Pattick hat geschrieben:... Aber zu behaupten, es sei ja alles so teuer und man könne sich kein Kind leisten, ist meiner Ansicht nach schon eine Frage der Prioritätensetzung. Und da sollte man sich auch mal vergegenwärtigen, was ein Kind denn wirklich braucht und welche Konsumgegenstände dessen Entwicklung eher schädigen oder zumindest nicht unterstützen.
Nur mal so auf die Schnelle zusammen gegoogelt:
Ein Kind kostet 126.000 Euro
Wieviel kosten Kinder?
Im Übrigen gibt es auch beim
Statistischen Bundesamt noch interessante Zahlen und Fakten!
Pattick hat geschrieben:Also in Deutschland gibt es bei Hartz4 auch für Kinder Unterstützung. …
Aber es schließt sich nicht aus, Kinder großzuziehen ohne arbeiten zu gehen. Ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man darin aufgeht und für die Kinder da ist und ihnen eine schöne Kindheit und Jugend bietet. Dann leistet man mehr für die Gesellschaft als so mancher Arbeitnehmer!
Tut mir leid, aber ich habe den Eindruck du lebst diesbezüglich in einem Wolkenkuckucksheim!
1. Leben am und mit dem Existenzminimum ist ein Leben mit Entbehrungen sowie Ausgrenzung und ein Aufwachsen in dem Bewusstsein, dass man nicht wirklich zur Gesellschaft gehört. Man sieht anderen Kindern zu, wie deren Wünsche erfüllt werden können (bis zu einem gewissen Maße) und man selbst ist auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen oder aber immer wieder zurückstecken muss.
Na, wenn du dies eine schöne Kindheit und Jugend nennst.
2. Tolle Vorbildfunktion die du gegenüber deinem Kind abgibst!
Du lehrst es frühzeitig, dass man für nichts im Leben selbst sorgen muss, sondern das es immer andere gibt, die einem Mittel zukommen lassen. Der Staat und sonstige Wohlfahrtseinrichtungen werden es schon irgendwie richten!
3. Ohne "so manchen Arbeitnehmer" und dessen Sozialabgaben, könntest du deinen Kind nicht deine Art von einer ach so schönen Kindheit und Jugend bieten!
Im Übrigen darf ich dich mal auf Folgendes hinweisen:
"(1) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.
(2)
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll die Eigenverantwortung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben, stärken und dazu beitragen, dass sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten können. Sie soll erwerbsfähige Leistungsberechtigte bei der Aufnahme oder Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit unterstützen und den Lebensunterhalt sichern, soweit sie ihn nicht auf andere Weise bestreiten können. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist als durchgängiges Prinzip zu verfolgen. Die Leistungen der Grundsicherung sind insbesondere darauf auszurichten, dass
1.durch eine Erwerbstätigkeit Hilfebedürftigkeit vermieden oder beseitigt, die Dauer der Hilfebedürftigkeit verkürzt oder der Umfang der Hilfebedürftigkeit verringert wird,
2. die Erwerbsfähigkeit einer leistungsberechtigten Person erhalten, verbessert oder wieder hergestellt wird,
3. geschlechtsspezifischen Nachteilen von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten entgegengewirkt wird,
4. die familienspezifischen Lebensverhältnisse von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die Kinder erziehen oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, berücksichtigt werden,
5. behindertenspezifische Nachteile überwunden werden,
6. Anreize zur Aufnahme und Ausübung einer Erwerbstätigkeit geschaffen und aufrechterhalten werden.
(3) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende umfasst Leistungen
1. zur Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit insbesondere durch Eingliederung in Arbeit und
2. zur Sicherung des Lebensunterhalts."
Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis, §1 zum SGB II
"Aufgabe der Sozialhilfe ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht.
Die Leistung soll sie so weit wie möglich befähigen, unabhängig von ihr zu leben; darauf haben auch die Leistungsberechtigten nach ihren Kräften hinzuarbeiten. Zur Erreichung dieser Ziele haben die Leistungsberechtigten und die Träger der Sozialhilfe im Rahmen ihrer Rechte und Pflichten zusammenzuwirken."
Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis, § 1 zum SGB XII
Du siehst also, weder der Gedanke von HartzIV (SBG II) noch der sonstigen Sozialhilfe (SGB XII) zielen darauf ab, dass deren Empfänger sich auf einen Dauerbezug einrichten können und sollen!
Vielmehr sind diese Leistungen immer nur eine Übergangslösung und alle Beteiligten -auch der Empfänger selbst- haben daraufhin zu wirken, dass ein Leben ohne diese Leistungen möglich ist. Ist erkennbar, dass der Leistungsempfänger kein Interesse hat daran mitzuwirken, so können diese Leistungen auch gekürzt werden (siehe z.B. § 31a SGB II).
Pattick hat geschrieben:Wieso? Man erzieht Kinder nach seinen Idealen. Irgendwann sind sie alt genug, sich zu emanzipieren und entwickeln daraus im Diskurs mit anderen Idea-len/Erfahrungen/Lebenseinstellungen, mit denen sie in Kontakt kommen und die sie kennen lernen, eigene Ideale und ihren Weg. Das ist mein Ziel. Aber was ihn ihnen vormache, ist mein Ideal. Wenn ich keine Ideale habe, kann ich keine Kinder erziehen. Diese Beliebigkeit ist nichts für kleine Kinder. Ab einem gewissen Alter emanzipieren Kinder bzw. Jugendliche sich. Bis dahin brauchen sie Führung und man muss ihnen ein Vorbild sein, ihnen Vorleben. Der Gedanke, dass schon kleine Kinder das alles selbst können und eigene Wertvorstellungen haben, ist finde ich grundfalsch. Kleine Kinder brauchen Führung. Erst mit der Pubertät entwickeln sie ihre eigenen Standpunkte. Die-sen Prozess gilt es dann zu fördern. Und dieser Prozess ist am erfolgreichsten, wenn sie vorher möglichst gut darauf vorbereitet wurden. Und das geht nicht durch Beliebigkeit sondern durch Erziehung.

Oh Mann, bevor du dich tatsächlich an die Kindererziehung machst, solltest du dich aber nochmals gründlich darüber informieren!
Ja, Erziehung durch die Eltern ist wichtig und legt den Grundstein für vieles, aber du und dein Kind lebt bis zu dessen Pubertät nicht in einer Quarantänestation ohne soziale Kontakte. Du magst ein Kind bis zu einem gewissen Punkt führen, aber bereits frühzeitig werden sie auch durch äußere Faktoren und andere Menschen gelenkt und bilden so auch schon vor der Pubertät eigene Vorstellungen aus.
Du kannst natürlich versuchen die Persönlichkeit deines Kindes zu brechen, damit es solange wie möglich deinen Vorstellungen entspricht, oder du unterstützt es von Beginn an auf seinem Weg ein eigenständiger Mensch zu werden.