Doch darüber will ich nicht schreiben. Die Intention liegt wo anders.
Ich schreibe eine Art Tagebuch. Wenn ich mal auf einer Seite fünf Tage zusammengefasst habe, dann ist das ein gutes Zeichen. Braucht ein Tag mehrere Seiten oder die Tage fließen ineinander und es braucht keine Datumsangaben, dann wird's kritisch. Vom Eintrag am 18. März bis heute, also 7 Tage, sind 31 Seiten vergangen. Und ich dachte, ich teile mit euch den letzten Eintrag. Dieser stammt von vor gut 3h, als ich gerade von der Arbeit nach Hause gekommen bin, geschrieben im Auto, geparkt am Parkplatz.
"Kurz vor 18 Uhr. Ich stehe am Parkplatz vor meiner Wohnung. Ich bleibe sitzen, Motor aus, Schlüssel ab.
Die plötzliche Stille im Fahrzeug ist angenehm. Einzig das Klacken des Autoschlüssels, den ich Einklappe, Ausklappe, Einklappe, Ausklappe, durchdringt die Stille.
Ich kann hören wie die Geräusche des Schlüssels, die Schallwellen, die komprimierte Luft im Fahrzeuginneren verdrängen.
Bei jeden Klicken durchbricht dieser helle Ton die stumpfe Umgebung, in der ich Sitze.
Nur vorbeifahrende Autos mischen sich unter die sonst stille Wahrnehmung. Und Vogelgezwitscher.
Das allmählich dunkler werdende Licht hilft beim Entspannen. Es nimmt den Dingen in meiner Sicht den grellen Anschein.
Es wirkt matt, leicht bläulich. Vielleicht liegt es auch an dem Stift mit der blauen Tinte, mit dem ich diese Zeilen auf das weiße Papier meines kleinen Notizbuches niederschreibe.
Ich habe keine Lust auszusteigen. Keine Lust in die Wohnung zu gehen. Mich zu duschen. Zu Essen.
Sitzen bleiben und einschlafen. Und alles ist vorbei, vergessen. Als wäre alles ein böser Traum gewesen. Ein Albtraum.
Das blinken eines roten Lichtes lenkt meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Warnhinweis, dass der Schlüssel nicht steckt und das Auto nicht verschlossen ist. Egal, ich sitze im Auto und der Schlüssel ist bei mir.
Ich hoffe darauf, dass diese Schwankung bleibt, denn dann würde morgen wieder ein guter Tag sein.
Es ist anstrengend und mühsam.
Langsam wird die Luft stickig und der Gurt, mit dem ich immer noch angeschnallt bin, drückt.
Ich werde doch aussteigen.
Jede Faser wehrt sich."
Es geht darin jetzt nicht direkt um das Thema AB, aber es ist damit verknüpft. Insofern als mein jetziger Zustand auch (aber nicht nur) durch mein AB-Dasein genährt wird.
Spoiler: Ich bin in meine Wohnung, hab geduscht und gegessen
Für mich hat sich das Schreiben in letzter Zeit als enorm wertvoll erwiesen, um, naja, zum Beispiel solche Tage ein wenig abzufedern, zu kompensieren.
Schreibt ihr auch ein Tagebuch? Oder habt ihr andere ähnliche Methoden, um mit einem schlechten Tag umzugehen?