Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Alles zu Deiner persönlichen Situation, Deinen Erlebnissen und was Dir auf dem Herzen liegt als Absoluter Beginner.
Gilbert

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Gilbert »

Pattick hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Dann lass mal bitte konkret hören, wie jemand ohne Arbeit, also ohne Einkommen - ohne Geld - ein Kind großziehen, geschweige denn überleben kann. Woher bekommt dieser Mensch Wohnraum, Nahrungsmittel, Kleidung etc. ? Wir gehen mal von einem Menschen aus, der über keine Immobilien oder sonstige Vermögenswerte verfügt. Bitte führe das mal näher aus.
Also in Deutschland gibt es bei Hartz4 auch für Kinder Unterstützung. Diese ist definiert. Damit sollte man ein Kind großziehen können. Das kann ich jetzt gern bis ins Kleiste durchrechnen. Aber wenn man dazu nimmt, dass es überall Gebrauchtklamottenbörsen gibt (ich veranstalte selbst regelmäßig an meinem Arbeitsplatz eine), Möbel gibt es geschenkt, Spielzeug für Knopp und Klicker. Ich sehe da kein Problem. Es ist halt eine Frage der materiellen Ansprüche. Und ja natürlich kann man sich mehr leisten, wenn man arbeiten geht. Das macht ja auch Sinn. Aber es schließt sich nicht aus, Kinder großzuziehen ohne arbeiten zu gehen. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man darin aufgeht und für die Kinder da ist und ihnen eine schöne Kindheit und Jugend bietet. Dann leistet man mehr für die Gesellschaft als so mancher Arbeitnehmer!
Soso, du findest es nicht verwerflich? Ich dagegen schon.
Hartz 4 und ähnliche soziale Leistungen sind nicht dafür gedacht, gesponnene Ideen für Lebenskünstler in die Tat umzusetzen und Faulbuckel zu unterstützen, die keinen Bock haben, ihr regelmäßiges Einkommen per Arbeitsleistung zu erzielen. Die sozialen Leistungen werden von der Allgemeinheit erwirtschaftet und per Abgaben und Steuern umverteilt. Ich darf z. B. als kleiner Gewerbetreibender mit aller Regelmäßigkeit die Hälfte meines schwer erwirtschafteten Gewinns an das Finanzamt abtreten, so daß ich mich jedesmal selbst frage, wofür ich mir das überhaupt antue.
Sozialschmarotzer gehören meiner Meinung vor Gericht gestellt und rechtskräftig wegen Mißbrauchs verurteilt!
Anne Shirley

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Anne Shirley »

Hartz IV-Regelsätze findet man hier. Dann mal viel Spaß, wenn Du damit Kinder angemessen finanzieren willst (selbst wenn da noch ein bisschen Kindergeld dazu kommt). :roll:

Für einen 14 - 17jährigen Jugendlichen sind z.B. 136,88 EUR pro Monat für Nahrungsmittel und Getränke angesetzt, das sind pro Tag etwa 4,50 EUR. Drei Mahlzeiten, Getränke, was für die Schulpause... mal zwischendurch was zum Naschen kannste dann direkt streichen (aber das sind ja eh "Genussmittel", brauchen die Kids ja nicht zwingend :specht: ).
Reni

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Reni »

Anne Shirley hat geschrieben:Hartz IV-Regelsätze findet man hier. Dann mal viel Spaß, wenn Du damit Kinder angemessen finanzieren willst (selbst wenn da noch ein bisschen Kindergeld dazu kommt). :roll:

Für einen 14 - 17jährigen Jugendlichen sind z.B. 136,88 EUR pro Monat für Nahrungsmittel und Getränke angesetzt, das sind pro Tag etwa 4,50 EUR. Drei Mahlzeiten, Getränke, was für die Schulpause... mal zwischendurch was zum Naschen kannste dann direkt streichen (aber das sind ja eh "Genussmittel", brauchen die Kids ja nicht zwingend :specht: ).
Abgesehen davon, dass Dir der Anspruch drauf fehlt, wenn der andere Elternteil arbeiten geht.
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Mannanna
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Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Mannanna »

