+1Nadine hat geschrieben: ↑30 Nov 2021 18:00 Ich denke nicht, dass wir "versagt" haben; wir hatten einfach Pech ... Und überhaupt finde ich, dass der, ich nenne es mal "Leistungsgedanke", beim Thema Liebe und Partnerschaft nicht angebracht ist. Ein schlechterer Mensch ist man ohne Beziehungserfahrung jedenfalls nicht!
Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
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Pinguin
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
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Egil
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
E°s kommt eben darauf an, welchen Maßstab man anlegt, woran man V°ersagen bzw. °Erfolg misst. Wenn du daran glaubst, dass du für ein sündenfreies Leben in den Himmel kommst, bist du als braver °Mönch am °Ende deines Lebens erfolgreîcher gewesen als einer, der ein Dutzend °Kinder hat.
Das hat mit abwerten nic^hts zu tun. °Konstatieren eines °Zustandes ist zunächst einmal neutral. Abwertend wird es erst, wenn man es dem anderen °(oder sich selbst) regelmäßig wieder unter die N°ase reibst. °Ich persönlich sehe es als Ansporn, an meinem gegenwärtigen Z°ustand noch etwas zu ändern.Wie muss es in Menschen aussehen, dass sie sich und a dere als Versager abwerten müssen. Und dann nocch mit dem bis zum Erbrechen überstrapazierten Argument der Evolution. Naja, wenn's hilft.
Das ist das, was ich mit °Maßstab meinte. V°iele °Menschen belastet doch die °Endlichkeit des eigenen Daseins, sodass sie sich einen Weg suchen, um diese E°°ndlichkeit erträglicher zu machen. Da bleiben eigentlich nur 4 °Möglichkeiten: a) Hoch die °Tassen! b) °Pseudounsterblichkeit durch °Kinder c) °Erschaffen von Werken, die einen überdauern d) das °Phantasieren von einem Leben nach dem Tode oder Wiedergeburt.Jesus hatte übrigens auch keine Kinder...zumindest offiziell nicht.
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Einsamkeit_is_doof
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Hallo
Ich sehe es so ähnlich wie du: Bis zu einem gewissen Punkt hat man es selber in der Hand und da sehe ich bei mir persönlich auch einige Punkte, bei denen ich versagt habe. Aber es gibt eben auch einige Punkte, auf die hat man selber nur einen geringen Einfluss.
Mal ein Beispiel: Ich habe leider keine Freunde. Meine Eltern haben auch keine Freundeskreis, haben mir also nie vorgelebt, wie man Freundschaften aufbaut. Jetzt ist natürlich die Frage: Habe ich hier versagt oder hatte ich einfach Pech? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem...

Leider ist es heute so, dass es überall (oder sagen wir in vielen Bereichen) nur noch um Leistung geht. Das Menschliche bleibt in vielen Bereichen auf der Strecke. Leider...
Ich sehe es so ähnlich wie du: Bis zu einem gewissen Punkt hat man es selber in der Hand und da sehe ich bei mir persönlich auch einige Punkte, bei denen ich versagt habe. Aber es gibt eben auch einige Punkte, auf die hat man selber nur einen geringen Einfluss.
Mal ein Beispiel: Ich habe leider keine Freunde. Meine Eltern haben auch keine Freundeskreis, haben mir also nie vorgelebt, wie man Freundschaften aufbaut. Jetzt ist natürlich die Frage: Habe ich hier versagt oder hatte ich einfach Pech? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem...
