einen Speisesaal wo locker 20 Leute reinpassen und eine große Gartenanlage. Parkplätze sind da für mehr als 15 Autos.

Sowas kann auch "wohnt noch bei Eltern" sein.

Mittlerweile wohne ich in Gütersloh und hier gibt es viele gutsituierte Haushalte mit großen Häuser, die auf mich wie Villen wirken. Bei denen ist schon von außen offensichtlich, dass da viel mehr als bloß eine Familie gut reinpasst. Ich gehe aber auch davon aus, dass die da im Regelfall keine familienfremden Leute wohnen haben. In so etwas zu leben ist sicher nicht schlecht.
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NeC
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von NeC »

Cavia hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:45 Für mich wäre nie ein Mann in Frage gekommen, der bei seinen Eltern wohnt. Und da die meisten Frauen so denken, verstehe ich es nicht, wenn ein Mann, der sich eine Beziehung wünscht, sich trotzdem keine eigene Wohnung sucht.
Gucki hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:51 Als Erwachsener noch bei den Eltern dauerhaft wohnen ist für mein Verständnis ein absolutes no go.
Frangipani210 hat geschrieben: 31 Jul 2022 13:17 Ich hätte auch irgendwie gar kein Interesse einen solchen Mann kennenzulernen.
Ach ja, das Muttersöhnchen-Thema mal wieder. :mrgreen:
Eigentlich fehlt jetzt noch Brax in eurer Runde. :kopfstand:

Vor einigen Jahren hat Gucki mal einen Thread dazu eröffnet, in dem die verschiedenen Gründe und Sichtweisen im großen und ganzen schön diskutiert worden sind. Das fand ich recht erhellend. Leider wird nach wie vor die Wohnsituation herangezogen, um daraus auf gewisse ungewünschte Persönlichkeitszüge des Mannes zu schließen.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass das in einigen Fällen durchaus berechtigt sein mag. Schade finde ich so ein Schubladendenken dann aber doch.


@Cavia: Ich bin ja so ein Mann, der lange im Elternhaus gewohnt hat, obwohl ich mir eine Partnerin gewünscht habe und mir sogar auch da schon klar war, dass so eine Wohnsituation viele Frauen abschreckt. Ich hätte bei einem Auszug ein paar Vorteile aufgegeben (mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Wohnen, zweckmäßig eingerichtete Werkstatt im Keller), aber der Hauptgrund mich dagegen zu entscheiden war eher: ich empfand es als eine krasse Verschwendung meiner Ressourcen, und damit automatisch auch der Ressourcen, die meiner zukünftigen Partnerin und mir für die Gestaltung unseres gemeinsamen Lebens zur Verfügung gestanden hätten.

Ich komme aus einer sehr einfachen Familie; nach heutigen Maßstäben würden wir vermutlich an der Armutsgrenze eingeordnet. Deswegen habe ich Dinge wie "Nachhaltigkeit", "Sparen", und "Reparieren statt neu kaufen" schon immer vorgelebt bekommen, und deren Wert oft auch unmittelbar erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Mittel nicht für eine nicht wirklich notwendige eigene Wohnung "verschwenden" wollte.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Ninja Turtle »

NeC hat geschrieben: 01 Aug 2022 09:36 Schade finde ich so ein Schubladendenken dann aber doch.
Frauen und Schubladendenken? Sag doch nicht so was! :coolgun: :lach:

Was macht eigentlich dein Haus? Ich warte noch auf die Einladung zur Einweihungsparty. Alternativ auch zu irgendeiner anderen Party. :mrgreen:
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NeC
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von NeC »

Ninja Turtle hat geschrieben: 01 Aug 2022 09:55 Frauen und Schubladendenken? Sag doch nicht so was! :coolgun: :lach:
Ich will offenbar heute sowas hier provozieren: Bild
Ninja Turtle hat geschrieben: 01 Aug 2022 09:55 Was macht eigentlich dein Haus? Ich warte noch auf die Einladung zur Einweihungsparty. Alternativ auch zu irgendeiner anderen Party. :mrgreen:
:mrgreen: Ist muss doch sparen und Party ist nicht nachhaltig! Bild
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Polarfuchs »

NeC hat geschrieben: 01 Aug 2022 10:21
Ninja Turtle hat geschrieben: 01 Aug 2022 09:55 Frauen und Schubladendenken? Sag doch nicht so was! :coolgun: :lach:
Ich will offenbar heute sowas hier provozieren: Bild
Ninja Turtle hat geschrieben: 01 Aug 2022 09:55 Was macht eigentlich dein Haus? Ich warte noch auf die Einladung zur Einweihungsparty. Alternativ auch zu irgendeiner anderen Party. :mrgreen:
:mrgreen: Ist muss doch sparen und Party ist nicht nachhaltig! Bild
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Emily_Sturm »

