Angst vor (Miss)Erfolg

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ERSTER BEITRAG DES THEMAS
Moridin

Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass ich inzwischen zu der üblichen Angst, allein zu bleiben, auch Angst davor habe, doch mal erfolgreich zu sein.
Also egal was passiert, ich habe Angst davor. Was irgendwie ziemlich bescheuert ist.

Dabei dreht sich die Angst natürlich nicht darum, dass ich eine Partnerin kriege und eine glückliche Beziehung führen werde.
Sondern vielmehr scheint die Angst immer im folgenden Schritt zu bestehen.
Beispiel: Angenommen ich bin bei Tinder angemeldet und bekomme ein Match, dann wäre das eigentlich erstmal ein Erfolg und somit ein Grund zur Freude. Allerdings kommt dann die Angst davor, was ich schreiben soll, wie das ankommt, wie es weitergeht, usw.
Die Unterhaltung läuft gut und wir machen ein Date aus. Wieder eigentlich ein Grund zur Freude, aber dann kommt die Angst davor, wie das Date laufen wird, da ich keine Ahnung habe wie ich mich verhalten soll, bzw. was mich erwarten wird und ich mich nicht wirklich auf die Situation vorbereiten kann.

Und so geht das dann quasi weiter und bei allen möglichen Situationen verhält sich das so (so scheint es zumindest).
Ich denke (Teil der) Ursache ist einfach die Angewohnheit, alles extrem zu überdenken. Ich bin gedanklich bereits 10 Schritte weiter und versaue mir dadurch einen möglichen Erfolg. Das dürfte wahrscheinlich auch einigen von euch bekannt vorkommen.

Da fällt mir ein "Witz" ein, den ich mal gehört habe:
Du willst den Rasen mähen, allerdings ist dein Rasenmäher kaputt. Macht nichts, du kannst ja zum Nachbarn rübergehen und fragen, ob du seinen Rasenmäher ausleihen kannst.
Während du rübergehst und an die Tür klopfst, gehst du gedanklich bereits das Gespräch durch und denkst an all die möglichen Begründungen, wieso er dir den Rasenmäher nicht ausleihen könnte.
Als der Nachbar schließlich die Tür öffnet, sagst du nur noch "Ach behalt doch deinen scheiß Rasenmäher" und drehst wieder um :mrgreen:

ERSTER BEITRAG DES THEMAS
Mefi

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Mefi »

Die Frage ist für mich: ist es ein kompletter Misserfolg, wenn nach dem Match das Gespräch misslingt? oder ob das Date dann nicht wie geplant verläuft?

Menschen lernen vor allem aus Dingen, die man eben falsch macht, und Fehler gehören dazu, um es etwas besser zu machen. Ich würde darauf wetten, dass du bei deinem ersten Arbeitgeber am Anfang Fehler gemacht hast, die dir heute nichtmehr passieren würden. (und manche waren vielleicht massiv, dass sie sich in deinem Gehirn eingebrannt haben :mrgreen: )

Ein kleines Zitat von Michael Jordan:

"I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed."

Nur wer das Risiko eingeht und in Kauf nimmt, nicht erfolgreich zu sein, kann am Ende als Gewinner dastehen. Man kann aus vergangenen Misserfolgen sicherlich was mitnehmen und lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen, aber man muss sich dem Stellen und einfach einkalkulieren, dass es beim ersten Mal vielleicht auch schief gehen kann. Probiere es einfach aus und mach das Beste draus und schau, wie weit du kommst. Viel Erfolg und Glück dabei
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

Mefi hat geschrieben: ↑27.07.2023, 12:41 Die Frage ist für mich: ist es ein kompletter Misserfolg, wenn nach dem Match das Gespräch misslingt? oder ob das Date dann nicht wie geplant verläuft?

Menschen lernen vor allem aus Dingen, die man eben falsch macht, und Fehler gehören dazu, um es etwas besser zu machen. Ich würde darauf wetten, dass du bei deinem ersten Arbeitgeber am Anfang Fehler gemacht hast, die dir heute nichtmehr passieren würden. (und manche waren vielleicht massiv, dass sie sich in deinem Gehirn eingebrannt haben :mrgreen: )

Ein kleines Zitat von Michael Jordan:

"I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed."

Nur wer das Risiko eingeht und in Kauf nimmt, nicht erfolgreich zu sein, kann am Ende als Gewinner dastehen. Man kann aus vergangenen Misserfolgen sicherlich was mitnehmen und lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen, aber man muss sich dem Stellen und einfach einkalkulieren, dass es beim ersten Mal vielleicht auch schief gehen kann. Probiere es einfach aus und mach das Beste draus und schau, wie weit du kommst. Viel Erfolg und Glück dabei
Da hast du natürlich Recht und das klingt auch alles sehr logisch, aber die Angst bleibt.
Ich lasse mich ja auch nicht von der Angst davon abhalten, einer Frau zu schreiben oder zu versuchen ein Date auszumachen, wenn es zu so einer Situation käme.
Was momentan nicht der Fall ist, da ich gerade privat einige schwierige Situationen durchmache und beim oberflächlichen OD dadurch wohl noch weniger Chancen hätte, als ohnehin schon.

