Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Mittwoch 22. Mai 2019, 17:10

Ferienhaus hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:02
@ Lazarus Long / LonesomeCoder: Dann ist mein ehemaliges Dorf eher die Ausnnahme? Bei uns in der Umgebung funktioniert es noch ziemlich gut.

Wobei ist es wegen des schon Jahrzehnte andauernden Geburtenrückgangs nicht zumindestens teilweise erklärbar, dass es keine 3 Herrenmannschaften mehr gibt, lazarus Long?
Hat dein Dorf eine Großstadt in der Nähe oder eine große Firma?

Klar spielt der Geburtenrückgang eine Rolle. Aber die Flucht in die Stadt war wie meine Eltern jung waren bei weitem nicht so krass. Heutzutage machen deutlich mehr Abi und studieren und damit finden deutlich weniger als früher Arbeit in meiner Region. Jobs für Hochqualifizierte haben wir nicht. Generell sind heutzutage relativ gesehen viel weniger Leute Bauer oder Handwerker als früher. Neben dem Strukturwandel in der Arbeitswelt spielen auch noch andere Punkte rein. Etwa hat Onlineshopping die Zahl der Einzelhändler reduziert und durch das geänderte Freizeitverhalten haben viele Discos und Wirtshäuser zugemacht. Vor 40 Jahren hatte noch jedes Dorf eine Disco, die auch im Sommer und unter der Woche offen hatte, mittlerweile hat der Landkreis nur mehr eine, die nur mehr am Samstag im Winter offen hat.
Es ist ein Teufelskreis: je mehr Leute weggehen, desto mehr Infrastruktur fällt zusammen, desto mehr Leute gehen weg. Irgendwann gibts nichts mehr. Kenne Dörfer, die es nicht mehr gibt. Und in den Städten wird es wegen der Überbevölkerung auch immer schlimmer. Deswegen bin ich kein Fan der Stadtflucht, weil es das Leben für die Leute auf Stadt und Land verschlimmert.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Ferienhaus » Mittwoch 22. Mai 2019, 17:26

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:10
Ferienhaus hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:02
@ Lazarus Long / LonesomeCoder: Dann ist mein ehemaliges Dorf eher die Ausnnahme? Bei uns in der Umgebung funktioniert es noch ziemlich gut.

Wobei ist es wegen des schon Jahrzehnte andauernden Geburtenrückgangs nicht zumindestens teilweise erklärbar, dass es keine 3 Herrenmannschaften mehr gibt, lazarus Long?
Hat dein Dorf eine Großstadt in der Nähe oder eine große Firma?
Weder noch! Nach deinen Beschreibungen dürfte es die Zustände dort gar nicht geben. Gibt es aber. ;)

Und glaub mir, ich bin ansonsten kein Fan des Dorflebens, wenn die Zustände schlimmer wären, würde ich sie definitiv so darstellen.

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von eggi » Mittwoch 22. Mai 2019, 17:41

Ferienhaus hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 16:08
Ich meine, richtiges Dorf, in dem fast die Hälfte aller Nicht-Neubauten immer noch einen Stall (!) hat
Ferienhaus hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:02
@ Lazarus Long / LonesomeCoder: Dann ist mein ehemaliges Dorf eher die Ausnnahme? Bei uns in der Umgebung funktioniert es noch ziemlich gut.
Dito. Nächste größere Städte wären Paderborn oder Kassel, jeweils in ca. 50km Entfernung. Und auch das sind keine Metropolen. Trotzdem sind die meisten vor allem männlichen Einwohner nach der Schule hiergeblieben bzw. nur zur Ausbildung/ Studium gependelt, ohne wegzuziehen.

Ich bin selbst in 3 Vereinen, alle in meinem 900 Einwohner-Dorf. Richtige Nachwuchssorgen hat keiner davon. Nur was Vorstandsarbeit angeht. Aber das ist eher dem Zeitgeist geschuldet, dass kaum einer sich mehr richtig für Dinge verantwortlich fühlt. Zudem will jeder alles machen, sodass am Schluss kaum mehr für eine Sache richtig Zeit bleibt.

