Sorry für den verkorksten Titel dieses Themas. Ich wusste nicht wie ich es sonst kurz und knapp formulieren soll.
Ich bin ABlerin, 34 Jahre alt und lebe im Ruhrgebiet.
Ich hatte bisher keine Beziehung und keinen Sex. Maximum war ein Kuss. Wobei der tatsächlich vor ein paar Jahren eher überfallartig zustande kam (keine vorherigen körperlichen Annäherungsversuche; daher kam das aus dem Nichts). Ich war etwas überfordert und habe im Grunde nur reagiert.
Da ich bezüglich Beziehungsanbahnungen sehr unerfahren bin erhoffe ich mir Ratschläge oder auch Erfahrungsberichte wie es euch bei solchen Anbahnungen geht... Ich denke da seid ihr und dieses Forum der perfekte Ansprechpartner.
Vllt. erstmal zu mir, damit man mein Problem im Gesamtbild sehen kann:
Wie es zu meinem ABtum kam, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich war früher schüchtern und hatte immer Hobbies die man Alleine betreibt. War nicht der Partytyp und eher introvertiert. So ergaben sich Kontakte, bis auf vereinzelte beste Freunde, praktisch gar nicht. Meine Schüchternheit legte sich etwas als ich in die Berufswelt ging und gezwungenermaßen Kontakte mit Kunden und Kollegen hatte. Die waren aber alle entsprechend älter als ich. Zudem hatte ich bis Ende 20 Übergewicht und fühlte mich nicht sonderlich attraktiv. Daher kam es zwar übers Onlinedating zu treffen aber eigentlich hatte ich auch Angst vor Ablehnung. Wie ich nun seit kurzem über mich selbst herausgefunden habe: Eine gewisse Bindungsangst ist bei mir zudem vorhanden.
Ich habe dann mit Anfang 30 angefangen an mir zu arbeiten. Mit Sport und Ernährungsumstellung ca. 40 kg abgenommen, bin aktiver geworden und fühlte mich besser in meiner Haut.
Also habe ich wieder angefangen Onlinedating zu betreiben. Hauptsächlich aus dem Gefühl heraus, dass ich etwas sehr wichtiges verpassen könnte, das wichtig in dem Leben vieler Menschen ist (=Beziehung). Ich hatte auch die Befürchtung dass das Leben im Grunde an mir vorbeizieht.
Das hört sich jetzt bescheuert hat.... Vielleicht liegt es auch daran dass ich schon so lange Single bin und mich entsprechend eingerichtet habe. Im Grunde ist es eher eine Pflicht und nicht sonderlich spaßig zu diesen Dates zu gehen. Häufig denke ich schon vor dem Date dass ich lieber etwas anderes tun würde aber zwinge mich dazu weil ich nicht so Einsiedlerisch meine Freizeit verbringen sollte.
Ich kann nicht Flirten und bleibe häufig auf freundschaftlicher Distanz einfach weil ich nicht geübt darin bin und es mir unangenehm ist. Zum Glück bin ich der weibliche Part und muss nicht proaktiv sein. Das wäre tatsächlich eine Vollkatastrophe.
Das merkwürdige ist: Ich leide nicht so wirklich unter mein ABtum und Singledasein und frage mich dann was mit mir nicht stimmt. Klar, ich denke mir ab und zu: dieses WE hättest du gerne was unternommen. Schade dass du gerade niemanden hast, mit dem du gemeinsam was machen kannst. Aber das ist tatsächlich nur der Fall wenn mir langweilig ist (mein Beruf und mein Hund nehmen sehr viel meiner Zeit ein). Ich brauche viel Zeit für mich um abzuschalten. Also jmd der jeden Abend zuhause auf mich wartet, wäre mir definitiv zu viel.
Aktuell stelle ich mir selbst immer wieder die Beziehungsfrage. Warum will ich überhaupt eine Beziehung? Ich will nicht ständig aufeinander hängen und habe meinen Alltag den ich sehr gerne mag wie er ist.
Ich möchte keine Kinder. Habe also keine Torschlusspanik.
Sex fehlt mir nicht weil ich ihn nicht kenne. Berührungen von Fremden sind mir unangenehm also ONS wären nichts für mich.
Da kommt dann schon die Überlegung auf ob ich vllt. eher nach Freundschaften suchen sollte und nicht nach einer Beziehung...
Das hinterfrage ich dann aber wiederum. Weil es dem Umstand geschuldet sein könnte dass ich im Grunde mein ganzes Leben Single bin/war und mich dementsprechend eingerichtet habe. Und ich gar nicht weiss was mir durch die fehlende Beziehung "entgeht". UND: weil ich aufgrund meiner Bindungsangst mich vllt. auch selbst sabotiere. So im Sinne von: Ich kann es nicht haben aber ich will es ja eh nicht.
Hattet ihr auch schon mal überlegt euren Singlestatus beizubehalten weil euch eine Beziehung und die Anbahnung dahin zu anstrengend ist?
Ich weiss es in meinem Fall einfach nicht.
Aktuell treffe ich jmd. der eigentlich vielversprechend sein könnte aber der Funke springt nicht über. Und da fehlt mir dann wieder die Erfahrung um zu sagen: Das "reicht" um den Kontakt weiter zu verfolgen. Oder eben nicht.
Es fühlt sich aktuell eher an als ob ich einen guten Freund treffe... Bei mir stellen sich keinerlei romantische Gefühle ein (bin aber auch eher ein Kopfmensch und war in meinem Leben nie richtig verknallt). Aber da wir uns über eine Datingplattform kennengelernt haben, will er es natürlich forcieren.
Er hatte schon beim zweiten Date einen Kussversuch unternommen, den ich aber abgeblockt habe. (Mir ist generell ein zweites Date dafür viiiieeeel zu früh). Er hat es mit Fassung getragen. Er hat mich jetzt zum fünften Date zum Kochen eingeladen und ich überlege den Kontakt jetzt abzubrechen.
Ich finde ihn sympathisch. Wir sind uns was Humor, Werte und Hobbies angeht sehr sehr ähnlich. Bessere Dates hatte ich diesbezüglich noch nicht. Aber die Anziehung ist nicht da.... Kann das noch kommen? Sollte es schon da sein?
Mir ist klar dass Verliebtheit direkt zu Beginn kein Muss ist und Sympathie reicht. Aber wie ist es mit erotischer Anziehung...? Da regt sich bei mir nichts. Ich habe nicht das Bedürfnis ihn zu küssen. Kann das also nichts mehr werden?
Oder suche ich eigentlich nur nach Gründen um das nicht weiter zu vertiefen?
Ich finde das so schwierig einzuschätzen weil ich eben keinerlei Erfahrung habe und nicht weiss was normal ist und was nicht.
In jedem Fall vielen Dank dass ihr es durch diesen Monstertext geschafft habt- Vllt. kann sich ja jmd. hier mit dem Problem identifizieren oder hat eine andere Sichtweise darauf.
Jede Rückmeldung würde mich freuen.
Gruß
Molly