Ich werde jedenfalls versuchen, diese Angst nicht Ernst zu nehmen und ihr keine Kraft zu geben, indem ich meine Gedanken in solche Richtungen abschweifen lasse.

Danke, dir auch ;)
Mefi

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Mefi »

Angst oder auch Scham wirklich abzustellen ist, glaube ich, auch nicht wirklich möglich. Außer, man stellt sich ihr und überwindet sich eben. Stellt vielleicht auf dem Weg fest, dass es doch nicht so schlimm ist, wie man sich das vorgestellt hat.
Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 12:53 Was momentan nicht der Fall ist, da ich gerade privat einige schwierige Situationen durchmache und beim oberflächlichen OD dadurch wohl noch weniger Chancen hätte, als ohnehin schon.
Ich habe hier von den ein oder anderen stilleren Mitglied das Gesicht gesehen, und viele davon hätten auch beim OD-Erfolg, weil sie nicht nur "nicht hässlich", sondern hübsch sind. Man kann sich dadurch realistischer einordnen. Auch https://www.photofeeler.com ist eine gute Adresse, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, wo man steht.

Aber nimm dir die Zeit, die du brauchst, und räume private Probleme aus dem Weg, wenn du das Gefühl hast, dass dich fremd Bewertung anderer zu sehr runterzieht.
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

Mefi hat geschrieben: ↑27.07.2023, 13:25 Angst oder auch Scham wirklich abzustellen ist, glaube ich, auch nicht wirklich möglich. Außer, man stellt sich ihr und überwindet sich eben. Stellt vielleicht auf dem Weg fest, dass es doch nicht so schlimm ist, wie man sich das vorgestellt hat.
Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 12:53 Was momentan nicht der Fall ist, da ich gerade privat einige schwierige Situationen durchmache und beim oberflächlichen OD dadurch wohl noch weniger Chancen hätte, als ohnehin schon.
Ich habe hier von den ein oder anderen stilleren Mitglied das Gesicht gesehen, und viele davon hätten auch beim OD-Erfolg, weil sie nicht nur "nicht hässlich", sondern hübsch sind. Man kann sich dadurch realistischer einordnen. Auch https://www.photofeeler.com ist eine gute Adresse, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, wo man steht.

Aber nimm dir die Zeit, die du brauchst, und räume private Probleme aus dem Weg, wenn du das Gefühl hast, dass dich fremd Bewertung anderer zu sehr runterzieht.
Früher hatte ich da öfter mal Zweifel (auch wegen des nicht vorhandenen Erfolges im OD), aber inzwischen mag ich mein Aussehen und bin zwar vermutlich nicht "super schön", aber finde mich durchaus attraktiv. Allerdings weiß ich nicht, wieso OD dann wirklich absolut nicht funktioniert hat.
Aber dennoch danke für den Tipp.

Meine derzeitige Situation ist einfach (glaube ich) etwas schwierig wenn man Daten will.
Ich hab seit zwei Jahren nicht gearbeitet aufgrund psychischer Probleme (die allerdings höchstwahrscheinlich ein dauerhafter Begleiter sind und nur möglicherweise etwas besser werden können), bin gerade in einer längerfristigen Rehamaßnahme und weiß absolut nicht, wie es weitergehen wird. Im Moment halte ich es für fast gleich realistisch, dass ich in einem Jahr wieder arbeite oder Rente beziehe.
Da komme ich beim OD wohl eher nicht so gut an. Wäre etwas anderes wenn ich im Alltag regelmäßig Kontakt zu einer Frau hätte, die sehen kann, was das alles wirklich bedeutet und dass ich trotz dieser Schwierigkeiten positive Aspekte in eine Beziehung mitbringen könnte.
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von alex321 »

Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 13:40 Meine derzeitige Situation ist einfach (glaube ich) etwas schwierig wenn man Daten will.
Ich hab seit zwei Jahren nicht gearbeitet aufgrund psychischer Probleme (die allerdings höchstwahrscheinlich ein dauerhafter Begleiter sind und nur möglicherweise etwas besser werden können), bin gerade in einer längerfristigen Rehamaßnahme und weiß absolut nicht, wie es weitergehen wird. Im Moment halte ich es für fast gleich realistisch, dass ich in einem Jahr wieder arbeite oder Rente beziehe.
Da komme ich beim OD wohl eher nicht so gut an.
Diese Problematik kenne ich nur zu gut. Arbeitslosigkeit ist beim Dating ein genauso großes Hindernis wie starkes Übergewicht oder ein potthässliches Gesicht. Auch Geringverdiener-Jobs wie Hilfsarbeiter oder Auszubildender sind sehr unvorteilhaft bei der Partnersuche.