Pattick hat geschrieben: Also in Deutschland gibt es bei Hartz4 auch für Kinder Unterstützung. Diese ist definiert. Damit sollte man ein Kind großziehen können. Das kann ich jetzt gern bis ins Kleiste durchrechnen. Aber wenn man dazu nimmt, dass es überall Gebrauchtklamottenbörsen gibt (ich veranstalte selbst regelmäßig an meinem Arbeitsplatz eine), Möbel gibt es geschenkt, Spielzeug für Knopp und Klicker. Ich sehe da kein Problem. Es ist halt eine Frage der materiellen Ansprüche. Und ja natürlich kann man sich mehr leisten, wenn man arbeiten geht. Das macht ja auch Sinn. Aber es schließt sich nicht aus, Kinder großzuziehen ohne arbeiten zu gehen. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man darin aufgeht und für die Kinder da ist und ihnen eine schöne Kindheit und Jugend bietet. Dann leistet man mehr für die Gesellschaft als so mancher Arbeitnehmer!
Angesichts der Kinderarmut in Deutschland fragt sich allerdings, wie schön die Kindheit und Jugend für jemanden wird, wenn er meistens mit gebrauchtem Kram herumläuft, die Eltern bei Sonderwünschen so gut wie immer "Nein" sagen müssen und er natürlich auch mitkriegt, daß er gegenüber vielen Altersgenossen eben wegen Geld immer im Hintertreffen ist.
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Serendipity
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Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Serendipity »

Pattick hat geschrieben:... Aber zu behaupten, es sei ja alles so teuer und man könne sich kein Kind leisten, ist meiner Ansicht nach schon eine Frage der Prioritätensetzung. Und da sollte man sich auch mal vergegenwärtigen, was ein Kind denn wirklich braucht und welche Konsumgegenstände dessen Entwicklung eher schädigen oder zumindest nicht unterstützen.
Nur mal so auf die Schnelle zusammen gegoogelt:

Ein Kind kostet 126.000 Euro

Wieviel kosten Kinder?

Im Übrigen gibt es auch beim Statistischen Bundesamt noch interessante Zahlen und Fakten!
Pattick hat geschrieben:Also in Deutschland gibt es bei Hartz4 auch für Kinder Unterstützung. …
Aber es schließt sich nicht aus, Kinder großzuziehen ohne arbeiten zu gehen. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man darin aufgeht und für die Kinder da ist und ihnen eine schöne Kindheit und Jugend bietet. Dann leistet man mehr für die Gesellschaft als so mancher Arbeitnehmer!
Tut mir leid, aber ich habe den Eindruck du lebst diesbezüglich in einem Wolkenkuckucksheim!
1. Leben am und mit dem Existenzminimum ist ein Leben mit Entbehrungen sowie Ausgrenzung und ein Aufwachsen in dem Bewusstsein, dass man nicht wirklich zur Gesellschaft gehört. Man sieht anderen Kindern zu, wie deren Wünsche erfüllt werden können (bis zu einem gewissen Maße) und man selbst ist auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen oder aber immer wieder zurückstecken muss.
Na, wenn du dies eine schöne Kindheit und Jugend nennst. Bild

2. Tolle Vorbildfunktion die du gegenüber deinem Kind abgibst!
Du lehrst es frühzeitig, dass man für nichts im Leben selbst sorgen muss, sondern das es immer andere gibt, die einem Mittel zukommen lassen. Der Staat und sonstige Wohlfahrtseinrichtungen werden es schon irgendwie richten!

3. Ohne "so manchen Arbeitnehmer" und dessen Sozialabgaben, könntest du deinen Kind nicht deine Art von einer ach so schönen Kindheit und Jugend bieten!

