Ich war schon seit einiger Zeit nicht mehr aktiv hier, möchte aber von meinen letzten Wochen berichten. Dabei bin ich nämlich von einem Gefühlsextreme ins andere geschwankt.
Anfang April ist mein Vater sehr sehr plötzlich verstorben. Das war schon ein großer Schock, für mich war er nämlich tatsächlich sowas wie mein bester Freund, so'n Kumpel-Papa halt. Das war schon ziemlich heftig.
Und weil ich damit einfach so gar nicht klargekommen bin, hab' ich einen alten Freund kontaktiert, von dem ich wusste, dass er sich im Bereich Trauerarbeit und -hilfe selbstständig machen will. Und ich hab ihn einfach gefragt, ob er nicht einen Tipp oder so für mich hat. Und er meinte halt, dass er das erst im direkten Gespräch mit mir machen kann.
Fast einen Monat lang haben wir's nicht geschafft, uns mal zu treffen, obwohl er nur zwanzig Minuten entfernt wohnt. Vor zwei Wochen dann aber endlich. Und wir haben die ganze Nacht durchgequatscht und plötzlich hat's einfach irgendwie gefunkt. Ich kenne ihn schon so lange! Und er wollte früher sogar schonmal was von mir und damals hab ich ihm 'nen Korb gegeben.
Diesmal aber nicht. Er wollte mich die ganze Zeit anfassen und ich bin dabei immer total zusammen gezuckt, weil ich das ja einfach bisher noch gar nicht kannte! Und irgendwann hat er geschnallt, was mit mir los ist und war total lieb. An dem Abend ist auch noch gar nichts weiter passiert.
Aber zwei Tage später wollten wir uns dann nochmal treffen und einfach zusammen 'nen Film gucken, weil wir beide halt irgendwie gemerkt haben, dass da mehr ist.
Und dann haben wir auch wirklich ganz brav zusammen den Film geguckt und gekuschelt (das war für meine Berührungsängste ja schon ein Mega-Erfolg!) und dann wurde es langsam immer mehr und äh... heftiger. Und damit hatte ich mein erstes Mal auch hinter mir.
Aber man weiß nie, welche Pläne das Schicksal für einen parat hat. Und die Hoffnung stirbt zuletzt.