Ich würde ja gerne die Studie/Erhebung kennenlernen, wo du diese Zahl von 90% her hast, und wie diese erhoben wurde. Insbesondere ob sie repräsentativ und aussagekräftig ist, und zwar nach wissenschaftlichen Kriterien!!! Natürlich gibt es Zwangsprostitution. Es dürfte tendenziell auf die Art des Etablissements bzw. Paysex ankommen, wie du ja auch schon angedeutet hast. Zu berücksichtigen ist ferner, dass Zwangsprostitution eine Straftat ist und eines Beweises bedarf. Natürlich ist dieser Beweis meistens schwierig. Dennoch sollte man vorsichtig sein zu 90% von einer Straftat auszugehen. Dies stempelt Frauen dieses Gewerbes pauschalisierend als Opfer ab, zumindest zu immerhin 90%! So etwas bezeichne ich als Stigmatisierung. Und glaub mir, Frauen dieses Gewerbes hassen es, als Opfer gesehen zu werden nach meiner Erfahrung.
Etwas dem ich mich anschließe, ist deine Empfehlung zu Erotikmassagen, wie z.b. Tantra oder Body-to-Body. Es muss nicht zwingend immer der klassische Rein-Raus-Akt sein. Hier geht es um Nähe, Berührung, Anfassen, Küssen und am Ende um Handjob und „Happy-End“, aber ohne Penetration. Es ist m.E. sogar der bessere Einstieg in (Pay-) Sex für einen sensiblen Mann. Unabhängig davon gibt es auch sog. FKK Clubs, die zu empfehlen sind. Es ist ein anderes Preisniveau sollte man wissen.Ansonsten kann ich aber empfehlen, z.B. eine Kuschelgruppe zu besuchen oder sich ab und zu eine Tantra-Massage zu gönnen. Hier geht es in erster Linie darum, körperliche Nähe zuzulassen und zu erfahren, um Hemmungen abzubauen. Ich könnte mir vorstellen, dass das sehr hilfreich ist.
Nichtsdestotrotz kann doch jeder alles mal ausprobieren, finde ich, und in der Situation, in der er ist im Hier und Jetzt einfach hinspüren, wie es sich anfühlt und möglichst genießen und abschalten. Deswegen geht es mir nicht mal zwingend um Erfahrung machen, oder gar Sex üben - obwohl Sex grundsätzlich „Übung“ verlangen kann -, sondern um Sinnlichkeit und Genuss, die sich niemand im Leben verwehren sollte, erstrecht nicht ABs. Ich möchte unsere Diskussion, die ich als sehr rational und intendiert zweckorientiert wahrnehme, mal etwas in eine andere Richtung lenken, oder zumindest andere Perspektiven aufzeigen. Sex macht mir viel Spaß und bietet jedem die Möglichkeit Genuss und Sinnlichkeit zu erfahren. Er aktiviert und entspannt, denn er spricht bestimmte Rezeptoren im Körper an. Partnerschaftlicher Sex ist natürlich nochmal anders, aber bedeutet nicht, dass Paysex nicht schön ist, und meinetwegen auch einem „Üben“ dienen könnte.
Dass man dadurch generell selbstsicherer mit Frauen kommunizieren kann, ist möglich, auch nach Annahmen aus der vergleichsweise „jungen“ Disziplin Sexualwissenschaft. Doch man sollte diesbezüglich nicht zu viel erwarten, unterstelle ich mal. Schüchternheit kann nicht (nur) durch sexuelle Erfahrungen behoben werden. Es könnte einen Beitrag leisten. Aber vielmehr sollte man es einfach ausprobieren, gerade als AB, und nicht immer über Erwartungen und Zweckorientierung Gedanken verlieren, und übrigens auch nicht von vornherein (Pay-) Sex sogar als Gefahr ansehen, dass man in ein Loch fallen kann. Man kann immer durch irgendwas im Leben in ein Loch fallen, gerade als sensibler Mensch. Aber ich lehne es ab mir deswegen ein Ausprobieren im Leben zu verwehren, ob in Sachen Sex oder anderweitig. Ich war auch mal jemand, der am liebsten im Vorhinein immer alles rational durchdacht „abgesichert“ wissen wollte, und habe mir über allen „Scheiß“ Gedanken gemacht, weil ich so unsicher war und mich daraus nicht „befreien“ konnte, wegen meiner Vergangenheit und Sensibilität. Erst im Zuge meiner Erfahrungen habe ich gemerkt, dass dies meistens sinnlos ist, und mir vor allem Beschränkungen auferlegt und enorm viel Kraft kostet. Doch Erfahrungen verlangen nicht nur Ausprobieren, sondern das Ausprobieren kann sogar Spaß(!) machen, einschließlich in Sachen Paysex.
Um zu der Frage des Thread zurückzukommen. Ja, ein AB Mann sollte es einfach ausprobieren, Paysex zu erfahren!
Man muss sich natürlich im Klaren darüber sein, was man von den Frauen dieses Gewerbes erwarten kann und was nicht. Für die Frauen ist es ein Job, und es geht ihnen in erster Linie um Geld. Deswegen braucht auch niemand Bedenken zu haben, dass er abgelehnt wird, oder sich „dumm“ anstellt beim Sex. Viele der Frauen sind einfühlsam. Und sie haben als Gast viel lieber einen schüchternen sensiblen Mann, der etwas unbeholfen ist, als einen „Proleten“, der sich für den „Großmeister“ beim Sex hält. Ich verwende hier auch bewusst den Begriff Frauen, denn das sind sie, und ihnen ist mit Respekt zu begegnen, wie jeder Frau. Der Begriff Prostituierte wirkt auf mich immer irgendwie abwertend, und empfinde ich nicht als respektvoll.
Abschließend: Wieso sollten sich ausgerechnet ABs Hürden für Erfahrungen und Lebensqualität auferlegen, obwohl sie doch sowieso schon so viele Einschränkungen haben.