Obwohl sie der Inbegriff einer Esoterikerin ist (sie hatte mir gesagt, sie wolle am Wochenende "eine Stunde Mantren singen"... naja, wer's mag
Wir hatten also schon eine Weile über verschiedene Lebenssituationen diskutiert, und als ich über meine Einsamkeit klagte, meinen Wünschen, mit Frau und Kindern glücklich zu werden, endlich also mal eine Freundin zu finden, um überhaupt eine Zukunftsperspektive zu haben und noch glücklich zu werden im Leben. Da blieb sie in einem Moment stehen, sah mich ernst an und fragte mich: "Merkst du nicht, was du deiner potenziellen Partnerin alles aufbürdest? Sie ist selbst ein Mensch mit eigenen Problemen, und deine soll sie jetzt noch mittragen?" Ich erinnere mich nicht an den genauen Wortlaut um ehrlich zu sein, aber so in der Richtung was war das. Sie sagte mir, ich solle doch lernen, selbst glücklich zu werden im Leben, und es nicht von andern abhängig machen.
So... hab ich das noch nie gesehen, wenn ich ehrlich bin. Erst nach diesem Gespräch habe ich mich mal in die Rolle einer potenziellen Partnerin hineinversetzt... und ich kann den Gedankengang sehr gut nachvollziehen, den sie mir da genannt hat.
Andererseits sträubt sich in mir auch mein innigster und größter Wunsch sehr dagegen. Ich war auch damals im Gespräch überzeugt, ich wolle niemandem meine Probleme aufzwängen. Mein Problem ist die Einsamkeit - wenn ich eine Partnerin bekäme, dann würde sich das doch in Luft auflösen, quasi alle Probleme wären verflogen... oder?
Wie seht ihr das?
Verlange ich zu viel, weil ich mein Glück in einer Partnerschaft suche? Ist das denn nicht normal, auch in der Richtung Bedürfnisse zu hegen, die man natürlich stillen möchte?
Ist das vielleicht ein sich selbst erhaltender Teufelskreis, ich finde keine Partnerin, weil ich einsam bin, aber ich bin einsam, weil ich keine Partnerin finde?