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Einzelgänger
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Die Frage, ob man wirklich einen freien Willen hat oder ob alles vom Schicksal gesteuert ist, finde ich unheimlich interessant und denke auch oft darüber nach. Zumal sie nicht nur rein philosophisch, sondern auch wissenschaftlich ist (Stichwort Laplacescher Dämon).Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑01 Dez 2021 17:35 Mal ein Beispiel: Ich habe leider keine Freunde. Meine Eltern haben auch keine Freundeskreis, haben mir also nie vorgelebt, wie man Freundschaften aufbaut. Jetzt ist natürlich die Frage: Habe ich hier versagt oder hatte ich einfach Pech? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem...![]()
Aber ich glaube ich habe mich hier eh schon unbeliebt genug gemacht was sowas angeht, also lasse ich es mal
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halbkaputt
Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
wenn ich die moderne Hirnforschung richtig verstanden hab ist es ein wenig von beiden. von unseren Unterbewusstsein wird VIEL mehr entschieden als wir uns bewusst sind. das Bewusstsein konstruiert dann nachträglich eine Begründung. andererseits haben wir indirekt Einfluss auf das Unterbewusstsein (innerer Dialog, Glaubenssätze...). so ist auch das nicht 100% Schicksal!Einzelgänger hat geschrieben: ↑01 Dez 2021 18:33Die Frage, ob man wirklich einen freien Willen hat oder ob alles vom Schicksal gesteuert ist, finde ich unheimlich interessant und denke auch oft darüber nach. Zumal sie nicht nur rein philosophisch, sondern auch wissenschaftlich ist (Stichwort Laplacescher Dämon).Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑01 Dez 2021 17:35 Mal ein Beispiel: Ich habe leider keine Freunde. Meine Eltern haben auch keine Freundeskreis, haben mir also nie vorgelebt, wie man Freundschaften aufbaut. Jetzt ist natürlich die Frage: Habe ich hier versagt oder hatte ich einfach Pech? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem...![]()
Aber ich glaube ich habe mich hier eh schon unbeliebt genug gemacht was sowas angeht, also lasse ich es mal![]()
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Versingled
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Ein "Versager" zu sein bedeutet zuerst mal eine (erwartete) Norm nicht erfüllen zu können. Das ist per se jetzt nicht unbedingt schlecht, wird uns aber von außen ... ich sag mal als negativ eingeredet.
Sich als Versager zu fühlen hat damit natürlich auch zu tun, ist aber eher dem geschuldet was man in den ersten Lebensjahren erlebt hat ... ob die Eltern einem Selbstvertrauen gegeben haben oder nicht.
Ich gehöre ja nun mal zu Schmogs Generation ... und es ist noch keine 10 Jahre her, dass ich begriffen habe kein Versager zu sein. Viel zu lange habe ich mich darüber definiert eine Beziehung zu haben und wenn nicht ... eben ein "Versager"" zu sein.
Ich weiß heute, dass ich trotzdem ein guter und wertvoller Mensch bin und wenn es mir nicht vergönnt sein sollte in meinem Leben je eine Beziehung zu erleben ... ja dann ist es eben so. Dem Erleben einer Beziehung alles andere unterzuordnen vernebelt einem den Blick auf sehr viel Schönes.
Sich als Versager zu fühlen hat damit natürlich auch zu tun, ist aber eher dem geschuldet was man in den ersten Lebensjahren erlebt hat ... ob die Eltern einem Selbstvertrauen gegeben haben oder nicht.
Ich gehöre ja nun mal zu Schmogs Generation ... und es ist noch keine 10 Jahre her, dass ich begriffen habe kein Versager zu sein. Viel zu lange habe ich mich darüber definiert eine Beziehung zu haben und wenn nicht ... eben ein "Versager"" zu sein.
Ich weiß heute, dass ich trotzdem ein guter und wertvoller Mensch bin und wenn es mir nicht vergönnt sein sollte in meinem Leben je eine Beziehung zu erleben ... ja dann ist es eben so. Dem Erleben einer Beziehung alles andere unterzuordnen vernebelt einem den Blick auf sehr viel Schönes.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
"Versager" ist auch deshalb nicht das richtige Wort, weil es dem AB oder der ABine die alleinige "Schuld" zuweist - "Versager" hört sich an, als hätte man es ganz allein in der Hand, was aber nun mal nicht der Fall ist. "Versagen" heißt ja auch, dass man bestimmte Anforderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht erfüllen kann, und bei der Partnersuche gibt es eben keine genau definierten Kriterien, die man erfüllen muss, um Erfolg zu haben.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Ich schließe mich der Einschätzung meiner beiden Vorposter:innen an. 