Im Übrigen darf ich dich mal auf Folgendes hinweisen:

"(1) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.
(2) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll die Eigenverantwortung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, stärken und dazu beitragen, dass sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten können. Sie soll erwerbsfähige Leistungsberechtigte bei der Aufnahme oder Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit unterstützen und den Lebensunterhalt sichern, soweit sie ihn nicht auf andere Weise bestreiten können. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist als durchgängiges Prinzip zu verfolgen. Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass
1.durch eine Erwerbstätigkeit Hilfebedürftigkeit vermieden oder beseitigt, die Dauer der Hilfebedürftigkeit verkürzt oder der Umfang der Hilfebedürftigkeit verringert wird,
2. die Erwerbsfähigkeit einer leistungsberechtigten Person erhalten, verbessert oder wieder hergestellt wird,
3. geschlechtsspezifischen Nachteilen von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten entgegengewirkt wird,
4. die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden,
5. behindertenspezifische Nachteile überwunden werden,
6. Anreize zur Aufnahme und Ausübung einer Erwerbstätigkeit geschaffen und aufrechterhalten werden.
(3) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende umfasst Leistungen
1. zur Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit insbesondere durch Eingliederung in Arbeit und
2. zur Sicherung des Lebensunterhalts."

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis, §1 zum SGB II

"Aufgabe der Sozialhilfe ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht. Die Leistung soll sie so weit wie möglich befähigen, unabhängig von ihr zu leben; darauf haben auch die Leistungsberechtigten nach ihren Kräften hinzuarbeiten. Zur Erreichung dieser Ziele haben die Leistungsberechtigten und die Träger der Sozialhilfe im Rahmen ihrer Rechte und Pflichten zusammenzuwirken."

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis, § 1 zum SGB XII

Du siehst also, weder der Gedanke von HartzIV (SBG II) noch der sonstigen Sozialhilfe (SGB XII) zielen darauf ab, dass deren Empfänger sich auf einen Dauerbezug einrichten können und sollen!
Vielmehr sind diese Leistungen immer nur eine Übergangslösung und alle Beteiligten -auch der Empfänger selbst- haben daraufhin zu wirken, dass ein Leben ohne diese Leistungen möglich ist. Ist erkennbar, dass der Leistungsempfänger kein Interesse hat daran mitzuwirken, so können diese Leistungen auch gekürzt werden (siehe z.B. § 31a SGB II).

Pattick hat geschrieben:Wieso? Man erzieht Kinder nach seinen Idealen. Irgendwann sind sie alt genug, sich zu emanzipieren und entwickeln daraus im Diskurs mit anderen Idea-len/Erfahrungen/Lebenseinstellungen, mit denen sie in Kontakt kommen und die sie kennen lernen, eigene Ideale und ihren Weg. Das ist mein Ziel. Aber was ihn ihnen vormache, ist mein Ideal. Wenn ich keine Ideale habe, kann ich keine Kinder erziehen. Diese Beliebigkeit ist nichts für kleine Kinder. Ab einem gewissen Alter emanzipieren Kinder bzw. Jugendliche sich. Bis dahin brauchen sie Führung und man muss ihnen ein Vorbild sein, ihnen Vorleben. Der Gedanke, dass schon kleine Kinder das alles selbst können und eigene Wertvorstellungen haben, ist finde ich grundfalsch. Kleine Kinder brauchen Führung. Erst mit der Pubertät entwickeln sie ihre eigenen Standpunkte. Die-sen Prozess gilt es dann zu fördern. Und dieser Prozess ist am erfolgreichsten, wenn sie vorher möglichst gut darauf vorbereitet wurden. Und das geht nicht durch Beliebigkeit sondern durch Erziehung.
Bild
Oh Mann, bevor du dich tatsächlich an die Kindererziehung machst, solltest du dich aber nochmals gründlich darüber informieren!

Ja, Erziehung durch die Eltern ist wichtig und legt den Grundstein für vieles, aber du und dein Kind lebt bis zu dessen Pubertät nicht in einer Quarantänestation ohne soziale Kontakte. Du magst ein Kind bis zu einem gewissen Punkt führen, aber bereits frühzeitig werden sie auch durch äußere Faktoren und andere Menschen gelenkt und bilden so auch schon vor der Pubertät eigene Vorstellungen aus.
Du kannst natürlich versuchen die Persönlichkeit deines Kindes zu brechen, damit es solange wie möglich deinen Vorstellungen entspricht, oder du unterstützt es von Beginn an auf seinem Weg ein eigenständiger Mensch zu werden.
Weinen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Gefühlen!
Peter