Als Arbeitsloser hatte ich praktisch keine Chance beim Online-Dating. Sobald ich gesagt habe dass ich arbeitslos bin wurde ich geghosted. Hier im Forum ist es übrigens genauso. ABienen wollen auch nichts mit Arbeitslosen zu tun haben. Ich dachte es wird besser wenn ich in einer Vollzeit-Ausbildung bin weil das ja zeigt dass ich nicht nur faul zu Hause rumsitze und auf einem guten Weg bin, aber es ist offensichtlich immer noch nicht genug, denn auch jetzt sind die Kontakte meistens vorbei wenn die Unterhaltung beim Thema Beruf ankommt. Ich sehe für mich momentan nur 2 Optionen:
  1. Viel Zeit und Energie ins Onlinedating investieren bis ich eine Frau finde der es egal ist dass ich wenig verdiene.
  2. Warten bis ich einen Job habe in dem ich einigermaßen gut verdiene.
Für 1 habe ich nicht die Energie und Nerven, weil Ausbildung und Jobsuche schon anstrengend genug sind, also muss ich wohl warten bis ich einen "herzeigbaren" Job habe.
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

alex321 hat geschrieben: ↑29.07.2023, 10:16
Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 13:40 Meine derzeitige Situation ist einfach (glaube ich) etwas schwierig wenn man Daten will.
Ich hab seit zwei Jahren nicht gearbeitet aufgrund psychischer Probleme (die allerdings höchstwahrscheinlich ein dauerhafter Begleiter sind und nur möglicherweise etwas besser werden können), bin gerade in einer längerfristigen Rehamaßnahme und weiß absolut nicht, wie es weitergehen wird. Im Moment halte ich es für fast gleich realistisch, dass ich in einem Jahr wieder arbeite oder Rente beziehe.
Da komme ich beim OD wohl eher nicht so gut an.
Diese Problematik kenne ich nur zu gut. Arbeitslosigkeit ist beim Dating ein genauso großes Hindernis wie starkes Übergewicht oder ein potthässliches Gesicht. Auch Geringverdiener-Jobs wie Hilfsarbeiter oder Auszubildender sind sehr unvorteilhaft bei der Partnersuche.

Als Arbeitsloser hatte ich praktisch keine Chance beim Online-Dating. Sobald ich gesagt habe dass ich arbeitslos bin wurde ich geghosted. Hier im Forum ist es übrigens genauso. ABienen wollen auch nichts mit Arbeitslosen zu tun haben. Ich dachte es wird besser wenn ich in einer Vollzeit-Ausbildung bin weil das ja zeigt dass ich nicht nur faul zu Hause rumsitze und auf einem guten Weg bin, aber es ist offensichtlich immer noch nicht genug, denn auch jetzt sind die Kontakte meistens vorbei wenn die Unterhaltung beim Thema Beruf ankommt. Ich sehe für mich momentan nur 2 Optionen:
  1. Viel Zeit und Energie ins Onlinedating investieren bis ich eine Frau finde der es egal ist dass ich wenig verdiene.
  2. Warten bis ich einen Job habe in dem ich einigermaßen gut verdiene.
Für 1 habe ich nicht die Energie und Nerven, weil Ausbildung und Jobsuche schon anstrengend genug sind, also muss ich wohl warten bis ich einen "herzeigbaren" Job habe.
Das kann ich mir gut vorstellen.
Leider ist das ein ziemlich langer Weg, also selbst wenn man sich in der Hinsicht verbessern kann, muss man halt im Normalfall drei Jahre mindestens warten (oder bei verkürzter Ausbildung auch nur zwei).

Kannst du für dich ausschließen, dass du dich aufgrund dieser Situation "schlecht" fühlst und sobald das Thema angesprochen wird, das auch ausstrahlst und es deswegen dann nicht mehr weitergeht?

Ich würde es ja verstehen, wenn man Kinder möchte. Da ist ein arbeitsloser Partner (oder Mindestlohnverdiener, Teilzeit, zweiter Arbeitsmarkt, usw.) natürlich einfach fürn Arsch auf gut Deutsch. Vor allem in der heutigen Zeit muss man sich Kinder erstmal leisten können.
Aber wenn keine Kinder vorgesehen sind und der Partner/die Partnerin nicht unbedingt teure Hobbys hat, bei denen man den Partner dabei haben will, sollte es doch eigentlich erst mal keine Rolle spielen?
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von alex321 »

Moridin hat geschrieben: ↑30.07.2023, 08:29 Kannst du für dich ausschließen, dass du dich aufgrund dieser Situation "schlecht" fühlst und sobald das Thema angesprochen wird, das auch ausstrahlst und es deswegen dann nicht mehr weitergeht?
Mir persönlich geht es nicht so schlecht damit ein Arbeitsloser oder ein Geringverdiener zu sein weil ich das sparsame Leben von klein auf gewohnt bin und mein Sozialleben nicht sehr umfangreich ist.