Worauf ich eigentlich hinaus will:
Trotz dieser 3-fach Vereinszugehörigkeit und der Tatsache, dass ich bereits mein gesamtes Leben hier verbracht habe, ist es mir nie wirklich gelungen, Freundschaften zu schließen. Schon gar nicht mit Frauen (die sind aber eh unterrepräsentiert in hier ansässigen Vereinen). Ich weiß einfach nicht, wie man Freundschaften schließt. Im jetzigen Alter noch viel weniger, als als Kind. Ich werde überall geduldet, teils auch (wegen meiner geleisteten Arbeit) geschätzt. Aber das wars.
Eine Integration in das Vereinsleben (ich bin in immerhin 2 Vorständen) ist nach meiner Erfahrung keinesfalls ein Garant für Freundschaften.
klecks hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 15:55
Aber schon die Frage, ob ich in meinem neuen Wohnfeld wirkliche Freund*innen habe? :gruebel: Gefühlt lebt hier jeder auf seiner eigenen Scholle, ist durch eine weitverzweigte Familie und einen seit Schulzeiten gewachsenen Freundeskreis mit Kontakten mehr als eingedeckt.
Das ist definitiv ein Problem auf dem Land...

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Mittwoch 22. Mai 2019, 17:46

eggi hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:41
Dito. Nächste größere Städte wären Paderborn oder Kassel, jeweils in ca. 50km Entfernung. Und auch das sind keine Metropolen.
Ich habe grade nach den Einwohnerzahlen dieser Orte geschaut und solch große Städte in so einer geringen Entfernung hat meine Region überhaupt nicht. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Aus meiner Sicht ist alles über 15000 k riesig. Bei dir im Dorf gibts bestimmt viele, die in diesen Orten arbeiten und hinpendeln und die Verkehrsanbindung dahin ist gut? Eine miese Verkehrsanbindung nach außen kommt bei mir noch dazu. Autobahn oder noch aktiv genutzter Bahnhof in der Nähe ist nicht.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Ferienhaus » Mittwoch 22. Mai 2019, 17:50

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:46
eggi hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:41
Dito. Nächste größere Städte wären Paderborn oder Kassel, jeweils in ca. 50km Entfernung. Und auch das sind keine Metropolen.
Ich habe grade nach den Einwohnerzahlen dieser Orte geschaut und solch große Städte in so einer geringen Entfernung hat meine Region überhaupt nicht. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Aus meiner Sicht ist alles über 15000 k riesig. Bei dir im Dorf gibts bestimmt viele, die in diesen Orten arbeiten und hinpendeln und die Verkehrsanbindung dahin ist gut? Eine miese Verkehrsanbindung nach außen kommt bei mir noch dazu. Autobahn oder noch aktiv genutzter Bahnhof in der Nähe ist nicht.
Über fünfzehntausend oder ein Schreibfehler und du meintest über hundertfünfzigtausend? :shock:

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von eggi » Mittwoch 22. Mai 2019, 18:02

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:46
Ich habe grade nach den Einwohnerzahlen dieser Orte geschaut und solch große Städte in so einer geringen Entfernung hat meine Region überhaupt nicht. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Aus meiner Sicht ist alles über 15000 k riesig. Bei dir im Dorf gibts bestimmt viele, die in diesen Orten arbeiten und hinpendeln und die Verkehrsanbindung dahin ist gut? Eine miese Verkehrsanbindung nach außen kommt bei mir noch dazu. Autobahn oder noch aktiv genutzter Bahnhof in der Nähe ist nicht.
Mag ja sein, dass die örtlichen Rahmenbedingungen bei Dir noch schlechter sind als hierzulande. Aber darum ging es mir ja auch gar nicht.

