woran scheitert es HEUTE

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Berglöwe

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Berglöwe »

willkuerlich hat geschrieben: ↑28.10.2017, 15:22 Aktuelle Hauptursachen:
- Mir ist sowieso immer sehr warm und ich schwitze sehr leicht, aber das extreme Schwitzen in diesen sozialen/neuen Situationen ist mir unangenehm
Das Problem hatte ich auch verstärkt vor einiger Zeit und es ist noch immer nicht ganz so weg. In einer Phase geprägt von starken und häufigen Trau- und Einsamkeitsgefühlen war folgendes:
A) Ich habe extrem schlecht schlafen, so dass ich fast zu nix zu gebrauchen war.
B) Die Gefühle haben eine unschöne Anspannung bzw. Stress ausgelöst. Der Metabolismus lief auf vollen Touren, mir war warm/heiß und ich habe viel geschwitzt.

Gerade Punkt B) ist nicht verwunderlich aus der Evolution heraus betrachtet. War man früher von der Gruppe getrennt, kam das fast einem Todesurteil gleich und der Körper war aufs höchste in Alarmbereitschaft. Auf Dauer ist diese Art Stress extrem ungesund. Das wurde auch alles wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen.

Im Schnitt komme ich allein auch recht gut klar aber wohl auch nicht so gut, wie ich bisher gedacht hatte, was diese hier beschriebene Sache angeht. Es hat mich selber überrascht.
Le Chiffre Zéro

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Status: Anfang 40, Vollzeitjob, eigene Wohnung.

Gründe:
  • ziemliche Unattraktivität
  • geringes Selbstwertgefühl, das obendrein auch noch gut faktisch begründet ist
  • komplett und endgültig unsportlich
  • Verweigern von Modeerscheinungen
  • nicht studiert
  • Geek/Nerd und dafür eigentlich schon zu alt
  • extremer Kopfmensch
  • extremer Querdenker
  • ausschließlich Hobbys, Interessen und Vorlieben, auf die folgendes zutrifft:
    • ungewöhnlich bis total freaky
    • überwiegend geringe gesellschaftliche Akzeptanz
    • durchweg typische Männerhobbys, die kaum bis überhaupt nicht von Frauen praktiziert werden
    • nichts, wo eine etwaige Partnerin einfach so mit einsteigen könnte
    • nichts, wo eine etwaige Partnerin interessiert wäre, mit einzusteigen
    • kosten teilweise einiges an Zeit und einiges an Geld und blockieren bisweilen ganze Wochenenden
    • gleichzeitig praktisch komplettes Fehlen jeglicher Interessen und Vorlieben der breiten Masse
  • überwiegend männliche Kollegen; alle Kolleginnen schon verpartnert, überwiegend verheiratet mit Nachwuchs, in einem Fall mit Enkeln; Never Fuck The Company
  • keine Freunde
  • keinen Bekanntenkreis ohne Themenbezug
  • Bekanntenkreis 1 (Fandom): fast alle maximal Mitte 20, weit überwiegend männlich
  • Bekanntenkreis 2 (Band): fast alle Ü50, bis auf die Sängerin (bevor ihr fragt: verheiratet, Kind, wohnt noch am weitesten weg) alle männlich, Publikum praktisch durchweg Ü50, ich spiele das unattraktivste Instrument in der Band und stehe aus Platzgründen immer hinten
  • keine Erfahrungen und daher keine Sicherheit im Umgang mit dem anderen Geschlecht
  • in den allermeisten Fällen identifiziere ich Signale erst viel zu spät als solche, wenn überhaupt
  • kann eigentlich mit Menschen nicht umgehen
  • komplette Verweigerung eigener wie auch schon vorhandener Kinder ohne wenn und aber
  • in der Mobilität eingeschränkt (kein Führerschein, kein Geld für häufige, womöglich spontane Fernreisen)
  • in den Kommunikationsmitteln eingeschränkt (vor allem boykottiere ich WhatsApp und alle anderen proprietären, kommerziellen, zentralistischen Closed-Source-Walled-Garden-Messenger-Dienste)
Hellblau

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Hellblau »

Ich finde das Thema sehr interessant. Viele Aspekte die ihr schon genannt habt, kenne ich auch von mir.

