Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 7. Juli 2019, 11:33

Naja, ganz kommen wir hier wohl nicht zusammen ;) Wir haben vielleicht einfach unterschiedliche Lebensrealitäten.
Axolotl hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 20:58
Im Prinzip raten viele Experten sogar davon ab in den Wirtschaftswissenschaften zu promovieren.
Experten in was? Und mit welchen Argumenten? Promovieren sollte man meiner Meinung nach nicht wegen zwei Buchstaben vor dem Namen, sondern weil man es will.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Axolotl » Sonntag 7. Juli 2019, 14:41

Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Naja, ganz kommen wir hier wohl nicht zusammen ;) Wir haben vielleicht einfach unterschiedliche Lebensrealitäten.
Da bin ich auch froh drüber.
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Experten in was?
Wirtschafts"wissenschaften" ;)
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Und mit welchen Argumenten? Promovieren sollte man meiner Meinung nach nicht wegen zwei Buchstaben vor dem Namen, sondern weil man es will.
Dass es auf dem Markt eher wenig förderlich ist.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 7. Juli 2019, 14:52

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:41
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Naja, ganz kommen wir hier wohl nicht zusammen ;) Wir haben vielleicht einfach unterschiedliche Lebensrealitäten.
Da bin ich auch froh drüber.
??? :gruebel: Fühlst du dich angegriffen und möchtest dich auf diese Weise verteidigen oder was ist der Sinn dieses Satzes? Ich wollte nicht in Abrede stellen, dass du auch mit einem Ausbildungsabschluss Karriere machen kannst oder mit manchen studierten BWLern fachlich oder auch intellektuell "mithalten" kannst.
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:41
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Und mit welchen Argumenten? Promovieren sollte man meiner Meinung nach nicht wegen zwei Buchstaben vor dem Namen, sondern weil man es will.
Dass es auf dem Markt eher wenig förderlich ist.
Man sollte halt auch nicht promovieren, weil es auf dem Markt förderlich ist. Aus meiner Sicht wäre das eine komplett falsche Motivation (und tatsächlich fraglich, ob das dann den gewünschten Erfolg brächte).
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Axolotl » Sonntag 7. Juli 2019, 15:01

Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:52
??? :gruebel: Fühlst du dich angegriffen und möchtest dich auf diese Weise verteidigen oder was ist der Sinn dieses Satzes? Ich wollte nicht in Abrede stellen, dass du auch mit einem Ausbildungsabschluss Karriere machen kannst oder mit manchen studierten BWLern fachlich oder auch intellektuell "mithalten" kannst.
Das muss ich ja gar nicht und will ich auch nicht. Ich bleib bei den Ingenieurswissenschaften ;)
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:33
Man sollte halt auch nicht promovieren, weil es auf dem Markt förderlich ist. Aus meiner Sicht wäre das eine komplett falsche Motivation (und tatsächlich fraglich, ob das dann den gewünschten Erfolg brächte).
Niemand promoviert, weil er sich davon nichts verspricht. Wenn das aber nur leere Versprechen sind, sollte man sich das zwei Mal überlegen
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 7. Juli 2019, 15:04

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:01
Niemand promoviert, weil er sich davon nichts verspricht. Wenn das aber nur leere Versprechen sind, sollte man sich das zwei Mal überlegen
Ich habe promoviert, weil ich forschen wollte. Und bin der Meinung, dass das der einzige Grund sein sollte. Wer sich vom Promovieren eine steilere Karriere verspricht und es NUR deshalb macht... naja... der muss sich vielleicht auf Enttäuschungen gefasst machen. Ein netter Nebeneffekt kann der Karriereaspekt vielleicht sein, aber mehr auch nicht.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Axolotl » Sonntag 7. Juli 2019, 15:09

Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:04
Ich habe promoviert, weil ich forschen wollte. Und bin der Meinung, dass das der einzige Grund sein sollte. Wer sich vom Promovieren eine steilere Karriere verspricht und es NUR deshalb macht... naja... der muss sich vielleicht auf Enttäuschungen gefasst machen. Ein netter Nebeneffekt kann der Karriereaspekt vielleicht sein, aber mehr auch nicht.
Also stimmt mein Satz doch. Natürlich promoviert man weil man irgendwas will, zum Beispiel forschen. Von Karriere habe ich doch gar nicht gesprochen ;) Wobei mir immer noch niemand erklärt hat woran ein BWLer forscht :gruebel: Würde mich wirklich mal interessieren. Ich glaube da ist meine Vorstellungskraft zu beschränkt für :mrgreen:
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von NBUC » Sonntag 7. Juli 2019, 15:12

So ein Doktortitel öffnet natürlich erst einmal die Tür in diverse Ebenen, welche man ohne kaum erreichen könnte. Aber auf der Ebene muss man sich auch erst einmal durchbeißen, hat auch keine schlechte Konkurrenz und üblicherweise mit entsprechend hohem Einsatz.
Das ist kein Selbstläufer und kann genauso gut böse in die Hose gehen, wenn man scheitert.
Man darf nicht nur die idealerweise anstehende hohe Belohnung, sondern muss auch den steinigen Weg und die laufenden Ansprüche sehen. Nicht umsonst spricht man teilweise von der AT-Falle.
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wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 7. Juli 2019, 15:27

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:09
Von Karriere habe ich doch gar nicht gesprochen ;)
Was meintest du dann damit?
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:41
Dass es auf dem Markt eher wenig förderlich ist.
:hierlang:
NBUC hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:12
So ein Doktortitel öffnet natürlich erst einmal die Tür in diverse Ebenen, welche man ohne kaum erreichen könnte.
Ist das wirklich (noch) so? Das gilt aber nur für bestimmte Branchen, oder?
NBUC hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:12
Nicht umsonst spricht man teilweise von der AT-Falle.
Oh ja, eine Zeitfalle. Mehr Geld, die (vage) Aussicht auf eine Karriere und im Gegenzug die Investition wertvoller Lebenszeit... in diese Falle kann man allerdings auch ohne Doktortitel tappen ;)
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Axolotl » Sonntag 7. Juli 2019, 16:10

Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:27
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:09
Von Karriere habe ich doch gar nicht gesprochen ;)
Was meintest du dann damit?
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:41
Dass es auf dem Markt eher wenig förderlich ist.
:hierlang:
Dass promovierte Wirtschafter nicht so gefragt sind.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Ringelnatz » Sonntag 7. Juli 2019, 16:16

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:10
Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:27
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:09
Von Karriere habe ich doch gar nicht gesprochen ;)
Was meintest du dann damit?
Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:41
Dass es auf dem Markt eher wenig förderlich ist.
:hierlang:
Dass promovierte Wirtschafter nicht so gefragt sind.
Siehst du? Somit hast du sehr wohl von Karriereaspekten gesprochen.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Axolotl » Sonntag 7. Juli 2019, 17:09

Ringelnatz hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:16
Siehst du? Somit hast du sehr wohl von Karriereaspekten gesprochen.
Nö, eigentlich nicht. Stelle nur ein paar Dinge fest.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von The Poet » Sonntag 8. September 2019, 15:37

Hach ja, die Berufs- und Arbeitsmarktwelt. Noch einer meiner Fails. Leider kann ich da ebensowenig mitreden wie MmA :sadman:

Auf der anderen Seite... wenn ich mir anhöre, wie Bekannte über ihren Job stöhnen... ist das normale Arbeitsleben wohl auch gar nicht so erstrebenswert.

Und eines weiß ich, völlig unabängig davon, wie gut ich mich im praktisch auskenne:
RaymondF hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 07:38
Wer dagegen fachlich qualifiziert ist, sich aber nicht verkaufen kann (oder will), bekommt tatsächlich auch sehr viel schwerer einen Fuss in die Tür, weil die meisten Personaler sehr nach dem persönlichen Eindruck gehen. In grösseren Firmen gibt es bei einigen auch Standartfragen (z.B. Spielen Sie Fussball ? = Sind sie teamfähig?), bei denen man automatisch aus dem Bewerbungsprozess aussortiert wird, wenn man dort nicht die richtige Antwort gibt.
Nehmen wir mal tatsächlich an, dass Fußball ein Indikator für Teamfähigkeit wäre (was auch noch zu belegen wäre - schließlich sagt "Fußball spielen" eigentlich nichts aus, man kann ja z.B. auch "einfach nur so" Fußball spielen, aber ziemlich schlecht, oder zwar Fußball spielen, aber total schlecht im Team) - selbst dann: ...verwechselt irgendein Vollpfosten in den Personalabteilungen besagter Firmen hier Injektion mit Bijektion. Wenigstens dieser letzte Punkt ist doch wirklich sooo offensichtlich... :verwirrt:


Axolotl hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 00:43
Reinhard hat geschrieben:
Montag 1. Juli 2019, 21:51
Kommt es wirklich auf das Können an? Die fachlichen Kenntnisse? Oder geht es doch mehr darum, dass man sich selbst verkaufen kann? Wer am besten im Selbstmarketing ist?
Ich war an einigen Bewerbungsprozessen beteiligt und saß auch mal in einer Gruppe die dann Kandidaten interviewt haben. Und ich muss sagen, es kommt zu 90 % drauf an, wie du dich verkaufst. Es wurden Leute abgelehnt, die zwar fachlich besser waren, aber dafür einfach einen schlechten Eindruck gemacht haben.
Kann mir diesen Schwachsinn eigentlich mal jemand erklären? (Nix persönliches, ist ja leider offenbar überall so, dass nicht die Kenntnisse zählen, sondern nur die Hülle.)

Wie wär's mal mit Personalauswahl auf zumindest halbwegs empirischen Grundlagen, anstatt darauf, wie der Personaler "gedacht" hat, was das Gegenüber "für einen ersten Eindruck" auf ihn gemacht hat?
Und was ist denn, wenn z.B. der Personaler einen schlechten Eindruck gehabt hat, aber die Abteilung, in der der Bewerber arbeiten soll, total begeistert von ihm gewesen wäre? Das wird man doch so nie erfahren.
Oder wenn er einfach nur nen schlechten Tag gehabt hat? Der Bewerber? Oder der Personaler? Oder beide?
Axolotl hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 00:43
Zum Beispiel haben wir mal ne Technikerstelle ausgeschrieben, da kamen erstmal viele Bewerbungen unter aller Sau an. Drei Kandidaten kamen letztlich durch, wobei eine Person komplett fachfremd war, eine zumindest schon Erfahrungen auf dem Gebiet hatte und einer sogar schon Techniker woanders im Institut war. Am Ende wurden dann zwei eingeladen (der Techniker war übrigens nicht dabei, weil der schon beim Vorgespräch komisch rüber kam), wobei eine Person sich dabei so schlecht präsentiert hat, dass sie nur deswegen wieder nach Hause geschickt wurde. Es ist also nicht immer zwingend nur die Qualifikation entscheidend.
Was heißt denn bitte sehr "weil der schon beim Vorgespräch komisch rüber kam"? Was wäre gewesen, wenn der perfekt auf eure Stelle gepasst hätte, oder voll das Genie gewesen wäre? (No offense an dich... sofern die ganzen Passiv-Formulierungen andeuten soll, dass du nur Beobachter warst und andere entschieden haben.)

Also manchmal... kann ich echt nur staunen, wie sich die Wirtschaft selbst in den Fuß schießt... die ja ach so "leistungsorientierte", "immer nach Wachstum strebende", "auf Erfolg programmierte" Wirtschaft... -.-
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Obelix » Montag 9. September 2019, 18:47