Ich wollte lediglich aufzeigen, dass das vielzitierte "Arsch hoch bekommen" und "unter Leute gehen" noch lange nichts bringt, wenn man nicht weiß, was man dann anstellen soll. Es wird mir nichts bringen in 5 weitere Vereine einzutreten. Es wird mir nichts bringen noch 20 Feierlichkeiten diverser Art zu besuchen, zu denen ich anstandshalber in regelmäßigen Abständen eingeladen werde. Mein Leben wird danach genauso aussehen, wie jetzt auch. Nur mit weniger zeit für mich selbst.

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von klecks » Mittwoch 22. Mai 2019, 22:24

Ich frage mich schon länger, ob höher Qualifizierte unter Freundschaft etwas anderes verstehen als :gruebel: weniger Qualifizierte? Ist das ein Unterscheidungsmerkmal? Ich erlebe in meinem Dorfumfeld hier, dass meine befreundeten Bekannten diese intensiveren Freundschaften, wie ich sie mir vorstelle, nicht vermissen. Oder gar nicht so recht wissen, was ich damit meine. :gruebel:

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von kiji » Mittwoch 22. Mai 2019, 23:29

Sind wahrsch. schon schwierigere Vorraussetzungen in diesen dünn bevölkerten kreisen. Und wenn man dann genau die im eigenen alter welche nicht da sind kennenlernen will...Gibt auch unzufriedene mütter in meinem alter, die sich vielleicht heimlich nach jungem fleisch sehnen...bei einer freundin in der wohngegend trennen sich die paare wg. jüngerer liebhaber😆 und ja akademiker zu finden ist tatsächlich eher in städtischen gegenden eher möglich, würde ich jetzt auch sagen. Wenn man nicht weiss wie freundschaften bilden ist das ganze natürlich irrelevant. Für gute freundschaften muss man den anderen ein wenig in seine seele blicken lassen (hätte ich jetzt einfach mal so gesagt). Also ich habe immer wieder soziale probleme auch wenn ich weiss wie kontakte knüpfen und freundschaften schliessen geht. Es müssen trotzem auch passende menschen zugegen sein und ja wenn sie keine zeit haben und familär oder beziehungstechnisch stark eingebunden sind, nützt einem das auch nichts. Und es braucht einfach auch viel energie und die hat man ja nicht immer. Früher unter 25 jahre hatte ich dafür noch viel mehr energie. Und ja mit psychischen problemen freundschaften zu pflegen ist manchmal echt schwierig.

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von kiji » Mittwoch 22. Mai 2019, 23:32

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 16:45
kiji hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 16:29
oder man meldet sich im örtlichen fussballverein an. 👍
Da muss ich jetzt an eine Beobachtung von gestern denken ...
Habe gestern ein Tuerschild eines Frauenboxvereins gesehen, mit recht forschem Logo.

Habe mich aber nicht getraut nachzufragen, ob das Richtung Turniersport, eher Show (z.B. jugendfrei wie Wrestling) oder was Feministisches oder Empowerment ist.
Da weiss ich immer ned, ob da Kratzbuerstengefahr lauert, und gleich ein Gewitter ausbricht ...


K
:lol:
Das könnte wirklich eine feministische note haben, aber da sind männer nicht immer unwillkommen. Beim rollerderby hats doch auch männliche schiedsrichter und vorallem männliche fans. Schau doch mal rein😆

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Entwurzelt » Donnerstag 23. Mai 2019, 07:18

Man muss aber auch dazu sagen dass manche Vereine sich ziemlich dumm anstellen und sich nicht wundern dürfen wenn sie aussterben.

Während einer psychologischen Reha bin ich mit ein paar netten Leuten von da – wir waren zu fünft - mal zum örtlichen Bogenschießverein gefahren zum Probeschießen, das war super und hat uns viel Spaß gemacht, kostete jeweils 10€ pro Person für 2 Stunden was wir gerne mehrmals in Anspruch genommen haben.