Eines meiner größten Probleme ist wohl, dass ich mir aufgrund der komplette Beziehungslosigkeit unnormal vorkomme und mir das ziemlich peinlich ist. Wenn ich weiß dass eine Frau, zu der ich mich hingezogen fühle, ganz normale Beziehungserfahrungen hat, traue ich mich kaum, überhaupt Annäherungsversuche zu starten. Die Befürchtung als "komisch" wahrgenommen zu werden, ist einfach zu groß.
Außerdem verhalte ich mich generell zurückhaltend und unsicher, wenn es um Annährung geht (was wohl daran liegt, dass alle bisherigen Beziehungsanbahnungen erfolglos geblieben sind, und ich weitere Enttäuschungen vermeiden möchte).
Zudem treffe ich extrem selten Frauen, die ich überhaupt interessant fände. Daran bin ich aber auch teilweise selbst Schuld, da ich - im Vergleich zu den meisten Menschen - eher zurückgezogen lebe und einzelgängerisch bin. Ich muss keinen großen Freundes/Bekanntenkreis haben und ständig neue Leute kennenlernen. Eigentlich bin ich damit auch zufrieden, nur um potenzielle Partnerinnen kennenzulernen ist das natürlich eher ungeeignet.
Auf der postiven Seite kann ich aber immerhin sagen, dass ich unabhängig von Eltern o.Ä. lebe (eigene Wohnung, keine finanziellen Probleme) und aussehenstechnisch zumindest "in Ordnung" bin.
Berglöwe

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Berglöwe »

Was mir noch die Tage verstärkt durch mehrere Begebenheit aufgefallen:
Zwar bin ich in gutem Maße offen und auch ohne Hemmungen oder Ängste aber es fehlt mir innerlich vor allem in letzter Zeit an Lockerheit. Es ist gerade vieles zu verkopft. Vieles was ich tue hat einen Sinn und einen Zweck. Die Herrschaft der Vernunft, könnte man sagen.

An einem Beispiel illustriert: Wenn ich in ein Geschäft gehe, dann immer mit einem Ziel bzw. mit der Absicht etwas bestimmtes zu kaufen weil ich es brauche. Viel hilfreicher wäre es manchmal, hin- und wieder einfach mal so in das Geschäft zu gehen, zu gucken und wenn man spontan was passendes findet, es mitzunehmen weil einem dann einfällt: Oha das brauche ich doch und das passt gerade super.

Dann mache ich bald meinen "selbstorganisierten Urlaub". Das Wort "selbstorganisiert" sagt schon wieder alles. Ich mache mir manchmal zuviel Gedanken, was ich da machen will. Zwar sollte ich schon grob ein paar Ideen haben und um gewisse Dinge abseits des reinen Ablaufs muss ich mir auf jeden Fall Gedanken machen, sonst geht's schief oder wird unangenehm aber warum nicht bei dem Ablauf bewusst Mut zur Lücke und nicht alles festlegen. Fällt mir irgendwie schwer weil ich in der Vergangenheit von mir selber da die Erfahrung gemacht habe, dass dann einfach nix (sinnvolles) passiert und wenn ich schon mal wo bin, möchte ich auch was sehen. Dabei wäre es doch nicht verkehrt, wenn nix passiert.

Schwierig. Schwierig.
Hellblau hat geschrieben: ↑08.04.2018, 17:31 Eines meiner größten Probleme ist wohl, dass ich mir aufgrund der komplette Beziehungslosigkeit unnormal vorkomme und mir das ziemlich peinlich ist. Wenn ich weiß dass eine Frau, zu der ich mich hingezogen fühle, ganz normale Beziehungserfahrungen hat, traue ich mich kaum, überhaupt Annäherungsversuche zu starten. Die Befürchtung als "komisch" wahrgenommen zu werden, ist einfach zu groß.
Versuch dir das schnell abzugewöhnen. Dass man als AB ohne Erfahrung hinsichtlich Sex und Beziehung ist, kommt hauptsächlich dann komisch an, wenn es einem selber peinlich ist. Das ist ja gerade die Krux. Wenn du dazu stehst, sogar selbstbewusst und ohne dich selber klein zu machen, dann ist nicht dramatisch. Es wichtig darum kein Aufhebens zu machen. Es spielt für den eigenen Selbstwert keine Rolle bzw. sollte es nicht. Sex und Beziehung sind für die gesunde Basis des Selbstwerts die falschen Baumaterialien. Das muss auf der Ebene von woanders herkommen.

