Im Januar 2009 bin ich auf den Begriff "Absolute Beginner" gestoßen, habe mich im Internet auf die Suche begeben und schließlich in den beiden damaligen Foren AB-Treff und UE angemeldet. Für mich war der Kontakt mit anderen AB eine Hilfe, um mich mit meinem Problem nicht mehr so alleine zu fühlen. Durch die persönlichen Treffen habe ich gemerkt, wie unterschiedlich wir waren und mich weiter auf die Suche begeben, woran es bei mir liegen könnte, dass ich unfreiwillig beziehungslos war. In einem persönlichen Gespräch wurde mir empfohlen, mich mit den Themen Männlichkeit und Verführung zu beschäftigen. In den folgenden Jahren habe ich mich intensiv mit mir, meinen Ängsten und Vorstellungen - u.a. über Beziehungsformen - auseinandergesetzt.
Um auf die gestellte Frage zu antworten. In meiner Vorstellung, habe ich das AB-Sein immer als einen veränderbaren Status betrachtet, welcher allerdings hartnäckiger war, als ich es mir manchmal gewünscht hätte. Selbst heute entdecke ich in mir Gedanken, welche mir einreden wollen, meine Zeit als AB sei mehr als ein Staus gewesen und die Beziehungslosigkeit irgendwie zu mir gehörend. Inzwischen kann ich diese Gedanken als dass nehmen was sie sind: bloße Gedanken, welche versuchen mich an alte Muster zu binden oder Echos aus der Vergangenheit repräsentieren, als ich es noch nicht anders denken konnte. Ich weiß, dass meine Erfahrungen und Erlebnisse, welche mich damals zum AB gemacht haben, mich beeinflusst und geprägt haben. Diese Einflüsse werden bleiben und doch will ich mein Verhalten und mein Erleben im Jetzt nicht davon abhängig machen, wie meine Vergangenheit war. Trotzdem fühle ich an manchen Tagen die Schwere von damals, wenn Gedanken von Einsamkeit so präsent sind, dass sie in der Lage sind jede Motivation zu killen. Gerade dann ist es für mich wichtig aktiv zu werden, aus mir rauszugehen und Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen.
Danke, dass Ihr hier seid.