Irgendwann legte man uns nahe doch dem Verein beizutreten, wozu wir auch gerne bereit gewesen wären, trotz üppigem Mitgliedsbeitrag (wir hatten ja alle nur unser Krankengeld).

Dann kam jedoch die Aussage wenn wir erstmal Mitglieder sind, dürften wir die Vereinseigenen Bögen nicht mehr nutzen und müssten uns selbst welche kaufen… hätten wir sicherlich irgendwann auch getan, war aber aus naheliegenden Gründen erstmal nicht zu leisten.

Tja fünf potentielle Mitglieder verloren, die den Verein noch dazu ordentlich verjüngt hätten, selbst ich mit meinen damals 36 Jahren als ältester der Gruppe wäre noch mindestens 20 Jahre jünger gewesen als deren jüngstes Mitglied, meine Begleiter-innen waren nochmal locker 15 Jahre jünger als ich.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von inVinoVeritas » Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22

Ich denke was hier mit Bezug auf "Dörfer" oder "Kleinstädte" etwas durcheinander läuft, ist die Tatsache dass es da ganz generell riesige Unterschiede gibt.
Vor einiger Zeit lief irgendwo im TV eine wöchentliche Doku-Serie, wo jedes Mal ein anderes Dorf betrachtet wurde bezüglich Einwohnerstruktur, Infrastruktur und zeitlicher Wandel, da war schon klar ersichtlich warum manche Gegenden aussterben und andere wiederum bei ähnlichen Grundvoraussetzungen eine positive Entwicklung hinlegen.
Zum großen Teil lagen die enormen Unterschiede im Engagement des Bürgermeisters, der Kommune und natürlich den Bewohnern an sich (bzw. die Aktivitäten, die von diesen ins Leben gerufen wurden) begründet. Es gab aber auch natürlich unveränderliche Faktoren wie die Lage, sprich: Großstadt in der Nähe? Schöne Natur drumherum?

Unabhängig davon wie toll oder lahm nun ein bestimmtes Dorf ist und ob es dort ein reges Vereinsleben gibt oder nicht: als Single um die 30 dürfte man überall gleichermaßen gearscht sein. "Dorf" klingt hierbei noch irgendwie niedlich, ich beziehe das aber auf alles unter 20.000 Einwohner.
Darunter fällt auch das Kaff am Rande von Köln (15km Luftlinie vom Zentrum) in dem ich aufgewachsen bin, dort dürften ca. 10.000 Menschen leben.
Ich bin ja sehr regelmäßig dort bei meinen Eltern zu Besuch und kenne auch noch ein paar alte Sandkastenfreunde, die nun wieder mit ihrer eigenen Familie dahingezogen sind: selbst dort dürfte man zum ewigen Singletum verdammt sein, denn außer verheirateten 30-40 Jährigen gibt es dort nur Kinder oder Rentner.
Da helfen auch nicht das jährliche Schützenfest oder ähnliche Festivitäten, es gibt schlichtweg so gut wie keine Singlefrau in diesem Alter dort (ich kenne auch nur ausschließlich männliche Singles die dort leben, die weiblichen Singles sind weggezogen). Das gleiche gilt für Vereine, wo sich doch der gleiche lokale Gesellschafts-Querschnitt wiederfindet: Viele Alte, ein paar Junge bis maximal 20 (die für Studium o.ä. eh bald wegziehen) und jene mittleren Alters haben i.d.R. eine Familie.
Was gibt es da sonst noch so? Ein paar Geschäfte im Zentrum, Altenheim, 2 Restaurants, 2 Cafès, 3 Schulen, Fitness-Studio, 1 Kneipe, Kirche, Tanzschule, Freiwillige Feuerwehr, Fußballverein.
Eigentlich alles sehr nett und idyllisch, ich mag den Ort und er ist perfekt für das Leben als Familie oder als Rentner, aber als Single? Da geht absolut garnichts.
Nun hat man dort den Vorteil, dass man sich nach ein paar Kilometern Landstraße langsam Richtung Metropolen-Flair bewegt. 20min mit dem Auto bedeuten bereits eine extreme Veränderung, ich mag mir deshalb garnicht vorstellen wie traurig die Möglichkeiten aussehen, wenn man in einem anderen Kaff lebt wo nach 20min mit dem Auto mangels Großstadt einfach nur das nächste Kaff mit der gleichen Struktur am Horizon erscheint.

