Ich bin neu hier, obwohl ich schon früher viel hier rumgelesen hatte und auch mal vor etlichen Jahren angemeldet war.
Ich bin Mitte 30, ABine und bisher ists bei mir immer nur bis zum Knutschen gekommen.
Ich entstamme einer völlig dysfunktionalen Familie (Alkoholismus, Koabhängigkeit, Gewalt, Manipulation, Kontrollierendes Verhalten ... alles dabei) und meine Angst vor Beziehungen, Nähe, Verlust meiner Freiheit aber v.a. auch davor verletzt zu werden, kommt sicher von dort. Vor etwa 10 Jahren habe ich da sehr viel schon mit einer Therapeutin aufgearbeitet und kam damals dann wenigstens so weit, dass ich mich auf Flirts einlassen konnte (und eben ein paar Mal rumknutschte) und überhaupt erst mal bemerkte, wenn ein Mann Interesse signalisierte.
Es gab allerdings nur einmal wirklich jemanden, der mich ernsthaft interessierte, bei dem ich damals auch die ersten Schritte unternahm und irrsinnig stolz auf mich war. Leider entpuppte er sich als unehrlicher Idiot, der noch jemand anderen nebenbei warm gehalten hatte, bis er sich dann irgendwann für eine von beiden entschied (nicht mich, zum Glück wie ich hinterher oft dachte). Es waren nur ein paar Wochen, aber die waren voller Spielchen und Ein-Schritt-vor-ein-Schritt-zurück-Getue. Das hat mich damals ziemlich verletzt und ich hab echt lang gebraucht, um darüber hinweg zu kommen.
Und seither kam einfach niemand mehr, der mich ernsthaft interessiert hätte und wo ich meine damals neuerworbenen "Fähigkeiten" hätte ausprobieren können. Ich dachte die ganzen Jahre immer: Ach, du bist damals so weit gekommen, wenns passt, schaffst du auch den Rest. Und in den Jahren fehlte mir tatsächlich auch nicht viel. Mein Single-Dasein war ganz gemütlich. Ich hab seit Jahren nicht mehr aktiv gesucht.
Bis ich vor ein paar Wochen jemanden kennen lernte, der mir sehr eindeutiges Interesse bekundete. Die ersten Treffen liefen wie aus dem Bilderbuch: Verliebte Blicke, Händchenhalten, gute Gespräche... und dann bekam ich solche Panik, dass ich eine Nachricht schickte, das würde alles nix etc. Ich sagte auch, dass ich völlig überfordert in einer solchen Situation sei, da ich in einer solchen Situation einfach noch nie war.
Kaum hatte ich die Nachricht geschickt, hab ich mich über mich selbst geärgert, dass ich mich selbst so sabotiere, WEIL es einfach gerade mal gut läuft. Eine Freundin hat mir auch ordentlich den Kopf gewaschen, so dass ich nach ein paar Tagen noch mal eine Nachricht hinterher schickte und mich für die erste entschuldigte und einfach erklärte, dass sie aus einer Panik-Attacke heraus entstanden war.
Er war auch tatsächlich bereit, dass wir uns wieder treffen. Und was soll ich sagen...
Jetzt hab ich natürlich Schiss, dass ich es wieder verbocken könnte. Dass ich wieder Panik schiebe und einfach davon laufe. Aber genauso Schiss habe ich davor, wie es weitergeht, wenn es gut läuft. Mehr als Knutschen hab ich noch nie gemacht und meine Botschaft, dass ich noch nie in einer solchen Situation war, kam offenbar auch nicht so an, dass er verstanden hätte, was ich gesagt habe.
Nun hoffe ich hier ein bisschen auf Austausch und Tipps in Punkto "Beziehungsanbahnung für Dummies"
LG, Pacifica