Ich habe schon einige Male auf Arbeitgeberseite an Vorstellungsgesprächen teilgenommen (meist in der Rolle des Kollegen eines künftigen Mitarbeiters). Dabei habe ich nicht nur dabei gesessen sondern auch an der anschließenden Diskussion "einstellen oder nicht?" teilgenommen. Ein paar Erfahrungen daraus:
RaymondF hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 07:38
Wer dagegen fachlich qualifiziert ist, sich aber nicht verkaufen kann (oder will), bekommt tatsächlich auch sehr viel schwerer einen Fuss in die Tür, weil die meisten Personaler sehr nach dem persönlichen Eindruck gehen. In grösseren Firmen gibt es bei einigen auch Standartfragen (z.B. Spielen Sie Fussball ? = Sind sie teamfähig?), bei denen man automatisch aus dem Bewerbungsprozess aussortiert wird, wenn man dort nicht die richtige Antwort gibt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frage in einem standardisierten Fragenkatalog so gestellt, geschweige denn so krass gewertet wird. Denn damit würde man schon mal sämtliche Handball- und Basketballspieler disqualifizieren, und nebenher auch alle Ensemble-Musiker und alle anderen, die sich in ihrer Freizeit in irgendeiner Form von "Team" betätigen. In der Regel sind solche Fragen eher offen gestellt (etwa: "Was machen Sie in Ihrer Freizeit?"), und wenn da beispielsweise Fußball als Antwort kommt, dann wird das zumindest als Indiz gewertet, dass man gern mit anderen zusammen ist. Sehr viel mehr kann man aus einer einzelnen Frage nicht herauslesen - höchstens aus dem Gesamtbild eines ganzen Fragenkatalogs.

Bei solchen Fragenkatalogen geht es ja auch nur zum Teil um die inhaltlichen Antworten, sondern auch darum, wie ein Kandidat antwortet - also Stimme, Tonfall, Souveränität, etc. Diese Merkmale verraten mindestens so viel über den Bewerber wie die Fakten, die er auf den Tisch legt.
The Poet hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 15:37
Axolotl hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 00:43
Reinhard hat geschrieben:
Montag 1. Juli 2019, 21:51
Kommt es wirklich auf das Können an? Die fachlichen Kenntnisse? Oder geht es doch mehr darum, dass man sich selbst verkaufen kann? Wer am besten im Selbstmarketing ist?
Ich war an einigen Bewerbungsprozessen beteiligt und saß auch mal in einer Gruppe die dann Kandidaten interviewt haben. Und ich muss sagen, es kommt zu 90 % drauf an, wie du dich verkaufst. Es wurden Leute abgelehnt, die zwar fachlich besser waren, aber dafür einfach einen schlechten Eindruck gemacht haben.
Kann mir diesen Schwachsinn eigentlich mal jemand erklären? (Nix persönliches, ist ja leider offenbar überall so, dass nicht die Kenntnisse zählen, sondern nur die Hülle.)
Die 90% halte ich für extrem übertrieben. Aber es stimmt schon, dass die fachlichen Kriterien zu einem großen Teil schon anhand der schriftlichen Unterlagen und Zeugnisse gefiltert werden, und es im Gespräch mehr auf die Persönlichkeit ankommt. Da ist die Frage dann durchaus, ob die Person auch menschlich ins bestehende Team passt oder nicht. Wenn bestimmte fachliche Grundlagen da sind und der Kandidat den Eindruck vermittelt, sich die restlichen Details im Rahmen des Jobs anzueignen, dann passt das meistens besser als jemand, der zwar alle fachlichen Voraussetzungen mitbringt, mit dem man aber auf der persönlichen Ebene überhaupt nicht klarkommt. Denn Wissen kann man sich (in einem gewissen Rahmen) erarbeiten, aber die Persönlichkeit ändert sich nicht so schnell.