Die Tipps àla "geh doch mal in einen Verein" oder "tritt der Kirchengemeinschaft bei" mögen hilfreich sein um nicht zu vereinsamen und um Anschluss ans lokale soziale Leben zu finden, aber in solchen kleinen Orten ändert das auch nichts daran dass man keine potentiellen Partner vorfindet. Da kann ich dann auch verstehen dass diese Ratschläge bei manch einem hier total ins Leere laufen, allerdings besteht die Lösung dann nur noch darin, sich geografisch umzuorientieren.
Wer also unbedingt "Landleben" will, kann z.B. in Vororte wie den von mir beschriebenen ziehen (davon hat jede Großstadt welche), da kann man dann direkt mit Garten am Feld oder Wald wohnen. Gleichzeitig finden sich aber auch hunderte Vereine, Events und sonstige Möglichkeiten in 15km Entfernung, wo es vor lauter Singlefrauen im passenden Alter nur so wimmelt.

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Ferienhaus » Donnerstag 23. Mai 2019, 11:34

@ inVino:

Es ging bei meiner Diskussion mit LCS nicht um das Partnerschaftsthema, das ganze war eigentlich eine Off-Topic-Diskussion darüber, wie gut heutzutage die Organisation eines örtlichen Fußballvereins gelingt. Ich warnte LCS davor, das Beispiel seines Dorfes auf alle anderen zu übertragen und merkte an, dass seine Beobachtung, "alles ab 20" wäre nur noch mit Haus und Kindern beschäftigt, falsch war.

Das widerspricht sich nicht mit deinen Beobachtungen, die ich als ehemaliger Dorfbewohner bestätigen kann.

inVinoVeritas hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22
wo es vor lauter Singlefrauen im passenden Alter nur so wimmelt.
Aber in der Großstadt dann wieder nicht? Warst du es nicht, der sich über den Mangel an apssenden Singlefrauen ab 30 beklagt hat? ;)