Es gibt für jeden Topf einen passenden Deckel. Aber es gibt nicht genug passende Deckel für alle Töpfe!
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Einsamkeit_is_doof
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Hallo
Dann gibt es Leute, die zwar in der Schule nicht so gut waren und auch im Job nicht top sind, dafür aber ebenfalls eine Beziehung gründen konnten und einen riesen Freundeskreis vorweisen können. Oder es gibt Leute, die im Lotto den Jackpot knacken und sich mit ein paar Millionen auf dem Konto ein nettes Leben machen dürfen. Wieder andere gründen eine Firma und sind damit erfolgreich.
Tja, und dann gibt es Leute wie mich, die bei allem nur zusehen dürfen...
Klingt deprimiert, oder?
Ist es auch irgendwie! Es nagt einfach an mir, dass ich schon 36 bin und es einfach nicht auf die Kette bringe eine Freundin zu finden.
Die Frage ist natürlich, ob man es nur auf das eigene Versagen schieben kann!? Mir ist bewusst, dass ich in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. Ich habe mich total falsch verhalten. War als einziger Junge in der Berufsschulklasse unter lauter netten Mädels und habe den Nice Guy gegeben.
Von daher habe ich zu einem gewissen Teil versagt. Aber ich glaube auch, dass noch etwas anderes hinzu kommt. Ob es Schicksal ist?
Ich glaube an Gott und frage mich manchmal, ob ich vielleicht irgendetwas böses verbrochen habe, dass ich es irgendwie nicht verdient habe, wirklich glücklich zu sein?!
Ok, ich bin kein Heiliger, aber wenn ich manchmal sehe, was für Hintern eine Freundin haben, frage ich mich echt, warum der und ich nicht?!
Ob es nun Schicksal, Göttliche Vorgabe, oder eigene Schuld ist: Wenn ich mein Leben zur Zeit so betrachte, dann fühle ich mich schon wie ein riesen Versager. Vor allem, wenn ich mich mit anderen in meinem Alter vergleiche...
Ich glaube das Schicksal sollte man nicht unterschätzen. Es gibt eben Leute, denen fliegt irgendwie alles zu. In der Schule schreiben sie die besten Noten und müssen noch nicht mal viel lernen. Nach der Schule finden sie direkt einen top Ausbildungsplatz oder fangen an zu studieren und danach finden sie ihren Traumjob mit guter Bezahlung. Quasi zwischendurch finden sie eine Freundin bzw. einen Freund und gründen mal eben im Vorbeigehen eine Familie.Einzelgänger hat geschrieben: ↑01 Dez 2021 18:33
Die Frage, ob man wirklich einen freien Willen hat oder ob alles vom Schicksal gesteuert ist, finde ich unheimlich interessant und denke auch oft darüber nach. Zumal sie nicht nur rein philosophisch, sondern auch wissenschaftlich ist (Stichwort Laplacescher Dämon).
Dann gibt es Leute, die zwar in der Schule nicht so gut waren und auch im Job nicht top sind, dafür aber ebenfalls eine Beziehung gründen konnten und einen riesen Freundeskreis vorweisen können. Oder es gibt Leute, die im Lotto den Jackpot knacken und sich mit ein paar Millionen auf dem Konto ein nettes Leben machen dürfen. Wieder andere gründen eine Firma und sind damit erfolgreich.
Tja, und dann gibt es Leute wie mich, die bei allem nur zusehen dürfen...
Die Frage ist natürlich, ob man es nur auf das eigene Versagen schieben kann!? Mir ist bewusst, dass ich in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. Ich habe mich total falsch verhalten. War als einziger Junge in der Berufsschulklasse unter lauter netten Mädels und habe den Nice Guy gegeben.
Ich glaube an Gott und frage mich manchmal, ob ich vielleicht irgendetwas böses verbrochen habe, dass ich es irgendwie nicht verdient habe, wirklich glücklich zu sein?!