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Peter »

Serendipity hat geschrieben: Ja, Erziehung durch die Eltern ist wichtig und legt den Grundstein für vieles, aber du und dein Kind lebt bis zu dessen Pubertät nicht in einer Quarantänestation ohne soziale Kontakte. Du magst ein Kind bis zu einem gewissen Punkt führen, aber bereits frühzeitig werden sie auch durch äußere Faktoren und andere Menschen gelenkt und bilden so auch schon vor der Pubertät eigene Vorstellungen aus.
Du kannst natürlich versuchen die Persönlichkeit deines Kindes zu brechen, damit es solange wie möglich deinen Vorstellungen entspricht, oder du unterstützt es von Beginn an auf seinem Weg ein eigenständiger Mensch zu werden.
Nicht zu vergessen sind die lieben Gene. Nicht nur die soziale Prägung bestimmt die Persönlichkeit. Kinder haben schon im Säuglingsalter eigene Persönlichkeiten.
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Serendipity
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Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Serendipity »

Peter hat geschrieben:
Serendipity hat geschrieben: Ja, Erziehung durch die Eltern ist wichtig und legt den Grundstein für vieles, aber du und dein Kind lebt bis zu dessen Pubertät nicht in einer Quarantänestation ohne soziale Kontakte. Du magst ein Kind bis zu einem gewissen Punkt führen, aber bereits frühzeitig werden sie auch durch äußere Faktoren und andere Menschen gelenkt und bilden so auch schon vor der Pubertät eigene Vorstellungen aus.
Du kannst natürlich versuchen die Persönlichkeit deines Kindes zu brechen, damit es solange wie möglich deinen Vorstellungen entspricht, oder du unterstützt es von Beginn an auf seinem Weg ein eigenständiger Mensch zu werden.
Nicht zu vergessen sind die lieben Gene. Nicht nur die soziale Prägung bestimmt die Persönlichkeit. Kinder haben schon im Säuglingsalter eigene Persönlichkeiten.
Stimmt, hatte ich vergessen zu erwähnen!
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Peter

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Peter »

Pattick hat geschrieben:Erst mit der Pubertät entwickeln sie ihre eigenen Standpunkte.
Der war gut. Schon mal was von Trotzphase gehört?

Einen eigenen Standpunkt entwickeln sie sehr schnell. Ihre Prioritäten sind vielleicht anders als bei einem Erwachsenen. Aber nicht viel...
Pattick

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Pattick »

Ich habe nicht gesagt, dass das Leben von Hartz4 zur Kindererziehung erstrebenswert, begrüßenswert oder irgendwie förderlich bzw. gar heldenhaft wäre.

Ich habe nur gesagt, dass es geht und dass die Angst davor einen nicht davon abhalten sollte, sich seinen Kinderwunsch zu erfüllen, weil - und dazu stehe ich - ich der Meinung bin, dass dieses Geld sehr wohl reicht um ein Kind großzuziehen - und jetzt kommt's: sollte es hart auf hart kommen und man darauf angewiesen ist

Die Aussage ist, dass da eine Sicherheit vom Sozialstaat da ist, dass man seinen Verpflichtungen dem Kind gegenüber auch nachkommen kann, wenn man alleine ist und keine Arbeit hat oder auf Grund dessen aktuell keiner nachgehen kann.

Und ja meiner Meinung nach ist es besser, jemand bleibt zu Hause und kümmert sich richtig um die Kinder als der / die jenige geht rund um die Uhr für nen Hungerlohn arbeiten und die Kinder sind alleine und niemand kümmert sich.

Und ja Kindererziehung ist - so schön sie ist - auch Arbeit! D.h. für mich, dass jemand, der paar Kinder erfolgreich und mit viel Liebe und Hingabe groß zieht, eine wertvolle Arbeit leistet. Das ist für mich dann auch kein Smarotzertum oder Faulenzertum oder sonstwas. Es ist schlicht wertvolle Arbeit, die halt nicht entlohnt wird. Und wenn dieser jenige jetzt allein gelassen wird und sich entscheidet, für die Kinder ganz da sein zu wollen und sie eben nicht alleine lässt, dann ist das für mich eine gute Entscheidung wenn der/die jenige sich dann auch wirklich kümmert. Die wenigsten werden sich darauf ihr Leben lang ausruhen. Wenn die Kinder erstmal alle zur Schule gehen, werden sie wieder vormittags arbeiten gehen können. Das ist OK so.