[quote=Hellblau post_id=1004895 time=1523208692 user_id=11089
Auf der postiven Seite kann ich aber immerhin sagen, dass ich unabhängig von Eltern o.Ä. lebe (eigene Wohnung, keine finanziellen Probleme) und aussehenstechnisch zumindest "in Ordnung" bin.
[/quote]
Der Stolz auf die erfolgreich bisher erreichten Ziele ist z.B. gut zum Aufbauen des Selbstwertes. Man muss sich dafür hin und wieder in geeignter Weise vor Augen halten.
Neuling92

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Neuling92 »

Tja woran scheitert es bei mir.... :?

26 Jahre alt, männlich, arbeite in der Informatik (Männerdomäne), wohne alleine in einer Großstadt.

- seit klein auf extrem schüchtern, zurückhaltend und introvertierd.
- Mutter überfürsorglich (bin Einzelkind), Vater das genaue Gegenteil -> kalt, abweisend.
- Musste eine Zahnspange tragen und war vortan Mobbingopfer.
- Finde mich selbst als extremst hässlich.
- Frauen sehen mich nur als guten Freund, nicht als potentiellen Partner.
- Viele Frauen bezeichnen mich als hässlich, lehnen mich ab (vorallem in Clubs).
- Extrem unsicheres Auftreten, bin ein sehr kopflastiger Mensch, durchdenke alles 10mal bevor ich etwas tue.
- sehr fleckmatisch. Bin das totale Gewohnheitstier. Umstellungen und unbekannte Situationen gehe ich lieber aus dem Weg.
- klassicher Gamer Nerd. Disko, Alkohol und Partys mag ich nicht und feiere auch eher selten. Ich lese lieber, schaue Serien oder zocke am PC.
- Evtl. zu empfindsam, emotional (weibisch!?)
- Größtes Problem: kaum soziales Umfeld, nur sehr wenig Freunde. Alle Bekannten schon in Beziehungen, lerne keinen neuen Leute kennen!
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von LonesomeCoder »

Neuling92 hat geschrieben: ↑14.04.2018, 14:47 26 Jahre alt, männlich, arbeite in der Informatik (Männerdomäne), wohne alleine in einer Großstadt.
Das zeigt, dass die Leute, die meinem, bei einem AB vom Land wie mir werden durch einen Umzug in einem Großstadt alle Probleme gelöst, sich gewaltig irren. Wenn einem keine will, hilft die vermeidlich große Auswahl (die die Frauen auch haben!) auch nichts. Und was helfen einem Ausgehmöglichkeiten für Leute im eigenen Alter (und nicht nur U18 oder Ü55 wie bei mir aufm Dorf), wenn man weder Bock auf Saufen hat noch man hübsch genug für Kaltansprachen ist?
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Neuling92

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Neuling92 »

LonesomeCoder hat geschrieben: ↑15.04.2018, 13:11
Neuling92 hat geschrieben: ↑14.04.2018, 14:47 26 Jahre alt, männlich, arbeite in der Informatik (Männerdomäne), wohne alleine in einer Großstadt.
Das zeigt, dass die Leute, die meinem, bei einem AB vom Land wie mir werden durch einen Umzug in einem Großstadt alle Probleme gelöst, sich gewaltig irren. Wenn einem keine will, hilft die vermeidlich große Auswahl (die die Frauen auch haben!) auch nichts. Und was helfen einem Ausgehmöglichkeiten für Leute im eigenen Alter (und nicht nur U18 oder Ü55 wie bei mir aufm Dorf), wenn man weder Bock auf Saufen hat noch man hübsch genug für Kaltansprachen ist?
Genau so schauts aus!
Natürlich habe ich hier in der Großstadt massig Auswahl an Bars und Clubs und somit auch an potentiellen Partnern. Wenn man aber keine Clique hat mit der man losziehen kann oder einfach nicht so der Partytyp ist, bringt einem das alles nichts. Außerdem muss man ja zudem gut flirten können, aufgeschlossen sein und zugänglich um das Potential auch gewinnbringend nutzen zu können.