Ich habe bis knapp Anfang 30 bei meinen Eltern gewohnt, bin dann im letzten Jahr in meine erste Beziehung gekommen und der Mann hatte damit kein Problem. War eine Fernbeziehung, die coronabedingt dann aber doch ein halbes Jahr in meinem elternhaus stattfand. Es hat sich dann entzweit, obwohl ich vor hatte mit ihm gemeinsam zusammen zu ziehen. Problem war übrigens, dass der Herr seinen Hintern im STudium nicht hoch bekam und seit fast 8 Jahren damit beschäfigt war, seinen Master zu machen... und seit 1,5 Jahren schon an einem kleinen Protokoll saß, weil er Angst hatte ins Berufsleben zu gelangen, in dem ich schon seit meinem 18. Lebensjahr bin. Soviel zum Thema Erwachsenwerden und bei den Eltern wohnen. Er wohnte übrigens schon seit Beginn des studiums 1,5h von seiner Mutter weg. (es war einer der Gründe... nicht der Einzige und auf keinen Fall das größte Problem... aber nicht erwachsen werden wollen und sein Leben als Dauer-22 Jähriger zu führen, der auf ewig Student sein will, keine Entscheidungen trifft und eine seltsame Beziehung mit seiner Mama zu haben... ganz zu schweigen von ziemlichem Porno-Suchtverhalten...) nicht, dass mir jemand vorwirft ich hätte ihn dann in die "Ewige-Student-Schublade" geworfen...

Ich bin immer wieder überrascht, dass man als AB doch noch gerne in so ein Schubladendenken fällt, wo man doch selber unheimlich froh ist, wenn man nicht verurteilt wird :D

Ich kenne solche Gedanken... sich für seine Lebenssituation zu schämen und auch heute noch zu denken, dass es nicht ausreicht jetzt allein zu wohnen, aber keine 15 Jahre, sondern 2. Ich komme übrigens super klar, wasche seit Tag 1 in der Neuen Wohnung meine Wäsche selbst, wohne in keiner zusammengewürfelten Studenten WG (nicht, dass das schlimm wäre, aber mit 30 Auszuziehen, da wollte ich doch dann gerne richtig aufgestellt sein.) Ich habe schon Jahre vorher meinen Hausstand gesammelt, war alles in Kisten verpackt in den Abstellkammern meiner Eltern. Möbel mussten natürlich gekauft werden und die Wohnung ist mein Eigentum.
Ich bin mir nicht zu schade, um um hilfe zu bitten wenn ich etwas nicht weiß, aber ansonsten komme ich gut alleine klar.

Es kommt immer auf die Art und Weise an und warum jemand bei seinen Eltern wohnt. Wäsche waschen lernt man schnell... man muss sich nur für sein eigenes Leben verantwortlich fühlen. Ich glaube dann gibt es eigentlich kein Problem... Sex lernt man im Übrigen auch schnell, also sollte es auch da kein Schubladendenken geben... existiert in einigen Köpfen aber und auch in Köpfen von ABs.

Ich habe letztens über Tinder jemanden kennengelernt, wo es aber vermutlich nicht weiter geht... als er fragte, wie lange ich denn schon in meiner jetzigen Wohnung bin, ging mein kopfkino gleich wieder los er könne darauf abzielen... hat er aber gar nicht. Beim späteren Date fand ich heraus, dass einige seiner Kumpels auch noch bei den Eltern wohnten, was keinesfalls wertend genannt wurde.

Ich denke also, es lohnt in jedem Fall den Menschen erstmal ohne Schublade kennenzulernen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Wenn man selber in keiner Schublade landen will, auf jeden Fall noch viel mehr. Warum also als AB niemanden nehmen, der noch Daheim wohnt? Derjenige könnte dennoch gute beziehungserfahrung gesammelt haben und lebt aus ganz unterschiedlichen Gründen daheim, viel mehr mal betrachten, dass man sich gegenseitig helfen könnte aus der eigenen selbstgebauten Schublade heraus zu klettern..
"Jede Handlung ist ein Votum für die Person, zu der du wirst." - James Clear
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Egil »

Gerade im Radio gehört: junge Menschen in Deutschland ziehen häufiger und früher von Zuhause aus als vor 10 Jahren, im Schnitt mit 23,5 Jahren. Scheint also ein gesellschaftliches Phänomen zu sein bzw. gilt als toll. In Schweden übrigens schon mit 19, in Portugal erst mit 34.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Frangipani210 »

Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:10 Hallo zusammen :winken:

Seit einiger Zeit habe ich ja einen neuen Job, in dem ich auch richtig happy bin. Die Kolleginnen wissen auch, dass ich mit 36 noch bei meinen Eltern wohne. Wenn dieses Thema aufkommt, dann ist mir das schon peinlich. Man fängt halt schon irgendwie an sich für sein Leben zu schämen. Vor allem dann, wenn sich die junge Kollegin, die ich nicht unattraktiv finde, mit mir darüber unterhält. Die Frage, ob ich denn eine Freundin hätte, konnte ich ja noch mit "zur Zeit nicht" beantworten. Immerhin hat sie mich gefragt, ob ich Kinder hätte. Offenbar sieht man mir mein AB-tum äusserlich nicht an... :gewinner:
Aber mir ist halt mal wieder bewusst geworden, dass es schon irgendwie peinlich ist, mit 36 noch bei den Eltern zu wohnen. Auch wenn es unter anderem finanzielle Gründe hat. :cooler:
Jetzt muss ich aber doch nochmal nachfragen.

Scheinbar wohnen deine Eltern auf Miete. Wie groß ist denn die Wohnung?
Beteiligst du dich dann auch an den Kosten und hilfst mit im Haushalt?
Kochst du auch mal oder gehst du einkaufen?

Machen dir deine Eltern beim Thema "Umzug" keinen Druck?
Die einzigen 3 Dinge, die ein Mann an seiner Frau verändern sollte:

Ihren Nachnamen, ihre Adresse und ihre Sicht auf Männer
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Finnlandfreundin »

Ich habe während des Studiums im Elternhaus (Mehrgenerationenhaus) gelebt, mir aber danach eine kleine Wohnung in der Nähe gemietet. Die erste Zeit hatte ich dort ganz selten übernachtet, mich aber tagsüber öfters aufgehalten. Grund war größtenteils, dass ich beim Dating sagen konnte, dass ich natürlich eine eigene Wohnung habe.
Als ich meinen Ex kennenlernte, übernachtete er nach 6 Wochen zum ersten Mal bei mir. Ohne eigene Wohnung wäre das schwer gegangen, auch wenn da noch nichts weiter passiert ist.
Es musste keine große Wohnung sein, aber ich fand es wichtig, dass es eine eigene Wohnung ist.

Aktuell wohne ich mit einer Freudin in dieser Wohnung. Wenn ich die letzten Monate jemanden kennengelernt hatte, ging es (nach einiger Zeit) zu ihm. Das war kein Problem, da eine eigene Wohnung da ist, aber ich vermute, wenn ich gesagt hätte, dass ich im Elternhaus leben würde, sähe das schon wieder anders aus.

Ja, ich hatte mich damals geschämt, dass ich noch im Elternhaus wohne, weil es negative Reaktionen gab. Hätte ich mich ohne diese Reaktionen auch geschämt? Gute Frage, ich weiß es nicht, aber mit eigener Wohnung fühlte ich mich wohler.
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Re: Sich für sein Leben schämen

Beitrag von Finnlandfreundin »

Frangipani210 hat geschrieben: 01 Aug 2022 14:02
Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: 31 Jul 2022 11:10 Hallo zusammen :winken:

Seit einiger Zeit habe ich ja einen neuen Job, in dem ich auch richtig happy bin. Die Kolleginnen wissen auch, dass ich mit 36 noch bei meinen Eltern wohne. Wenn dieses Thema aufkommt, dann ist mir das schon peinlich. Man fängt halt schon irgendwie an sich für sein Leben zu schämen. Vor allem dann, wenn sich die junge Kollegin, die ich nicht unattraktiv finde, mit mir darüber unterhält. Die Frage, ob ich denn eine Freundin hätte, konnte ich ja noch mit "zur Zeit nicht" beantworten. Immerhin hat sie mich gefragt, ob ich Kinder hätte. Offenbar sieht man mir mein AB-tum äusserlich nicht an... :gewinner:
Aber mir ist halt mal wieder bewusst geworden, dass es schon irgendwie peinlich ist, mit 36 noch bei den Eltern zu wohnen. Auch wenn es unter anderem finanzielle Gründe hat. :cooler:
Jetzt muss ich aber doch nochmal nachfragen.

Scheinbar wohnen deine Eltern auf Miete. Wie groß ist denn die Wohnung?
Beteiligst du dich dann auch an den Kosten und hilfst mit im Haushalt?
Kochst du auch mal oder gehst du einkaufen?

Machen dir deine Eltern beim Thema "Umzug" keinen Druck?
Wenn man zur Miete wohnt, könnten sowohl die Eltern als auch man selbst eine kleinere Wohnung beziehen. Bei einer eigenen Immobilie sieht das schon anders aus, aber trotz eigenem Elternhaus habe ich eine kleine Wohnung gemietet. Und ich finde nach wie vor, dass es die richtige Entscheidung war.