Andere Leute haben ein viel größeres Problem damit. Ich wurde schon als fauler Hund und Sozialschmarotzer bezeichnet. Online wurde ich von Frauen meistens sofort geghosted wenn rauskam dass ich ein Arbeitsloser oder ein Geringverdiener bin. Ein richtiges Date hatte ich deswegen noch gar nicht.

Moridin hat geschrieben: ↑30.07.2023, 08:29 Ich würde es ja verstehen, wenn man Kinder möchte. Da ist ein arbeitsloser Partner (oder Mindestlohnverdiener, Teilzeit, zweiter Arbeitsmarkt, usw.) natürlich einfach fürn Arsch auf gut Deutsch. Vor allem in der heutigen Zeit muss man sich Kinder erstmal leisten können.
Aber wenn keine Kinder vorgesehen sind und der Partner/die Partnerin nicht unbedingt teure Hobbys hat, bei denen man den Partner dabei haben will, sollte es doch eigentlich erst mal keine Rolle spielen?
Die Frauen die in meinem Alter (30-40) noch single sind wollen oft Kinder haben. Das ticken der biologischen Uhr ist sicher der Hauptgrund wegen dem ich als Geringverdiener sofort aussortiert werde. Ich kann jetzt aber auch nicht sagen dass ich Interesse von jüngeren (unter 30) oder älteren (über 40) Frauen bekomme :sadman:
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

alex321 hat geschrieben: ↑30.07.2023, 09:48
Moridin hat geschrieben: ↑30.07.2023, 08:29 Kannst du für dich ausschließen, dass du dich aufgrund dieser Situation "schlecht" fühlst und sobald das Thema angesprochen wird, das auch ausstrahlst und es deswegen dann nicht mehr weitergeht?
Mir persönlich geht es nicht so schlecht damit ein Arbeitsloser oder ein Geringverdiener zu sein weil ich das sparsame Leben von klein auf gewohnt bin und mein Sozialleben nicht sehr umfangreich ist.

Andere Leute haben ein viel größeres Problem damit. Ich wurde schon als fauler Hund und Sozialschmarotzer bezeichnet. Online wurde ich von Frauen meistens sofort geghosted wenn rauskam dass ich ein Arbeitsloser oder ein Geringverdiener bin. Ein richtiges Date hatte ich deswegen noch gar nicht.
Ok verstehe.
Kann ich mir sehr gut vorstellen.
Erschwert das Ganze natürlich deutlich.
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von alex321 »

Ich hatte mittlerweile mein erstes richtiges Date. :good:
Weiter bin ich trotzdem nicht, denn sie will kein zweites Date.
Auf zur nächsten Odyssee eine Frau zu finden der ein geringes Einkommen egal ist. (Und der AB-Status.)
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

alex321 hat geschrieben: ↑24.08.2023, 19:56 Ich hatte mittlerweile mein erstes richtiges Date. :good:
Weiter bin ich trotzdem nicht, denn sie will kein zweites Date.
Auf zur nächsten Odyssee eine Frau zu finden der ein geringes Einkommen egal ist. (Und der AB-Status.)
Immerhin ein erstes Date.
Glückwunsch dazu :good:
Auch wenn es letztendlich nicht gefruchtet hat.

War dein Einkommen oder das ABtum einer der Gründe, wieso sie kein zweites Date möchte? Weißt du das?
Bzw. wusste sie davon?
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von blank pager »

Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 11:46 In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass ich inzwischen zu der üblichen Angst, allein zu bleiben, auch Angst davor habe, doch mal erfolgreich zu sein.
Also egal was passiert, ich habe Angst davor. Was irgendwie ziemlich bescheuert ist.

Dabei dreht sich die Angst natürlich nicht darum, dass ich eine Partnerin kriege und eine glückliche Beziehung führen werde.
Sondern vielmehr scheint die Angst immer im folgenden Schritt zu bestehen.
Beispiel: Angenommen ich bin bei Tinder angemeldet und bekomme ein Match, dann wäre das eigentlich erstmal ein Erfolg und somit ein Grund zur Freude. Allerdings kommt dann die Angst davor, was ich schreiben soll, wie das ankommt, wie es weitergeht, usw.
Die Unterhaltung läuft gut und wir machen ein Date aus. Wieder eigentlich ein Grund zur Freude, aber dann kommt die Angst davor, wie das Date laufen wird, da ich keine Ahnung habe wie ich mich verhalten soll, bzw. was mich erwarten wird und ich mich nicht wirklich auf die Situation vorbereiten kann.