Ich finde in jungen Jahren, das Dorfleben sogar besser als die Großstadt. Hier ist alles total anonym. Man kennt nichtmal seinen Nachbarn. Junge Leute lernt man in der Schule oder im Verein kennen, aber nicht weil sie in der gleichen Straße wohnen.
Auf dem Dorf kennt jeder jeden. Du hast deine Hotspots und deine Dorfdisko. Das bringt zumindest den Vorteil, dass man sozial schwerer vereinsamen kann, als in der Stadt.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von LonesomeCoder »

Und bis auf extremste Ausreißer bzgl. Optik oder Verhalten nach unten findet hier auch jeder einen Partner. Die Singlezahlen sind da viel kleiner als in der Stadt.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Captain Unsichtbar »

Neuling92 hat geschrieben: ↑15.04.2018, 13:47 Auf dem Dorf kennt jeder jeden. Du hast deine Hotspots und deine Dorfdisko. Das bringt zumindest den Vorteil, dass man sozial schwerer vereinsamen kann, als in der Stadt.
Kann ich so nicht bestätigen. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen. Hatte damals schon so gut wie keine Freunde, an der Umgebung lag es nicht, rundherum gab es genügend gleichaltrige, es hat mich nur niemand wirklich gemocht. Ich war eigentlich immer schon einsam. Ich war halt ziemlich anders, und wenn du etwas spezieller bist (auch was die Interessen angeht), dann hast du im Dorf meist weniger Chancen darauf Gleichgesinnte zu finden. Richtige Gleichgesinnte, die ich nun echte Freunde nennen kann, fand ich erst viel später an anderen Orten.

Allgemein halte ich diese Dorf/Stadt-Unterschiede was die Zahlen angeht für Mythen. Was aber tatsächlich unterschiedlich ist, sind die Chancen und Möglichkeiten. Also damit meine ich die Chancen auf ein passendes Umfeld zu treffen. Die höhere Anzahl interessanter Orte etc. Das ist jetzt aber auch nicht wirklich ein Geheimnis, dass das in der Stadt wesentlich einfacher ist. Bei uns gehen alle in die Stadt für Freizeitangebote, im Dorf gibts da nada. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Fluktuation in Städten. Das erhöht die Chance auf neue Menschen zu treffen noch mal zusätzlich. Bei uns im Dorf hatte ich schnell mal alle Menschen durch und wenn du dort angelangt bist, stehst du halt an einem toten Punkt.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von LonesomeCoder »

Bzgl. Anhänger von Subkulturen wie Gothic oder Punk, die das im Alltag leben wollen und sich nicht etwa nur auf Konzerte beschränken wollen, stimme ich dir zu. Hier ist die Wahrscheinlichkeit zum Finden von Gleichgesinnten in einer Stadt in der Tat einfacher als auf dem Land.
Aber wer aus anderen Gründen einsam ist oder sogar gemobbt wird, dem wird es in der Stadt genau so gehen.
Die größere Anzahl an Leuten sorgt für mehr Konkurrenz und Anonymität. Ich habe schon von Leuten gehört, die an einer anonymen Massenuni oder einem Großbetrieb untergegangen sind und an kleineren Einrichtungen leichter Anschluss fanden. Bzgl. Partnersuche lässt die größere Auswahl die Ansprüche steigen und die höhere Lebensqualität als Single sorgt für mehr Wahl-Singles.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Captain Unsichtbar »

LonesomeCoder hat geschrieben: ↑15.04.2018, 22:27 Bzgl. Anhänger von Subkulturen wie Gothic oder Punk, die das im Alltag leben wollen und sich nicht etwa nur auf Konzerte beschränken wollen, stimme ich dir zu. Hier ist die Wahrscheinlichkeit zum Finden von Gleichgesinnten in einer Stadt in der Tat einfacher als auf dem Land.
Aber wer aus anderen Gründen einsam ist oder sogar gemobbt wird, dem wird es in der Stadt genau so gehen.
Die größere Anzahl an Leuten sorgt für mehr Konkurrenz und Anonymität. Ich habe schon von Leuten gehört, die an einer anonymen Massenuni oder einem Großbetrieb untergegangen sind und an kleineren Einrichtungen leichter Anschluss fanden. Bzgl. Partnersuche lässt die größere Auswahl die Ansprüche steigen und die höhere Lebensqualität als Single sorgt für mehr Wahl-Singles.
Wieso liest du Posts eigentlich jedesmal dermassen selektiv? Es ist jedesmal dasselbe, ein User (in dem Fall war es ich), berichtet von seinen eigenen persönlichen Erfahrungen, und du pickst dir das raus, was in dein Weltbild passt und in den Rest interpretierst du mit viel Fantasie Dinge rein, die nirgendwo geschrieben wurden. Dass andere Menschen AUCH eigene Erfahrungen haben können, ignorierst du völlig oder relativerst sofort. Allgemein fällt mir auf, dass du den persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen anderer User wenig Glauben schenkst. Nach dem Motto, was ich nicht kenne, kann so nicht sein...