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:36

Ferienhaus hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:50
Über fünfzehntausend oder ein Schreibfehler und du meintest über hundertfünfzigtausend? :shock:
Ups, ja, die 000 und k sind doppelt gemoppelt.
eggi hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 18:02
Ich wollte lediglich aufzeigen, dass das vielzitierte "Arsch hoch bekommen" und "unter Leute gehen" noch lange nichts bringt, wenn man nicht weiß, was man dann anstellen soll. Es wird mir nichts bringen in 5 weitere Vereine einzutreten. Es wird mir nichts bringen noch 20 Feierlichkeiten diverser Art zu besuchen, zu denen ich anstandshalber in regelmäßigen Abständen eingeladen werde. Mein Leben wird danach genauso aussehen, wie jetzt auch. Nur mit weniger zeit für mich selbst.
Das stimmt. Studiert hatte ich in einer Millionenstadt. Fachliche Kontakte hatte ich dort viele, privat ging es mir nicht anders als daheim aufm Dorf. Die bloße Anwesenheit von Menschen hilft nicht automatisch jeden.
klecks hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 22:24
Ich frage mich schon länger, ob höher Qualifizierte unter Freundschaft etwas anderes verstehen als :gruebel: weniger Qualifizierte? Ist das ein Unterscheidungsmerkmal? Ich erlebe in meinem Dorfumfeld hier, dass meine befreundeten Bekannten diese intensiveren Freundschaften, wie ich sie mir vorstelle, nicht vermissen. Oder gar nicht so recht wissen, was ich damit meine. :gruebel:
Eine Freundschaft setzt für mich emotionale Bindungen/Identifikation voraus. Leute, mit denen man nur fachliche/sachliche Inhalte/Aktivitäten als gemeinsame Klammer hat und die bei einem Wegfall dieser wegbrechen (etwa, wenn jemand nach dem ersten Kind mit dem Zocken aufhört), bezeichne ich als Bekannte oder Hobby-Partner.
kiji hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 23:29
Sind wahrsch. schon schwierigere Vorraussetzungen in diesen dünn bevölkerten kreisen. Und wenn man dann genau die im eigenen alter welche nicht da sind kennenlernen will...Gibt auch unzufriedene mütter in meinem alter, die sich vielleicht heimlich nach jungem fleisch sehnen.
Kinder, vor allem minderjährige, sind für mich ein KO-Kriterium. PS: Ich sehne mich bei dir nach mehr Großbuchstaben :)
Entwurzelt hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 07:18
Dann kam jedoch die Aussage wenn wir erstmal Mitglieder sind, dürften wir die Vereinseigenen Bögen nicht mehr nutzen und müssten uns selbst welche kaufen… hätten wir sicherlich irgendwann auch getan, war aber aus naheliegenden Gründen erstmal nicht zu leisten.
Wirklich sinnfrei. Da braucht sich der Verein nicht wundern.
inVinoVeritas hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22
Unabhängig davon wie toll oder lahm nun ein bestimmtes Dorf ist und ob es dort ein reges Vereinsleben gibt oder nicht: als Single um die 30 dürfte man überall gleichermaßen gearscht sein. "Dorf" klingt hierbei noch irgendwie niedlich, ich beziehe das aber auf alles unter 20.000 Einwohner.
Darunter fällt auch das Kaff am Rande von Köln (15km Luftlinie vom Zentrum) in dem ich aufgewachsen bin, dort dürften ca. 10.000 Menschen leben.

Selbst dort dürfte man zum ewigen Singletum verdammt sein, denn außer verheirateten 30-40 Jährigen gibt es dort nur Kinder oder Rentner.
Da helfen auch nicht das jährliche Schützenfest oder ähnliche Festivitäten, es gibt schlichtweg so gut wie keine Singlefrau in diesem Alter dort (ich kenne auch nur ausschließlich männliche Singles die dort leben, die weiblichen Singles sind weggezogen). Das gleiche gilt für Vereine, wo sich doch der gleiche lokale Gesellschafts-Querschnitt wiederfindet: Viele Alte, ein paar Junge bis maximal 20 (die für Studium o.ä. eh bald wegziehen) und jene mittleren Alters haben i.d.R. eine Familie.
Für mich ist ein Dorf was mit einer dreistelligen Einwohnerzahl. Wenn meine Eltern sagen, sie fahren zum Einkaufen oder zu einem Facharzt (Hausarzt haben wir noch, aber der ist schon 70 und will nicht mehr lange arbeiten...) in die Stadt weg, meinen sie damit Orte zwischen 5000 und 15000 Einwohner.
Der zweite Absatz trifft es perfekt. Ich hoffe damit sollte es klarer werden, warum ich solche Aktivitäten als für meine Probleme nicht hilfreich ablehne und das das nichts damit zu tun hat, dass ich generell alles ablehne oder mir keinerlei Mühe geben will.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Ferienhaus » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:54

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 12:36
Der zweite Absatz trifft es perfekt. Ich hoffe damit sollte es klarer werden, warum ich solche Aktivitäten als für meine Probleme nicht hilfreich ablehne und das das nichts damit zu tun hat, dass ich generell alles ablehne oder mir keinerlei Mühe geben will.
Warum ziehst du nicht in eine Stadt mit vlt. maximal 100.000 Einwohnern?