Und so geht das dann quasi weiter und bei allen möglichen Situationen verhält sich das so (so scheint es zumindest).
Ich denke (Teil der) Ursache ist einfach die Angewohnheit, alles extrem zu überdenken. Ich bin gedanklich bereits 10 Schritte weiter und versaue mir dadurch einen möglichen Erfolg. Das dürfte wahrscheinlich auch einigen von euch bekannt vorkommen.
Nun, aus eigener Erfahrung kenne ich viele Aspekte eines Posts, wobei ich es nicht als Angst bezeichnen würde, sondern als Unsicherheit bzw. Unwissenheit im Umgang mit Frauen. Unsicherheit kann in Angst münden, muss es aber nicht. Ein ungutes Gefühl ist für mich noch keine Angst, da gehört mehr dazu. Ausserdem, Frauen sind nunmal anders (bitte nicht abwertend verstehen) als Männer, was eine Form der Unsicherheit mit sich bringt mangels Erfahrung meinerseits und als Kopflastiger Mensch habe ich Schwierigkeiten eben diese gefühlsbetonte Ebene zu finden, welche mit Frauen in so einem Kontext nun mal wichtig ist. So glaube ich.

Da mir auch immer mehr der Eindruck kommt beim Online Dating (Tinder inkl.), dass man(n) sehr, sehr genau aufpassen muss, was man schreibt. Damit meine ich jetzt keine obzönen, sexualisierende oder ähnliche Inhalte, sondern ich bekomme, speziell seit der Corona-Zeit, den Eindruck, dass unheimlich viel in Sätze/Wörter hineininterpretiert wird (man also sein eigenes Gedankengut auf das Geschriebene projiziert und daraus Ableitungen trifft, die völlig daneben sein können, zugleich diese aber als "Wahrzeit" ansieht).
Gewissermaßen alles kurz geschriebene auf die (moralische) Goldwaage legt, sich mitunter als moralisch dem anderen überlegen ansieht und wenn jetzt das Gegenüber nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sofort der Kontaktabbruch erfolgt. Es fehlt zunehmend die Offenheit, die Toleranz so mein Eindruck mitsamt der daraus folgenden Flexibilität. Eine Art Perfektionismus hat sich breit gemacht, alles vorher durchzudenken, ja nur von diesem Plan nicht abzuweichen und alles muss den eigenen Vorstellungen nach laufen - bezogen auf ein Ereignis, so auch dem Dating (online/offline). Das mag eine Sicherheit mit sich bringen, ganz sicher so denke ich.
Ich nehme mich davon nicht gänzlich aus und hatte ein ähnliches Verhalten/Mindset (Perfektionismus) in meinen 20iger bzw. Anfang 30iger Jahre bei vielen Dingen (Sport, Uni und auch Job). Dieser wurde aber mit dem Alter weniger (wenngleich ich ihn wohl nicht ganz wegbekommen werde) dann aber und beim Dating mit Frauen hatte ich es ohnedies nicht. Da kann ich unterscheiden, Daten ist kein Job für mich und hier muss ich keine Leistung erbringen. Also ziemlich genau das Gegenteil zum Beruflichen, zumindest viele Jahre lang. Daher, weder denke ich vorher Gesprächsinhalte durch für das 1. Date noch plane ich den Ablauf bis ins Detail. Klar, ich frage schon, wo wir uns treffen und was sie grob machen will (etwas Sportliches, Spazieren gehen, Kaffeehaus sitzen), nicht zuletzt um auch das richtige Outfit (wenn wir nur spazieren gehen, muss ich keine Sportkleidung und Sportgerät mitnehmen, als wie wenn ich eine Radrunde mit ihr drehe) dabei zu haben. Mehr aber nicht.
Selbst beim 1. Date, welches doch schon über 5 Jahre zurück liegt, habe ich mir nur grobe Gedanken gemacht. Gut, ich gebe zu, durch meine kommunkative Art hier ziemlich flexibel zu sein, da ich mit vielen Menschen über vieles plaudern kann. Wenngleich meist auf der Sachebene und nicht auf der Gefühlsebene, was natürlich beim Daten bzw. in weiterer Folge einer Beziehungsanbahnung nicht so förderlich ist. Hier tue ich mir (noch) schwer. Vielleicht wird auch das einmal was.
Interessanterweise bin ich da recht offen und flexibel, im Gegensatz zu anderen Dingen im Leben. Vielleicht auch, weil ich im Job gewissermaßen ein enges Korsett hatte, suche ich in der Freizeit bzw. auch in einer Beziehung eher Gegenteiliges. Also mehr die Freiheit und das ungezwungene und wenig planerische.
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

blank pager hat geschrieben: ↑30.08.2023, 06:34
Moridin hat geschrieben: ↑27.07.2023, 11:46 In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass ich inzwischen zu der üblichen Angst, allein zu bleiben, auch Angst davor habe, doch mal erfolgreich zu sein.
Also egal was passiert, ich habe Angst davor. Was irgendwie ziemlich bescheuert ist.