Was ich geschrieben habe, war nicht bloss meine Meinung, es waren meine persönlichen Erlebnisse in meinem Leben, das ist so passiert. Das ist keine deiner allgemeinen Hörensagengeschichten. Stichwort: "Ich habe von Leuten gehört, die ..."
Ich diskutiere hier nicht allgemein, für was auch? Ich tausche bloss eigene Erfahrungen aus.

Zu deinem Post:
Nein, ich war KEIN Anhänger irgendeiner Subkultur, deine Verweise auf Goth oder Punk sind deswegen völlig irrelevant, weil es in meinem Beitrag um mich ging. Und ob du mir jetzt zustimmst oder nicht, an meiner eigenen Erfahrung ändert das gar nichts...
Ich war bloss wissbegierig, neugierig auf die Welt und die Geschichten. Ich lass und schrieb schon sehr früh, ausserdem war und bin ich ein Geek mit grossem Interesse für Bücher, Filme, Spiele und deren Welten. Alles Interessen mit denen man in einem Kaff, in dem die einzigen Interessen der anderen Männer aus Arbeiten, Saufen und Fussball zu bestehen scheinen, ziemlich schnell als merkwürdig oder gar Streber verschrien wurde (denn Wissbegierde ist offenbar etwas Schlechtes...)
Nein, ich wurde später nicht mehr gemobbt. Deine Einschätzung ist auch hier wieder komplett falsch. Meine jetzigen Freunde habe ich in der Stadt kennen gelernt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich gar nicht so komisch bin (ich kannte ja nichts anderes), und dass es offenbar doch Menschen gibt, die sind wie ich. Nur bin ich halt am falschen Ort dafür aufgewachsen.

Die Nachteile die aufzählst, sind doch reine Auslegungs- bzw. Geschmackssache. Da hat halt jeder andere Präferenzen. Ich selbst zb empfinde die Anonymität der Stadt für mich als Vorteil, nicht als Nachteil. Die wichtigsten Vorteile für mich persönlich sind: kein Dorftratsch, sich als Sozialphobiker Fehler leisten können und hinterher einfach in der Masse verschwinden können, sowie jeden Tag neue Menschen zu sehen.

Sorgt für Konkurrenz bei was?

Ich verstehe deinen letzten Absatz nicht ganz, was wäre dann das Gegenteil eines -- wie du es nennst -- "Wahl-Singles"? Jemand der einfach jeden/jede nimmt um bloss nicht allein zu sein? Wenn das auf dem Land tatsächlich so ist, dann bin ich froh, sollten die Ansprüche in der Stadt tatsächlich höher sein, wie du schreibst. Wenn ich wählen muss zwischen "ich nehme was verfügbar ist" und "ich nehme was zu mir passt", dann nehme ich garantiert letzteres.

Aber noch mal: ich halte Unterschiede bei Singlezahlen für einen Mythos, zumal dabei die demographischen Unterschiede gar nicht berücksichtigt werden. Der einzige Unterschied, und das ist wie gesagt kein Geheimnis, sind die höheren Chancen. Mehr Menschen, mehr Diversität, mehr potentielle passende Partner. Simpelste Logik. Daraus machen muss man natürlich trotzdem selber etwas, wie ich aus eigener leidiger Erfahrung nur zu gut weiss. Aber mehr habe ich auch nicht behauptet. Habe nirgends behauptet, dass einem die Partner quasi vor die Füsse fallen. Schön wär's... :schwitzen:
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Le Chiffre Zéro »