The Poet hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 15:37
Und was ist denn, wenn z.B. der Personaler einen schlechten Eindruck gehabt hat, aber die Abteilung, in der der Bewerber arbeiten soll, total begeistert von ihm gewesen wäre? Das wird man doch so nie erfahren.
Das wird dann in der Regel zwischen Abteilungsleiter und Personaler ausdiskutiert. Je nach konkreten Personen setzt sich da mal der eine und mal der andere durch.
The Poet hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 15:37
Oder wenn er einfach nur nen schlechten Tag gehabt hat? Der Bewerber? Oder der Personaler? Oder beide?
Wenn das zur Absage geführt hat, läuft das dann unter "Pech". Aber wenn es wirklich nur ein schlechter Tag war, dann sollte es bei der nächsten Bewerbung eigentlich besser klappen. Sollte sich das hingegen zur Pechsträne auswachsen, war es vielleicht doch mehr als nur ein schlechter Tag.
The Poet hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 15:37
Axolotl hat geschrieben:
Dienstag 2. Juli 2019, 00:43
Zum Beispiel haben wir mal ne Technikerstelle ausgeschrieben, da kamen erstmal viele Bewerbungen unter aller Sau an. Drei Kandidaten kamen letztlich durch, wobei eine Person komplett fachfremd war, eine zumindest schon Erfahrungen auf dem Gebiet hatte und einer sogar schon Techniker woanders im Institut war. Am Ende wurden dann zwei eingeladen (der Techniker war übrigens nicht dabei, weil der schon beim Vorgespräch komisch rüber kam), wobei eine Person sich dabei so schlecht präsentiert hat, dass sie nur deswegen wieder nach Hause geschickt wurde. Es ist also nicht immer zwingend nur die Qualifikation entscheidend.
Was heißt denn bitte sehr "weil der schon beim Vorgespräch komisch rüber kam"? Was wäre gewesen, wenn der perfekt auf eure Stelle gepasst hätte, oder voll das Genie gewesen wäre? (No offense an dich... sofern die ganzen Passiv-Formulierungen andeuten soll, dass du nur Beobachter warst und andere entschieden haben.)
Schwer, anhand von so ein paar Zeilen zu beurteilen. Ich habe es aber auch schon mal erlebt, dass ein Bewerber auf eine Rückfrage im Vorfeld eines Gesprächs entweder gar nicht oder völlig am Thema vorbei geantwortet hat. Da macht man sich halt auch schon Gedanken, ob man den wirklich einladen soll...

Am Ende ist die Situation eines Vorstellungsgesprächs doch sehr gut mit einem "Date" zu vergleichen: Im Vorfeld weiß man noch nicht allzu viel übereinander, und das Gespräch ist dann dazu da, herauszufinden, ob man längerfristig miteinander auskommt oder nicht. Neben ein paar wenigen im Vorfeld abfragbaren harten Kriterien kommt es da auch vor allem auf die weichen Faktoren an, bzw. darauf, ob die "Chemie" stimmt. Und da gibt es eben kein eindeutiges "richtig" oder "falsch", sondern eher ein "passt zu mir" oder "passt nicht zu mir".
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Genosse Premier » Dienstag 10. September 2019, 21:42

Einer meiner Profs hatte damals gemeint, die Qualifikation bringt einen ins Vorstellungsgespräch, aber über die Einstellung entscheiden andere Sachen. Ist meiner Meinung nach richtig. Im Gespräch geht's um persönliches Auftreten, ob man ins Team passt, ob man sich durchsetzen kann, ob man den richtigen Stallgeruch hat, ob man den Aufgaben gewachsen sein wird, wie flexibel man ist, was man mit sich machen lassen wird und was nicht, blablub ;)

Ist alles zu komplex, um es auf einen Wert abzubilden. Können ist auch wichtig, aber nicht alles.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von The Poet » Dienstag 10. September 2019, 22:01

Obelix hat geschrieben:
Montag 9. September 2019, 18:47
[...] geht es ja auch nur zum Teil um die inhaltlichen Antworten, sondern auch darum, wie ein Kandidat antwortet - also Stimme, Tonfall, Souveränität, etc. Diese Merkmale verraten mindestens so viel über den Bewerber wie die Fakten, die er auf den Tisch legt.

[...]

Die 90% halte ich für extrem übertrieben. Aber es stimmt schon, dass die fachlichen Kriterien zu einem großen Teil schon anhand der schriftlichen Unterlagen und Zeugnisse gefiltert werden, und es im Gespräch mehr auf die Persönlichkeit ankommt. Da ist die Frage dann durchaus, ob die Person auch menschlich ins bestehende Team passt oder nicht. Wenn bestimmte fachliche Grundlagen da sind und der Kandidat den Eindruck vermittelt, sich die restlichen Details im Rahmen des Jobs anzueignen, dann passt das meistens besser als jemand, der zwar alle fachlichen Voraussetzungen mitbringt, mit dem man aber auf der persönlichen Ebene überhaupt nicht klarkommt. Denn Wissen kann man sich (in einem gewissen Rahmen) erarbeiten, aber die Persönlichkeit ändert sich nicht so schnell.