Dabei dreht sich die Angst natürlich nicht darum, dass ich eine Partnerin kriege und eine glückliche Beziehung führen werde.
Sondern vielmehr scheint die Angst immer im folgenden Schritt zu bestehen.
Beispiel: Angenommen ich bin bei Tinder angemeldet und bekomme ein Match, dann wäre das eigentlich erstmal ein Erfolg und somit ein Grund zur Freude. Allerdings kommt dann die Angst davor, was ich schreiben soll, wie das ankommt, wie es weitergeht, usw.
Die Unterhaltung läuft gut und wir machen ein Date aus. Wieder eigentlich ein Grund zur Freude, aber dann kommt die Angst davor, wie das Date laufen wird, da ich keine Ahnung habe wie ich mich verhalten soll, bzw. was mich erwarten wird und ich mich nicht wirklich auf die Situation vorbereiten kann.

Und so geht das dann quasi weiter und bei allen möglichen Situationen verhält sich das so (so scheint es zumindest).
Ich denke (Teil der) Ursache ist einfach die Angewohnheit, alles extrem zu überdenken. Ich bin gedanklich bereits 10 Schritte weiter und versaue mir dadurch einen möglichen Erfolg. Das dürfte wahrscheinlich auch einigen von euch bekannt vorkommen.
Nun, aus eigener Erfahrung kenne ich viele Aspekte eines Posts, wobei ich es nicht als Angst bezeichnen würde, sondern als Unsicherheit bzw. Unwissenheit im Umgang mit Frauen. Unsicherheit kann in Angst münden, muss es aber nicht. Ein ungutes Gefühl ist für mich noch keine Angst, da gehört mehr dazu. Ausserdem, Frauen sind nunmal anders (bitte nicht abwertend verstehen) als Männer, was eine Form der Unsicherheit mit sich bringt mangels Erfahrung meinerseits und als Kopflastiger Mensch habe ich Schwierigkeiten eben diese gefühlsbetonte Ebene zu finden, welche mit Frauen in so einem Kontext nun mal wichtig ist. So glaube ich.
Du hast natürlich Recht, dass sehr viel auch einfach nur Unsicherheit ist.
Aber ich glaube, das geht bei mir dennoch Richtung Angst. Schwierig zu sagen, wo das eine aufhört und das andere anfängt.
Und ich bin wie du auch ein sehr kopflastiger Mensch.

Da mir auch immer mehr der Eindruck kommt beim Online Dating (Tinder inkl.), dass man(n) sehr, sehr genau aufpassen muss, was man schreibt. Damit meine ich jetzt keine obzönen, sexualisierende oder ähnliche Inhalte, sondern ich bekomme, speziell seit der Corona-Zeit, den Eindruck, dass unheimlich viel in Sätze/Wörter hineininterpretiert wird (man also sein eigenes Gedankengut auf das Geschriebene projiziert und daraus Ableitungen trifft, die völlig daneben sein können, zugleich diese aber als "Wahrzeit" ansieht).
Gewissermaßen alles kurz geschriebene auf die (moralische) Goldwaage legt, sich mitunter als moralisch dem anderen überlegen ansieht und wenn jetzt das Gegenüber nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sofort der Kontaktabbruch erfolgt. Es fehlt zunehmend die Offenheit, die Toleranz so mein Eindruck mitsamt der daraus folgenden Flexibilität. Eine Art Perfektionismus hat sich breit gemacht, alles vorher durchzudenken, ja nur von diesem Plan nicht abzuweichen und alles muss den eigenen Vorstellungen nach laufen - bezogen auf ein Ereignis, so auch dem Dating (online/offline). Das mag eine Sicherheit mit sich bringen, ganz sicher so denke ich.
In vielen Fällen kommt das wahrscheinlich auch einfach daher, dass viele der Frauen auf Tinder nicht auf ein Gespräch mit dir angewiesen sind und sobald darin etwas vorkommt, das ihnen nicht ganz zusagt, sie einfach den Gesprächspartner wechseln?

Das ist zwar einerseits irgendwie nachvollziehbar, aber ich verstehe was du meinst und finde das auch irgendwie fragwürdig.
Natürlich ist man niemandem etwas schuldig und kann jederzeit ein Gespräch abbrechen. Aber wenn die Begründung einfach nur eine Unsicherheit oder eventuell ein Missverständnis im Text ist (das kann schriftlich ja auch leicht passieren), könnte man doch ganz einfach nochmal nachfragen, ob man die Person richtig verstanden hat.