Ich bin entschieden dagegen, dass jeder zwingend Vollzeit arbeiten muss und die Kinder dann von morgens bis Abends in Betreuungseinrichtungen untergebracht werden müssen. Für mich ist der Idealfall, dass ein Partner arbeitet und einer sich um die Kinder kümmert (egal ob Mann oder Frau, ich als Mann würde mir wünschen bei den Kindern sein zu dürfen!). Wenn es sich anbietet, kann der zuhause gebliebene auch wieder halbtags arbeiten. Aber ich bin entschieden gegen diesen Trend, Kinder von morgens bis Abends in Fremdbetreuung zu haben. Und wenn man dann eben alleine ist oder gelassen wird, dann ist es eben so, dass man unter Umständen nicht arbeiten kann oder zu wenig verdient und unterstütz werden muss. Und das halte ich für legitim und ich halte es für förderungswürdig, dass Menschen sich für Kinder entscheiden und diese auch erziehen. Ich bin deswegen auch ein klarer Befürworter des Betreuungsgeldes und klarer Gegner von flächendeckender Ganztagsschule / -Kindergarten. Das ist als Angebot OK und Kinder, denen es zu Hause nicht gut geht, sollten auch lieber professionell betreut werden als gar nicht. Aber für mich ist das Ideal, dass jemand sich zu Hause um die Kinder kümmert. Gerne auch der Mann, nicht zwingend der leibliche Vater, nicht zwingend die leibliche Mutter. Aber jemand, der Verantwortung übernimmt und dem Kind zur Seite steht und ihm Halt und Wärme gibt.

Und das ist nicht eine Frage des Geldes! Dazu stehe ich. Natürlich macht es Sinn, sich finanzielle Sicherheiten aufzubauen. Keine Frage. Und natürlich ist es auch im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, dass man sich selbst versorgen kann und nicht von der Gesellschaft ausgehalten werden muss. Aber genau so natürlich macht es Sinn, dass es dieses Netz gibt, das einen auffängt, wenn mal was schief geht. Und dieses Netz ist da und es ist ausreichend. Es ist eben nicht erstrebenswert, dass da eine Angstkulisse aufgebaut wird, vor der man sich dann aus Angst vor finanziellem Ruin gegen Kinder entscheidet.

Zu der Höhe der Unterstützung: Ich kenne genug Arbeitnehmer, die ihre Familie mit weniger durchbringen müssen als der klassische Hartz4-Empfänger, der paar Kinder hat, und die zieren sich, die Aufstockung zu beantragen. Unter anderem ist es auch so, dass es sogar so weit geht, dass man als Arbeitnehmer keinen Zugang zu Vergünstigungen hat während ein Hartzer mit dem gleichen Einkommen diese Vergünstigungen selbstverständlich in Anspruch nehmen kann. Das ist wiederum auch eine Fehlentwicklung. Gleiches für alle! Wie gesagt - ich bin dafür, sich selbst zu versorgen. Das soll man den Kindern auch vorleben.

Aber wenn es so endet, dass man als Kind nur eingetrichtert bekommt, dass man funktionieren muss und Geld reinbringen muss usw. aber die Wärme und das sinngebende Fehlt, geht es auch schief. Das ist mir passiert. Deswegen bin ich da so engagiert, dass man den Fokus auf das Nichtmaterielle legt. Denn ich habe es geschafft, materiell zu funktionieren, sehr gut sogar. Und bei allem angehäuften Vermögen (für meine Herkunft ist es viel) wollte ich mir trotzdem das Leben nehmen, weil ich keinen Sinn sah, keine Wärme spürte. Das ist viel wichtiger.

