Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Also das ist wohl der Extremfall, dass man gar niemanden kennenlernt, und wenn die Leute älter werden und wegsterben oder wegziehen, dann hat man irgendwann gar keinen mehr ... aber so krass wird es selten sein.
Das finde ich gar nicht selten. Die nicht-offenen Menschen bleiben genau in ihrer kleinen Gruppe aus zufällig begegneten Leuten aus Schule, Studium, Arbeit und Verein. Wenn aus Gründen Menschen wegbrechen, dann kommen auch nur in ganz seltenen Fällen neue Leute hinzu. Wer nicht-offen ist und dann in den wichtigen Phasen zusätzlich "gepennt" hat, wird am Ende ganz alleine dastehen.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Häufiger wird es sein, dass der nicht-offene neue Leute treffen will, bei denen sich aber nichts wesentliches ändert.
Ja, aber er scheitert ja an sich selbst, weil er nicht offen ist und daher gewisse "Ansprüche" hat, die er vermeintlich sucht.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Ich bin ja bekennender Fußballmuffel, aber das heißt ja noch lange nicht, dass es für mich ein Grund wäre, keine Fußballfans kennenlernen zu wollen. (Wo platziert mich das jetzt auf dem Offenheitsspektrum?)
Kennenlernen klappt trotzdem nicht bei mir. Weder mit den einen, noch mit den anderen. Deshalb denke ich dann, ist doch egal, wie offen ich in dieser Hinsicht bin ...
Du schreibst doch selbst, dass du nicht weißt was du dann sagen sollst, weil es dich einfach nicht interessiert. Damit geht es dir ja gar nicht um die Fußballfans, sondern um das Thema. Und da das Thema dich nicht anspricht, willst bzw. kannst du auch nichts beitragen. Daher wirst du die Leute auch gar nicht kennenlernen, weil es dir scheinbar nur um das Thema geht.
Du kannst ja selbst deinen Standpunkt für Fußball klarmachen und dann etwas anderes sagen, das du viel lieber magst.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Naja, nehmen wir mal den nicht-offenen Fußballfan. Also in dem Sinn, dass er mit Nicht-fußballfans oder gar Fußballablehnenden nichts zu tun haben will. Aber Fußballfans gibt es halt relativ viele ... da ist diese Einschränkung vielleicht kein Hindernis. Und man trifft sich ja, im Verein, auf Spielen, wenn sonst irgendwo über Fußball geredet wird ...
So homogen ist die Masse der Fußballfans aber nicht. Da gibt es schon gewaltige Unterschiede. So z.B. wenn es darum geht für welchen Verein man ist. Also so einfach ist das nun nicht, dass sich einfach Fußballfan zu Fußballfan gesellt und die dann Freunde werden.
Da wird es auch untereinander eine sehr große Vielfalt an Meinungen geben.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Wenn man es am Erfolg misst, dann misst man vielleicht nur die Mainstreamigkeit einer konkreten Ausprägung der Nicht-offenheit. Und der andere, der so offen wäre, über Fußball oder über viele weitere Themen zu reden, der kommt nicht weiter, weil er halt nicht weiß, was er sagen soll ... und da, wo er was sagen könnte, ist vielleicht nicht mainstream.
Ich habe nicht gesagt, dass über das selbe Thema reden zu können eine Facette der "Offenheit" ist. Das hast du mir also unterstellt.
Damit erübrigt sich auch dein Folgeschluss.
"Der andere" ist dann ja gerade nicht offen, weil er nur mit Leuten reden kann, die auch seine spezifischen Interessen anschneiden. Jemand offenes wird keine Probleme damit haben etwas beizutragen, weil es ihm ja gerade um den Austausch von Informationen geht. Wer nicht weiß was er sagen soll, wird daher weniger auf die anderen schauen, weil er sich weniger für die Meinungen der anderen interessiert, sondern mehr auf sich selbst, weil seine Gedanken sich viel mehr darum drehen wie er bei den anderen ankommt und ob seine Position auch "gut" ist.
Wenn man nur mit Leuten gleicher Gesinnung Gespräche führen kann, dann ist man mMn gerade nicht offen.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Jemand Schüchternes + nicht-offen wird weniger Konfrontation haben, das abzulegen. Aber sonst weiß ich nicht ...
Ich würde ja eher vermuten, dass so gut wie alle schüchternen Menschen nicht-offen sind, weil ihre Schüchternheit ja daher rührt, dass sie Angst haben verurteilt zu werden und dieser Gedanke ist ja nur plausibel, wenn sie selbst auch so ticken und sich daher gut in die Lage hineinversetzen können.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Jedenfalls ist es schon mal bedenklich, der aus anderen Gründen ein ähnliches Verhalten zeigt, gleich schon mal eingereiht wird in "dem fehlt halt die Offenheit".
Praktisch ist es aber so und da die Leute auf sich bezogen sind, spielt das ja für sie keine Rolle warum jemand sich jetzt nicht offen verhält. Bedenklich finde ich es nur, wenn man darauf hinweist, obwohl es für einen selbst gar keine Relevanz hat.
Reinhard hat geschrieben: ↑22 Dez 2021 20:14
Intelligenz wird halt geringgeschätzt.
Es hat derjenige die Oberhand, der von anderen als intelligent oder kompetent wahrgenommen wird und nicht derjenige, der selbst denkt der intelligenteste oder kompetenteste zu sein.
Wenn ich mir einige User hier so angucke, dann bekomme ich manchmal das Gefühl, dass das Forum lediglich eine Plattform für die besonders intellektuellen ist, damit sie sich ihr eigenes Ego streicheln können, weil sie mit einer ganz besonderen Sensibilität für Logik bestechen. Natürlich bleibt das lediglich ein Gedankenkonstrukt von welchem nur sie selbst überzeugt sind.
Von diesen Leuten kann man wohl kaum "Offenheit gegenüber andere Menschen" erwarten, weil sie sich selbst für das Maßstab halten und daher keinen Informationsaustausch benötigen. Das Forum dient da lediglich als Bühne.