Ich hatte erst vor Kurzem eine Situation, in der ich anonym mit einer Frau geschrieben habe und es dann langsam darum ging, ob man sich kennenlernen möchte. Ich war sehr offen mit meiner aktuellen Situation und das hat sie etwas abgeschreckt (was ich absolut verständlich finde), aber sie sagte dennoch von sich aus, man "könne sich ja einfach mal kennenlernen". Nur um mich im Anschluss an genau diese Nachricht sofort zu ignorieren :roll:
So etwas verstehe ich einfach nicht.
Ich nehme mich davon nicht gänzlich aus und hatte ein ähnliches Verhalten/Mindset (Perfektionismus) in meinen 20iger bzw. Anfang 30iger Jahre bei vielen Dingen (Sport, Uni und auch Job). Dieser wurde aber mit dem Alter weniger (wenngleich ich ihn wohl nicht ganz wegbekommen werde) dann aber und beim Dating mit Frauen hatte ich es ohnedies nicht. Da kann ich unterscheiden, Daten ist kein Job für mich und hier muss ich keine Leistung erbringen. Also ziemlich genau das Gegenteil zum Beruflichen, zumindest viele Jahre lang. Daher, weder denke ich vorher Gesprächsinhalte durch für das 1. Date noch plane ich den Ablauf bis ins Detail. Klar, ich frage schon, wo wir uns treffen und was sie grob machen will (etwas Sportliches, Spazieren gehen, Kaffeehaus sitzen), nicht zuletzt um auch das richtige Outfit (wenn wir nur spazieren gehen, muss ich keine Sportkleidung und Sportgerät mitnehmen, als wie wenn ich eine Radrunde mit ihr drehe) dabei zu haben. Mehr aber nicht.
Selbst beim 1. Date, welches doch schon über 5 Jahre zurück liegt, habe ich mir nur grobe Gedanken gemacht. Gut, ich gebe zu, durch meine kommunkative Art hier ziemlich flexibel zu sein, da ich mit vielen Menschen über vieles plaudern kann. Wenngleich meist auf der Sachebene und nicht auf der Gefühlsebene, was natürlich beim Daten bzw. in weiterer Folge einer Beziehungsanbahnung nicht so förderlich ist. Hier tue ich mir (noch) schwer. Vielleicht wird auch das einmal was.
Interessanterweise bin ich da recht offen und flexibel, im Gegensatz zu anderen Dingen im Leben. Vielleicht auch, weil ich im Job gewissermaßen ein enges Korsett hatte, suche ich in der Freizeit bzw. auch in einer Beziehung eher Gegenteiliges. Also mehr die Freiheit und das ungezwungene und wenig planerische.
Das klingt doch ganz gut, dass du solche Gespräche und Dates locker angehen kannst.

Ich neige leider dazu, solche Dinge sehr stark zu zerdenken.
Da gehe ich beim Schreiben gedanklich schon das Zusammenziehen durch.
Wenn es denn zu einem Chat kommt :lol:
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von blank pager »

Moridin hat geschrieben: ↑30.08.2023, 13:12 In vielen Fällen kommt das wahrscheinlich auch einfach daher, dass viele der Frauen auf Tinder nicht auf ein Gespräch mit dir angewiesen sind und sobald darin etwas vorkommt, das ihnen nicht ganz zusagt, sie einfach den Gesprächspartner wechseln?

Das ist zwar einerseits irgendwie nachvollziehbar, aber ich verstehe was du meinst und finde das auch irgendwie fragwürdig.
Natürlich ist man niemandem etwas schuldig und kann jederzeit ein Gespräch abbrechen. Aber wenn die Begründung einfach nur eine Unsicherheit oder eventuell ein Missverständnis im Text ist (das kann schriftlich ja auch leicht passieren), könnte man doch ganz einfach nochmal nachfragen, ob man die Person richtig verstanden hat.
Gewiß, wobei ich auf Tinder kaum Erfahrung gemacht habe. Dort läuft ja extrem viel über reine Äußerlichkeiten, da Texte sehr kurz sind und vieles über zusätzliche Emojis läuft - kurzum über die Interpretationsschiene, wie ich das bezeichne.
Hier sind wir bei dem Punkt, ob jemand auch das aushält, was nicht exakt/100%ig ins eigene Weltbild/der eigenen Meinung passt. Diese Schwelle ist auch im Sinken in den vergangenen Jahren so mein Eindruck.
Ich meine, jeder kennt das aus Social Media, Internetforen oder sonstigen Diskussionsgruppen im I-net - da bauschen sich Meinungen/Aussagen mitunter ziemlich schnell intensiv auf und ein Shitstorm kann die Folge sein - oder sonst eine unerwünschte Reaktion.
Persönlich bin ich da erstens toleranter (i.S. dass ich mich nicht provozieren lasse) und zweitens deeskalierend. Wenn ich für mich bemerke, dass solche Diskussionen in eine gewisse Richtung abdriften (erkennbar meist anhand der Wortwahl bzw. des eigentlichen Inhalts, der wenig/nichts mit dem Thema zu tun hat), die längst vom Thema entfernt sind, steige ich aus. Mit dieser Methode fahre ich seit bald 20 Jahren Forentätigkeit in allen möglichen Foren ganz gut, wobei ich auch nicht ein besonders aktiver User bin. Social Media meide ich und bin "stiller Leser", in I-net-foren bin ich auch wenig aktiv mittlerweile.
Moridin

Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Moridin »

blank pager hat geschrieben: ↑30.08.2023, 15:23
Moridin hat geschrieben: ↑30.08.2023, 13:12 In vielen Fällen kommt das wahrscheinlich auch einfach daher, dass viele der Frauen auf Tinder nicht auf ein Gespräch mit dir angewiesen sind und sobald darin etwas vorkommt, das ihnen nicht ganz zusagt, sie einfach den Gesprächspartner wechseln?