Wenn man das einem Kind geben kann, kann man auch ein Kinder erziehen. Egal ob es nun von Hartz4 ist oder mit dem zehnfachen. Darauf kommt es nicht primär an. Man sollte seinem Kind generell vermitteln, worauf es im Leben ankommt. Und diese Konsumwünsche sind nunmal "nice to have" aber nicht das wofür man lebt. Natürlich ist es einfacher, sie erfüllen zu können. Ob der einfache Weg der bessere ist.... Es ist natürlich schön, Geld in der Hinterhand zu haben.

PS: Wenn man die 126.000 mal als gegeben hinnimmt. Da sind wir bei 583 Euro pro Monat wenn man das durch die 18 Jahre mal 12 Monate teilt. Davon abgezogen noch das Kindergeld, bei Arbeitnehmern noch die Steuerersparnis durch Steuerfreibeträge. Ich pauschalisiere mal ca. 300 Euro bis 350 Euro im Monat. War das jetzt hoch angesetzt? Also ich hab in den 15 Jahren, in denen ich jetzt voll arbeite, ca. das doppelte auf die Seite gelegt ohne die entsprechenden Freibeträge und Kindergeld, als Alleinverdiener in angelernter Tätigkeit. Ich hätte mich für zwei Kinder entschieden hätte ich die Wahl gehabt. Ist so - sorry. Ich weiß gar nicht was an dem Betrag jetzt so dramatisch sein soll. Und das ist jetzt der Durschschnittswert, nicht das Minimum. Da sind auch schon Ausreißer nach oben mit eingerechnet!
Nell The Sentinel

Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von Nell The Sentinel »