Ob es nun Schicksal, Göttliche Vorgabe, oder eigene Schuld ist: Wenn ich mein Leben zur Zeit so betrachte, dann fühle ich mich schon wie ein riesen Versager. Vor allem, wenn ich mich mit anderen in meinem Alter vergleiche...
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Mariquita
Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Bevor "wir" im hier beschriebenen Sinne "versagt" haben, haben vielleicht einige andere versagt...
Warum werden Kinder entweder zu spät oder gar nicht aus Suchthaushalten herausgenommen? Warum kommt es in Institutionen wie Heimen, Sportvereinen, Schulen etc. immer noch zu Übergriffen? Warum werden Kinder durch rigide religiöse Moralvorstellungen in ihrer Sexualtät derart deformiert, dass ein normale Beziehung später nicht mögluch ist?
Warum greifen Lehrer nicht entschieden ein, wenn jemand gnadenlos in der Schule fertig gemacht wird?
Wer da zerbricht ist dann der Versager? Nö, da bin ich raus.
Warum werden Kinder entweder zu spät oder gar nicht aus Suchthaushalten herausgenommen? Warum kommt es in Institutionen wie Heimen, Sportvereinen, Schulen etc. immer noch zu Übergriffen? Warum werden Kinder durch rigide religiöse Moralvorstellungen in ihrer Sexualtät derart deformiert, dass ein normale Beziehung später nicht mögluch ist?
Warum greifen Lehrer nicht entschieden ein, wenn jemand gnadenlos in der Schule fertig gemacht wird?
Wer da zerbricht ist dann der Versager? Nö, da bin ich raus.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Im Grunde fängt es schon bei der Geburt an. Der Ort und die Zeit deiner Geburt legen schon den Rahmen fest.Einsamkeit_is_doof hat geschrieben: ↑03 Dez 2021 09:55 Hallo![]()
...Einzelgänger hat geschrieben: ↑01 Dez 2021 18:33
Die Frage, ob man wirklich einen freien Willen hat oder ob alles vom Schicksal gesteuert ist, finde ich unheimlich interessant und denke auch oft darüber nach. Zumal sie nicht nur rein philosophisch, sondern auch wissenschaftlich ist (Stichwort Laplacescher Dämon).
Ist es meine Schuld, dass ich zu diesem bestimmten Jahr an diesem bestimmten Ort geboren wurde, dadurch in einem Umfeld aufwuchs in dem ich nie Anschluss finden konnte, nie die richtigen Leute in der Schule oder sonst wo getroffen habe und heute große soziale Schwierigkeiten deswegen habe? Hätte ich etwas anderes daraus machen können?
Wäre ich in einem anderen Umfeld zu einer anderen Person geworden?
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Siegfried
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Das Zufall hat halt bei jedem die Schicksalsschmiede unterschiedlich gut ausgestattet. Am Ende muss man aber das gleiche abliefern um mithalten zu können egal ob die eigene Schicksalsschmiede nur aus einer rostige Feile und einen Hammer besteht oder beim anderen aus einer kompletten Hightech Schmiede. Oder beim 100m Lauf gegen jemand zu verlieren der zufällig 90m Vorsprung bekommt ist für mich kein klassisches Versagen sondern man hat halt einfach Pech gehabt. Dem Schicksal und der Gesellschaft ist das egal...entweder passt man sich an und versucht was brauchbares abzuliefern oder man findet sich damit ab das man mit seinem Werkzeug nix brauchbares zustande bringt und arrangiert sich damit außenvor zu bleiben was soziale Aktionen betrifft.
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Versingled
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Ja ... so ist es. Und wer Misstände öffentlich macht ist ein Nestbeschmutzer ...
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
In Sachen Liebe/Beziehung haben wir versagt. Auf dem Gebiet bin ich eben unfähig.