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Captain Unsichtbar » Donnerstag 23. Mai 2019, 13:07

inVinoVeritas hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22
Unabhängig davon wie toll oder lahm nun ein bestimmtes Dorf ist und ob es dort ein reges Vereinsleben gibt oder nicht: als Single um die 30 dürfte man überall gleichermaßen gearscht sein. "Dorf" klingt hierbei noch irgendwie niedlich, ich beziehe das aber auf alles unter 20.000 Einwohner.
Darunter fällt auch das Kaff am Rande von Köln (15km Luftlinie vom Zentrum) in dem ich aufgewachsen bin, dort dürften ca. 10.000 Menschen leben.
Das nennst du Kaff? Also bei uns dürfte sich theoretisch jede Gemeinde ab 10k "Stadt" schimpfen. Ein "Kaff" beginnt bei mir im tiefen vierstelligen Bereich (ca. kleiner als 4000 Einwohner). Alles darüber bis 10k sehe ich als normales Dorf.
Okay zugegeben, bei uns ist halt alles eine Spur kleiner und kompakter. Krass finde ich aber trotzdem, dass du davon ausgehst selbst bei 20k Menschen "gearscht" zu sein. :surprise: Ich glaube, unter dieser Bedingung müsste bei uns mindestens zwei Drittel des Landes Dauersingle sein. :schwitzen:
"I never asked for this."

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 23. Mai 2019, 13:13

Ferienhaus hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 12:54
Warum ziehst du nicht in eine Stadt mit vlt. maximal 100.000 Einwohnern?
Weil mir das viel zu viel wäre, als extremer Intro brauche ich die Ruhe und auch den Platz aufm Land. Ich bin gern daheim und habe eine riesen Sammlung an Lesestoff, Spielen usw. Sogar 10000 Einwohner wäre zu viel für mich.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Ferienhaus » Donnerstag 23. Mai 2019, 13:23

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 13:13
Ferienhaus hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 12:54
Warum ziehst du nicht in eine Stadt mit vlt. maximal 100.000 Einwohnern?
Weil mir das viel zu viel wäre, als extremer Intro brauche ich die Ruhe und auch den Platz aufm Land. Ich bin gern daheim und habe eine riesen Sammlung an Lesestoff, Spielen usw. Sogar 10000 Einwohner wäre zu viel für mich.
Entschuldige, aber wie soll es dann Hoffnung für dich geben?

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von inVinoVeritas » Donnerstag 23. Mai 2019, 13:43

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 13:07
inVinoVeritas hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22
Unabhängig davon wie toll oder lahm nun ein bestimmtes Dorf ist und ob es dort ein reges Vereinsleben gibt oder nicht: als Single um die 30 dürfte man überall gleichermaßen gearscht sein. "Dorf" klingt hierbei noch irgendwie niedlich, ich beziehe das aber auf alles unter 20.000 Einwohner.
Darunter fällt auch das Kaff am Rande von Köln (15km Luftlinie vom Zentrum) in dem ich aufgewachsen bin, dort dürften ca. 10.000 Menschen leben.
Das nennst du Kaff? Also bei uns dürfte sich theoretisch jede Gemeinde ab 10k "Stadt" schimpfen. Ein "Kaff" beginnt bei mir im tiefen vierstelligen Bereich (ca. kleiner als 4000 Einwohner). Alles darüber bis 10k sehe ich als normales Dorf.
Okay zugegeben, bei uns ist halt alles eine Spur kleiner und kompakter. Krass finde ich aber trotzdem, dass du davon ausgehst selbst bei 20k Menschen "gearscht" zu sein. :surprise: Ich glaube, unter dieser Bedingung müsste bei uns mindestens zwei Drittel des Landes Dauersingle sein. :schwitzen:
Hehe ja die Betitelung "Kaff" ist natürlich sehr subjektiv und du hast natürlich recht, dass einem richtig kleine Dörfer da üblicherweise eher in den Sinn kommen.
"Kaff" steht für mich einfach für besagtes kompaktes und kleines Umfeld, wo überlicherweise nichts "passiert" und man i.d.R. fest eingebettet zwischen den paar besser bekannten Nachbarn und dem seit 30 Jahren bestehenden festen Freundeskreis lebt, das alles umzingelt von Familien mit Kindern einerseits und einer großen Menge an Senioren andererseits.
Geht man ins Cafè: überwiegend Hausfrauen oder Rentner, geht man in den Schützenverein: 80% alte Männer plus Schützenjugend 10-20 Jahre alt, geht man zur Tanzschule: Senioren- oder Mädchengruppen, geht man zu dem Platz mit all den Geschäften: rumlungernde Teenager, Rollator-schiebende Senioren oder einkaufende Mütter.
Die ganzen Familien bestehen überlicherweise aus Menschen, die erst mit Familie bzw. in Erwartung des ersten Kindes mit dem Partner dahin zurückgezogen sind, z.B. um dann auf dem Grundstück der Eltern ein Haus zu bauen oder das alte Haus der verstorbenen Oma zu übernehmen.
Mein besagtes Kaff (wie gesagt, ich mag den Ort trotzdem wirklich gerne, ist für mich "Heimat") liegt aber ja nun glücklicherweise direkt an der Grenze zu Köln, deshalb hat man als Single trotzdem alle Möglichkeiten.
Ohne diese Tatsache wüsste ich nicht, wie man dort als Single zwischen all den verkusteten Sandkastenfreundeskreisen im Nestbau-Modus und der großen Zahl an Senioren jemals auch nur durch reinsten Zufall eine potentielle Partnerin antreffen sollte. (und da ist dann ja schließlich noch der absolut unwesentliche Faktor, dass "gleiches Alter" + "weiblich" + "Single" lediglich Minimalbedingung ist, welche noch völlig außer Acht lässt, dass da noch sowas wie Attraktivität und Kompatibilität vorhanden sein sollte ;) )