Pattick hat geschrieben:Ich habe nicht gesagt, dass das Leben von Hartz4 zur Kindererziehung erstrebenswert, begrüßenswert oder irgendwie förderlich bzw. gar heldenhaft wäre.
Irgendwie schon...
Pattick hat geschrieben:Ich bin entschieden dagegen, dass jeder zwingend Vollzeit arbeiten muss und die Kinder dann von morgens bis Abends in Betreuungseinrichtungen untergebracht werden müssen. Für mich ist der Idealfall, dass ein Partner arbeitet und einer sich um die Kinder kümmert (egal ob Mann oder Frau, ich als Mann würde mir wünschen bei den Kindern sein zu dürfen!).
Lieber Pattick, weißt du wie sich ein Ideal definiert? Wenn nicht, solltest du nochmal nachlesen. Ich hoffe, dass dir klar ist, dass dein propagiertes Ideal heutzutage für die Wenigsten umsetzbar ist. Es wurde schon geschrieben, dass Kinder sehr teuer sind, die kann sich heutzutage nicht mehr jeder leisten. Und wer es kann, kann es möglicherweise nur, wenn beide Eltern vollzeit arbeiten gehen. Im Übrigen ist Kinderbetreuung kein Teufelswerk, sondern kann und wird zur Sozialisierung der Kinder beitragen. Und das ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit, aus o.g. Gründen. Kannst du dich u.U. an die Zeit erinnern als hier in Deutschland die Erzieher gestreikt haben?
Pattick hat geschrieben:Und wenn man dann eben alleine ist oder gelassen wird, dann ist es eben so, dass man unter Umständen nicht arbeiten kann oder zu wenig verdient und unterstütz werden muss. Und das halte ich für legitim und ich halte es für förderungswürdig, dass Menschen sich für Kinder entscheiden und diese auch erziehen. Ich bin deswegen auch ein klarer Befürworter des Betreuungsgeldes und klarer Gegner von flächendeckender Ganztagsschule / -Kindergarten.
Viel Spaß damit, Deutschland noch ein bisschen kinderfeindlicher zu machen. Wirkt sich bestimmt positiv auf die Geburtenrate aus... Kümmert sich halt irgendeiner um das Kind. Muss ja nicht Vater oder Mutter sein, halt einfach irgendeiner, der vorbeispaziert kommt und sich für verantwortungsvoll genug hält. Am besten sollten Kinder auch nicht in die Schule gehen, denn da werden sie ja auch nur abgeschoben. Lasst sie doch zuhause unterrichten. Das wär' fein!
Mal davon abgesehen, dass Vater Staat es sicher nicht schätzt, wenn du dich einfach mal aus deinem Job verabschiedest, um dich für ein paar Jahre um dein Kind zu kümmern. Das geht schon los bei der Sperre zum Bezug von ALG I, die dir drohen kann, wenn du selbst kündigst.
Pattick hat geschrieben:Zu der Höhe der Unterstützung: Ich kenne genug Arbeitnehmer, die ihre Familie mit weniger durchbringen müssen als der klassische Hartz4-Empfänger, der paar Kinder hat, und die zieren sich, die Aufstockung zu beantragen. Unter anderem ist es auch so, dass es sogar so weit geht, dass man als Arbeitnehmer keinen Zugang zu Vergünstigungen hat während ein Hartzer mit dem gleichen Einkommen diese Vergünstigungen selbstverständlich in Anspruch nehmen kann.
Von welcher Art von Vergünstigungen sprechen wir denn hier?
Pattick hat geschrieben:Das ist wiederum auch eine Fehlentwicklung. Gleiches für alle!
Genau! Dann geht einfach keiner mehr arbeiten! Muss ja auch nicht sein...
Pattick hat geschrieben:Aber wenn es so endet, dass man als Kind nur eingetrichtert bekommt, dass man funktionieren muss und Geld reinbringen muss usw. aber die Wärme und das sinngebende Fehlt, geht es auch schief. Das ist mir passiert. Deswegen bin ich da so engagiert, dass man den Fokus auf das Nichtmaterielle legt. Denn ich habe es geschafft, materiell zu funktionieren, sehr gut sogar. Und bei allem angehäuften Vermögen (für meine Herkunft ist es viel) wollte ich mir trotzdem das Leben nehmen, weil ich keinen Sinn sah, keine Wärme spürte. Das ist viel wichtiger.
Das heißt, du hast dir die dir vorgelebten Erziehungsmuster deiner Eltern übernommen und ins Gegenteil verkehrt? Schön, wie deine Eltern dir noch im Kopf rumspuken. Bevor du ein Kind erziehst, solltest du dich vielleicht erstmal selbst erziehen.
Pattick hat geschrieben:Wenn man das einem Kind geben kann, kann man auch ein Kinder erziehen.
Lol, das reicht bei weitem nicht aus, um ein Kind zu erziehen. Ich habe das Gegenteil vom dem erlebt, was dir widerfahren ist und mir hat es genauso geschadet wie dir. Ich bin jetzt damit beschäftigt, das wieder auszubügeln. Worauf es im Leben ankommt, ist eben nicht nur Luft und Liebe. Im Übrigen solltest du dich mal entscheiden, ob Geld nun völlig unwichtig ist, oder doch eine Rolle spielt bei der selbstständigen Lebensführung.
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Re: Kinderwunsch - Wann aufgeben?

Beitrag von NBUC »

Ich glaube das Kindergeld darf man in der Rechnung nicht abziehen sondern muss man oben drauf rechnen. Immerhin ging es um die Extrakosten, welche Eltern wenigstens hätten.

Nehmen wir bei den 125000 an sich an, dass 1000€ dem Existenzminimum entsprechen würden (Miete etc. müssen ja selbst gezahlt werden). Um dann netto 5x0€ für ein Kind extra zu erhalten muss das Bruttogehalt auf von ~1350 auf ~2300 steigen. Damit liegt man ziemlich in der Mitte der Erwerbstätigen an sich.
Was hieße, dass bei rund der Hälfte der Paare zumindest mit einem Einkommenserzieler so kein Kind machbar wäre, geschweige denn mehrere.

Ich meine gelesen zuhaben, dass in der Rechnung auch Opportunitätskosten enthalten sind, also der Verlust des 2. Einkommen oder eigene Karriereeinbußen bei Pausen. Andererseits ließt man auch oft von Zahlen im Bereich 250000. Vielleicht waren die das dann.

Ansonsten +1 zum Einfluss der Umgebung und gerade der Altersgenossen. Bloß weil etwas wünschenswert oder richtig wäre, heißt nicht, dass man (oder in dem Fall das Kind) dafür nicht sozial abgestraft würde.
Natural Born UnCool

Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!