Das ist zwar einerseits irgendwie nachvollziehbar, aber ich verstehe was du meinst und finde das auch irgendwie fragwürdig.
Natürlich ist man niemandem etwas schuldig und kann jederzeit ein Gespräch abbrechen. Aber wenn die Begründung einfach nur eine Unsicherheit oder eventuell ein Missverständnis im Text ist (das kann schriftlich ja auch leicht passieren), könnte man doch ganz einfach nochmal nachfragen, ob man die Person richtig verstanden hat.
Gewiß, wobei ich auf Tinder kaum Erfahrung gemacht habe. Dort läuft ja extrem viel über reine Äußerlichkeiten, da Texte sehr kurz sind und vieles über zusätzliche Emojis läuft - kurzum über die Interpretationsschiene, wie ich das bezeichne.
Hier sind wir bei dem Punkt, ob jemand auch das aushält, was nicht exakt/100%ig ins eigene Weltbild/der eigenen Meinung passt. Diese Schwelle ist auch im Sinken in den vergangenen Jahren so mein Eindruck.
Ich meine, jeder kennt das aus Social Media, Internetforen oder sonstigen Diskussionsgruppen im I-net - da bauschen sich Meinungen/Aussagen mitunter ziemlich schnell intensiv auf und ein Shitstorm kann die Folge sein - oder sonst eine unerwünschte Reaktion.
Persönlich bin ich da erstens toleranter (i.S. dass ich mich nicht provozieren lasse) und zweitens deeskalierend. Wenn ich für mich bemerke, dass solche Diskussionen in eine gewisse Richtung abdriften (erkennbar meist anhand der Wortwahl bzw. des eigentlichen Inhalts, der wenig/nichts mit dem Thema zu tun hat), die längst vom Thema entfernt sind, steige ich aus. Mit dieser Methode fahre ich seit bald 20 Jahren Forentätigkeit in allen möglichen Foren ganz gut, wobei ich auch nicht ein besonders aktiver User bin. Social Media meide ich und bin "stiller Leser", in I-net-foren bin ich auch wenig aktiv mittlerweile.
Gut das kann ja auch positiv sein, wenn Gespräche schnell in ein Extrem abdriften/sehr starke Meinungen vertreten werden/man mit der Wortwahl nicht gut zurecht kommt.
Dann weiß man wenigstens, dass man mit dieser Person eventuell nichts zu tun haben möchte.
Auch wenn das im ersten Moment erstmal negativ auffällt und das allgemeine Klima eher runterzieht.

Aber deine Methode ist da vermutlich auch die Richtige.
Ich habe mein Verhalten da im realen Leben in eine ähnliche Richtung verändert im Laufe der letzten Jahre.
Früher habe ich alles angesprochen, was mir nicht gepasst hat oder bin auf Provokationen eingegangen usw. Inzwischen behalte ich sehr viel für mich, da ich die Erfahrungen machte, dass es in den meisten Fällen ohnehin nichts bringt, meine Meinung zu äußern.
Dabei meine ich nicht unter Freunden oder bei Personen im privaten Bereich, mit denen man engeren Kontakt pflegt/pflegen möchte. Sondern eher auf der Arbeit oder im Alltag.
So spare ich mir meistens Nerven.
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Settembrini
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Settembrini »

Alles anzusprechen und auf Provokation einzugehen ist auch ein Akt völlig fehlgeleiteter Diplomatie. In der großen weiten Welt erleben wir genau dieses momentan, weshalb der Planet auch ächzt und stöhnt.

Die Kunst ist die, zu wissen, wann man einen Rat erteilen oder seine Ansicht kundtun darf (zumeist dann, wenn man darum gefragt wird) und wann man die Rolle des Zuhörers einnehmen sollte. Die winzige Lücke vom klugen Schweigen zum berechtigten Statement ist das, was Kommunikationslehre unter anderem so kompliziert macht.

Dein Weg ist, wie ich finde, ein richtiger, blank pager. Wichtig wäre nur, sich selbst nicht zu ducken, wo ein einziges Wort die Fesseln des Unerträglichen in der eigenen Seele befreien könnte. Auch bei Kollegen oder Fremden. Denn wer stets schweigt, eröffnet denjenigen, die in Lebensfragen Gegner sind, erst das Spektrum, sich zu entfalten.
Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt
(Laotsi)
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Paddn
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Re: Angst vor (Miss)Erfolg

Beitrag von Paddn »

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Bin auch so ein Durchdenker. Manchmal wünsche ich mir sogar insgeheim es kommt zu keinem 2. Date oder sonstigen Dingen.

Hast du eine Möglichkeit gefunden ruhiger zu werden?

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