Ich meine, ihr seid beide in einem Alter, in dem man nicht immer wieder "von vorn" anfängt. Erst recht nicht, wenn man sich perspektivisch doch eine Familie wünscht.
Ist ein bisschen so, als würde man immer dann, wenn der Beruf langsam Alltag wird, feststellen, dass man doch lieber noch mal ein Studium dran hängt und einen weiteren Beruf erlernt, weil einen der jetzige ja vielleicht nicht ewig ausfüllen könnte.
Das klingt mir auch ein bisschen nach der Angst vor dem Erwachsenwerden. Angst davor, sich festzulegen, sich zu begrenzen. Aber man kann sich nicht ewig alle Türen offenhalten. Und selbst wenn man sich der Illusion hingibt, gehen die Türen langsam einfach zu. Das ist der Lauf der Lebens.
Kann es sein, dass dein Freund sich einfach ein wenig vom Erwartungsdruck, unter den er sich selbst setzt, befreien will? Mit der Angst kämpft: Und was ist, wenn ich dann doch nicht genüge? (So übersetze ich in seinem Fall: Die Gefühle reichen nicht aus.) Hat er eigentlich perspektivisch einen Kinderwunsch?
Vielleicht habt ihr ja gerade eher einen guten Anfang gemacht für eine ernstere Beziehung. In der schneller und selbstverständlicher Wünsche, Ängste, (unterstellter) Erwartungsdruck etc. auf den Tisch kommen. In der ihr miteinander wachst. Ausgang offen (das bleibt er ei Leben lang, auch mit Trauschein!)
Vielleicht helfen euch miteinander Gedankenspiele? So nach dem Motto: Wie müssten sich für dich deine Gefühle anfühlen, damit du denkst, die Gefühle würden "reichen"? Oder: Was müsste geschehen, dass du (ich meine in dem Falle dich) dich in unserer Beziehung sicher aufgehoben fühlst? Oder: Was würde für dich wegfallen, wenn wir "nur" befreundet wären?
Meine "Ferndiagnose"