Neuling92 hat geschrieben: ↑15.04.2018, 13:47 Auf dem Dorf kennt jeder jeden. Du hast deine Hotspots und deine Dorfdisko.
Dorfdiskos sind leider vom Aussterben bedroht, eigentlich sogar Kleinstadtdiskos. In Schleswig-Holstein dürfte es inzwischen ganze Landkreise ohne eine einzige Diskothek geben, auch solche mit viel Tourismus. Die goldenen 90er, in denen hinreichend große leerstehende Gebäude zuhauf in Diskotheken verwandelt und teilweise sogar in Kleinstädten Großraumdiskos mit mehreren Floors auf der grünen Wiese gebaut wurden, sind vorbei. Die Diskothek überlebt nur noch in Form von Szeneclubs in Großstädten, bei denen die größte Sorge (aber mitnichten die einzige) sein dürfte, ob und wie man den Türsteher passieren kann.

Alternativen? Kneipen sind nicht unbedingt etwas für junge Leute, unter 18 kann man sie mitunter sowieso nicht betreten, jedenfalls nicht ohne erziehungsberechtigte Begleiter. Außerdem sterben auch Landgasthöfe aus, weil deren Pächter in Rente gehen und niemanden finden, der sie übernimmt.

Letztlich bleibt eigentlich nicht viel mehr als der Parkplatz vorm Dorfsupermarkt (so vorhanden) oder das Bushaltestellenhäuschen (so vorhanden).

Daß jeder jeden kennt, dem muß ich zustimmen.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von LonesomeCoder »

Captain Unsichtbar, ich kann mir schon vorstellen, dass auch jemand außerhalb einer Subkultur einsam ist oder war.
Was ich generell sagen wollte: Ich denke nicht, dass es der Regelfall ist, dass man in einer Stadt leichter Anschluss als auf dem Land findet. Dafür gibts einfach zu viele einsame Leute auch in Städten und die Singlezahl ist etwas höher. Ich glaube dir schon, nur denke ich, dass du zur gleichen Zeit im gleichen Alter in einer Stadt nicht anders drangewesen wärst. Ich will dir sicher nichts unterstellen oder verletzten.
Captain Unsichtbar hat geschrieben: ↑16.04.2018, 09:28 Ich war bloss wissbegierig, neugierig auf die Welt und die Geschichten. Ich lass und schrieb schon sehr früh, ausserdem war und bin ich ein Geek mit grossem Interesse für Bücher, Filme, Spiele und deren Welten. Alles Interessen mit denen man in einem Kaff, in dem die einzigen Interessen der anderen Männer aus Arbeiten, Saufen und Fussball zu bestehen scheinen, ziemlich schnell als merkwürdig oder gar Streber verschrien wurde (denn Wissbegierde ist offenbar etwas Schlechtes...)
Nein, ich wurde später nicht mehr gemobbt. Deine Einschätzung ist auch hier wieder komplett falsch. Meine jetzigen Freunde habe ich in der Stadt kennen gelernt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich gar nicht so komisch bin (ich kannte ja nichts anderes), und dass es offenbar doch Menschen gibt, die sind wie ich. Nur bin ich halt am falschen Ort dafür aufgewachsen.
Das sind tolle Interessen, die du hast. Ja, aufm Dorf gibts Leute, deren Welt nur aus Saufen, Arbeit und Fußball besteht. Das ist aber meist keine Frage vom Wohnort, sondern der Bildungsschicht. Einfache Geister gibts in der Stadt auch. Das wissbegierige, vernünftige Menschen von manchen oder sogar den meisten in der Schule nicht gemocht und als Streber bezeichnet werden, stimmt auch. Aber in einer Schule in der Stadt wäre es vermutlich nicht anders gewesen. Zumindest bei mir gabs in jungen Jahren (gabs, weil nach der Schule fast alle abhauen) auch gebildete Mitmenschen. Aber es kann gut sein, dass deine Region hier schlechter als meine dran ist und es keine jungen gebildeten Menschen gibt.
Im Alter werden Menschen reifer und so manche, für die früher Saufen das Wichtigste im Leben war, änderten ihre Ansicht und wurden vernünftiger. Auch werden manche im Alter toleranter und aufgeschlossener. Vllt. hättest du deine späteren Erfahrungen auch auf dem Land machen können, weil auch ein Teil am Altersunterschied zu damals liegt.
Captain Unsichtbar hat geschrieben: ↑16.04.2018, 09:28 Die Nachteile die aufzählst, sind doch reine Auslegungs- bzw. Geschmackssache. Da hat halt jeder andere Präferenzen. Ich selbst zb empfinde die Anonymität der Stadt für mich als Vorteil, nicht als Nachteil. Die wichtigsten Vorteile für mich persönlich sind: kein Dorftratsch, sich als Sozialphobiker Fehler leisten können und hinterher einfach in der Masse verschwinden können, sowie jeden Tag neue Menschen zu sehen.