[...]
Genosse Premier hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 21:42
Im Gespräch geht's um persönliches Auftreten, ob man ins Team passt, ob man sich durchsetzen kann, ob man den richtigen Stallgeruch hat, ob man den Aufgaben gewachsen sein wird, wie flexibel man ist, was man mit sich machen lassen wird und was nicht, blablub ;)

Ok. Ich bin am Arsch.

Also so richtig jetzt, nicht nur so ein bisschen, wie vorher angenommen. Bild
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von uhu72 » Dienstag 10. September 2019, 22:22

Also das ist doch alles sehr Berufs-, Tätigkeits-, Branchen-, Ebenenabhängig.
Es gibt für jeden Topf einen passenden Deckel. Aber es gibt nicht genug passende Deckel für alle Töpfe!

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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 10. September 2019, 22:37

The Poet hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:01
Genosse Premier hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 21:42
Im Gespräch geht's um persönliches Auftreten, ob man ins Team passt, ob man sich durchsetzen kann, ob man den richtigen Stallgeruch hat, ob man den Aufgaben gewachsen sein wird, wie flexibel man ist, was man mit sich machen lassen wird und was nicht, blablub ;)

Ok. Ich bin am Arsch.

Also so richtig jetzt, nicht nur so ein bisschen, wie vorher angenommen. Bild
Würde ich jetzt nicht so pauschal sagen. Im IT-Bereich braucht man einen gewissen Teil Leute, die lieber in den Untiefen von altem Code herumwaten, als sich mit Kollegen oder Kunden herumzuschlagen. Und das wissen die Personaler auch, dass man für manchen Funktionen nur bestimmte Leute finden kann oder haben will.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von The Poet » Dienstag 10. September 2019, 22:52

Ich hoffe, dass ihr Recht habt. Ich komm mir nur aktuell grad irgendwie so vollkommen inkompetent auf allen Ebenen vor, fachlich wie persönlich, seitdem mein "lockerer Heimaturlaub" vorbei ist. Es ist, als würde ich von einem heiligen Heimats-Hammergral wechseln ins Jammertal, sobald ich wieder zu Hause in meiner alten Studienorts-Default-80%*-Umgebung bin. :hammer: (Trotz netten Nachbarn, und bestem Kumpel in der gleichen Stadt. Und sorry fürs Jammern. :oops: )

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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Obelix » Dienstag 10. September 2019, 23:08

Natürlich sind die Anforderungen an die sozialen Fähigkeiten stark vom Job abhängig. Ein Sachbearbeiter, der den ganzen Tag nur seine "Vorgänge" bearbeitet, oder ein Progammierer, der vorhandene Spezifikationen in Code gießt, muss weniger Anforderungen auf der persönlichen Ebene erfüllen als ein Spezialist für Anforderungsanalysen, der den Leuten ihre Gedankenn aus der Nase ziehen muss, oder ein Testmanager, der den Leuten ständig auf die Füße treten muss, ohne sie dabei ganz zu verprellen.
Natürlich wird bei der Einstellung im Regelfall eine entsprechende Differenzierung vorgenommen. Und wenn dann noch der berüchtigte Fachkräftemangel ins Spiel kommt, werden die Ansprüche bei den weichen Faktoren auch nochmal heruntergeschraubt.
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Re: Wie wichtig ist das Können auf dem Arbeitsmarkt?

Beitrag von Genosse Premier » Dienstag 10. September 2019, 23:36

The Poet hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:01
Ok. Ich bin am Arsch.

Also so richtig jetzt, nicht nur so ein bisschen, wie vorher angenommen. Bild
Och nö. Gibt bestimmt auch Berufe, wo keine Schnacker gefragt sind, und wo man trotzdem keinen Physikdoktor nachweisen muss. ;)
God speed, John Glenn

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