Bist du dir so sicher, dass das so ein enormer Aufwand ist? Klar, es kann schon sein, dass einige dem Rückschaufehler/Hindsight bias unterliegen. Aber ein Gutteil der Normalos dürfte nicht jede Woche auf die Pirsch gehen, sich fit und attraktiv halten (gibt sogar viele, die das nicht tun) und versuchen, um jeden Preis aufzufallen. Sie treffen jemanden, der ihnen gefällt, sprechen die Person an, und haben offenbar das nötige Rüstzeug, um die Person von sich überzeugen zu können. Völlig unabhängig von ihren Schwächen oder Problemen.Axolotl hat geschrieben: ↑14.09.2018, 21:44 Wenn es so einfach ist, warum schaffen es dann Millionen menschen trotzdem nicht? Wenn es so einfach ist, warum betrieben dann so viele menschen einen so großen Aufwand? Es müsste doch problemlos klappen. Merkst du selbst, oder?
Der Erste ist nahe liegend. man will dich ja nicht noch mehr entmutigen als ohnehin schon. Der zweite liegt in dem fakt begründet, dass Menschen retrospektiv gerne verharmlosen was es letztlich doch für ein Aufwand war. Alternativ sehen es manche vielleicht auch nicht wirklich als Aufwand jede Woche auf die Pirsch zu gehen, sich fit und attraktiv zu halten, aufzufallen. Letztlich mangelt es da an einer differenzierten Analyse.
Dir ist hoffentlich auch klar, dass in vielen dieser Länder gänzlich andere Rahmenbedingungen gelten. Da wird eine Partnerschaft oder Ehe auch mal von außen forciert. Außerdem gelten Kinder dort oft als Altersvorsorge und obendrein wird noch damit gerechnet, dass das eine oder andere noch im Kindesalter krepiert, was häufig sofort ausgeglichen wird.Axolotl hat geschrieben: ↑14.09.2018, 21:44 Siehst du das so? Das größte Bevölkerungswachstum gibt es in Ländern, in denen die Vorstellung der romantischen Liebe wenig mit dem Konzept der Ehe oder Partnerschaft zu tun hat. Abgesehen davon braucht es keine glückliche Partnerschaft oder Liebe für die Fortpflanzung. Es bedarf nur des guten alten Sex oder einem Mediziner.
Ich gebe dir dahingehend recht, dass es zur Fortpflanzung nur Sex braucht. Dieser ist aber - zumindest von der Ausführung her, wenn man denn mal dazu käme, relativ einfach. In den von dir angesprochenen Ländern kommt es übrigens auch relativ häufig vor, dass sich der Herr einfach sein "Recht" nimmt, was das Ganze nicht unbedingt besser macht. Angesichts solcher Dinge wäre es mir deutlich lieber, wenn nicht nur der "gute alte Sex", sondern auch Partnerschaft und Liebe und somit gegenseitiges Einvernehmen zur Fortpflanzung gereiche.
Gut, Glück ist ein Faktor. Ich bevorzuge allerdings den Begriff "Zufall" da dieser neutraler ist. Man muss allerdings auch gerüstet sein, mit diesen Zufällen richtig umzugehen. Und wie ich an meiner bisherigen Erfahrung (oder dem Fehlen selbiger) erkennen kann, war bzw. bin ich das nicht.Axolotl hat geschrieben: ↑14.09.2018, 21:44 Habe ich auch nicht andeuten wollen. Tatsächlich ist es eher Arbeit. Dennoch kann man die Glückskomponente gar nicht wegleugnen. allein durch die schiere Anzahl von potenziellen Partnern ist es schon ein glücklicher Zufall, dass sich jemand mit dir abgibt. Und du kannst eben nicht wegleugnen, dass eben durch diese drei beispiele das Glück ein Faktor ist.
Ja, mir ist das Konzept bekannt. Und ich möchte wissen, warum mein Leben diesen katastrophalen und ganz sicher nicht vorhergesehenen Ausgang genommen hat. Und nicht nur mein Leben. Ich will diesen minimalen Unterschied finden.Axolotl hat geschrieben: ↑14.09.2018, 21:44 Nö, das glaube ich ganz und gar nicht Du studierst doch. weiß jetzt zwar nicht was, aber dir ist doch sicher das mathematische Konzept des Schmetterlingseffekt bekannt, bei dem selbst kleinste Änderungen an den Ausgangsvariablen unvorhergesehen Einfluss auf das System nehmen? Nun das Leben ist ein dynamisches und chaotisches System. Schon ein minimaler Unterschied in der Biografie führt zu einer völlig anderen Ereigniskette und somit zu einem anderen Resultat. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Leute das hier auch bereits begriffen haben.
Was ist es dann? Dir dürfte sicher Ockhams Rasiermesser bekannt sein. Dieses Konzept besagt, dass die einfachste Erklärung für einen Sachverhalt in der Regel die wahrscheinlichste ist. Um nochmal den Schmetterlingseffekt aufzugreifen: Worin liegt der minimale Unterschied, der zur völlig anderen Kausalkette geführt hat?
Ich werde übrigens aus deiner Denke nicht ganz schlau. Auf der einen Seite vertrittst du die Ansicht, dass man hauptsächlich mit harter Arbeit zu einer Partnerschaft kommt, auf der anderen hingegen sagst du "Das ist halt das Leben" (Siehe: Zufall/Glück, Schmetterlingseffekt, deine Signatur).
Was denn nun?