Sorgt für Konkurrenz bei was?

Ich verstehe deinen letzten Absatz nicht ganz, was wäre dann das Gegenteil eines -- wie du es nennst -- "Wahl-Singles"? Jemand der einfach jeden/jede nimmt um bloss nicht allein zu sein? Wenn das auf dem Land tatsächlich so ist, dann bin ich froh, sollten die Ansprüche in der Stadt tatsächlich höher sein, wie du schreibst. Wenn ich wählen muss zwischen "ich nehme was verfügbar ist" und "ich nehme was zu mir passt", dann nehme ich garantiert letzteres.

Aber noch mal: ich halte Unterschiede bei Singlezahlen für einen Mythos, zumal dabei die demographischen Unterschiede gar nicht berücksichtigt werden. Der einzige Unterschied, und das ist wie gesagt kein Geheimnis, sind die höheren Chancen. Mehr Menschen, mehr Diversität, mehr potentielle passende Partner. Simpelste Logik.
Ja, ums Image muss man sich in der Anonymität nicht so viele Sorgen machen.

Konkurrenz bei der Partner- und Freundesuche.

Ja, die geringe Auswahl auf dem Land sorgt teilweise schon für geringe Ansprüche. Da wird schon mal jemand suboptimales genommen, um nicht dauerhaft alleine zu sein oder mit noch jemand schlechteres Vorlieb zu nehmen. Manche bekommen mit 17 oder 18 von den Eltern Dinge wie "Suche dir eine feste Freundin / Freund, die du mal heiratest, sonst bleibst du noch übrig und müsstest den X nehmen." (X steht dabei für jemanden, der einen Ruf als "Dorftrottel" hat). Mehr Auswahl und weniger Druck jemand bestimmtes aus Mangel an Alternativen zu nehmen, ist ein Vorteil der Stadt. Sorgt aber auch für mehr Singles in der Stadt.

Auf den ersten Blick sorgt die größere Auswahl für mehr Chancen. Aber es gilt für die andere Seite genau so. Nicht nur der Mann hat mehr Frauen zur Auswahl, sondern die Frauen auch mehr Männer. Mit der höheren Lebensqualität als Single in der Stadt und der Tatsache, dass heute Frau keinen Versorger mehr braucht, wird es schwerer.

Das blöde bei den Statistiken ist, dass nur die Zahlen für Single- und Mehrpersonenhaushalte erfasst werden. Aber ein Single-Haushalt bedeutet nicht, dass jemand Single ist.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34
Sahne mit Bohnen

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Sahne mit Bohnen »

Tja... was sind so bei mir so die Gründe...

Bin Sehr Schüchtern.
Bei einer Größe von 170 ein Gewicht von unter 50kg
Nachdem ich Mehrfach fast ins Krankenhaus geprügelt wurde fühle ich mich unter Menschen einfach nicht wohl.
Die Leute in meinem Freundeskreis kann ich an einer Hand abzählen.
Kein Interesse an Clubs, Discos und so weiter.
Und die Tatsache dass ich einfach nur Ich bin ...
Pferdefreundin

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Pferdefreundin »

Status: 26, wohne noch bei meiner Mutter und studiere seit 2010 noch immer Jura und bin schon weit über der Regelstudienzeit, was mir sehr peinlich und unangenehm ist.