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Wasserkaktus
Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Absolut. Unsere Situation ist ja tatsächlich kein Versagen im klassischen Sinn, da wir nichts gemacht haben, sondern halt Pech.Siegfried hat geschrieben: ↑03 Dez 2021 16:41 Das Zufall hat halt bei jedem die Schicksalsschmiede unterschiedlich gut ausgestattet. Am Ende muss man aber das gleiche abliefern um mithalten zu können egal ob die eigene Schicksalsschmiede nur aus einer rostige Feile und einen Hammer besteht oder beim anderen aus einer kompletten Hightech Schmiede. Oder beim 100m Lauf gegen jemand zu verlieren der zufällig 90m Vorsprung bekommt ist für mich kein klassisches Versagen sondern man hat halt einfach Pech gehabt. Dem Schicksal und der Gesellschaft ist das egal...entweder passt man sich an und versucht was brauchbares abzuliefern oder man findet sich damit ab das man mit seinem Werkzeug nix brauchbares zustande bringt und arrangiert sich damit außenvor zu bleiben was soziale Aktionen betrifft.
Haben manche (gutaussehenden) Menschen es einfacher in der Liebe? Ja klar. Ist das fair? Nö, aber was will man schon tun.
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Maverick
Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Ich sehe das zwiegespalten. Der Duden definiert das Wort Versagerin bzw. Versager wie folgt:
"Person, die nicht das Erwartete leistet, die versagt hat."
Nach dieser Definition sehe ich mich nicht als Versager. Denn was ist das Erwartete? Für mich ist das beispielsweise das Bestehen einer Prüfung, beispielsweise in der Schule, des Führerscheins oder beim Sportabzeichen. Denn hier ist klar definiert, was erwartet wird.
Beim Thema "Liebe/Beziehung" sehe ich mich nicht als Versager an. Denn was ist das Erwartete? Das gibt es da m. E. nicht. Denn es gibt da keine Norm, die erfüllt werden muss, beispielsweise wie beim Führerschein. Auch wenn gesellschaftlich und evolutionär die Beziehung natürlich als die Norm angesehen wird, kann da ja nichts erwartet werden, einfach weil es nicht standardisiert ist. Mönche, Nonnen und Priester würde ich ja auch nicht als Versager definieren.
Außerdem ist man bei der Liebe ja mindestens von einer weiteren Person abhängig, worauf man keinen Einfluss nehmen kann.
Was mich an meiner Subsumtion jedoch zweifeln lässt ist folgendes Beispiel im Duden:
"beruflich, in der Liebe ist er ein glatter Versager"
Also sind wir doch Versager? Ich bleibe jedoch bei meiner Einschätzung.
Da habe ich noch einen Witz hinsichtlich meinen Ausführungen zur Nonne und zum Mönch:
"Person, die nicht das Erwartete leistet, die versagt hat."
Nach dieser Definition sehe ich mich nicht als Versager. Denn was ist das Erwartete? Für mich ist das beispielsweise das Bestehen einer Prüfung, beispielsweise in der Schule, des Führerscheins oder beim Sportabzeichen. Denn hier ist klar definiert, was erwartet wird.
Beim Thema "Liebe/Beziehung" sehe ich mich nicht als Versager an. Denn was ist das Erwartete? Das gibt es da m. E. nicht. Denn es gibt da keine Norm, die erfüllt werden muss, beispielsweise wie beim Führerschein. Auch wenn gesellschaftlich und evolutionär die Beziehung natürlich als die Norm angesehen wird, kann da ja nichts erwartet werden, einfach weil es nicht standardisiert ist. Mönche, Nonnen und Priester würde ich ja auch nicht als Versager definieren.
Außerdem ist man bei der Liebe ja mindestens von einer weiteren Person abhängig, worauf man keinen Einfluss nehmen kann.
Was mich an meiner Subsumtion jedoch zweifeln lässt ist folgendes Beispiel im Duden:
"beruflich, in der Liebe ist er ein glatter Versager"
Also sind wir doch Versager? Ich bleibe jedoch bei meiner Einschätzung.