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Gatem » Donnerstag 23. Mai 2019, 16:03

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 13:07
inVinoVeritas hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:22
Unabhängig davon wie toll oder lahm nun ein bestimmtes Dorf ist und ob es dort ein reges Vereinsleben gibt oder nicht: als Single um die 30 dürfte man überall gleichermaßen gearscht sein. "Dorf" klingt hierbei noch irgendwie niedlich, ich beziehe das aber auf alles unter 20.000 Einwohner.
Darunter fällt auch das Kaff am Rande von Köln (15km Luftlinie vom Zentrum) in dem ich aufgewachsen bin, dort dürften ca. 10.000 Menschen leben.
Das nennst du Kaff? Also bei uns dürfte sich theoretisch jede Gemeinde ab 10k "Stadt" schimpfen. Ein "Kaff" beginnt bei mir im tiefen vierstelligen Bereich (ca. kleiner als 4000 Einwohner). Alles darüber bis 10k sehe ich als normales Dorf.
Okay zugegeben, bei uns ist halt alles eine Spur kleiner und kompakter. Krass finde ich aber trotzdem, dass du davon ausgehst selbst bei 20k Menschen "gearscht" zu sein. :surprise: Ich glaube, unter dieser Bedingung müsste bei uns mindestens zwei Drittel des Landes Dauersingle sein. :schwitzen:
So unterschiedlich sind die Vorstellungen... alles über 4000 Einwohner würde ich schon nicht mehr als Dorf betiteln, sondern als Kleinstadt…

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 19:06

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 13:13
Weil mir das viel zu viel wäre, als extremer Intro brauche ich die Ruhe und auch den Platz aufm Land. Ich bin gern daheim und habe eine riesen Sammlung an Lesestoff, Spielen usw. Sogar 10000 Einwohner wäre zu viel für mich.
Vielleicht ließe sich doch ein guter Kompromiß finden. Aber so pauschal läßt sich das nicht verhandeln. Wie welches Viertel in welcher Stadt nun konkret ist, bemißt sich glücklicherweise nicht nach der Einwohnerzahl.

Umgekehrt habe ich schon angeblich idyllische Dörfer erlebt, in denen es grausam laut war :(
Es genügt nicht, Löcher in die Luft zu starren, man muß auch den Blick durch sie hindurch wagen.

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