Ansonsten:

- dass ich HC AB bin ist mir gelinde gesagt peinlich (welcher Mann will das schon)
- geringes Selbstbewusstsein und geringes Selbstwertgefühl
- nachdem ich einmal verarscht wurde durch nen Typen, der meine Gefühle für sein Ego genutzt, habe ich zu viel Angst vor weiterer Verarsche
- z.T. durch Krankheit, z.T. aber auch selbst verschuldet übergewichtig ("Frustfressen"), unattraktiv und hässlich
- weiterhin haben mich die Beleidigungen durch meinen 1. Ex-FL aufgrund meines Gewichts und dessen Lästerei mit seinen Kollegen weiter runtergezogen, sodass ich Männern generell alles andere als aufgeschlossen gegenüberstehe und mich jedes Mal frage, war das jetzt ehrlich gemeint oder verbergen sich irgendwelche hinterhältigen Absichten
- unmodisch
- total verkopft, aufgrund meiner obenstehenden Erfahrungen mit Männern wenig bis gar nicht bereit, Gefühle zuzulassen geschweige denn, sie überhaupt zu zeigen
- durch Mobbingerfahrungen in der Schule von Klasse 5-8 sowie 11 und 12 sowie durch besagten Fahrlehrern und abfälligen/komischen Blicken in der Uni durch Kommilitonen absolut misstrauisch, kalt und verschlossen
- kein Partymäuschen -> wenige Freunde und gar keine weiteren männliche Bekanntschaften
- daraus resultierend für Männer/die Gesellschaft eher langweilige Hobbys wie Pferde, Fotografie, Bücher, Quizzen, in der Natur unterwegs sein
- keine Erfahrungen und daher keine Sicherheit im Umgang mit Männern, was Flirten etc. angeht
- kein eigenes Auto -> eingeschränkte Mobilität, kaum Erfahrungen beim Fahren
- ruhig, still, schüchtern, zurückhaltend => langweilig
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Brax
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Brax »

Pferdefreundin hat geschrieben: ↑25.04.2018, 14:29 meinen 1. Ex-FL
Was ist denn ein FL?
Pferdefreundin

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Pferdefreundin »

Brax hat geschrieben: ↑25.04.2018, 15:14
Pferdefreundin hat geschrieben: ↑25.04.2018, 14:29 meinen 1. Ex-FL
Was ist denn ein FL?
Abkürzung für Fahrlehrer
Sahne mit Bohnen

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Sahne mit Bohnen »

Pferdefreundin hat geschrieben: ↑25.04.2018, 14:29 - dass ich HC AB bin ist mir gelinde gesagt peinlich (welcher Mann will das schon)
Ganz ehrlich?, mir wäre ein(e) HC-Ab(ine) lieber als alles andere.
fredstiller

Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von fredstiller »

- nicht viele Freunde
- zuviel am Computer
- keine grosse berufliche Karriere gemacht / Potential nicht ausgeschöpft (Selbstbewusstsein, komme nicht in Frage)

Stop. Das sind vielleicht deutliche Negativ-Faktoren aber immer noch keine letztendlich entscheidenden "Showstopper", an denen ich scheitere... ich fang nochmal an:

1. zu grosse Ansprechhemmung
2. verkrampfe und "verkopfe", wenn ich merke, attraktive Frau ist an mir interessiert
3. unsicher bei Körperkontakt, empfinde ich schnell als übergriffig

Deshalb initiiere ich keine Ansprechversuche, keine Kennenlernversuche und kaum "beiläufigen" oder "eindeutigen" Körperkontakt, und Frauen halten mich wohl für nicht interessiert.

Ja, das ist eigentlich schon alles.

Ansonsten bin ich gross, nicht unattraktiv, ausreichend schlank und sportlich, in Berufsleben und Öffentlichkeit souverän und selbstbewusst, kann witzig sein und flirte auch ganz gerne und offensiv (natürlich nur, solange es nicht mit einer in Frage kommenden attraktiven Frau ist). Keine schlechten Voraussetzungen.

Hätte eigentlich nur mal bei einer der zwei sehr attraktiven und sehr offensichtlich an mir interessierten Frauen rechtzeitig (wortwörtlich) "zupacken" müssen, im Leben.
Aber eben... einfacher gesagt als getan.
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Re: woran scheitert es HEUTE

Beitrag von Brax »

fredstiller hat geschrieben: ↑17.08.2018, 23:44 Stop. Das sind vielleicht deutliche Negativ-Faktoren aber immer noch keine letztendlich entscheidenden "Showstopper", an denen ich scheitere...
Das wollte ich dir auch gerade sagen... :mrgreen:

Wie gut, dass du so gut reflektierst! :daumen:

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