Da habe ich noch einen Witz hinsichtlich meinen Ausführungen zur Nonne und zum Mönch:
Zuletzt geändert von Maverick am 04 Dez 2021 08:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Auch wenn ich das Wort versagen nicht so mag, aber der größte Teil liegt schon in einem selbst, dass es nicht funktioniert. - Man kann die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen, man kann kein Interesse zeigen, man ist nicht aufgeschlossen genug, man interessiert sich für potentielle Partner, die kein Interesse an einem haben.Nadine hat geschrieben: ↑02 Dez 2021 18:44 "Versager" ist auch deshalb nicht das richtige Wort, weil es dem AB oder der ABine die alleinige "Schuld" zuweist - "Versager" hört sich an, als hätte man es ganz allein in der Hand, was aber nun mal nicht der Fall ist. "Versagen" heißt ja auch, dass man bestimmte Anforderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht erfüllen kann, und bei der Partnersuche gibt es eben keine genau definierten Kriterien, die man erfüllen muss, um Erfolg zu haben.
Ein Bekannter von mir hatte in der Jugend Freundinnen, die waren vom Typ ganz anders als das, was er heute sucht, jedoch nicht bekommt. Mit der Zeit merkt man auch seine Frustration. Er geht ganz anders auf Andere zu, ist nicht mehr so aufgeschlossen.
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Und dann ist da eben noch die Frage, wer diese Erwartungen setzt und wessen Erwartungen relevant sind.Maverick hat geschrieben: ↑04 Dez 2021 08:06 Nach dieser Definition sehe ich mich nicht als Versager. Denn was ist das Erwartete? Für mich ist das beispielsweise das Bestehen einer Prüfung, beispielsweise in der Schule, des Führerscheins oder beim Sportabzeichen. Denn hier ist klar definiert, was erwartet wird.
Nicht jeden Schuh muss man sich anziehen. Der Bezeichnung "Versager" schwingt immer auch eine soziale Verstärkung mit, welche dann irgendwo ihre eigene Art "Bestrafung" ist, aber dieses Label muss dann aber auch erst einmal zumindest in der Referenzgruppe so abgenickt werden.
Da ist die Bezeichnung dann oft eher der Versuch auf diese Abstrafung hin zu wirken bzw. damit zu drohen, statt diese soziale Strafandrohung tatsächlich schon schwingen zu können. Und wie so viele solcher Manipulatonsversuche ist das Ergebnis dann eben gerade nicht unbedingt zum Vorteil des so unter Druck gesetzten.
Natural Born UnCool
Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.
wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Das glaube ich nicht, dass du woanders eine andere Person geworden wärst. Man trifft überall auf andere Menschen, die alle ganz unterschiedlich sind. Die Frage ist doch eher, weshalb man keinen Anschluss gefunden hat.Einzelgänger hat geschrieben: ↑03 Dez 2021 11:24 Im Grunde fängt es schon bei der Geburt an. Der Ort und die Zeit deiner Geburt legen schon den Rahmen fest.
Ist es meine Schuld, dass ich zu diesem bestimmten Jahr an diesem bestimmten Ort geboren wurde, dadurch in einem Umfeld aufwuchs in dem ich nie Anschluss finden konnte, nie die richtigen Leute in der Schule oder sonst wo getroffen habe und heute große soziale Schwierigkeiten deswegen habe? Hätte ich etwas anderes daraus machen können?
Wäre ich in einem anderen Umfeld zu einer anderen Person geworden?
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Re: Denkt ihr nicht das wir versagt haben?
Ich bewundere euer Selbstbewusstsein. Ich selbst fūhle mich schon als Versagerin. Beziehung ist in meinem Umfeld das normalste der Welt, das 14jåhrige hinbekommen.
Das hat natürlich Gründe - aber die nehmen mir nicht die Verantwortung für mein eigenes Leben, finde ich.
Das hat natürlich Gründe - aber die nehmen mir nicht die Verantwortung für mein eigenes Leben, finde ich.
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
Henry David Thoreau
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