Egil hat geschrieben: ↑20 Jan 2023 18:51
Das ist sicherlich auch nicht falsch, dass es keine 1:1-Korrelation da gibt. Dennoch ist es wohl so, dass in vielen Fällen ein niedriger Testosteronlevel mit mangelndem Interesse an Sex einhergeht, auch generell mit niedriger Libido und Potenz. Wobei Sex auch wiederum den Testosteronspiegel steigert. Frei nach dem Motto "the winner takes IT all".
Natürlich, dieser Überzeugung bin ich schon, dass ab einem gewissen Wert (Untergrenze) es wirklich problematisch wird. Vielmehr wollte ich sagen, dass
mehr nicht unbedingt mehr hilft. Anders gesagt, gesunde Testosteronwerte im Normbereich (und diese kennt die Medizin doch schon seit längerem bzw. sind diese relativ stabil, was auf eine gute Zuverlässigkeit der Bereiche hindeutet) sind die Voraussetzung für eine gute/gesunde Libido des Mannes, aber es gibt keinen Automatismus einereits und andererseits gibt es über dem Normwert hinaus keinen zusätzlichen Benefit. Dieser Argumentation folgend müssten z.B. Bodybuilder, die Testosteron (und Derivate davon) als Dopingmitttel zum Muskelaufbau verwenden und dementsprechend hohe bis extrem hohe Werte haben, die wildesten Hengste sein. Sind sie nicht, sondern es ist bekannt, dass diese Gruppe an Libidoverlust leiden kann oder auch leidet. Obwohl sie sich (perfekt/gesund) ernähren und für ihre Fitness extrem viel tun. Das ist für mich zumindest dahingehend eine Erklärung, dass es nicht allein am Testosteronwert liegen kann.
Aus Untersuchungen weiß man, dass dem nicht so ist und dass Testosteron ab einer Grenze (ausserhalb der Normbereiche natürlich) sogar negative Einflüsse auf die Libido besitzt. Kurz gesagt: ab einem Wert kippt es. Das ist im übrigen bei vielen Werten im physiologischen/medizinischen so: eine Unterversorgung ist problematisch wie auch eine Überversorgung und die
goldene Mitte erstrebenswert. Abgesehen davon, haben zu hohe Testosteronspiegel weitere ungünstige Auswirkungen auf den Körper.
Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang (Übergewicht, schlechte Ernährung) eine Rolle spielen könnte (ich betone Konjunktiv), ist das Bauchfett des Mannes, welches aus der schlechten Ernährung resultiert. Denn, soweit ich informiert bin, führt dieses zu niedrigen Testosteronwerten bzw. senkt es ab. Insofern wäre eine Kausalität im Hinblick auf die mangelnde/schlechte Ernährung denkbar: Man(n) isst zu viel/falsch/ungesund, rutscht in Richtung Übergewicht und aufgrund genetischer Veranlagung reichert sich das Fett/Übergewicht primär im Bauchraum (Abdomen im Fachjargon) an. Dabei sinkt des Testo-wert, was mit zunehmenden Alter noch stärker ausgeprägt ist, weil der Testo-Wert beim Mann über das Lebensalter ab etwa 35/40 langsam zu sinken beginnt. Nicht plötzlich, wie das bei der Frau speziell in den Wechseljahren der Fall ist, sondern kontinuierlich langsam. Das Bauchfett könnte diesem natürlichen Mechanismus noch Vorschub leisten und ihn begünstigen, wodurch eine negative Spirale in Gang gesetzt wird, denn ein niedriger Testo-wert geht einher mit einer Verfettung des Körpergewebes (Testosteron trägt zur Fetteinlagerung und -verteilung wesentlich bei und könnte vielleicht als "Fatburner" bezeichnet werden, auch bei Frauen). Er würde auch erklären, warum speziell Männer ab diesem Alter (35/40 und darüber hinaus) an Fetteinlagerungen im Bauchraum laborieren und, wie ich etwas sarkastisch formuliere, im "5. bis 8. Monat dauerschwanger" sind.
Ernährung bzw. was als gesunde Ernährung anzusehen ist, ist eine graduelle Angelegenheit. Es gibt jetzt nicht einen exakten Messwert/Parameter, ab dem man sagt "jetzt ernährst du dich gesund/ungesund", sondern das ist ein fließender Übergang. Daher, wenn die Ernährung besonders
ungesund ist, treten die Probleme auch schon in jüngeren Jahren beim Mann auf. Meist begleitet von einer Vielzahl anderer Begleiterkrankungen/-symptomen etc.
Zum Thema zurück: Dass Männer im fortschreitenden Alter alle möglichen Probleme mit Erektion/Sexualität haben, dürfte ja auch nichts Neues sein und rüttelt ganz stark an den Grundfesten des starken Mannes in der öffentlichen Wahrnehmung, aber auch in uns selbst als Mann. Denn, wir Männern haben den (evolutionsbiologisch bedingten) Druck, sexuell performen zu müssen, um uns fortzupflanzen und nicht zuletzt ist das typische männliche Verhalten mehr oder minder auch in diese Richtung ausgerichtet. Das dürfte sehr tief in der männlichen Seele/Unterbewußtsein verankert sein und wird uns erst richtig bewußt, wenn's nicht mehr geht oder eben funktionelle Probleme auftauchen. Kurz gesagt: als Mann muss ich zum Höhepunkt kommen, damit meine Gene verteilt werden. Die Frauen haben diesen (evolutionären) Druck nicht, weil die Frau kann auch ohne Höhepunkt beim Akt schwanger werden/sich fortpflanzen. Rein aus biologischer Sicht betrachtet.
Je nach Persönlichkeit des Mannes werden dann die Probleme verdrängt/gelöst/ignoriert etc. Das ist aus meiner Sicht eine psychologische Komponente.
Die Ernährung, als Grundvoraussetzung bzw. Basis, wird sicherlich ein einem mehr oder minder starken Maße eine Rolle spielen bzw. wiederum die Basis für die daraus resultierenden Erkrankungen/Beschwerden sein. Nur, sie ist nicht die alleinige Ursache.
Ma, die suche ich schon seit Jahren oder fast Jahrzehnten. Einzig der Umstand, dass es mehr werden, lässt hoffen.